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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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M |Ufll 1029 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Igen Generation eine solche Last nicht zumuten solle, die mit 0;slcht daraufi daß man das Qelände erst in ferner Zukunft in. ,!it. ungeheuer hoch ist. Herr Joskc schließt sieh dem Vorsteht an und meint, daß der Rat uns das Gelände für einer. Si nii Zeitpunkt aufheben möge. Herr Hodes empfiehlt den \ ii, er beidrehtet, daß das Gelände später nicht mehr zu haben jvI iml dal! später ein Friedhof sehr weit draußen angelegt werden die Belastuni sei für die Gemeinde tragbar. Frau F eisen- ,i in bittet, wegen eines Vorkaufsrechtes mit dem Rat ZU vern. Herr Hr. Halber st am tritt für den Ankauf ein. Oer Vi and zieht den Antrag zurück, um nochmals mit dein Rat /u u ndelll. lerr Breslauer gibt einen einleitenden Bericht /.tun Hatisiii. der vom FinanzausschuB eingehend vorberaten worden ist. De FinanzausschuB hat mit Rücksicht auf die schwierige Wirt- [slagc und die Unsicherheit der Steuereingänge jede Erhöhung, Mindere der Besoldungen, abgelehnt; Herr Reiz berichtet namens der liberalen Mitglieder des IT nzaUSSChusses, der äußerste Sparsamkeit habe walten lassen. Es sei iu wahrhaft demokratischem Geist vorgegangen worden und;r schwerer Bedenken von liberaler Seite seien orthodoxe Belg! besonders berücksichtigt worden. Auch für die körperliche 1 htlgung der .lugend sei durch Heiträge gesorgt worden. Im K.i hrtis seien wesentliche Ersparnisse erzielt worden. Die Attsii für die Fürsorge hätten sieh nicht vermindern lassen: wesentei, daß Unterstützungen nur unter der Bedingung einer ArbeitSgi nlelstung gegeben würden. Eine Herabsetzung des Stcners. der ohne die hohen Ausgaben der Fflrsorge möglich ge- \ i wäre, sei deshalb nicht zu erwarten. Durch Vortrag von / ii sucht Redner den Nachweis zu erbringen, daß die Orthodoxie In >rzugt worden sei. Herr Stein stellt fest, daß die Beschlußfassung des Finanzausschusses nicht einstimmig erfolgt ist. Herr Hodes wendet sich gegen die Behauptung, daß der orthodi e Kultus mehr koste als der liberale, und begründet dies durch Im prechung der einzelnen von Pelz aufgeführten Abschnitte des Ii shaltplanes. Die Gemeinde sei eine Einheitsgemeinde, die die odoxen Einrichtungen genau so zu berücksichtigen habe wie die III ralen, Sie müsse auch für orthodoxen Gottesdienst sorgen, so i1 in Zukunft eine von Herrn Pelz erwähnte diesbezügliche Ein- . ie eines orthodoxen Religionsvereins berücksichtigt Werden müsse Herr Tumpowsky führt aus, daß trotz der Bestrebungen, Etat so rasch wie möglich zu verabschieden, der Haushaltplan eingehender Aussprache über die allgemeinen Fragen des Ge- Indelebens benutzt werden müsse. Der Haushaltplan sorge zwar Ii Möglichkell für die Bedürftigen, die Toten und Kultusbedflrf- ■c. aber nicht für die Zukunft durch Unterstützung der Jugend- Regung, Die Vergangenheit habe für das religiöse Leben der tend gesorgt, dies müsse auch heute noch geschehen. Die Ans liehe seien aber heule viel weitgehender und gingen nach neuen K chtungen. Heute genießen vielleicht nur -15 Proz. der Jugend i ligionsunterricht. Dem Schulproblem müsse mit größtem Nachdruck chgegangen werden, die Schuldirektoren sollten aufgefordert den. hierüber zu berichten. Der Vorstand solle dieser Frage größte Aufmerksamkeit widmen. Darüber hinaus erheische die i wregung in den jüdischen Jugendverbänden besondere Aufmerks mkeit, in ihnen spiele sich ein großer Teil der jüdischen Erziehung . Sie mßßten nach Kräften unterstützt werden. Ein Jugendheim s i ein zu erstrebendes Ziel, dies Heim solle allen Richtungen dienen. I r Sport müsse tatkräftig gefördert werden. Die Förderung der Kend solle in den Mittelpunkt aller Bestrebungen gestellt werden. I im Vorstand solle ein Dezernat für die .lugend geschaffen werden. ' IS starke Bewußtsein in der Jugend sei das Hollwelk gegen die I hnenflucht. Streitigkeiten über religiöse Gegensätze sollten ruhen r dieser wichtigeren Frage. Leider sei es im gegenwärtigen Haus- Itplan nicht möglich gewesen, diesem Gedanken genügend Ausi tick zu geben. Der Steuersatz kann nicht erhöht werden, andere nnahmcqucllcu müßten erschlossen werden oder auf andere W eise itlastung geschaffen werden. Redner Eibl verschiedene Anregungen: eine Körperschaftssteuer, eine großzügige Sammlung für die WohlhrtSZwecke; 2. die Wohlfahrtspflege müsse bei der Gemeinde bieten. Diese Sammlung sei nur möglich, wenn die Sympathien der ei testen Kreise durch eine Änderung des Wahlrechts gewonnen /Orden, ein gewisser Ausgleich nach dieser Richtung hin entspreche in Gebote der Gerechtigkeit Dies Motiv müsse insbesondere beider rage e'er Senkung der Steuer berücksichtigt werden. Wir müssen darauf zukommen, unsere Ausgaben nach langfristigen und kurzfristigen Investierungen zu trennen, Die kommenden Geschlechter müssen au den großen Lasten für Neuschöpfungen teilnehmen, sollten die Ruhcgehaltslasten durch eine Pensionsversicherung gleichmäßiger gestaltet werden, die F'rage solle untersucht werden. Redner kommt hinsichtlich der Verteilung der Ausgaben für liberale und orthodoxe Zwecke zu anderen Schlußfolgerungen als Pelz. Man wisse nicht, WO die Stenern herrühren. Das .Geld dürfe Im geistigen Leben der Gemeinde keine Rolle spielen. Außerhalb des Qemelndebudgets gebe es noch ein solches, das größer sei als das vorliegende, die Leistungen hlerfflr stammten von anderer Seite als von einigen wenigen Steuerzahlern. Immer habe der Reiche sich im Judentum für dessen Existenz einsetzen müssen und das sei auch jetzt und in Zukunft seine Pflicht. Der kommende Haushaltplan solle noch mehr die Lebendigkeit zeigen als der jetzige. Herr Grosz stellt fest, daß der Haushaltplan als ein Gemeinsames und als ein Beweis der Versöhnlichkeit aufgestellt sei. Der Appell für die Jugend sei nicht nötig gewesen, da darüber Einigkeit bestehe. Der Vorredner habe aber die pekuniäre Seite bei diesen Fragen zu wenig berücksichtigt. Der Appell an die Qemelndemitglleder für Wohlfahrtszwecke sei schon öfter geschehen und habe nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Zu betonen seien die gemeinsamen Interessen, wie es bei der Beratung Im Finanzausschuß geschehen sei. Von beiden Seiten habe man größte Versöhnlichkeil zeigen müssen, um zum Ziele zu kommen. Bei den einzelnen Punkten des Haushaltplanes könnten noch Wünsche geäußert werden, dies führe vielleicht weiter als Generaldebatten. Hauptaufgabe des Finanzausschusses sei gewesen, den Haushalt nicht über den vorjährigen zu vergrößern. Dem müsse jede Richtung Rechnung tragen. Herr Stein führt aus. daß er wegen eines Punktes sich von den allgemeinen Beschlüssen des Finanzausschusses habe absondern müssen, hierauf werde er noch zurückkommen. Sparsamkeit sei leicht. Gerechtigkeit sei die beste Sparsamkeit. Mit einer geringen Erhöhung des Haushaltes könne man sich abfinden. Gerechtigkeit sei aber nicht der Leitgedanke des Finanzausschusses gewesen, sondern die Stärke der beiden Hauptfraktionen habe entschieden. Diese hätten eine Vorbesprechung gehabt. Eine Gemeinde habe eine weit größere Verantwortung als eine Privatverwaltung, deshalb sei Gerechtigkeit oberstes Gebot. Es beständen 16 Privatsynagogen, deren Lasten ausschließlich von den orthodoxen Mitgliedern der Gemeinde getragen würden. Herr Du bin er kann nur teilweise befriedigt sein, weil der Haushaltplan sich Im alten Geleise bewegt. Seine Freunde hätten mehr I ebendigkeit erwartet. Zwar habe der Vorstand sich in einzelnen Teilen um Verbesserungen bemüht, aber für die Jugend sei viel zu wenig geschehen. Bei einem Treffen der Jugend vor kurzer Zeit habe der Vorstand es unterlassen, seine ideelle Förderung zu gewähren, was durch Bewilligung eines geringfügigen Beitrages möglich gewesen wäre. Das Jugendheim sei zu erstreben, der Sport müsse tatkräftig gefördert werden. Die Beiträge hlerfflr seien ungenügend. Streben müsse mau, die Fürsorge In Zukunft überflüssig zu machen durch Förderung des heranwachsenden Geschlechtes. Siedlung, Arbeitsheim usw. müssen unterstützt werden, ferner die hebräische Sprachschule. Die höhere isr. Schule sei nicht eine Einrichtung der Orthodoxie, eine Ifldische Volksschule müsse geschaffen werden, weil die Weniger bemittelten Kreise ihre Kinder nicht mehr in die höhere israelitische Schule schicken können. Für sie sei die Ifldische Volksschule notwendig. Die Fürsorge gebe für ihre eigentlichen Aufgaben nur 120 000 Mark aus. die Verwaltungsausgaben seien zu hoch. Für Brautausstattung müsse mehr bewilligt werden, um die Frflhehe zu fördern. Die Studenten müßten weltgehender unterstützt werden, weil sie in ihren Heimatländern unterdrückt .werden. Der künftige Etat müsse iu diesen Sachen weiter gehen. In Sachsen hätten wir das ungerechteste Wahlrecht. Liberaler Geist müsse auf beiden Seiten herrschen. Der Vorsitzende gib! Kenntnis von dem Eingang eines Schreibens des nicht anwesenden Verordneten Seiinger, welches nicht verlesen wird, weil dies nicht parlamentarischer Sitte entspricht. Es folgt die Einzelberatung. Beim Berechnungsgeld für einen neuen Religionslehrer der Religfonsschule I beantragt Dubiner, darauf zu sehen, daß der anzustellende Lehrer mit der Jugendbewegung geht. Der Vorsitzende sagt dies zu. Herr Tumpowsky hält es an der Zeit, daß die Jugend Palästinakenntnisse erhält. Die Direktoren sollen ersucht werden, iu den höheren Klassen darauf hinzuwirken. Zu HIB.Gi teilt der Vorsitzende mit. dalt eine Ordnung der Lehrerbcsoldiingcn im Finanzausschuß beschlossen worden ist: sie wird

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