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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Numnii: 2fi vorgetragen. Herr Dr. Pletrkowsky wendet sieh dagegen, well Erhöhungen der Gehälter nicht bewilligt werden sollten. Berechtigte Erhöhungswünsche seien deshalb abgelehnt worden. Ms müsse eine allgemeine Besoldungsordnung geschaffen werden, die an die Staatliehe anzulehnen sei. Der Versammlung müsse ein genaues Urteil ermöglicht werden. Her Vorsitzende gibt Aufklärung über die diesbezüglichen Beschlüsse des Finanzausschusses. Zur Geschäftsordnung bemerkt Herr Dr. Qoldschmldt, daß jetzt über die Besoldungsordnung der Lehrer kein grundsätzlicher BeschluB gefaßt werden könne, weil man nicht genügend unterrichtet sei. Die Frage wird zurückgestellt, um sie außerhalb des Haushaltplanes zu behandeln. Herr Stein bemängelt die Höhe der Ausgaben für den Reilgionsunterricht an der Religionssehule II, die mit den früheren Angaben bei Schaffung der Religlonsschule nicht in Ueberelnstimmung ständen. Her Unterricht könne auf Grund der von ihm eingesehenen Unterlagen von sechs Lehrern nicht befriedigend erteilt werden. Herr Hudes gibt einige Einzelheiten über den Unterricht bekannt. Etwa 570 Kinder besuchen die Schule, - untere Klassen haben •4 Stunden wöchentlich, die höheren Klassen dagegen 8 Stunden, durchschnittlich also o Stunden. Zur Verwaltung der Darlehnskasse bemerkt Herr Dubiner, daß kaum Line Einrichtung der Gemeinde so segensreich wirke wie diese. Die Darlehnsnehmer müßten aber pünktlicher zurückzahlen, damit neue Darlehen ausgegeben werden können. Die übrigen Einrichtungen der Fürsorge konnten leider nicht In dem Malle wirken, wie es nötig wäre, weil die Ausgaben sonst vervielfacht werden müßten. Die Betreuung der Durchwanderer an Sabbaten und Festtagen müsse besser gestaltet werden. Die Ferienkolonie Dürrenberg reiche nicht aus. Oer Vorsitzende bemerkt, daß das Chaluzheim um Erhöhung des bisherigen Beitrages von 2000 Mark auf 2500 Mark erst in den letzten Tagen gebeten habe. Herr Dubiner befürwortet das Gesuch. Pas Gesuch wird gegen acht Stimmen bewilligt Herr Tumpowsky stellt eine Anfrage, ob nichtreichsangehörige Gemeindemitglieder bei Unterstützungsbedürftigkeit an die öffentliche Fürsorge gewiesen werden. Herr Qottlieb erklärt, daß er keinen Unterschied zwischen Inländern und Ausländern macht. In allen hallen, in denen die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Stadt besteht, wird hiervon Gebrauch gemacht, aber eine Ausweisungsgefahr werde dadurch nicht hervorgerufen und im Notfall durch Einspringen der (iemeinde unterbunden. In jedem Fall werde diese Frage zuerst geprüft. Herr Dubiner bestätigt diese Angaben als Mitglied des Fürsorgeausschusses. Herr Dr. Pletrkowsky hält es nicht Iiir gut, dal! (icnicindcnütglicdcr an die öffentliche Fürsorge verwiesen werden müssen. Doch erklärt Herr Qottlieb, daü dies nicht ZU umgehen ist. Auf Anfrage von Herrn Tumpowsky teilt Herr Qottlieb mit. daß ein Ausschuß für verschämte notleidende Mlttelstandsangehörlge besteht. Heim Abschnitt Ruhegehälter stellt Herr Tumpowsky den Antrag, es möge untersucht werden, ob die Lasten durch Abschluß einer Pensionsversicherung gemindert werden können. Herr Breslauer teilt mit, dal! eine Untersuchung beim Landesverband im (lange ist. Frau Fei seil sie in befürwortet das vorliegende Gesuch des israelitischen Kindergartens um Erhöhung. Herr Qottlieb erklärt, daß dies aus finanziellen Qründen nicht möglich ist, obwohl er für seine Person den Beitrag am liebsten verdoppeln möchte. Herr Dubiner stimmt personlich gegen die Bewilligung für den Central-Verein deutscher Staatsbürger indischen Glaubens wegen dessen Stellungnahme in allgemeinen Jüdischen Fragen. Herr Tumpowsky stellt fest, dali dieser Haushaltplan ein Kompromiß darstellt, bei welchem die persönliche Stellungnahme zu den einzelnen Punkten selbstverständlich gewahrt bleibt. Fr bittet deshalb Herrn Dubiner. seinen Einsprach zurückzuziehen. Dies tut Herr I >u hiner. Herr Stein stellt fest, daß bei Behandlung des Vereins Abawas Thnra nur von einem einseitigen Kompromiß die Rede sein könne, wobei seine Richtung völlig Obergangen wurden ist. Ei will nicht weiter Bttl die Verdienste dieses Vereins eingehen, doch entlaste er ke Ii. diu 3e) leer- WU nie Jur ste int ttfde. die (iemeinde weilgehend. In der Hintansetzung dieses Vereins s eine grolle Ungerechtigkeit. Es sei der (iemeinde unwürdig, ein mud-Thora-Institut gänzlich beiseite zu schieben. Er verweist au Berliner (iemeinde, die eine gleichwertige Anstalt unterstützt dem sogenannten Kompromiß seien mindestens 21) 25% dei meindemitglleder vor den Kopf gestoßen. Was könne mau dein ein vorwerfen, das zur Entziehung des Beitrages berechtigt? 1 200 Kinder genießen den Unterricht an der Anstalt des Vereins, sehr grolle Zahl von Einrichtungen, die nicht zu den Aufgabe Gemeinde gehören, würden unterstützt, während diese wich Aufgabe verneint werde. Die 200 Kinder der Schule könntet der Religionsschule II nicht ohne Vermehrung der Lehrkräfte genommen werden. Wenn die Schule des Vereins nicht best so müßte sie geschaffen werden, weil der Anspruch der Eitel vermehrten Unterricht berechtigt sei. Bei einem Etat von 80001 sei es ungerecht, diese kleine Summe zu streichen. Redner stell Antrag, wieder 3500 M. einzusetzen. Herr Tumpowsky i daß die Partei des Herrn Stein in dieser Frage schon seit J< sich nicht richtig verhalten habe. Sie habe ihre Ziele nicht aul radem Wege verfolgt. Um den Gesinnungsgenossen des Herrn gerecht zu werden, schlägt Herr Tumpowsky vor, obwohl er mi Streichung des Beitrages einverstanden war. wieder einen Bi einzusetzen. Herr (i o I d r c i hält es für überflüssig, noch übet Notwendigkeit der Lehrstätte des Vereins zu sprechen. Fs liege e Nichtachtung darin, diesem Kreis der (ienieindemitglieder und r gesamten Orthodoxie gegenüber, auch eine Mißachtung gegen n orthodoxen Gemeinderabbiner, diesen Beitrag zu streichen. Es deute, Tallis und Tefillln hinauswerfen. Redner beantragt Bewilli) von 3500 M. brau Felsens teln stellt fest, daß aus der S cliting nicht der (ieist der Versöhnlichkeit spreche: man möge e n Beitrag bewilligen. Herr Du bitter bittet, nachdem eilte Vereinig g des orthodoxen Religionsunterrichts leider nicht gelungen ist. Verein, da er einmal bestellt, einen Beitrag zu bewilligen. Der \ - ein möge aber endlich dazu beitragen, daß der Unterricht einher werde. Herr Stein stellte fest, daß auch die Orthodoxie der gesan Welt beschämt werde, wenn bei 800000 M. dieser kleine Betrag r Talmud-Thora gestrichen werde. Der Antrag Stein-Qoldrel auf 1 - willigung von .tfiin M. wird mit 12 gegen II Stimmen bei einer Stiu enthaltung abgelehnt. Herr Dubiner bemängelt die geringen Heiträge für die .lugt bnnde und die Sportvereine. Lr beantragt Erhöhungen. Herr Reiz beantragt wegen Nichteinhaltung des Kompromiß Streichung der vorher bewilligten Erhöhung des Beitrages für t Chaluzheim und unter Hinweis auf das für besondere Zwecke ber» ■ gestellte Berechnungsgeld Ablehnung der Anträge Dubiner. II Tumpowsky hält sich an die getroffene Vereinbarung und k deshalb den Anträgen Dubiner trotz seiner persönlichen (iesinn nicht beitreten. Ein Haushaltplan könne mir im Wege des Komp mlsses zustande kommen. Herr Dubiner zieht seine Anträge zun Herr Vorsitzender stellt fest, daß sich das Kompromiß nicht aul Chaluzheim bezogen haben kann, weil dessen Antrag erst später i gegangen ist. Herr Dr. Wohrizck erklärt, daß er und S< Freunde von der Voraussetzung ausgegangen sind, daß über Dosten eine Einigkeil erzielt worden und daß deshalb den Vorsehl gen des Finanzausschusses glatt zuzustimmen gewesen sei. In die" Voraussetzung sehe sich seine Fraktion getäuscht, woraus sie die I gerungen ziehen werde, weil auf seine Gesinnungsgenossen d falsche Licht falle, daß sie für gewisse Einrichtungen weniger Hct hätten als die anderen. Frau Pfefferblüth sieht im Qegensat hierzu darin, daß Herr Tumpowsky seine Meinung geändert ha den richtigen Weg. Es habe keinen Sinn, blindlings zu einem Kon promiß Ja und Amen zu sagen. Der Vorsitzende bringt vor, daß Herr Seiinger in seinem Sehtv ben den Antrag gestellt hat, den Beilrag für die Teehalle des Bot chow-Heims von 500 M. auf KHK» M. zu erhöben. Herr Tumpowsk überläßt es einem anderen Mitglied der Versammlung, den Antrag . Ktoilwercj-( Kakao Schokolade l Pralinen

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