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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-05-27 · 21 (27.5.1938) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
21 (27.5.1938)
Date
1938-05-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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'27. Mai 1938 / Nr. 21 JODISCHES GEMEIN DE BLATT LEIPZIQ Seite 3 HEUTE Sonnabend, den 28. Mai 1938 21,15 Uhr Der erste jüdische Spielfilm Wiederholung: IHI mif 'n FlHI" Montag, den 30. Mai 1938 Iii**1 Hill ■■ ■IUI 19 Uhr und 21,15 Uhr. (Dienstag, füllt uns). Karten zu RM. 0.90 bis RM. 1.50 im Kutturbumlbiiro, Kaufmann, Prei/imann, Rosen, /.ellner. Vorverkaufsgebühr (numerierte Plätze) RM. 0.10 Zutritt nur mit Kulturbund, R.-Ausweis im Kulturbundtheater, Tauehuer Straße 32 oder neuer I ilmkarte (letztere RM. 0.20 für das Jahr 193S im Knlturbundbiiro u. au der Kasse). Berlin Solinger Str. 9 Charlotte Jekter 'Benno Jränkel Verlobte Lag Baomer Leipzig Dittrichring 10 Empfang: Sonntag, den 29. Mai 1938 in Berlin 11 bis 13 Uhr z IGARREN D. ROSEN n.,, ■nmaHnH>MMMMMMMMMH' Ruil. OoKlstcin Peterssteinweg 10 Telefon «lexanderstraße 14 237 68 Nikolaistraße 57 gegenüber Park-Cafe l lememdesitzung war i i ii Oelin gen der werden müssen. einhellig der Ansieht, daß alle Kräfte für Aktion für Hilfe und Aufbau eingesetzt Bücher für Palästina. Ls ist eigentlich nicht sehr erstaunlich, daß" bei der dringenden Not des Einzelnen die jüdische Öffentlichkeit im allgemeinen im Institutionell vorbeigeht, die nicht auf die Tageserfordernisse abbestellt sind. List wenn das allgemeine Ziel in das Blickfeld der I inzelnot genickt wird, gewinnt die tiberpersönliche Aufgabe an Interesse. Der Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem in Berlin, Mcüickestr. 10, ist im Rahinen des gegenwärtigen Einwanderungsplanes der Mandatsregierung eine wichtige Aufgabe zugefallen. Sie ist die Verbindungsstelle zu der Universität und den Behörden und vermittelt im Einvernehmen mit dem Palüstiuaaml Aufnahmegesuche jüdischer Studenten aus Deutschland bei den Bildtlugsiiistituteu des Landes. Nun riimert mau sich, daß seit lauger Zeit die Universität Jerusalem iuch hierzulande vertreten ist und Anspruch darauf hätte, auch von ler ludenheil in Deutschland gestützt ZU werden. Wenn auch das resignierte Wort gewill nicht zutrifft, dali der .Brühl" allein Erez Israel hätte aufbauen können, seine Mittel lätten wenigstens zugereicht, um die Universität Jerusalem zur {röBten und umfassendsten Bildungsstätte des nahen Ostens zu nacheii. Dazu ist es zu spät, soweit unsere eigene Mitwirkung in i rage kommt. Line wichtige Aufgabe jedoch ist noch in bescheidenem Umfange zu lösen, — gerade jetzt zu lösen. Angepaßt der \bbausituatlon der gesamten kulturtragenden Schicht des jüdischen Mittelstandes Gelehrte und Künstler haben ihre Arbeitsplätze rufgegeben, I laushaltungcn werden aufgelöst — bemüht sich die £cntraJsammelstellc der Oesellschaft, aus dem Besitz der vergangenen! pochen alles das zu retten, was für den Aufbau der Institute in i alästiua bedeutsam sein kann oder dazu mithilft, einen gechlossenen Eindruck von dem Bilduugsstaud der letzten jüdischen Qenerationeu des deutscheu Sprachgebietes zu bewahren. Praktische Bedurfiiisse und geschichtliche Pietät bestimmen ihre Arbeit. Die Zentralsammelstelle ist kein Annahmeort für Makulatur, aber sie prüft gewissenhaft, ob unter beiden Gesichtspunkten nicht manches Buch die Transportkosten lohnt, das sonst nur ein geringwertiges Objekt für die Papiermühle wäre. Vielleicht ist der frühere Besitzer für sie interessant — man ist immer wieder erstaunt i iier die Fülle von weltbedeutendcn Namen, die in der Spenderliste uftauchen vielleicht ist es der Inhalt. Alles wird mit Sachvcrständnis geprüft, und kein Buch, keine Zeitschrift wird weitergeleitet, üie nicht vorher auf Grund der Listen von drüben angefordert wurde, /uerst wählt die Universität für sich, für ihre Institute und für ihre medizinischen Zweigstellen, dann die Stadtbibliothek in Tel Aviv und die Bücherei in Haifa, dann wird für das Technikum und für die Museen, für Kwuzoth, für die Jugend- Ali ja Ii und die Fachvereine das Geeignetste zusammengestellt So vollzieht sich ein Werk, das nur jetzt getan werden kann l ud niemals sonst, und dessen Aufgabe von einem größeren Kreise getragen werden müßte, als es jetzt der Lall ist. Nur für uns allein i^t das Werk bedeutsam, seine Bausteine mögen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verschieden an Wert sein, aber für die Aufbauarbeit unseres Volkes bilden sie in ihrem Gesamtwert einen I ragpfeilcr voll stärkstem Ligengew icht. Die glückliche Oeburt unserer Tochter zeigen wir in dankbarer Freude an Dr. med. Kobort Konincr und Frau 22. Mai 1938. Friedel geb. Leipziger I Sportverein Schild Leipzig Sonntag, den 29. M a i 1938, 16 Uhr, Sportplatz Thekla Vorschlußrunde um die Schildmeisterschaft im Fußball gegen Scllild-Stllttgart Schildmeister 1936-37 Es geht nicht an, daß die Erfolge der Zentralsammelstelle mehr oder weniger dem Zufall oder der Mitarbeit einzelner Freunde zu danken ist. Jeder Jude in Deutschland muH wissen, daß die Pfennigwerte, die er durch Verkauf seiner Bibliothek oder Sammlung erzielen kann, keinen Ausgleich darstellt für den Verlust, den die Gesamtheit dadurch erleiden kann. Jeder sollte sich durch Spenden oder Erwerb der Mitgliedschaft einer Arbeit verpflichten, die von einer Gruppe geistig interessierter Menschen bisher allein getragen worden ist. Die Oesellschaft der Freunde der hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem hat ihre Mitglieder und Zweigstellen in allen Teilen des Reiches. Sie kann die Vielfalt ihrer Aufgaben nur erfüllen, wenn der Kreis ihrer Mitarbeiter sich vergrößert und wenn die Juden in Deutschland sich weit mehr noch daran gewöhnen, auch ihre Buchspenden dem Range dieser Arbeit anzupassen. Nicht der vom Verkauf übrigbleibende Rest gebührt der Nationalbibliothek, sondern sie selbst muß die erste Auswahl treffen können. Dr. R. P. Im Anschluß an obigen Artikel sei darauf hingewiesen, daß die Sammelstelle Leipzig, Keilstr. 4, auf telephonischen Anruf Nr. 10211 oder Nr. 23660 jederzeit ihr zugedachte BUcher abholt. Jüdische Zeitschau Pilsudski Gedenkfeier. Anläßlich des Todestages (12. Mai 35) des verewigten Marschalls Jozef Pilsudski fand in der Lz-Chaim-Synagoge eine seitens des Vereins Polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender in Leipzig veranstaltete erhebende Gedächtnisfeier statt. Der Einladung hatte der polnische Generalkonsul. Herr F.Chi cz. ewski, mit der Beamtenschaft des hiesigen Konsulats Folge geleistet. Verschiedene Organisationen waren durch Delegationen vertreten. Die Trauerfeier wurde durch den Psalm 116 von Lewandowski, gesungen von Llerru Oberkantor Wilkoinirski und dein Synagogen-Chor, eingeleitet. Gedächtnisreden zu Ehren des verewigten Marschalls wurden von Herrn J. Ader und von Herrn M. Einschlag gehalten. Beide Redner zeichneten in kurzen Umrissen die überragende Größe des verstorbenen Marschalls, sein Wirken und seine unsterblichen Verdienste um den polnischen Staat und das polnische Volk. Die ObcrfAUung der Synagoge bewies, daß alle Kreise und Schichten der polnischen Kolonie das Andenken des Schöpfers des heutigen polnischen Staates ehrten und in seinem Geiste die Treue zum polnischen Staat bekundeten. Die Seelenfeier, durch Vortragen des El male Rachamim seitens des Herrn Oberkautor Wilkoinirski in Begleitung des Chors, unter der bewährten Leitung des Llerru B. Landsberg, wußte alle Anwesenden auf das tiefste zu ergreifen und gab dieser Veranstaltung einen würdevollen und erhebenden Rahmen. Mit dem Psalm 16 von Sulzer erreichte diese Leier ihren Abschluß. Unsere Gemeinde. Der Film „Idl mit'n Fidl" läuft im Kulturbundtheater, Tauchaer Straße 32, am Sonnabend, den 28. Mai, 21.15 Uhr, und am Montag den 30. Mai, 19 und 21.15 Uhr. Die Vorführungen am Dienstag, den 31. Mai, fallen aus technischen Gründen aus. ITir diesen Tag gelöste Eintrittskarten werden umgetauscht. Gemeindeabend: „Schaffender Wille" (Juden werden Bauern und Handwerker). Im überfüllten Saale des Kulturbuudtheaters wurde die diesjährige Aktion für Hilfe und Aufbau mit einer höchst eindrucksvollen Kundgebung eröffnet. Schon die einleitenden-Worte von LGDir. Altert h u m kreisten um den so glucklich geprägten Nadi Australien - Mord- - Mittel- - Südamerika usw. durch das jüd. Reisebüro: Leipzig Cl, Reichsstraße 30-32, Ruf 16722

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