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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-10-25 · 43 (25.10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
43 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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25. Oktober 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 reichs, Hollands und einigen sefardischen Bünden, darunter auch Palästinas, besteht, ist die Tendenz, ein unifassender Weltbund der jüdischen Jugend SU werden. Über ,,.| ü d i s e Ii e landwirtschaftliche Kolonie n" In Palästina unterrichten ausgezeichnet Adolf Böhm, Wien, (die Gebuchte der jüdischen Kolonisation) und Davis Trietseh (die bestehenlen Kolonien). Besonders werden die genauen Angaben über die 145 I tu einen Ansledlungen, ihre Gründung, ihren Umfang und Zahl der lewohner dankbarbegrOBtwerden. Prof.Bruzkusführt,unterBeifügung von Tabellen und Obersichtskarten, in die Kolonisation in Osteuropa ein, die schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingeleitet wurde, besonders aber unter den Nachwirkungen des Krieges eine rege Entwicklung erfährt, in der Ukraine, der Krim und in der Gegend von Biro- Bidschan im fernen Osten. In das Gebiet der jüdischen Vergangenheit weisen eine Reihe von Stichworten, die Zusammensetzungen mit ...luden" behandeln: Jude nab S e i c h e n (durch lehrreiche Abbildungen verdeutlicht), Judent id, Judengeleit, Judengesetze (eine Zusammenstellung .iiier wichtigen Gesetze seit der römischen Kaiserzeit bis zu den Austrittsgesetzen vom 13. Dezember 1918 und vom 30. November 1920\ Judenverordnungen, Judenprivilegien (mit einer Übersicht der wichtigsten Privilegien des Mittelalters und ihren Quellen). Juden steuern (Kopfsteuer, Güldener Opferpfcnnig. JudenvchutzKcld it. a.) bis zu jener traurigen J u d e n z ä Ii 1 u n g i m W c 11 - krieg. Noch ein Artikel soll hervorgehoben werden, der uns gerade hier besonders angeht: Leipzig. Der Abriß der Geschichte der Juden In Leipzig ist - das mögen wir vielleicht besonders so empfinden, weil es uns selber betrifft —, ungewöhnlich knapp: er übergeht manche für das deutsche Judentum bedeutsame Leistung unserer Gemeinde, vor allem die Gründung und langjährige Leitung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, ebenso vermissen wir nennenswerte Namen w ie Moritz Kohner, Jacob Nachod, Julius Fürst, Salomon Jadassohn, Ignaz Moscheies ti. a., deren Bedeutung weit über Leipzig hinausreicht. Auch ist der gegenwärtige Aufbau der Gemeinde, die mit ihren etwa 14000 Seelen zu den Großgenieinden zählt, und eine reiche Viclgcstaltigkeit an jüdischem Leben aufweist, in etwa drei Zeilen doch wohl unzureichend behandelt. Einige Spalten weiter ist über Lembergs gegenwärtige jüdische Einrichtungen etwas mehr gesagt. Gerne begrüßen wir unter den dem Artikel Leipzig beigegebenen Abbildungen neben der Wiedergabe einer Verordnung über die jüdischen Meßgiiste von los? und einem Stiche unserer Gemeindesynagoge auch der Abbildung des Innern unserer B e g r ä b n i s h a 11 c auf dem neuen Friedhof, die den Ruf unseres Architekten Wilhelm Ha 11er durch ganz Deutschland getragen hat. — Wir müssen es uns versagen, die Zahl der Beispiele zu vermehren. Wir könnten hinweisen auf die verschiedensten Stichworte aus der Bibelerklärung. der Religionsphilosophie, der talmudischeti Rechtsbegriffe, der jüdischen Volkskunde, und nicht zum wenigsten auf die reiche Fülle von Persönlichkeiten aus allen Gebieten der Betätigung. Gestalten der Bibel, Tannalten, Amoräer. Dichter. Maler. Bildhauer, Gelehrte aus vergangenen und gegenwärtigen Tagen. Immer gilt das eine: Das Werk erfüllt seine Aufgabe. Je weiter es fortschreitet, desto dankbarer empfinden wir sein Dasein. Ein Quell des Wissens, wird es zur Festigung des Judentums Bedeutsames leisten. G. C. Bericht des Isr. Wohltätigkeitsvereins zu Leipzig über das Jahr 1928 Der Vorstand des Israelitischen Wohltätigkcitsvereins überreicht seinen Mitgliedern, Gönnern und Freunden einen Bericht über sein Wirken Im Jahre 192*. den wir auszugsweise wiedergeben. In der S p e i s e a n s t a 11 kamen 41 800 Portionen Mittags- und Abendessen zur Ausgabe. (1927 36 992 Portionen.) Den von der Isr. Rellglonsgemelnde zugewiesenen Bedürftigen und Durchreisenden wurden im ganzen .1024 Portionen Essen verabreicht. An den hohen Feiertagen (mittags und abends) wurden die Teilnehmer der Volksküche auf Kosten der Gemeinde unentgeltlich mit Pestessen gespeist. Anläßlich vieler Gedenk- und Erinnerungstage und Familienfeste spendeten verschiedene Mitglieder und Wohltäter Gratis-Festesscn. Auch die Im vorigen Jahre neu eingerichtete Schulkinder-Speisung unter Aufsicht einer Horthelferin hat sich sehr bewährt. Die teilnehmenden Kinder werden bis zum Beginn des Hortes von der Helferin beschäftigt und beaufsichtigt. In der Altersversorgung waren 8 Insassen untergebracht, die den Segen eines sorgenlosen Lebensabends genießen. Der Kinderhort unter der langjährig bewährten Leitung des Fräulein Elsbeth Cahn und einer Helferin verlief in gewohnter, geordneter Weise. Im D0rrenberger Alphons-Jacobson-Klnderheim waren vom 3. Mai bis 16. Oktober diesmal fünf Schulkinder- Kolonien untergebracht. Den Kindern war die 4-WÖchentllche Solbad- Kur bei guter Verpflegung und unter pädagogischer Aufsicht, wie stets, von großem, erfolgreichem Nutzen. Im ganzen konnten 165 Kinder den Segen dieses Erholungsaufenthaltes genießen, und neu gestärkt und gekräftigt nach Hause zurückkehren. Außerordentlich bewährt hat sich die von Herrn und Frau Max Hermann Heine errichtete Liegehalle, die Herr Architekt Haller so zweckentsprechend praktisch und schön gebaut hatte. Die Kosten der 5 Kolonien beliefen sich auf M. 8764.30: die Erhaltung des Alphons-Jacobson-Helmes erforderte aber außerdem eine Ausgabe von M. 1683.56, da verschiedene größere Reparaturen am Heime notwendig waren. Cha n uka-Beschenkung: Dank der großen Freigebigkeit der Mitglieder. Freunde und Wohltäter konnten die Hortkinder mit besonders guten, praktischen Kleidungsstücken. hochherzige Wohltäter spendeten für jedes Mädchen ein wunderschönes, wollenes Trikotkleid — mit bester Wäsche, dauerhaftem Schuhwerk etc. etc. beschenkt werden. Große Freude löste es bei der gesamten Kinderschar aus, als noch besonders jedem Zögling ein Bar-Geschenk von M. 3.- in kleinem Portemonnaie überreicht wurde. Die Feier selbst wurde diesmal ganz intern im Anstaltsgebäude Nordstraße 15 begangen. Neben vielen Geschenken an BekleidungSgegenständen, Stoffen. Schürzen, anderen nützlichen Sachen, auch Spielsachen, waren Bar-Eingänge von M 2113.75 zu verzeichnen, denen Ausgaben von M. 2135.87 gegenüberstanden. Der Vorstand spricht in seinem Berichte allen denen, die das Liebeswerk des Vereins in allen seinen Zweigen so hochherzig gefördert haben, wiederholt seinen Dank aus und schließt ihn mit der dringenden Bitte: Erhalten Sie uns Ihr Wohlwollen und helfen Sie uns. weiter neue Freunde und Förderer zu gewinnen, denn die Anforderungen, die an uns gestellt werden, wachsen und erfordern Ausdauer und reiche Geldmittel. In der Speiseanstalt: Einnahmen M. 24463.36 Ausgaben M. 29337.41 Fehlbetrag „ 4874.05 M. 29337.41 Für den Kinderhort: Einnahmen M. 1583.60 Ausgaben M. 6040.80 Fehlbetrag „ 4457.20 M. 6040.80 Für die Altersversorgung: Einnahmen M. 2881.01 Ausgaben M. 10278.52 Fehlbetrag .. 7397.51 M. 10278.52 Für die Verwaltung des Alphons-.lacobson-Kinderheims in Dürrcnberg: Einnahmen M. 546.44 Ausgaben M. 1683.56 Fehlbetrag „ 1137.12 M. 1683.56

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