Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 32 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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. August 102V GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 )orf gegangen wäre. Ein abergläubischer Schäfer wollte mit im gesprochen haben." Seitdem trug er die Sage im Herzen, nd diese Jugenderinnerung verfolgte ihn bis zu ihrer poeti- :lien Verwirklichung in seiner philosophischen Dichtung: Ahasver" (1838). alle hundert Jahre am Nordpol und lieben flehend ihre Arme /um Himmel. Schließlich sei aus der großen Zahl der Ahasverdichtuugen noch das Epos des Österreichers H a m e r 1 i n g „Ahasver in Korn" (1865) erwähnt. Sein Antlitz ist gespensterhaft: „so grau, Der Ewige Jude <Au» „t.a Legende du Juif Lrrant von l>. Höre.) Mit licnchmiuun« des Verlan« Htchlml Berlin aus ..l-ncyclopaidia Judaica I". Sechs Jahre nach dem Erscheinen des Mosenschen „Ahasver" erregt der Franzose Eugene Sue mit seinem zehn bändiget] Roman „Le juif errant" die Aufmerksamkeit der deutschen, französischen, ja der ganzen zivilisierten Leserwelt. In diesem Buche erscheint auch ein weiblicher Ahasver, eine ewige Jüdin. Beide, Ewiger Jude und Ewige Jüdin, treffen sich verwittert, fahl, starr und beinern, wie eines modernden Ägypterkönigs, der seinem Pyraniidengrab entstiegen, worin er ein Jahrtausend geruht", l ür Hanlerling ist Ahasver das Spiegelbild der stets lebenden, strebenden, qualvoll ringenden, ruhesehnsüchtigen, jedoch niemals Ruhe findenden Menschheit Haben Juden die Sage vom Ewigen Juden behandelt? Be-