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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-07-19 · 29 (19.7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
29 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Numu jg Neben diesen Fragen sind die Regelungen von besonderem Interesse, die si;h beziehen aul Personen, die In Mischehe leben und die einen doppelten Wohnsitz Ii.dien. Wegen genereller Genehmigung des Steuernormativs soll demnächst mit dem Kultusministerium verhandelt werden. Neben diesen beiden umfangreichen und komplizierten Materien, deren Beratung sich bis in die Abendstunden ausdehnte, konnten mir noch zwei Punkte der Tagesordnung erledig) werden. Einmal die Krage des strafgesetzlichen Sehnt/es gegen Störung von Gottesdiensten. I >cr RechtsausschuB machte sieh dahin schlüssig, dall von Fall zu Fall entschieden werden muH. ob von den einschlägigen Bestimmungen des Sltiii. Gebrauch gemacht werden kann. Wenn die Qemelnden es für notwendig Italien, können sie in ihre Statuten eine Bestimmung aufnehmen, wonach ein Qemeindemitglled, das den Gottesdienst empfindlich stört, von diesem ausgeschlossen werden kann. — Sodann wurde eingehend über die verschiedenen Möglichkeiten zum Schutze des Wortes Koseher beraten. Zu einer Beschlußfassung kam es nicht. Die Angelegenheit wird vielmehr ihrer grundsätzlichen Bedeutung wegen weiter geklärt werden und den RcehtsausschuB noch einmal beschäftigen müssen. Die Obrigen Punkte der Tagesordnung verfielen der Vertagung. Ein Teil von ihnen w ird in dem ständigen Unterausschuß des Rechtsausschusses .weiter behandelt werden. Hierbei handelt es sieh in erster Reihe um die Verabschiedung eines Normalstatuts dir die Synagogengemeinden und die damit im Zusammenhang stehende Beamtenordnung sowie Musterverträge für Rabbiner und Kultusbeamte Aufruf der Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden Die Hoffnung aul baldige Verständigung der Volker und auf Herstellung eines dauernden Priedenszustandes beginnt einer wachsenden Enttäuschung und Sorge um die Zukunft Platz zu machen. Als Zeugen des Weltkrieges sind w ir den kommenden Geschlechtern dafür verantwortlich, dall er siji nicht in tausendfacher Steigerung seiner Vernichtungsgewalt wiederholt. Zwei Ziele gilt es anzustreben: Einem neuen Vernichtungskrieg vorzubeugen, und in planmäBlger Arbeit den wahren, gerechten, gefestigten Frieden aufzubauen. Vom Standpunkt der Religion und des aus ihr sich ergebenden sittlichen Gebotes dürfen wir nie auf das Recht verzichten, zum Frieden zu malmen und seine dauernde Herrschaft praktisch vorzubereiten. Heilte aber wird dieses Recht zur gebieterischen Pflicht. Die Völker in ihrer überwiegenden Mehrheit wollen keine Kriege mehr. Auch die Regierungen müssen die Erhaltung des Friedens wünschen. Herren - Hüte Das Be11C in allen Preislagen Reise-, Sport-, Vadit-, SdiUler- und Mindernülien Julius Müller, Peierssir jo und Gohlis, Hallische Str. 87—89 In Gohlit auch W&icht, Kraaalltn und Htmuartiktl Dieses Streben stimmt mit den Forderungen der Religion in; Moral überein. \ ereint sind diese Mächte stärker, als alle Frledenshinderni Der verhängnisvolle Irrtum, der die Friedensbemühungen ,1. fach unfruchtbar gemacht hat, besteht datin, daß man das Vei ZU sehr auf materielle Sicherungen setzt, die ohne Mitvt ideeller Faktoren unwirksam bleiben müssen. Vornehmlich diese vermögen aber den Willen zu schaff /u gegenseitigem Vertrauen, zur Gerechtigkeit, zur Verständigun ,r Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse auch der anderen VC Mit der Versittllchung des politischen Denkens muß dU 1edelung des im Menschen liegenden Kampftriebes Hand in Kellen. Im Aufbau, nicht in der Vernichtung soll er sich atisu;, Hei voller Anerkennung der Pflicht zur Wahrung der nati en Eigenart und Kultur der einzelnen Völker, sind sich die Hekeln dieser ihrer Friedensaufgabe langst bewußt geworden. Organisa sind entstanden, die den dauernden Frieden auf Grund sittliche! irderungen anstreben, nicht als Verewigung alles Geschehenen, ah briet für alles künftige Unrecht, sondern als Verpflichtung /, rechtigkeit und zu gegenseitigem Vertrauen, als Ausfluß der I schuft und Bruderschaft der Völker. Die Vereinigung der Friedensorganisationen der einzelne! kenntnisse zu einer Arbeitsgemeinschaft bedeutet einen wei Schritt auf der gleichen Hahn. Gestützt auf das Zusammenwirken aller gleichgerichteten K will die Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen zur Schaffung ,1 allgemeinen Friedensatmosphäre beitragen und durch prakl Arbeit die völkerrechtliche Sicherung eines dauernden Frl fördern. Dieselben Gedanken und Empfindungen beleben heute die sichtigen aller Völker. Die Bekenner der Religionen der Liebe ,: des Friedens werden einander über die Grenzen hinweg die Ii reiche.1. W ir bitten alle diejenigen, die unseren Bestrebungen znstiir zwecks näherer Information sich an die „Arbeitsgemeinschaft Konfessionen für den Frieden", Berlln-Schöneberg, Postschließfacl wenden oder mit einer der unten angegebenen Geschäftsstelle! n Verbindung treten zu wollen. Alle Gleichgesinnten sind uns als Mitkämpfer und Helfer am meinsamen Werk willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Fried« Deutsche Vereinigung des Weltbundes für internationale Freund- Schaftsarbeit der Kirchen e. V. (Geschäftsstelle: Berlin 11 rruchtstr. 64, II.) Präsident: D. h. c. 1". A. Spiecker, Dr. E. <i. Stauli. Direktor der Deutschen Hank. Unlv.-Prof. Dr. Heyde, M RWR.-Kiel, Pianer R. Jordan, Prediger B. Kein. Bischöfi. Mi disten-Kirche In Deutschland, Geschäftsführer II. Petrick, Unlv.-F D. F. Slegmund-Schultze, D. Steinweg, Dir. des Zentralausschus für innere Mission, Superintendent Ungnad. Friedensbund Deuts Katholiken e. V. (Geschäftsstelle: Berlin-Südende, Lichterfei r Straße 17.1 Stadtbaurai Dr. Adler, Msgr. Lichtenberg, Päpsth Kammerherr, Univ.-Prof. Dr. Dessauer, M. d. R. (Frankfurt a. I, Curaiiis Hinz. Univ.-Prof. Dr. Keller (Freiburg i. Hr.), Dr. Ki M. d. R., Schulrat Dr. Miller (Hechingen), Univ.-Prof. Dr. P t (Bonn), Univ.-Prof. Dr. Max Herzog von Sachsen. Reichsarchh < Dr.Schäfer, P. Franciskus Stratmann 0. P. Jüdischer Friedensbt (Geschäftsstelle: Berlin-Schöneberg, Am Park 15.) Oscar Wass - mann, Direktor der Deutschen Hank. Rabb. Dr. L. Hacek, Vorsit/. Allg. Rabbinerverbandes, Prof. Dr. A. Einstein, Willy Dreyfus, Q< Kareski, Vorsitzender der Indischen Gemeinde Herlin. Dr. h. W. Kleemann, Direktor der Dresdner Hank. A. A. F. Marcus. •V Nosvi^. Komm.-Ral <i. Simon, Rechtsauwall II. Stern. Die Mendelssohn«Feier der jüdischen Gemeinde zu Ber Die «rolle öffentliche Mendelssohn-Kundgebung, welche die meindc in Gemeinschaft mit der Akademie für die Wissenschaft Judentums und der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft Judentums veranstaltet, ist nunmehr endgültig auf Sonntag, s September, vormittags UM i hr, festgesetzt worden. Von * SChledenen Seiten war eine Verlegung dieser Feier auf einen ande Tag angeregt worden, um Kollisionen mit der Feier in Dessau vermeiden. Die Bemühungen der Jüdischen Gemeinde in dieser Rlc tun« blieben jedoch ohne Erfolg. Die Feier findet in der Singakademie unter Mitwirkung des Ii. liner Philharmonischen Orchesters (Leitung Dr. Heinz. Unger) sti Die Festrede hält Herr Rabbiner Dr. Hacek. Bisher haben sich v

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