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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-07-01 · 26 (1.7.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
26 (1.7.1938)
Date
1938-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite t JÜDISCHES OEME1NDEBLATT LE1PZIO Morgen Sonntag K.K.L. Büchsenleerung Ciottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge E/. Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag. 8 7., Abendgebet 10.15 Uhr. Sonnabend, 9. 7., Morgengebet 8.10 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabb. Dr. Ochs. Ausgang 21.25 Uhr. Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends 19 Uhr. Talmud-Thora-Svnaßoge, Keilstr. 4. Freitag, 8. 7., abends 10.30 Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 17 Uhr, anschließend Mischnajit. Ausgang 21.25 Uhr. Wochentags: früh 7 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 19.30 Uhr, anschließend Chaje-odom. Synagoge „Ohel Jakob", Pf.iffendorfer Str. 4. Freitag, 8. 7., Abendg. 19.30 Uhr. Sabbat, 9. 7., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 21.25 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7, Abendg. 19.30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 30. April 1038 Hans Kahn und Frau Mirjam geh. Sprechmann, W.wgerooger Weg Ha, eine Tochter „Charlotte Renate". 3. Juni 1938 Mendel Jakob Kassel und Frau Edith geb. Jeremias, Berliner Str. 1, einen Sohn .,Ephraim Meir". 1. Juni 1038 Hersch Singer und Frau Jetri geh Fredmann, Huiubokltstr. 12, einen Sohn „Manfred" 11. Juni 1038 Mendel Leiser Borgenicht und Frau Chana Taube geh Moskowifz recte Pischten, Nordstr. 40, einen Sohn ,,Joacnim Pete r". 12. Juni 1038 Nissen Leib Zweifler und Frau üolda geb. Hundert, Kreuzstr. 10, eine Tochter „Sulamith Sylvia". Trauungen: Sonntag, 26. Juni 1038, Fräulein Gerda Jackson, Kickerling-berg 4, mit Herrn Sam. H. Conrad, New-Yortc. Freitag, 1. Juli 1038, Fräulein ("IIa Bär, Ludendorffstr 7, mit Herrn Julius Marx, Leipzig. Sonntag, 3. Juli 1038, mittags 12,30 Uhr. Fräulein Fanny Linker, Kleine Flcischerga<se 10, mit Herrn Paul Ries, Bitterfeki, in der Wohnung des Herrn Dr. Ochs. Sonntag, 3. Juli 1938, nachm. 4 Uhr. Fräulein Erika Adler, Uferstr. 11, mit Herrn Israel Nathan Wetzer, Jakobstr. 15, in der Ariowitseh- SchuL Todesfälle: 10. Juli 1938 Margarethe Kaufmann, Berlin-Wilmersdorf 22. Juni 1938 Auguste Urbach, Auenstr. 1. 25. Juni 1038 Samuel Schmul, Berliner Str. 62. Bevorstehende Veranstaltungen 6. Juli; Leichtathlet. Aben<lsportfe<t des Sportvereins „Schld" Leipzig — Einladungskämpfe in Thekla, 19 Uhr. 6. Juli: K.A.E.-Sonderabend. 14. Juli: Jüdischer Kulturbund: Die jüdischen Me ster der Operette In Paris — Wien — Budapest. 31. Juli: Schildplatz: Reichsoffenes Feriensportfest für jüdische Sportvereine und Vereinslose. Neue Bucher Dr. Davin Schönberger: Betendes Judentum. Berlin (1938). Joseph lagtrow, Jüdischer Buchverlag. Für die letzten jüdischen Generationen hat das Problem d<s Gebets nicht mehr die bewegende Bedeutung gehabt, die es heute für Tausende von Juden wiedergewinnt. Im Nationalismus war es versandet, begraben; heute, dl alles aufgewühlt ist, verlangt es, ans Tageslicht gezogen zu werden. Wie aus länust entschwundenen Zeiten drang Kunde davon zu denen, dio sich erlieben möchten; aber wo sie es sehen, da wissen sie nicht recht, damit umzugehen. Davin Schönberger erweist sich in seinem feinsinnigen Buche als ein kundiger Führer, um zu dem antiquiert Geglaubten wieder eine lebendige Beziehung zu schaffen. Er weil) ■ lie Welt des Gebets in ihrer Sinngebung und ihrer Formgestaltung plastisch sichtbar zu machen; alle Fragen entrollt er, aus denen der moderne Meiuyh zur Klarheit strebt, wenn er fühlt, dal) er beten müßte, aber dia Tatsache des Gebets und die Form, in der tt es üben könnte, noch als etwas Fremdes erachtet. Er zeigt, wie das Judentum das Gebet als persönlichen Ausdruck gesteigerten Fuhlens im einzelnen wirksam werden läßt, und wie es in der Gemeinsamkeit „dem Hauch fortreißender Begeisterung Hechnung trägt, der von Mensch zu Mensch weht, eine Masse suggestiv belebt, schließlich zum machtvollen Sturm der Erhebung wird". Was als Voraussetzung für rechtes Gebet empfunden werden muß, Kawwana, die Andacht, gibt zugleich den Schlüssel für das Bätsei der Gcbetserhörung. lind wenn erst die Grundgedanken erkannt sind, dal im Gebet Selbstprüfung und Selbstlauterung, Verlebendigung der B<^ ziehung der Schöpfung zum Schöpfer, des Endlichen nun Absoluten erstrebt und erreicht werden soll, dann ist der Weg auch freigelegt zur Auseinandtrse'zung mit den Formen, die das Judentum in jahrhundertelanger Entwicklung für das Gebet wachsen ließ, wie u a. Gebetssprachc, Bindung an Zeil und Ordnung, und mit allen den Stimmen, die im Menschen unserer Tage laut werden, wenn er um den Gebetsdienst ringt Belege aus dem jüdischen Schrifttum aller Zeit und eigene Gedankengänge sollen dem suchenden Juden Kopf und Herz von dem hemmender Wall befreien, der ihn noch nicht in die unendliche Weite der Gebets erhebung schauen läßt. Und all das regt das Buch in einer anziehenden, beschwingten Sprache an, zum Teil in lyrischen Gesängen des Verfassers, die in dichterischer Kraft aus modernem Gebetsempfinden die Brücke zur alten religiösen Dichtung des Judentums schlagen. Schönbergers Buch ist wie wenige geeignet, in Stunden, die ein Verlangen nach Gebet spürbar machen, starke Impulse hervorzurufen und das zu wecken, war letztlich Aufgabe jüdischen Gebets sein soll: zu kraftvollem Tun im Bewußtsein sicherer Geborgenheit zu leiten. Darum kann nur gewünscht werden, daß es in zahlreichen jüdischen Familien einen Platz findet, nicrU um zu verstauben, sondern, unmer wieder aufgeschlagen, jene Aufgeschlossenheil zu geben, „die sich dem neuen Werden willig, gottbereii auftnt". C. ' „Der Morgen". Der Leitartikel des „Morgen"-Juniheftes behandelt die Verpflichtung der auswandernden Juden, eine dem Judentum zugewandte Haltung einzunehmen, kontradiktorisch von verschiedenen Seiten her. Der umfangreichste Beitrag des Heftes gibt die neue Laut- und Wortlehre des Hebraisten Broser in einem Artikel von Hugo Striemer wieder, die aus einer Analyse der Laute, die das Wort zusammensetzen, dessen bildliche Ocstalt zurückgewinnt. B. Weinryb zeigt für Palästina „Grenzen der Normalisierung" auf, und widerspricht damit in soziologischer Begründung der Meinung, daß eine normale Berufsstruktur das allein Wünschenswerte sei. — M. Y. Ben Gavriel steuert die humoristische Groteske „Mahaschawi und die Landwirtschaft" bei, Marianne Rein ein poetisch schönes „Märchen von den vier Brüdern" und außerdem führt das Feuilleton Jakob Picards „Erinnerung eigenen Lebens" zu Ende Glosser. und Buchbesprechungen ergänzen das Heft. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstarter Deka.) Der größte Erfolg des vom Bar Kochba durchgeführten Leichtathletik-Sportfestes lag entschieden in der Tatsache, daß zum erstenmal auch Sportler der Schildvereine Leipzig und Chemnitz am Start waren, und wie sich im Verlauf der ganzen Kämpfe zeigte, hatte manches gute Ergebnis in dem dadurch begreiflich erscheinenden besonderen Einsatzwillen seine tiefere Ursache Aus der Fülle der von den über 150 Beteiligten erzielten Resultate können in diesem Rahmen natürlich nur die hervorstechendsten herausgestellt werden, und dabei kommt man immer wieder zu dem erfreulichen Ergebnis, daß die Jugend am letzten Sonntag wirklich das große Wort geführt hat, weil sie eben ihre sportlichen Pflichten mit d^-m ihr eigenen Ernst und Gewissenhaftigkeit anpackt, sonst wäre es auch kaum zu verstehen, daß in manchen Disziplinen ihre Resultate mit denen der älteren Generation voll und ganz Schritt halten können. Im Weitsprung z. B. schaffte Bubi Braun mit 6,01 in als Einziger über 6 m, bei den Herren kam Sternheim auf 5,85 m, Burschtyn (Jahrg. 22,23) auf 5,20 m, Rosenfeld bei den Damen auf 4,65 m und die 13 jähr. Ruth Rosenbaum auf die relativ beste Weite von 4,37 m. Auch im 100 m-Lauf lagen deren Zeiten eng bei den der Senioren, allerdings darf bei der Beurteilung der verhältnismäßi< guten Ergebnisse der ziemlich beträchtliche Rückenwind nicht außei acht gelassen werden. Krombach vom Chemnitzer Schild (Jahrg 20/21) durchlief sie wie Kauber bei den Herren in 11,8 Sek., Obstler folgte mit 0,1 Sek. zurück, und M. Frankel von der Jugend 22/2" benötigte genau 12 Sek., womit er von allen 100 m-Läufern die dritte Stelle einnimmt. Äußerst interessant verliefen teilweise die Mittelstrecken, bei den 800 m der Herren, sowie bei den 1000 m der Jugend zeigte sich so recht die durch die Teilnahme aus den „verschiedenen Lagern" hervorgerufene Spannung; die nach hartem Kampf von Sternheim erzielten 2,15,9 Min. für die 800 m, und du 3,3 Min. von Axel Rabinowicz für de andere Strecke sind der beste Beweis, gerade der letztere Lauf war eine selten spannend? Angelegenheit, denn Berdaß-Chemnitz gab Axel bis ins Ziel ganz ge hörig zu schaffen, die letzten 100 m liefen beide in einem höllischen Tempo und wahren Brust-an-Brust-Kampf herunter, den Axel fasi erst im Ziel für sich entschied. Recht schade für die Kampfstimmung war das Pech, oder muß es heißen: das Versagen der 4 X 100m Staffel des hiesigen B. K., die beim 3. Wechsel den Stab verior wodurdi Schild-Leipzig, ebenso wie seine Frauen, ziemlich unangefochten Sieger wurde. Den Hochsprung hatte man leider nur auf die Jugend ausgedehnt, den beim Jahrg. 20/21 Nomis mit 1,48 in für sich entschied, mit 2 cm mehr als Ullrich Cohn in der tiefer startender. Gruppe. Recht kurios war die Leistung von Schlesinger, der bei 1,48 die Latte dreimal riß, beim vierten Versuch — natürlich ungewertet diese Höhe glatt übersprang und kurz hinterher sogar

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