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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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QtMEINDEBLATT DF.K ISRAELITISCHEN RF.l.ltilONSUF.MEINDF. ZU LEIPZIG Nummer 40 Der Einkauf von JUcsei=Jjeppkkw ist zweifellos Vertrauenssache! Für Interessenten bietet sich jetzt Gelegenheit, eine Partie Perserteppiche, nur Vorkriegsware, meist Seltenheiten, zu konkurrenzlosen Preisen zu erwerben Besichtigung ohne Kaufzwang Reparaturen werden fachmännisch ausgeführt! ORIENT-TEPPICHHAUS S. GABAI LEIPZIG, SchuhmachergäBchen 2a, Laden 8 / MERAN, Marktgasse 1 internationalen Lebens bilden, und ihrerseits die gedeihliche Fortentwicklung dieses Qesamtlebens bedingen; in Erwägung des Umstandes, daß demgemäß auch die religiöse Ethik des Judentums sieh auf alle Lebensgebiete erstreck!; wird der Bund in seinem Charakter als Friedensfaktor, und nach Maßgabe seiner Kräfte, auch sonstigen wichtigen Sphären menschlicher Tätigkeit, besonders der Wissenschaft und dei Kunst, seine aktive Aufmerksamkeit zuwenden. Der Jüdische Friedensbund wird sein Streben nach einer zeitgemäßen Verwirklichung der jüdischen Friedenssendung mit methodischer Arbeit an der Wiederbelebung der jüdischen Lehre und mit der Erziehung ZU einer aufrichtigen, ernsten Wiederkehr in ihre ethischen Qrundbegriffe verbinden. Die Vertiefung der jüdischen Religiosität und die Erneuerung des Judentunis, die auf diesem Wege angebahnt werden sollen, betrachtet der Bund als Voraussetzung der Erfüllung seiner unmittelbaren Fliedensaufgabe. Die Rabbiner für die jüdische Friedensbewegung her „Jüdische P r i e d e u s b u n d" (Geschäftsstelle: lierlin- £chönebcrg, Am Park lö) sende) uns das nachstehende Rundschreiben: Einer gemeinsamen Anregung des Jüdischen Friedensbundes und des Präsidiums des Allgemeinen Rabbinerverbandes In Deutschland folgend, haben anläßlich der Hohen Feiertage mehr als I5u Rabbiner in über linnderi Qemeinden Deutschlands über die Priedensidee gepredigt und die tätige Förde1 rung der jüdischen Friedensbewegung der Judenheu aufs wärmste empfohlen. In Berlin allein haben, mit den Vorsitzenden des Allgemeinen Rabbinerverbandes und des Verbandes Berliner Rabbiner. Dr. Baeck und Dr. Weisse an der Spitze. 35 Rabbiner zur Priedensidee Stellung genommen. Diese Kundgebung der deutschen Rabbinerkreise, ja, man kann Wohl sagen, des deutschen Rabbinerslandes, dari nach verschiedene n Richtungen hin als außerordentlich bedeutsame Erscheinung gewertei werden. Vor allem isi der I nklarheit der Auffassung des Krieges, der im Laufe der letzten Jahrzehnte, unter dem Druck der allgemeinen politischen Lage, manchmal als unvermeidliche göttliche Fügung dargestelll wurde, nunmehr ein Ende gemacht worden. Wenn die evangelische und katholische Geistlichkeit, irühcr von militaristischer Politik beeinflußt, ihren Weg zur religiösen Anschauung zurückgefunden hat, so Iiiiben sich nunmehr die Rabbiner ihrerseits mit aller E n tschied e n hell auf den Doden der P riedensgebol e der lüdischen Lehre gestellt. Viele Rabbiner gehören übrigens seil lahren verschiedenen Friedensgesellschaften als tätige Mitglieder an. In vielen Zentren haben die Friedenspredigten einen ungewöhnlich starken Widerhall gefunden. Die Rabbiner wurden auch von Andersgläubigen zu ihren Ausführungen beglückwünscht. Auch wurden sie von verschiedenen Seilen eingeladen. Vorträge über die Priedensidee ZU hallen und Auisätze über diesen Gegenstand zu veröffentlichen. In manchen Städten wurden die Predigten auf Kosten der ü e m e i Ii d e n gedruckt und verbreite t. So hat diese kollektiv e Beschäftigung der geistlichen Führer der Judenheil mit dem Friedensgedanken das erfreuliche Ergebnis gezeitigt, dal] eine neue jüdische Priedensliteratur im Entstehen begriffen Ist, Viele von den Friedenspredigten waren kleine wissenschaftliche Abhandlungen. Die Verfasser haben nicht nui wenig bekannte, tiefsinnige Ausspüche rabbinischer Qrößen der vergangenen Jahrhunderte aus dem Schatz ihrer Kenntnisse hervorgeholt, sondern auch selbst manchen unserer Zeit angepaßten geistvollen (iedanken über das Friedensproblem formuliert, der vielleicht dereinst von späteren Geschlechtern zitiert werden wird. Der Jüdische I" r iede nsb u n d plant die Zusammenfassung der interessantesten Stellen der zahlreichen Friedenspredigten und ihre Veröffentlic Ii u n g i n F 0 r m einer S c Ii r i i t. Auch erfolgte eine bedeutsame Kund g e b u n g der ort Ii o - doxen Juden he II für die neue religiöse Friedensbewegung. Anläßllch der Wiener Tagung im Sepieniber 1929 hat die Kenessio- Gedaulo der Weltorganisation der Agudas-Jisroel nachstellende Resolution gefaßt: „J ü d i s c h e r Fried e u s b u u d. Erfüllt V 0 n d e m Bewußtsein, d a II die Propheten Israels im N a - tu e n Gottes d e 11 V ö I k e r f r i e d e n als ein K e n u z e 1 - c h e n messianischer Zeiten k ü ndeten, begrüßt die K. (i. m i t Freude die B e S t r e b u n gen der „A r - beltSgemeinschaft der Konfessionen für den Friede n", sich für die E r r e I c Ii n n g W a Ii reu. d a ii - 11 ii d c ii Friedens unter den V ö I k e r n e i n z U - setze n." M Die besten Sprechapparate Die schönsten Schallplatten Musikhaus „Grommophon" BRUNO JACOBI OuTliniHOltthC Strafle 14 — Filiale: Zeitzer Straße 8

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