Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 11 (18.3.1938)
- Date
- 1938-03-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 3 || gj Zionistische Vereinigung Leipzig I NonnalM'inl. ilon H». Marx ll>:»M, abends ao "» I hr. im Nuiilc «Ich Jüil. .1 u-< ii.llu iiiis. Iml. n.liu!•-.( i. II B 7 I T E „Misclipath iwri". Oifentl. Gerichtsverhandlung „Gegen die Vernachlässigung der hebräischen Sprache" ,,. oooooooooooooooooooooo DOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOQOOOOO« Mary cSafberg Dr. für. Heinrich Ferch Verlobte Leipzig, im März 1638 ooooeooocoooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gcmcindcrabbinats. I. Ganzjährige Aufsicht: a) Fleischereien: Sally Löh, Ranstädter Steinweg 7 |acob Schußheim, Plauensche Straße 3/5. b) Backwaren: Salomon l.otrowski, Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Gerberstraße 10 und Keilstr. '), Schmeidler. Nordstraße 25 und Frankfurter Straße II. c) Speisehäuser: Chmelnifzky, Reichsstraße 22, Mandls, Nikolaistraße 36. Die von den beiden Vorgenannten ausgeführten Festlichkeiten stehen auch außerhalb ihrer Speisehäuser unter der rituellen Aufsieht unseres (ieuieinderabbinats. II. Zu Pessach stehen unter Aufsicht: a) Kolonialwarengeschäfte: Josef Heer, Keilstr. 2; L. Berggrün, Nordstr. I; R. Berliner, Nordstr. 21; K. Bienenstock, Wcttiucr Str, 13; S. Leiber, Nordstr. 41; L. Diamaut, liumboldtstraße 2<>; .Moritz Forschirm, Walter-Blümel-Str. 1311; J. Oaidelmann, Kaust. Steinweg 911; F. Grünberg, Qerberstr. 60; S. Jain schon, Jakobstr. 15; (i. Katz, Thomasiusstr. 131; R. Katzinann, numboldtstr. 12a; Ch. Krämer, Frankfurter Str. b; Ernestine Marcus, Kaust. Steinweg 33; I . Miodownik, Nordstr. 49; 15. Wetzer, Jakobstr. 15; A. Tomarkin, Fregestr. 23. b) Kaffee und Tee: W. Stern, Lilienstraße 27; E. Marcus, Ranstädter Steinweg 33; nur Wein: (i. Katz, Thomasiusstraße 13. c) Selterswasser eigener Fabrikation und Wein in Originalfüllungen der Firma W.Bernhard-Berlin: A. Weigler, Wittenberger Str. 19. d) Das Qroßhandelsgeschäft von J.Tempel, BI&chersFraße 6 8; im Einzelverkauf sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den I.Marz. 1638. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde ZU Leipzig Gottesdienste üemeindesynagoge. Freitag, 25. 3. 1038, Abendgebet IS. so Uhr mit Predigt. Sonnabend, 26. 3., Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet |i).|ii Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 19.14 Uhr. Gottesdienst au Werktagen in der Lz-( Jiaun-Synagogc. Synagoge liz. Chaini, Otto-Schill-Str. Freitag, 25. 3., Abendgebet 18.30 Uhr. Sonnabend, 26. 3., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 1/ Uhr, anschliessend Schulchau-Aruch-I i'Klärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 19.14 Uhr. Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends IS. 15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 25. 3., abends IS.ili Uhr. Sonnabend früh 8. «I Uhr, Mincha 17 Uhr, anschließend Mischnajit, Ausgang |i).ll Uhr. Wochentags früh 7.15 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 18.30, anschließend Chaje-Odom. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 1. Freitag, 25. 3., Abendg. 18.30 Uhr. Sabbat, 26. 3., Morgeng. 8.30 Uhr, Mini hau- 17 jJhr Abendg. 19.16 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. Personenstandsnachrichten O e b u r t: 25. Januar l'iis Leibko Busmann und Frau Clara geb. Kirschbaum, Hindenburgstraßc 81b ein Sohn Rolf Michael. T o d e s f ä 11 e : 5. März 1638 Lucjan Kotler, Colditz. 8. März 1638 Salomon Gelb, I unkcnbiu gstralie 6 I. 8. März 1638 Salomon Weinstein, Deinmeringstr. 58. Aus dem Gemeindeamt. Herausgabe jüdischer Literatur genehmigungspflichtig. Die l rmeabtmmg der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Vielfach besteht in jüdischen Kreisen nicht die notwendige Klarheit über die amtlichen Bestimmungen für die Herausgabe von l'Uchem und Broschüren. Um allen Beteiligten Unannehmlichkeiten und Nachteile zu ersparen, wird auf Folgendes hingewiesen: Laut Anordnung des Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volksaufklarung und Propaganda vom 30. 7. 37 besteht eine besondere (lenehmigungspflicbt für die Herausgabe jüdischer Literatur, einschließlich aller Sonderdrucke, Festschriften und ähnlichen Broschüren, gleichgültig, in welchem Druck- oder Vervielfältigungs- Max Sdinlfmann Ennl Sdinitmann, neb. Stern Vermählte Leipzig Cl, Funkenburgstr. 4 - Essen-Ruhr, Platz des 21. März 3 I Donin i Stil-, di u ai. März ItrHH: Sportverein Vortragsabend 99 S C1 H I Ii „Jüd. Auswanderung". Redner: Dr. A. Wachtel, üoethestr. 1, 20», FelixOoldm.-Heim, Elsterstr. 7 I Zigarren G. Willner, Nordstraße 29 Zigaretten Lieferung frei Haus. Bestellungen mit Postkarte (Unterstützen Sie bitte den Schanmer Schabbath)_ verfahren sie hergestellt werden, ob sie verkauft oder unentgeltlich verteilt werden sollen. In der Regel werden Herstellung und Vertrieb jüdischer Druckwerke nur im Rahmen des jüdischen Buchhandels gestattet. Jüdische Buchverleger und Buchhändler dürfen ihr Gewerbe im deutschen Reichsgebiet ausüben, wenn sie ihre Tätigkeit auf jüdische Literatur und auf einen jüdischen Abnehmerkreis beschränken. Alle zum jüdischen Buchhandel gehörenden Personen und Unternehmen werden vom Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin W8, WUhelmplatZ 8 6, erfaßt und bedürfen seiner Zulassungsgcnchmigung. Alle Anträge sind direkt au die bezeichnete Stelle zu richten. Nachricht des Sozialamtes. Ausstellung i u d ei Haushalt- Schule. Im Anschluß an die praktischen und theoretischen Prüfungen der llaushaltschülcriuiien findet am Sonnabend, den 26.März, von II 13 Uhr und am Sonntag, den 27. März, von II Ii Uhr und 15 17 Uhr eine Ausstellung statt. Diese soll einen Einblick gewähren in die Leistungen der Schülerinnen im Kochen, Kacken, W aschen, Bügeln, Hausarbeit usw. Die Ausstellung befindet sich in den Räumen der Haushaltschule. Neue Bücher Saul Lilienthal: Jüdische Wanderungen in Frankfurt am Main, Hessen, Hessen-Nassau. Frankfurt Main 16)8. (I. Kauffmann.) Ein jüdisches Wanderbuch ist ein Novum. Wer nicht gerade in Frankfurt oder Mainz oder Wiesbaden oder in den Hunderten von Orten im „Hessischen", in denen jüdische Gemeinden sind oder waren, einen guten Freund als I uhrer fand, ging an den zahlreichen Zeugen jüdisch-kulturellen Lebens ahnungslos vorüber, die sie beherbergen. Man muli dem Verfasser dieses jüdischen Baedeker, so darf mau das Buch nennen, von Herzen danken, daß er diesen ersten Wegweiser geschaffen hat. Niemand, der durch diese Gegenden zu reisen < iclcgcnhcit findet, sollte sich ohne das Wanderbuch auf den Weg machen. Aber auch anhand dieses Buches die Wanderungen im (leiste zu machen, ist von größtem Reize. Ls ist in aller seiner Knappheit ein kulturgeschichtliches Werk, das fesselnde Einblicke im Werden und Wachsen von mehr als 15(1 {jüdischen Qemeinden (bei manchen auch in ihr Schwinden) gewährt. Mit Bicucucmsigkcit sind Tausende interessanter Einzelheiten aus diesen oft bis ins frühe Mittelalter zurückweisenden Stätten jüdischer Kultur zusammengestellt. Synagogen, Judeubäder, alte und neue I riedhöfe werden als Denkmäler alter Zeit und als Sehenswürdigkeiten geschichtlich eingeordnet und der Beachtung der Wanderer nahegebracht. Nur schweren Herzens versagen wir es uns, Beispiele herauszugreifen: wir wüßten nicht, wo beginnen, ob iu Friedberg mit seinem alten Judenbade oder in Mainz mit dem einzigartigen Denkmalfriedhof oder iu Windecken mit seiner wohl zu den ältesten in Deutschland zählenden Synagoge: kaum eine Seite des Buches, die nicht auf denkwürdige Dinge hinweist. So macht das Buch mit einem wesentlichen Stück jüdischen Lebens in Deutschland vertraut und wird auch iu anderen (legenden die judischen Sehenswürdigkeiten suchen und finden lehren. Line stattliche Reihe von Bildern belebt die Darstellung. Dein Buche kann die weiteste Verbreitung gewünscht werden. gC. Bertha Badt-Straiiß: Jüdinnen. Berlin 1637 (Joachim (ioldstcin Verl.). Line Jüdin, selbst erfüllt von allem Judischen, ist mit viel Liebe und Verstehen daran gegangen. Jüdinneu in ihren mannigfachen Gestalten zu zeichnen, um ihre Beziehungen zu jüdischen volkswerten aufzuzeigen. Ls kann nicht anders sein, als dal! dies alles nicht auf einen einheitlichen Nenner gebracht werden kann. In der Antike wie in der. Mendelssohn-Zeit wie in der Gegenwart gibt es nebeneinander Typen jüdischer Frauen von grundverschiedener Prägung. Rahel Levin geht einen anderen Weg als Sara Lew, auch wenn sie als Zeitgenossinnen in ähnlichem gesellschaftlichem Milieu aufwachsen. Bertha Pappenheim und Henriette (ioldschmidt sind beide iu ihrem Wirken von sozialen Ideen getragen; und doch ist die Ortindlinie ihrer Einstellung und ihrer Arbeitsgebiete eine völlig andere, (ierade aber iu der vielgestaltigkeit, aus der sich das Mjsaik