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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-05-27 · 21 (27.5.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
21 (27.5.1938)
Date
1938-05-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4___JODISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZ10___27. Mai 1938 / Nr. l\ Begriff „Schaffender Wille", In denen Zeichen unser Dasein stein, and die Auslührangen des herzlicfi und verehrungsvoll begrüßten Präsidenten der Reichsvertretung, Rabb. Dr. Leo Hacek, gaben ihm eine Gedankentiefe, wundervoll aufrichtende Interpretation. Lr legte dar, wie der im Vordergrund unseres Denkens stehende Begriff: „unsere Zukunft" zweigeteilt ist, indem er zerfällt in unsere eigene innere Zukunft, und in die Zukunft, die auf den Augen unserer Kinder, auf der kommenden üenerntion ruht. Die erstere, das ist nichts weiter, als unser Wille, zu leben, unser \\ ille, selbst das Schicksal zu gestalten, und mit diesem Willen hauen wir unsere andere Zukunft in unseren Kindern, die wir hinaussenden in die Welt, als Kolonisten gleichsam, um mit ihrer Zukunft auch die untere ZU Innen, denn die ist da, WO unsere Kinder sein werden. Daraus ergibt sich zwangsläufig das Postulat, in unserem klein gewordenen kaum nicht in müder Resignation zu ermatten, Mindern hier auf unserem Platz alles zu tun, um diesen großen Kolonisationsprozeß in stetigem MuH zu halten, was Dr. Baeck in dem schönen Wort gipfeln Heß: um der Wege w illen, w ahrel die Plätze! Auch die Ausführungen von Dr. Iran/ Meyer ergänzten diese Gedankengänge durch einen Rückblick auf die Arbeit der Reichsvertretung, die zur Schaffung unserer Zukunft unsere Jugend vorausschickt, ausgerüstet mit dem besten Rüstzeug, dessen uberragenden Wert die W eil freudig anerkennt, und der sehr lebendige, Künstlerisch geschnittene Film, den Kapellmeister Schöllbach musikalisch stilvoll untermalte, zeigte Bilder aus dieser großen und schönen Arbeit, wie schaffender Wille Juden zu Hauern und Handwerkern macht ein Abend von geschlossener Wirkung imd schöner Eindringlichkeit. Dr. R, Handelsbank Iwria e.G.m.b.H.. Leipzig, Die am 24, Y 1938 stattgefundene 5. Generalversammlung genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1937. Aus dem Reingewinn, der nach reichlichen Abschreibungen von RM. 14000, verblieb, werden 6°/n Dividende an die Mitglieder verteilt und dem Reservefond weitere RM. 11000, zugeführt. Die Bilanz zeigt wieder eine sehr starke Liquidität, da RM, 931000. flüssige Mittel zum Bilanzstichtage vorhanden waren Die Bilanzsumme der Hank hat sicli gegenüber dem Vorjahre verringert, worin, wie die Bank bemerkt, die unaufhaltsame Schrumpfung der jüdischen W irtschaft /um Ausdruck kommt. Der Aufsicfltsratvorsitzende, Herr Dr. Conrad Ooldschmidt, brachte in seiner Anspracht zum Ausdruck, dali es die besondere Aufgabe der Hank sei, auch in dem Schriunpiungs- und Liquidationsprozeß der jüdischen Wirtschaft dieser nach Kräften dienlich zu sein. Die weitere Mitarbeit der zahlreichen Freunde der Hank sei hier/u erforderlich. Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratmitglieder Dr. Conrad Gcldschmidt, Dr. Jakob Hraudc, laich Kaufmann wurden wiedergewählt. I ur die ausgeschiedenen Mitglieder E.H. Bromberg und Siegfried Jakob, der nach Berlin verzogen ist, wurde eine Ersatzwahl nicht vorgenommen. Den ausgeschiedenen Mitgliedern, insbesondere Herrn Jakob, w urde der Dank für ihre I ätigkeit ausgesprochen. Kurse des Jüdischen Frauenbundes. Für den Zuschneidekursus werden Anmeldungen (nur schriftlich) noch entgegengenommen; sie sind zu richten an Frau Recha Carlebach, Lortzingstr. 15. Die Nah- und l'ut/kurse sind dagegen völlig besetzt. LS können keine Meldungen mehr entgegengenommen werden. Gottesdienste Gemeinde synagoge. Freitag, 3. 6. 1938, Abendgottesdienst 19 Uhr. Sonnabend, I. <>.. Morgengcbet <i Uhr. Wochenfest: Abendgottesdienst 2(>' , Uhr. Sonntag, Y (>., Morgengottesdienst 9 I hr, Dioravorlesung ') , Uhr. Predigt 10' ., I hr. Abendgottesdienst 20 Uhr. Montag. 6.6., Morgengottesdienst 9Uhr, Thoravorlesung <)■ , Uhr. Predigt IO*/i Uhr, anschließend Seelenfeier, Nachmittagsgebet 20.45 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 21.19 Uhr. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predig: pünktlich beginnt und dafS während der Predigt die Eingänge EU den Plätzen gesperrt sind. Die Herren, die bei den Vorinittagsgottcsdieiistcn aufgerufen werden wollen, müssen bis <p , Uhr anwesend sein. Gottesdientl an W irktagen in der Fz-( haim-Svnagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 1.6., Abendgebet 19.15 Uhr. Sonnabend, 4.6., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh ITUhr, anschließend Sctwlchan-Aiuch-Erklirung von Herrn Rabb. Dr.Ochs, Ausgang 21.17 Uhr, Sonnabend (Schowaus), I. 5., Abendgebet '21.17. Sonntag (Schowuas), Y <>.. Morgengclut S in Uhr, Minchoh 20.'i<)Uhr, anschließend Midrasch-Erklänuig von Herrn Rabb. Dr. Ochs, Abendgebet 21.17 Uhr. Montag. 6. Y, Morgengebet S.iU Uhr, Predigt, Seclenfeier 10.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, Ausgang 21.18 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 19 Uhr. Talniud-'l hora-Svnagoge, Keilstr. I. Freitag, 1.6.. abends 19.30 Uhr. Sonnabend früh S.J'i Uhr, Mincha 17 Uhr, anschließend Mischnajit. Ausgang 21.17 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 20.25 Uhr, anschließend Ain-Jaafcow-Erkläruug von Herrn Rabb. Dr. Ochs. S>nagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. I. I reitag, 3. <>., Abendg. 20 Uhr. Sabbat, I <>., Morgeng. 8.30* Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 21.18 Uhr Sonntag (1. T. Schwuos), 5.6., Morgeng. 8.30Uhr, Minchag. 20 Uhr, Abendg. 21.18 Uhr. Montag (2. i. Schw uos), 6.6., Vli geng 8.30 Uhr, Minchag 20 Uhr, Abendg. 21.19 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 19.30 Uhr. PerscnensianüSHäChricmen G c!i u r t e n : 2J. April 1*1 SS Aron Mansbach und I ran Marie Feiga geb.Gniwosch, Leipzig C1, Parthenstr. 4, einen Sohn „Manfred". 2. Mai l'HS Hermann Isidor Hepner und Frau Ruth geb. Löh, Leipzig N 22, Beaumontstr. 17, eine Tochter „Judith"'. I.Mai l'US Qedalia Hepner und Frau Margot Lina Judith Ingeborg geb. Silberstein, Feip/ig C1, Thomasiusstraße 2S, einen Sohn „( icrd Walther", (>. Mai 1938 Kalmann Hrcsner und Frau Fanny geb. Lipolc, Leipzig, Walter-Blümel-Straße II, eine Fochter „Margot". H a r m i z w a h : Sonnabend. 4. Juni 1938, Klaus Gottschalk, Sohn des Herrn Abraham Gottschalk und Frau Frieda geb. Groll, Leipzig N, Landsberger Straße 94, in der Gemeindesynagoge. Sonnabend, 4. Juni WiS, Lothar Koppold, Sohn des Herrn Jost i Koppold und Frau Hertha geb. Saret/ki, Feip/ig, Magdalenenstraße 7, in der Oemeindesynagoge, Trauung: Donnerstag, 19. Mai 1938, Fräulein Emmi Kaufmann, Chemnitz mit Herrn Haus Horoschek, Feip/ig, Merseburger Straße 2Y r<>d esfä 11 e: Fl. Mai 1938 Mias I lelic/er, Alc\andcrstrallc 46. 15. Mai l'us Sarah Hermann, Norderneyer W eg 1(). 15. Mai 1938 Siegnuuid l'latkv, Richard-Wagner-Straße S. 17. Mai 1938 Helene ('.ahn, Hardenbergstraße 18. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft: Der Austiitt aus der israelitischen Religionsgesellschaft bedeute! den Austritt ans dem Judentum; nach unserer I riedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Anrechts auf Bei set/ung und auf eine etwa früher erworbene Grabstelle auf unseren Friedhofen /ur I olge. Qeschäftsführersehefrau Frida Auguste Reich geb. Schön, geboren am 20. September 1891, Leipzig-Lindenau, Burgaucnstr. 1,1. Rechtsanwalt Oeorg Moser, geboren 29. .War/ I8S2, Feip/ig, Fcrdi nand-Rhode-Straße 22. Aus dem Gemeindeamt Betr. Lehrgang zur Ausbildung von Tum- und Sportlehrkräften Die Schulabteilung der Reichsvertretung weist darauf hin, daß in dem neuen von der Reichsvertretung und dem Oberrai der Im Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart, veranstalteten I ehr gang /in Ausbildung von Turn- und Sportlehrkräften noch einig« Bewerber aufgenommen werden können. Der Kurs findet an dem Orthopädischen Gymnastischen Institut von Frau Alice Bloch in Stuttgart statt. Dauer des Lehrgangs 1 J a h r. Nach Abschluß Erlangung eines staatlichen Zeugnisses, das /ur Lehrtätigkeit an jüdi sehen Schulen und Vereinen berechtigt. A u f u a h m c h c d i u g u n gen: Zeugnis der mittleren Reife resp. Versetzung nach Ober Sekunda, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung, polizeiliche Führungszeugnis, sportärztliches Zeugnis, vollendetes 19, Lebens jähr. Der Meldung ist ein Lebenslauf beizufügen. Schulgeld monat lieh RM. Mi, . In begründeten Ausnahmefällen können Stipendiei gewährt werden. Meldungen können nur d um noch Berücksichtiguni finden, wenn sie umgehend in doppelter Ausfertigung erfolgen ai die Schulabteilung der Reicliscertretung, Berliu-Uharlottenburg, Kant straße 158. Bevorstehende Veranstaltungen 28. Mai: ')\ l'i Uhr: „Uli mifn I idl" (Erster jüd, Spielfilm). 1(1. Mai: Fl und 21.15 Uhr: „Idl mifn l idl". 14. Juni: Wizo: Bildstreifen ,.W'i/o 1938". 16 Juni: Jüd. Kulturbund: Gastspiel iles Hamburger Kulturbund theaters: „Delila", Lustspiel von Molnar. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Der vorletzte Sonntag, dem dieser Bericht noch gelten muri war ganz auf Meisterschaft zugeschnitten, Bar Kochha mußte mi seiner I. Fuß- und Handballmannschaft zu den Zwischenrundenspielei des Makkabikreises in Breslau antreten, und Schilds Handballer ver suchten noch einmal in Herlin das (duck, durch einen Sieg gegei den dortigen J.B. U. in das Fudspiel der Schildineisterschaft ein greifen ZU können, iiml beinahe wäre der grolle Wurf gelungen Die Elf zeigte vor allem in der ersten Hälfte ein von ihr sehoi lange nicht mehr gesehenes Spiel, nur sie bestimmte das Geschehen mit 2:0 lag sie in Fühlung, ehe J.B.C sein I. Tor warf, die Hiesige! erhöhten auf 3:1, die Platzelf verkürzte auf 3:2, abermals kau Schild auf einen 2-Tor-Vorsprung, den die Berliner kurz vor de Pause nochmals verringern konnten. Auch nach Wiederbeginn 1» hielt Schilds Elf vorerst ihre Chance in der Hand, sie warf dei 5. Treffer, dem J.B.C. durch ein unglückliches Selbsttor und eine sehr, sehr harten 13 m-Wurf plötzlich den Gleichstand entgegen setzen konnte, und das deprimierte die Mannschaft natürlich galt gewaltig, die bei der fxst tropischen Hitze (das Spiel war zuden auf mittags I Uhr angesetzt) alles hergab, was nur in ihr steckt» Zu allem Pech war nun auch der Torwart S. Hlonski, der Best aller 22, durch Verletzung nicht mehr ganz auf dem Posten, so dal es am linde 8:5 für Berlin hieß, dessen Sieg diesmal entschiede mehr vom Glück als vom Können entschieden wurde.

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