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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-05-06 · 18 (6.5.1938) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
18 (6.5.1938)
Date
1938-05-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Seite i Mittwoch. IL Mal 1938, 20.15 Uhr. in der Turnhalle, Gustav-Adolf - Straße 7 Vorführung des ^jA^Läkkäblfll mS u. d. neuest. Monatsschaii des KKL. - Chöre _ . „ Reisebericht: RA. Dr. Lehrfreund, Leipzig, Wiesenstraße 21 „ PcUäStlflcl 1938 Zionistische Vereinigung Leipzig — JOd. Sportverein Bar Kochbae. V., Leipzig. (Unkostenbeitrag 30 Rpf.) Die glückliche QebuH eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Gedalja Hepner und Frau Margot geh. SUberstein Leipzig, Thomasiusstrqße 28 1 Mai l<)38 ( >. Ijar JöflB) Ruth Reichenbach Herbert Klebe Leipzig Verlohte Mai 1938 Kassel n*n Rosa Spiegel — Georg Siffen Verlobte Leipzig Rausch-C hau des ch Herl in Ijar 5608 daß die Auswanderer empfangen und placiert werden; ebenso dafür, daß die durch den fiilfsverein der Juden in Deutschland beförderten Mensehen in Empfang genommen und in Stellen gebrach! werden. Die ICA. hat auch direkt den deutschen Organisationen, die sieh mit der Auswanderung von Juden aus Deutschland befassen. Bei" Irage geleistet. Englisch oder Spanisch? Daß die wichtigste Vorbereitung zur Auswanderung i'" Sprach studium besteht, i<» wahrhaftig keine Neuigkeit. Immer wieder ist gesagt worden, dal) man mindestens ein halbes Jahr vor der Auswanderung mit der Erlernung ihr künftigen Umgangssprache beginnen soll, daß gründliche Sprachkenntnisse den einzigen „hundertprozentigen Transfer" darstellen, der uns Juden in I teutschund verbleibt; und nicht zuletzt, daß die Unterbringung von Kaufleuten und Akademikern ohne gute Kenntnisse der Landessprache fast unmöglich und den Hilfskomitees in Ubersee auch gar nicht zuzumuten ist. Aber was hilft das alles? Noch immer wandern Monat für Monat viele Dutzende, wenn nicht Hunderte von Personen aus, die kaum ein paar Worte der künftigen Landessprache beherrschen; noch immer gibt es jene Schlauberger, die so phänomenal begabt zu sein nrgchen. daß sie die Sprachstudien erst „auf dem Dampfer" ZU beginnen brauchen, um bald perfekt ZU sein. Vor allein aber gibt es eine wunderbare Ausrede aller Faulen, daß man ja nicht wisse, ob man schließlich in ein englisch- oder in ein spanisch-sprechendes I and käme und dalt mau daher mit dem Sprachstudium „leider" noch nicht beginnen könne. Deshalb ist es vielleicht au der Zeit, einmal folgendes festzustellen: Mindestens zwei Dritte! aller jüdischen Auswanderer aus Deutschland, die nicht nach Palästina gehen, kommen in angelsächsische Länder; stehen doch die Vereinigten Staaten z.-Zt. bei weitem au erster Stelle als Zielland unserer Auswanderer; daneben spielt Australien eine sehr wichtige Kollc. Andere englischsprechende Linder. Wie vor allem Lugland selbst nebst Irland, ferner aber auch Neuseeland, Kcuya, Indien usw. kommen hin/U. Unter diesen Umstanden ist die Erlernung der englischen Sprache selbst für den, der sich auch nur mit entfernten Auswanderungsabsichten trägt, eine absolut gebotene Vorsichtsmaßregel; wer jedoch kurz vor der Auswanderung stellt, der muH mit aller verfügbaren Kraft sich um eine intensive Erlernung des Englischen bemühen. Demjenigen aber, der fürchtet, nicht in einem angelsächsischen Land Liniall zu finden, muß einmal folgendes gesagt werden. Englisch ist die Welthandelssprache; es ist ferner auch in weiten leiten der Welt, in denen andere Landessprachen herischen, ein unentbehrliches Verstindigungsmittel in allen internationalen Kreisen. In ganz (Astasien, d.h. in China, Japan, in der Mandschurei, den Philippinen usw. wird außerordentlich viel englisch gesprochen und in den meisten dieser Länder kommt der Fremde, wenn er nur englisch kann, auch häufig ohne Kenntnis der Landessprache ganz gut durch. Vor allem aber ist auch und gerade in den Qcbictcn Latein-Amerikas, in die sich die jüdische Einwanderung aus Deutschland heute weitgehend richtet, d. Ii. in Argentinien, Uruguay, Brasilien und Kolumbien, die Kenntnis des Englischen /um mindestens für alle Kaufleute von grolier Bedeutung und verschafft dem Einwanderer einen grollen Vorsprung vor all denen, die nur die Landessprache, d. h. Spanisch bzw. Portugiesisch beherrschen. In diesen Ländern sind Milliarden von Dollar und Pfund angelegt und grolle englische und nordamerikanische Konzerne beherrschen wichtige Teile Verein Polnisdier Kaufleute und Gewerbetreibender e. V. Leipzig Sonnabend, 14. Mai 1938, vorm. 12 Uhr Trauer-Gottesdienst anläßlich des Todestages von Marschall losef Pilsudski in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße Polnisriie Staatsbürger! Erscheinen ist Pflirtit! des Wirtschaftslebens. Auch sind für ganz Südamerika die Vereinigten Staaten oder England die wichtigsten Außenhandelspartner. In den größten Städten Lateinamerikas, wie Buenos Aires, Rio, Sao Paulo, befinden sich auch starke Kolonien von Engländern oder Yankees. Dies hat zur Folge, dall auch außerhalb der kaufmännischen Berufe die Kenntnis des Englischen für viele Kategorien von I in Wanderern äußeret nützlich ist. Insbesondere gilt dies für weibliche Arbeitskräfte wie Stenotypistinnen, Hausangestellte, Qouvcrnanten, Lehrerinnen usw. Wer in englisclisprecliendeii I amilicn brauchbar ist, kann häufig sehr viel höhere Oehilter verlangen, als derjenige, der nur in einheimischen Familien unterzubringen ist. Andererseits aber ist es ein grolier Irrtum zu glauben, daß die Kenntnis des Spanischen mit dem Moment nutzlos ist, in dem man das Affidavit für die U.S. A. in der Tasche hat. Nein, auch und gerade in den Vereinigten Staaten sind spanische Sprachkenntnisse ein lullerst wertvoller Besitz. Man darf nicht vergessen, dall die Vereinigten Staaten in intensiven Handelsbeziehungen zu den lateinamerikanischen Lindern stehen; deren Umgangssprache aber ist, von dem portugiesischsprechenden Brasilien abgesehen, in dem ganzen gewaltigen Kaum von dir Nordgrenzc Mexikos bis zum Feuerland nur spanisch. Deshalb wurde dies in den Vereinigten Staaten einwandfrei die wichtigste Fremdsprache; ja es ist obligatorisches Lehrfach auf allen Secoitdary Schoolsl Line Stenotypistin, die Spanisch kann, findet viel leichter und besser Stellung als ihre Konkurrentinnen ohne diese Kenntnis; ja selbst wenn sie Englisch nur einigermaßen beherrscht, dafür aber gut Spanisch kann, hat sie noch einen erheblichen Vorsprung vor all denen, die perfekt Englisch, aber kein Spanisch können. Dall für den Kaufmann, der im im- und Exportgeschäft tätig sein will, die Kenntnis des Spanischen eine unentbehrliche Voraussetzung bildet, liegt auf der Hand. Aber selbst hiervon abgesehen, gibt es Teile der vereinigten Staaten, in denen noch heute viel Spanisch gesprochen wird. Naturgemäß lind es die ('legenden in der Nähe der mexikanischen Orenze, vor allem in den Staaten New Mexico und Arizona. Die Antwort auf die I rage „Englisch oder Spanisch?" ist also sehr einfach: nämlich Englisch zumindest für Kaufleute auf alle Fälle und wenn irgend möglich, auch S p a u i s c h. Unter den gegenwärtigen Bedingungen in den Einwanderung*- länderu ist nur ein Teil der in Deutschland zur Auswanderung drangenden Kaufleute und Intellektuellen tatsächlich in Obertee unterzubringen. In Erkenntnis dieser Sachlage wird der Hilfsverein die Entscheidung, wer mit öffentlich jüdischen Mitteln zur Auswanderung gebracht werden soll, mit in erster Reihe davon abhängig machen, ob der Betreffende über ausreichende Sprachkenntnisse verfugt oder nicht. Match Australien Süd-Amerika Nord-Amerika — Palästina ■■■Hl in die ganze übrige Wt»lr durch du* oin/.ijjo jii<li-< Im- Itoiwt'bttro F. Im« Uoldfrruiid. Beleb«» striiMsc BO-SA, Fernsprecher Ui7**

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