Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-07-12 · 28 (12.7.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
28 (12.7.1929)
Date
1929-07-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4876568-5968790-5969103--2559-4880141
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

12 |ull 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Initiativ-Komitee für die Jewish Agency in Deutschland In Merlin trat das Initiativkomilee für die FrweitctuiiK der Jewish \ icy in Deutschland zu seiner ersten Beratung zusammen. Ks w, ein glänzendes Parkett von prominenten Persönlichkeiten des ik sehen Judentums aus allen Teilen Deutsehlands, Führern der Qi einden, religiösen Oberhäuptern, Führern der sozialen Fürsorge im Judentum und der jüdischen Jugend, das tief beeindruckt den \ [Inningen von Rednern wie Oskar Wassermann, Leo Baeck, ,Vt M. Warburg, Alfred Lisser, Kurt Blumenfeld und Colonel Kisch l,i lue und dann einmütig und mit starker innerer Anteilnahme die 1k lilüsse faßte, die ein Bekenntnis zur jüdischen Heimstätte auf dl Qrundlage des Palästina-Mandates enthalten sowie Beschlüsse « n Einberufung einer Palästina-Konferenz aller deutschen .luden m einen Aufruf an die deutsche Judenhelt, an der Schaffuni; der |0 chen nationalen Heimstätte In Palästina mitzuarbeiten. Schließlicl wurden ebenso einstimmig sieben Vertreter und vierzehn Stellv< reter der deutschen Judenhelt für den nichtzionistischen Teil des it ish Agency-Council gewählt Das Initiativkomitee umfaßt heute: a) die Mitglieder des Präsidl is und des Zentralkomitees des Kereu Hajessod: b) Vertreter [o tider Organisationen, die dem Initiativkomitee offiziell beigetreten sind: die QroBgemeinden Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg, M ichen — der Hilfsverein der Deutschen .luden, der Allgemeine R. 'Iiinerverband, der Deutsch-Israelitische Qemelndebund, die Aehduth, der Kolonisationsverein „Esra", die Liga für das arbeitende I' istina, der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, dl deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft, der Alterenbund der Kamera in. (Die Jüdisch-Liberale Vereinigung und der Centralverein sind dem Initiativkomitee bekanntlich bisher nicht beigetreten. Der tralverein hat jedoch seinen Mitgliedern die persönliche Stellungii nie freigestellt. Von den Mitgliedern des Initiativkomitees gehi en 15 dem Hauptvorstand des Centraivereins an.) c) Einzelpersonen. Bisher sind dem Initiativkomitee 155 Mitglieder beigetreten. An Leipziger Persönlichkeiten gehören dem Initiativkomitee an: II rr Rabbiner Dr. Qoldmann, Herr Jakob Bromberg. Nach einer Eröffnungsansprache des Herrn Oskar Wassermann, i! s Präsidenten des neutrale" Keren Hajessod in Deutschland, sprae! en die Herren Rabbiner Dr. Baeck und Max M. Warburg. Alsdann begründete Herr Alfred Lisser die von dem Präsidenten vorgelegten Resolutionen, die nach einer kurzen Aussprache einstimmig zur Aui Mine gelangen: In dem vom Völkerbund beschlossenen Palästina-Mandat wird nachstehende, am 2. November 1 «>IT durch Lord Balfour namens d r britischen Regierung abgegebene Erklärung ausdrücklich be- - iiict: ..Seiner Majestät Regierung betrachtet die Schaffung einer natlolen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk mit Wohlwollen i wird die größten Anstrengungen machen, um die Erreichung ( ses Zieles zu erleichtern, wobei klar verstanden werde, daB nichts .in werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte be- 5t ihender nlchtiüdlscher Gemeinschaften in Palästina "der die Rechte d die politische Stellung der Juden in Irgendeinem anderen Laude! einträchtigen könnte." In Uebereinstlmmung mit Artikel 4 des Palästina-Mandates hat die als offizielle jüdische Vertretung für Palästina (Jewish Agency) anerkannte Zionistische Organisation die Judenhelten der W elt zum Eintritt in die Jewish Agency aufgefordert. Die am 26. Juni l(>2'> in Berlin tauende Konferenz des „Initiativkomitees für die Erweiterung der Jewish Agency In Deutschland" nimmt die au die deutsche Judenhelt ergangene Aufforderung freudig an und beschließt, die Vertretung der deutschen Judenhelt innerhalb der Jewish Agency In folgender Form sicherzustellen: a) Eine Palästina-Konferenz aller deutschen Juden, die bereit sind, an den Arbeiten der durch Artikel 4 des Völkerbundsmandats für Palästina eingesetzten Jewish Agency teilzunehmen und an der Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte In Palästina mitzuarbeiten, ist so bald wie möglich einzuberufen. Diese Palästina- Konferenz soll die Vertreter der deutschen Jiidenheit in den Council der Jewish Agency entsenden. Sollte ein Reichsverband der deutschen Juden uchildct werden, so stellt es der Palästina-Konferenz frei, ihre Rechte dem Reichsverband der deutschen Juden zu übertrafen. b) Um der deutschen Judenhelt eine angemessene Vertretung auf der bevorstehenden konstituierenden Tagung des Council der Jewish Agency zu sichern, beschließt die Konferenz des „Initiativkomitees für die Erweiterung der Jewish Agency In Deutschland", Iiis zum Zusammentritt der Palästina-Konferenz der deutschen Juden sieben Vertreter und 14 Stellvertreter In den Council der Jewish Agency zu wählen. Es wurden in den Council der Jewish Agency, der am II. August In Zürich zusammentritt, gewählt: als Mitglieder der Stadtkämmerer Bruno Asch-Frankfurt a. M., Rabbiner Dr. Leo Baeck-Berlln, Justizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M.. Dr. Bernhard Kahn-Berlin, Kommerzienrat Qerson Simon-Berlin. Rabbiner Dr. Issak Unna-Mannheim, Oskar Wassermann-Berlin. Als Stellvertreter: Professor Qeorg Bernhardt, Willy Dreyfus, Rabbiner Dr. Hugo Hahn-Essen, Jacob Heckscher-Hamburg, Rabbiner Dr. Jakob Horowit/.-Fraiikfurt u.M., Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer-München, Ministerialrat Dr. Otto Hirseh-Stimgart, Großindustrieller Leo Simon-Berlin. Frau Margarete Tietz-Köln, Dr. Friedrich Brodnltz-ßerlln, Dr. Alben Sondheimer-Frankfurt a. M., Berthold Israel-Berlin. Prof. Dr. M. Sobernheim-Berlin, Dr. Ludwig Tietz-Berllii. Es wurde eine Resolution gefaßt, In der die deutsche Jiidenheit aufgefordert wird, an der Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina mitzuwirken. Begrüßungstelegramme wurden an Dr. Welzmann und Louis Marshall gesandt. Fs folgten eine sehr eindrucksvolle und mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache des Vorsitzenden der z.V.f.D. Kurt Blumenfeld und eine Begrüßungsansprache des Obersten F. H. Kisch im Namen der Zionistischen Exekutive. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden Herrn Oskar Wassermann, der der Hoffnung Ausdruck «ab. dal! die Arbeit der Jewish Agency eine nute Arbeit sein wird, gingen die Versammelten in gehobener Stimmung auseinander. Aus aller Welt e Tatsache der Sintflut wissenschaftlich nachgewiesen In den letzten Wochen sind in englischen Zeitungen Nächsten über die archäologischen Arbeiten der vom Field- Llseum, Oxford, nach Mesopotamien entsandten Expedition TÖffentlicht worden. Die wichtigsten Ergebnisse lieferten e Grabungen In den alten, in der Nähe des unteren Euphrat legenen Rninenstätten von U r und K i s c lt. Der Leiter der Deutschen Zentralasien-P.xpedition. Dr. mil Trinkler, teilt hierüber mit, daß man Im Verlauf der rabungen durch das Kenaue Studium der geologischen Lagein« der verschiedenen alten Kulturschichten auch den Nachweis erbringen konnte, daß «rolle Überflutungen das Schickil der alten Kulturen grundlegend beeinflußt haben müssen. In einem zirka 50 Meter mächtigen Schichtprofil sind zwei Tonlagen aufgefunden worden, die mit Tonscherben und Fischresten durchsetzt sind. Die Ablagerung dieser Schichten fällt in die Zeit tun 4000 und 32ÜQ v. Chr. Zwischen diesen Tonschichten liegen jene Ablagerungen, die die wichtigsten und bedeutendsten Funde der sumerischen Kulturepoche enthalten. Professor Langdon, der Leiter der Expedition, glaubt, daß wir in der jüngeren Tonschicht Ablagerungen vor uns haben, die der Sintflut der Genesis und der großen Hut der sumerischen und babylonischen Legenden zuzuschreiben sind. Schon seit längerer Zeit ist man davon überzeugt, daß die in alten Überlieferungen enthaltenen Berichte über große Naturereignisse keine Phantasiegebilde sind, sondern daß diese Naturereignisse wirklich stattgefunden haben. Gerade so. wie man durch geologische Untersuchungen mit ziemlicher Sicherheit hat nachweisen können, daß Katastrophen, wie sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.