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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-07-19 · 29 (19.7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
29 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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19. Juli 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 VVl n die sahireichen Berufungen lunger Akademiegelehrter an all- .c iic und jüdische wissenschaftliche Institute In der alten und nel n Welt Die Akademie hatte lind hat es schwerer als andere |n< itionen ähnlichen Charakters; diesen stellt die Unterstützung jjf, licher und staatlicher Instanten zu Qebote; sie war auf freie live und Förderung im engeren jüdischen Kreise angewiesen, p, Enthusiasmus der Qründungstage ist die strenge und nüchterne \, i nachgefolgt, ihr Niederschlag liegt in einer Reihe bedeutungsv0| i Publikationen zutage. Möge der glückliche Stern, der über der I cklung ihres ersten Jahrzehnts waltete, auch über dem zweiten gt< a. Das Leitziel bleibt: Verjüngung und Entfaltung der indischen U/1 enschaft in der Einheit ihrer letzten Zielsetzung und in der IM tischen Qliederung ihrer zahlreichen weittragenden Aufnähen. ..iniens des Verwaltungsvorstandes erstattete der Generalsek .tiir Dr. Israel Auer b a e h den Rechenschaftsbericht. Am \\ der Beisetzung Bradts traten die Vorstände zusammen zu dem Q( iiiis, sein Werk in seinem Geiste fortzuführen und möglichst zu vi, ni. Das ist geschehen. Die Akademie nebt ihren Gang wie j; r. Das Jahr l'J28 erforderte «rolle Anstrengungen und Opfer, pii Ausgaben mit M. 124 (MW» überstiegen weit die des Vorjahres, eh ii aber auch die Einnahmen, so dali ein früheres Defizit und der M Bedarf gedeckt werden konnten. Indes konnte das Qrundverin, :i keine Vermehrung erfahren. Als neuer Bestandteil desselben jvt in Bradt-Fonds gegründet worden. Die Publikationen des Jahres v. ii Baers „Die Juden im christlichen Spanien", Tykoeinskis „i i iniische Verordnungen", die abschließenden Lieferungen von All ecks Edition „Midrasch Berselüt Rabba", der erste Halbband der VVi nskischen Kdition des „Sefer ha Rikma-' und in der Hermann 0 in-Stlftung „Cohens Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte" III i Qordins ..Zur Theorie des unendlichen Urteils*'. Die großen Aufg ii des neuen Jahres sind bezeichnet mit Selma Stern-Täiiblers Süll", dem «rollen statistischen Werke Silbcrgleits „Ueber die Ii. ölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden in Deutschland" und m der Mendelssohn-Jubiläumsausgabe (letztere in Gemeinschaft mit d Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums), dl in erste drei Hände von im ganzen sechzehn am Mcndclssohn- 1 lläumstage, dem <>. September 1929, erscheinen. Der Akademie ist es noch nicht gegeben, auf ihren Lorbeeren auszuruhen; eine anei Hinte, aus öffentlichen Mitteln unterhaltene Institution eines R hsverbandes der deutschen Juden Ist" sie noch nicht. Bis sie es v I, können keine anderen Kräfte sie* erhalten als Bradtischer I husiasinus und grolizügigc Förderung durch alle einzelnen und die •eben Körperschaften. Dem Verwaltungsvorstande wurde nach dem Bericht der Revlsi en einstimmig Entlastung erteilt, der Etat für v>2'> mit Einnahmen und Ausgaben im Betrage von M. 160000 genehmig! und in den Ausv ni! die Herren Dr. Fritz Mannheimer (Amsterdam). Rabbiner l Baerwald (München), Rabbiner Dr. Freudenthal (Nürnberg), k mmerzlenrat Dr. Albert Moos und Kommerzieiirat Max Woll (Stuttgart) und Dr. James Loch (Murnau) hinzugewählt. Der Vorsitzende sehloll die Versammlung mit der Mahnung, die d ii t sc he Judenhelt möge erkennen, d a II zu den l n g e n, die für u ns B e de u tun« haben ü ber das 1 iben hinaus, an erster Stelle die E r Ii a 11 u n g s e r e s geistigen Besitzstandes gehört Sie zu - kern ist der Sinn der Akademie, und das beruft sie dazu, eine von indischen Allgemeinheil Deutschlands zu übernehmende und zu altende öffentliche Institution zu werden. Festgabe zum zehnjährigen Bestehen der Akademie. Den Teilnehmern der Jahresversammlung der Akademie wurde Festgabe eine Druckschrift mit Beiträgen von Mitgliedern des ssenschaftlichen Vorstandes überreicht. Prof. Julius Glittmann tirelbt über „Die Akademie für die Wissenschaft des Judentums, zu cm zehnjährigen Bestehen", Dr. Leo Baeck über „Gustav Bradt", Prof. Ernst Cassirer über „Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn". Es folgt „Ein ungedruckter Vortrag Hermann Cohens über Spinozas Verhältnis zum Judentum", eingeleitet von Dr. Franz Rosenzweig, Prof. Fllbogcn gibt eine Abhandlung „Zum Problem der jüdischen Literaturgeschichte", und Dr. Isaak Heinemann über „Ursprung und Wesen des Antisemitismus im Altertum". Ein unbekanntes schönes Hildnis Bradts schmückt den Baeckschen Aufsatz. Revision der Verfassung des preußischen Landesverbandes Tagung des Katsausschusses Vor kurzein taste zu Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Ismar Freund der RechtsausschuB des Preußischen Landesverbandes jüdischer Qemeinden. Dieser Sitzung kommt dadurch eine besondere Bedeutung zu. daß sie sieh mit einer Generalrcvisiou der Verfassung des Landesverbandes beschäftigt hat und die gefaßten Beschlüsse — wenn ihnen Verbandstag und Rat beitreten — die Struktur des Landesverbandes wesentlich verändern dürften. Die Beschlüsse beziehen sich insbesondere aul die Zusammensetzung der beiden Hauptkörperschaften des Landesverbandes, den Verbandstag (Parlament) und den Rat (Exekutive). Wählend bisher auf .Vinn Seelen ein Abgeordneter zum Verbandstag entfiel, soll in Zukunft erst auf ie 4000 Seelen ein Mandat kommen. Dadurch würde sich die Zahl der Abgeordneten um etwa 25- 30 verringern. Auch der Rat soll eine Einschränkung seiner Mitgliederzahl erfahren, und zwar dadurch, dalt statt b Vertreter des Rabbinerstandes nur 2 und statt 2 Vertreter der Lehrerschaft nur einer dein Rate angehören sollen. (Dies schließt natürlich nicht aus, dal! als Vertreter der Gemeinde bzw. Provinzen auch Rabbiner und Lehrer bestellt werden.) Ferner sollen die bisher vom Verbandstag in den Rat delegierten Vertreter fortfallen, so dal! der Rat in Zukunft auller den Rabbinern und Lehrern nur noch aus den Vertretern der Gemeindeverwaltungen bestehen würde. Insgesamt würde der Rat dadurch von 35 auf etwa 25 Mitglieder verkleinert werden. Maßgebend für diese Beschlüsse war vor allem der Gesichtspunkt der Kostenersparnis. Man war aber auch der Ansicht, daß je kleiner die Gremien sind, desto größer ihre Beweglichkeit und Arbeitsfähigkeit ist. Zur Erhöhung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Landesverbandes wurde beschlossen, in der Verfassung die Möglichkeit für eine liidividualbesteiierung vorzusehen, wie sie anderwärts, beispielsweise in Bayern, längst eingeführt ist. Von dieser Möglichkeit soll jedoch so lange kein Gebrauch gemacht werden, als das neue Judengesetz nicht genehmigt ist. Durch entsprechende Verfassungsänderung wurde bestimmt, dal! in Zukunft ein Etat für mehrere Jahre zugleich aufgestellt werden kann. Die übrigen vorgenommenen Verfassungsänderungen sind zwar für die interne Arbeit wichtig, dürften aber die öffentlichkell weniger interessieren. Steuernormath für die Gemeinden. — „Koscher"-Schutz. Nach Durchberatung der Verfassung war die Herausgabe eines Steuernormativs für die Synagogengemeinden Gegenstand eingebender Aussprache. Dieses Steuernormativ hat den Zweck, den Gemeinden eine Handhabe zur Modernisierung ihres Stetierwesens zu geben. Es lehnt sich an die neuen Kirchensteuergesetze für die evangelische und katholische Kirche an. indem es neben der Reichselnkommensteuer auch die Reichsvermögenssteuer zum Maßstab der KultUSSteuern macht, gehl aber in wichtigen Punkten darüber hinaus, indem es zum erstenmal den Versuch macht, die steuerlichen Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die sich aus der bisherigen Steuergesetzgebung in bezug auf Familienaktiengesellschaften, G. m. b. H.s usw. ergeben haben. Es kann damit gerechnet werden, daß die Erfahrungen, die mit diesen Neuregelungen gemacht werden, maßgebend sein werden auch für die Gestaltung des Steuerweseus der Kirchen. aCentrai-Theater ■BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE-RESTAURANT Gastspiel der Kapelle Ernö Geiger aus Wien CT-CASINO-TANZCABARET Ilse van Wyk . Engelbert Milde . Duo Orloffs Täglich 5-Uhr-Tce bei freiem Hintritt Kein Gedeckzwang!

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