Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 18 (6.5.1938)
- Date
- 1938-05-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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SeiteJ__J 0 DISCHES GEMEIN DEBLATT LEIPZIG___6. Mal 1938 / Nr. ly Unsere Gemeinde. Mitteilung des C. V.-Syndikats: Vermögen der ehemaligen Gewerkschaften! In bezog auf das beschlagnahmte Vermögen der aufgelösten staatsfeindlichen Verbinde sowie der Gewerkschaften sind Feststellungsbehörden eingesetzt, die über Forderungen an ehemalige Gewerkschaften und staatsfeindlichen Organisationen zu entscheiden haben. Solche Feststellungsbehörden sind in Preußen und Bayern die Regierungspräsidenten! in Sachsen die Kreishauptleute. Gegen deren Entscheidung ist Beschwerde au die Reichsfeststellungsbetiörde im Reichsinnenministerium zulässig. Anträge können direkt an die I eststellungsbehörde oder aber über die Amtsgerichte gestellt werden. Bereits eingereichte Klagen gelten als solche Anträge. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 13.5.1938, Abendgebet iu Uhr. Sonnabend, 14.5., Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20.10 Uhr, Abendgebet 20.451 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim. Otto-Schill-Straße. Freitag, H. 5., Abendgebet" l'MO Uhr. Sonnabend, 14. 3., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr. anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabb. Dr. Ochs, Ausgang 20.44 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 19 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 13.5., Abendg. 19.30 Uhr. Sabbat, 14. 5.. Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. IT Ulir, Abendg. 20.45 Uhr. wochentags: Morgeng. 7, Abendg. 19.30. Tatmud-Thora-Synagoge, Keilstr. i. Freitag, ü. 5.. abend 19.10 Uhr. Sonnabend früh S.iu Uhr. Mincha 17 Uhr, anschließend Mischnajit, Ausgang 20.41 Ulir. wochentags früh 7 Uhr. anschließend Mischnajit, abends 19.45 Uhr. anschließend A'in-Jaakow-Erklärung von Herrn Rabb. Dr. Ochs. Personenstandsnachrichten Q e b u rt: I. März l'JiS Kiwa Grubstein und Iran Sara geb. Zurovsky, Karl- Krause-Straße I, einen Sohn „Eduard Samuel". i odesfälle: 13. April 1M5S Hannchen Hansi Kahn, Moutbestr, 11. 19. April 1'iiS Else I riedner, I andsherger Str. 104. 23. April 1'jiS Cäcilie Lewy, Steubenstraße 3. 25. April 1938 Jose! Ahe Weiser, Qerberstraße 52. 27. April 1938 Josel Lotrowsky, Walter-Blümel-Straßc 20. 10. April ms Else Leibel, Ludendorffstraße 53. i. Mai 1938 Olga Bercovici, Albertstraße 42. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Uuchiialtungskurse. Die Oflltigkeit der Hörer karten für Anfänger und Fortgeschrittene ist nunmehr abgelaufen. Diejenigen Hörer, denen an einer Weiterführung derKurse gelegen i>t, müssen möglichst umgehend ihre Meldung beim Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straße in, I (Lehrhaus) abgeben und eine Verlänger un es karte lösen. Die Verlängerungskarte kostet RM. 5. . Mitglieder von Jugend bänden zahlen gegen Vorlegung ihres Bundesausweises die Haltte; Erwerbslose gegen Vorlegung der Stempelkarte RM. I. . I>ie Oberweisung des Hörergcldes (Postscheckkonto der Ocmeinde: Leipzig Nr. 50533) gilt als Anmeldung. Sobald genügend Anmeldungen eingegangen sein werden und das llörcrgeld bezahlt ist, werden die Kurte ihren I ortgang nehmen. Der Zeitpunkt ihr Wiederaufnahme der Kurse wird im üeuiciudcblatt bekanntgegeben. Aus dem Gemeindeamt. Bitte des Diirrcnberg-Komitees. Das Kinderheim im Solbad Dürrenberg benötigt dringend Kinderbettstellen oder kleinere Erwichsenen-Bettstellen mit Matrat/en. Freundliche Spender werden gebeten, unter IM. IS UM (isr. Wohltätigkcitsvcrein, Nordstr. Ii) Abholung der /.u spendenden Gegenstände anzufordern. Bevorstehende Veranstaltungen 8. Mai: Sportverein Schild I ulibalizw ischenrunde um die Schildmeistenchaft In Thekla. s.Mai: l uli- und Handballspiele auf dem Bai Kochba-Platz. II. Mai: Zionist Vereinigung Bar Kochba; Makkabifilm. Reisebericht Dr. I.ein freund „Palästina 1938«. 14. Mai: Künstlerball zum Besten jüd. Musiker und Künstler. 15. Mai: Leicbtathletik-Eröffnungssportfest des JSV. Dar Kochba. 17. Mai: Gemeindrabend. 19. Mai: Jud. Kulturbund: Berliner rheatcr-Qastspid „Das Externnorale". 22. Mai: Rur.deii-piels im hüllu. Handball BK.-Berün BK.-Leipzig. 25. Mai: K.A.E.: Sonderabend verbunden mit Modeschau 16 Juni: jud. Kulturbund: Oastspiel des Hamburger Kulturbundtheaters: „Delila", Lustspiel von Molnar. Neue Bücher Emil Lucka: Die große Zeit der Niederlande. Wien Leipzig Zürich 1936 (Herbert Reichner Verlag). Mit der Blüte der flandrischen Städte, die ihren Ausdruck au dein glänzenden Hofe Herzog Philipps des Gulen fand, begann lu den alten Niederlanden, den heutigen Königreichen Holland und Bei' gii.il, jene hohe Kultuientlaltuiig, die in unvergänglichen W erken noch Reute Bewunderung erregt. Emil Luckas Buch bietet aus reichstei Kenntnis kulturgeschichtliche und psychologische Deutungen, die für alle Erscheinungen, Menschen und Zeugnisse, die dieser Kultur angehören, neue und bedeutsame Seilen aufzeigen. Er stellt sie in den geschichtlichen und landschaftlichen Zusammenhang, kennzeichnet die Städte und ihre Eigenart, verfolgt ihre Kulturleistungen von ihren bemerkenswerte!] Anfangen bis zu ihrer Blüte, charakterisiert die genialen Schöpfungen und ihre Urheber und enthüllt geistige Verwandtschaften, wo sie kaum vermutet wurden. Brügge, Gent, Antuerpen, Amsterdam. Haag, Helft, Träger reichen Kulturlebens, werden zu farbigen Bildern gestaltet. Hieronymus Bosch, Pietei Brueghel, Rubens, Rembrandt werden in dem Tiefsten ihres Wesens gesellen, (uistige Entwicklungen, Mystik, Reformation und Inquisition In ihrem Werden und ihren Wirkungen geschildert. Mit liebevoller Versenkung hat Lucka alles, was er darstellt, in eigener lebendiger Anschauung verdichtet und vermag so, den Leser in jedem Kapitel zu packen, zum Nachsinnen anzuregen und ihm Aufschlüsse zu vermitteln, die ihn Bekanntes neu verstehen lehren. Das ganze Buch durchzieht die grobe Schau der geheimnisvollen geistigen Verknüpfungen zwischen dem Schaffen des Einzelnen und den Gegebenheiten der Welt, in der er steht. Wer je in Verehrung vor den werken der filmischen und der niederländischen Kunst gestanden hat und mehr noch, wem das Land nahegekommen ist. dem wird dieses Buch ungemein viel geben. Dem gehaltvollen Inhalt entspricht auch die hervorragende, höchst kultivierte Ausstattung, die der Verlag dem Werke gegeben hat. C. Herbert rriedcntlial: Ein Schiff unterwegs. Die Geschichte einer Oberfahrt Berlin 1938. (jüdischer Buchverlag JoachimOoldstein). Mit seinem Roman „Die unsichtbare Kette" hatte sich der junge Schriftsteller Beachtung erworben. Dichterische Kraft zeigt auch dieses neue W erk. Er gestaltet in ihm den Oedanken, daß der jüdische Mensch bei aller Besonderheit seines Schicksals und der dadurch bestimmten Wesensart von menschlichen Leidenschaften ebenso stark bewegt wird wie andere Menschen. Auf diesem nach Palästina dampfenden Schiff reisen nicht nur luden, die der grolle jüdische Zukunftswille in Lre/. Israel ergriffen hat. sondern auch solche, die nur ein dunkles Ahnen von der Bedeutung des altueiien Heimatlandes dahin fuhrt. Sie sind auf der Flucht; vor Menschen, die ihnen Schicksal geworden sind; auf der Flucht vor sich selbst und ihrer inneren Zwiespältigkeit; sie fahren auf dem Schiff; sie werden in Palästina landen; aber Palästina tat nicht ihr Ziel. Darum auch wird ihnen während der Oberfahrt die Liebe eler Sinne, nicht die Liebe zum Lande geweckt, planen sie in Erez Israel ein Abenteuer, dessen sich voll bewußt, daß es eben nur ein Abenteuer sein soll. Die Angst der Frau, das Erlebnis solcher Wochen nicht verwinden zu können, macht den Plan zunichte. Plastisch eindrucksvoll läßt das Buch die äußeren wie die seelischen Vorgänge der Oberfahrt miterleben und zeigt darin die Schilderungskraft, die schon bei dem Erstlingswerk aufhorchen ließ. Sie ist jetzt gereifter, nicht mehr so ungestüm. Das gereicht ihr durchaus nicht zum Nachteil. —n. Neuer Prospekt der Jugcnd-(Mittlcren-)Hachscliara der religiösen Jugend. Der Bril Chaluzim Datum hat in diesen lagen eine instruktive Broschüre über Jugend-Hachschara herausgegeben. Diese ist unter der Adresse: Berlin W50, Augsburger Str. 60, kostenlos zu'beziehen. Konzert und Theater Opern- und Operetlenahcnd im Kulturbund. Rita Atlasz und Ernö Qaray brachten einen Opern- und Operettennbend, so daß diejenigen Aureehtler ganz auf ihre Rechnung kamen, die für diese Kunst schwärmen. Ernö Qaray, der an diesem Abend indisponiert war, gab sich die grollte Muhe, in den Arien und Duetten das herauszuholen, was ihm stimmlich zu Gebote stand. Am besten gelang ihm von Abraham ,,Good night", wie die Arien von Rossini und Meyerbeer. Rita Atlasz war stimmlich auf guter Höhe; namentlich saug sie den „Frühlmgswalzer" von Strauß recht gut. Die Duette von Puccini und Leo I all gelangen den beiden Künstlern besonders gut, stimmlich und auch im Vortrag, lu unserer Erna Klein hatten sie eine geniale Klavierbegleiterin. tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Die Leistungen m diu Vorspielen zum vorwöchigcii Handball- Zwischenrundkampf der I. Schilde lf gegen J.S.O.-Berlin schienen ebenso schon im voraus nach der negativen Seite Inn infiziert gewesen zu sein, denn sonst hätte die kombinierte Fußballmannschaft gegen die erste des Makkabi-Cheniuitz doch mehr als nur ein mageres 2:2 erzielen müssen. Was dieser (iastelf an technischen Dingen fehlt, gleicht sie durch einen ganz, enormen Fleiß und I insatz. BUS, und mit diesen Eigenschaften wird sie einer laschen und blasierten Spielweise stets mit Erfolg begegnen können. Auf hiesiger Seite ging alles etliche Male hin und her und her und hin, aber aufs Tor schießen, daran denkt niemand, zumal dann, wenn man durch andauerndes Reden seine Mitspieler ordentlich anzuspornen versteht und