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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-06-03 · 22 (3.6.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
22 (3.6.1938)
Date
1938-06-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JODISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIO 3. Juni 1038 , Nr. 22 des < ieländes für den erzieherischen Zweck zu verwerten, bildet die ii in,ih in.uis»i wung im—dm ,iu liiu kUniin In n—Pl.n1,—1!nh r—In'ruck— si :htigung der Möglichkeil einer intensiven Bewirtschaftung des Areals und des Lehrplans ergibt sich eine von rund 160 Jugendlichen nach fertigem Ausbau der Schule. Das Erziehungsprogramm gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil, /um praktischen Teil gehören die Betriebszweige Futterbau, Ackerbau, Gespannarbeiten, Ruhstall, Hühnerstall und Aufzucht, Gemüsebau, Blumenzucht, Baumschule, Obstanbau, Bienenzucht, Hofwirtschaft, Kuchen- und I lauswirtschaft, Tischlerei und Schlosserei. Zum theoretischen ["eil gehören die Lerngebiete: Hebräische Sprache, Literatur, Geschichte, Bibel und Gesetzeslehre, naturwissenschaftliche l ädier und theoretische Ergänzung zur praktischen Landwirtschaft. Die Ausbildung in diesen l ächern erfolgt durch Fachlehrer und Erzieher, die im Klar Noar I>ati leben. Anmeldungen und Anfragen sind zu lichten an das Büro der Jüdischen Jugendhilfe, Abt. Religiöse Jugcndalijah, Berlin-Charlottenburg, KantstraBe 158. Bevorstehende Veranstaltungen 11. Juni: Gesellschaftsabend Tan/spiele — Preisverteilung vom Kollektiv Leipziger Musiker. 12. |iuü: Bar Kochba: Vorschlußrunde um die Makkabimeisterschaft. 14. Juni: Wizo: Bildstreifen „W i/o l'HS''. 16. Juni: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbund« theaters: „Delila", Lustspiel von Molnar. 2i Juni: lud. Kulturbund: Kammermusikabend des Mendelssohn-Trios Leipzig. 26. Juni: Bar Kochba: Mitteldeutsches Leichtathletiksportfest. Neue Bücher Hubert Pollack: Judcnstant wird Wirklichkeit. Berlin 1938. (Joachim Goldstein, Jüdischer Buchverlag.) Ein alter Zionist nimmt /ur Tedungsfrage, zu den mit dem Peelbericht zusammenhängenden Hauptproblemen in einer Broschüre in klar durchdachten Vorschlägen Stellung. Er hält es für notwendig, d , zionistischerseits nicht nur mit ja oder Nein, sondern mit eigenen Plänen geantwortet werde. Solche legt er der Öffentlichkeit voi Es ist Sache der jüdisch-politischen Organe, sieh mit ihnen zu befassen; nur auf den Kern seines Vorschlages soll hier hingewiesen werden: die Teilung solle zwei Mandatsgebiete und den Araberstaat schaffen. Ein Mandatsgebiet A soll zum künftigen Judciistaat gehaltet werden (als Mandat so lange, bis die Juden zur politischen Selbständigkeit reif geworden sind), mit einer Grenzziehung, durch .Iii sämtliche jüdischen Siedlungen östlich und südlich des Liberiassees und das Wasserkraftwerk am Jarrauk dem Judciistaat erhalten bliche, wahrend der geschlossene Block arabischer Ausiedlung in dein Viereck lieisan Mcgiddo l-l Kubab Jericho aus dem jüdischen «u im t entfernt wurde. Ein Mandatsgebiet B soll den Negew umfassen und die Einwanderung soll Juden und Arabern nach .Maßgabe der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit offenstehen; hier miII ein selbständiger Staat entwickelt werden. Der Araberstaat soll das Transjordangebiet nebst dem ihm zugeschlagenen Teil von Palästina umfassen. Auch die Regehing der politischen und der wirtschaftlichen Beziehungen erörtert Pollaok nach allen Seiten, so dall dil Broschüre eine Prüfung wohl verdient, jedenfalls aber als ein Versuch zu positiver Arbeit an dem Teilungsproblem beachtet werden muß. —n. „Der Morgen", Monatsschrift dir Juden in Deutschland. Das Maiheft des „Morgen" bringt anstelle des Leitartikels eine erschütternd zeitgemäße Auswahl biblischer „Stimmen Tiber der Zeit". Hugo Striemer stellt eine neue Lautlehre des Hchräistcn Broser dar, die überraschend anschauliche Urformen der Wortbildung aufdeckt. Heinrich Lemle und Ignaz May ha um diskutieren über das Problem palästinensischer Wirklichkeit. Jacob Picard setzt die Erinnerungen des eigenen Lebens fort; Moritz Kaswans chassidische Novelle „Die Verlobung" wird /u Lude geführt. Die Gedichte \on Nelly Sachs, ein Forschungsbericht von Fritz Aron- -1i i n über die Aussprache des Hebräischen, Olossen und Buchbesprechungen ilinden dal lieft ab. Neucrscliiencnc Bücher: Prof. Dr. Ignaz Ziegler: Ein Volksbuch über die Propheten Israels. Mähriscn-Ostrau l'DS. Verlag Julius Kittls Naclif. Ahron Marcus: Jüdische Chronologie. Heft I, 1935, Frankfurt a.Main. Verlag Jakob M. Marcus. Kurt Slcrnherg: Philosophische Probleme im biblischen und apokryphen Schrifttum der Juden. Berlin 1938. Joachim Qoldstein, Jüdischer Buchverlag. Konzert und Theater. Jüdischer Kulturhund: Das Extemporale. „Sie haben ZU schweigen, wenn Sie mit nur reden!" diese-, goldene Wort kennzeichnet Niveau und Tendenz des Stuckes. Die Situationskomik einer Verwcchsluilgsgeschichte, gruppiert um eine leicht vertrottelte, mit uralten komischen Effekten drapierte Figur, ergibt das (lernst dieses in seiner Anspruchslosigkeit entwaffnenden Stucks. Es steht und fällt mit der Person des Direktors, und daß Max Ehrlich in dieser Person 'iikt, macht, daß es gut und fest steht. Ls ist bezaubernd, zu -(Inn, wie er diesen Menschen, den es gar nicht gibt, glaubhaft in k ht und wie hinter den zahllosen Mätzchen seiner vis comica ein gutes Herz hervorlugt. Die Mätzchen selbst, so mühelos und iiulicriu'li sie cr.H'lu'iiun, sind hc.iti'i iiichci e i Köniun; du .c—.ubtih Malerei nervöser Tics, das Krächzen und Augenrollen, das Gcfinger am Schlüsselbund, das entzückende Spiel mit den Röllchen »las alles ist vorzügliche Schauspielerei, die das verständnisvoll schmunzelnde Publikum zu spontanem Beifall auf offener Szene hinriß. Neben Ehrlich bewährten sich die anderen Kräfte des Ensembles durchaus. Den schlacksigen Primaner mit der Beredsamkeit eines Demosthenes vor der Steinekur gab Werner Hinzelmann sein echt, und Steffi Rosenbaums Lotte, die den ganzen Pudding einrührt, spielte frisch und flott und war lieblich anzuschauen. In weiteren Köllen bewährten sieh Simon Sainskv als schwergeprüfter Oberlehrer, Carola Segall, Stefl Wassermann und Hans Lüpschütz. Auch in der Nachmittagsvorstellung für die Jüdischen Schulen gab es viel Spali und kreischendes Gelächter, Mau merkte, daß das Stoffliche mehr interessierte, als am Abend, was durchaus verständlich ist. Denn ein abgeschriebenes Extemporale gehört zweifellos zu den Belangen der Schüler, die denn auch ihre Sachkunde Und ihr Berufsinteresse allenthalben sichtbar w erden hellen. Dr. R. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Das Sprichwort sagt doch so schön: „Lude gut, alles gut", und dachte bei seiner Entstehung sicher nicht daran, dall einmal das Fußballspiel der 1. Mannschaften des hiesigen Bar Kochba und Schild, die allerletzte der innerhalb von vier Tagen durchgeführten acht Begegnungen beider Vereine, eine so starke Ausnahme davon machen wurde. Dieses besagte Treffen war so „erhebend", dal! ihm im nächsten üemcindeblatt ein besonderes „Albumblatt" gewidmet werden soll. Bis auf diese Ausnahme verlief alles in dem von jedem gewünschten und erhofften fairen Kähmen, und alle, die am vorletzten Donnerstag draußen auf dem B.K.-Platze waren, waren der Oberzeugung, dall nicht die Resultate das Entscheidende des Tages bildeten, sondern die schöne sportliche Art, in der die Spiele abgewickelt wurden. Die Mädels- und Frauenmannschaften spielten zu gleicher Zeit auf beiden Feldern, während bei den ersteren ein knappes 2: 1 für Schild hei aussprang, gew ann Bar Kochba in der anderen Begegnung ebenso mit einein Lintorvoi sprung t:2. Viel I reude bereitete das beiderseitige Jugendtreffen, in dein die Schildjungens bewiesen, dal! sie seit der letzten Begegnung doch allerhand hinzugelernt haben. Den 7: l-Sicg des B. K. konnten sie natürlich nicht verhindern, dessen Spieler doch noch Über das Mehr vertilgen, was ihnen selbst noch fehlt, Durchschlagskraft und Erfahrung. Bei den I. i landballern sah es anfänglich nach keiner gelinden Überraschung aus, wenige Sekunden nach Anwurf führte Schild 1:0, und diesem „Ehrentor", das viele vermeinten, reihten sieh noch fünf weitere au, die aber naturlich nicht ausreichten, um der B. K.-Elf ernstlich gefährlich werden zu können, bis zur Pause lag diese schon mit 5:3 in Front, um schließlich mit einem '):(> vom Platze zu gehen. Das einzige Fußballspiel des Donnerstag brachte die Alten Herren zusammen, die auf Schilds Seile z. I. allerdings einen etwas verjüngten Anstrich hatten. Ls gab dabei einige recht nette Leistungen, natürlich auch einige erheiternde Einlagen, aber an dem 3: I für Bar Kochba war nicht zu rütteln. Am letzten Sonntag kam es im I reffen der II. Herren dafür umgekehrt, denn mit einem kaum erwarteten 4: 1 blieb Schilds Elf siegreich, diese drei Plustore gingen jedoch schon kurze Zeit später im Spiel der I. Herren wieder flöten, weil diese gegen Bar Kochba I. mit 3:0 den Kürzeren zog, ein (duck in anderer Beziehung wiederum, dal! der sonntägige Gegner nicht Schild-Stuttgart hielt. Die I8:2-Packung der II. Schildhandballer hatte insofern im voraus etwas herabgemindert werden können, wenn man der immerhin erfahrenen und körperlich weil überlegenen Makkabielf keine elf Papiergewichtler entgegengestellt hatte, denn so gab's aus der „Klaue des Löwen" natürlich kein Entrinnen. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Redaktion: Qemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C I, Walter-Blümel-Str. 10,111. Anzeigen: Verlag Lisa Ooldfreund Leipzig C 1, Reichsstralle 30/32, Fernsprecher 16722. Anzcigenleiter: Lrnst Qoldfreuna, Cichoriusstraße 2a. Fernsprecher 60771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigenschluß* aufgegebene Anzeigen wird keine Gewähr übernommen. Druck: |ordan » Gramberg,Leipzig, Brüderstr. 19. 1). A. I. Vj. 38. 3000. Pr. L. Nr. 7. Vereinsnachrichten Agudas Jisroel Lcip/ig, Färberstr. 6,1. Hierdurch w ird bekanntgegeben, dali auch diesmal wie alljährlich in unserem Heim, Färberstr. 6,1, Schowuaus- N ach11ernen mit anschließendem T'fillas Schacharii stattfindet. Alisrachi und Keren Tora Wa'awoda. W ir geben hiermit bekannt dali das traditionelle Schawuoth-Lernen auch in diesem Jahre in den Räumen der „Ohel-Jakow"-Synagoge, Pfaffendorf er Str. 4, stattfindet. Alle unsere Freunde und Bekannten sind herzlichst eingeladen. Beginn Schabbaih-Nacht 22.45. Anschließend bei Tagesanbruch Gottesdienst. Wir machen darauf aufmerksam, dali die Schawuoth-Aktion in diesem Jahre vom 29. Mai bis zum lü. Juni läuft. Unsere Sammler werden in diesen Wochen bei allen Gönnern vorsprechen. In Anbetracht der Notwendigkeit des religiösen Palastinaaufbaus, die gerade in der heutigen Zeit mit besonderer Dringlichkeit zu uns sprechen, bitten wir um reichliche Spenden. Rumänische Kolonie e.V. Leipzig. Ergänzungsbericht der bereits am 13.4.38 stattgefunden en Generalversammlung. Der Vor-

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