Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 25 (21.6.1929)
- Date
- 1929-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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21. Juni 1929 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Will zum HUI Konprefl Blumenfeld / Dr. Kollenscher Tumpowsky / Dr. Bileski Wahltage: Sonntag, den 23. Juni und Montag, den 24. Juni 1929 V ngcn und der Antraue ein, zu denen unter anderen folgende ges blosse gefaßt wurden: für die schulentlassene Jugend sollen bai wirtschaftliche Kurse, für in der sozialen Arbeit stehende Frauen Portschulungskurse eingerichtet werden. Die bisherige Vorsitzende, Frau Bettina Brenner, wurde wiedergewählt Den Abschluß und Höhepunkt der offiziellen Tagungen des J. F. B. hiK te die unter Leitung der Frau Paula Ollendorff stehende Kund- [ebung am Dienstagabend im Herrenhause, führende Frauen aus England (Frau Henriques-New York), Holland (Frau Schwimmer-Amsterdam), (Prau Polak-Haag), Amerika (Frau Ethel Sternheuer). Schweiz (Frau Abraham-Zürich), Polen (Frau Dr. Reiche istein-Lemberg), Palästina (Frau Helene Hanna Thon-Jerusalem) berichteten über jüdisches Leben in ihren Landern, die Stellung der jüdischen Frauen, ihre Leistungen auf sozialem Geblel und über die Organisationsformen und Hinrichtungen sozialer Frauenarbeit. In fast jedem Lande liest der Schwerpunkt der Arbeit tu! einem anderen Gebiete: so ist es in England die jüdische Settieincntsidee, in Polen die Idee der konstruktiven Hilfe: Berufsumschichtung, hausfrauliche Erziehung, und in Palästina gilt es, aus dem Judentum eine ganz neue Volksgemeinschaft mit eigener Sprache zu schaffen. Die Frauen in Holland und in der Schweiz sind dabei, sich in der ähnlichen Art zu organisieren, wie der jüdische Frauenbund in Deutschland. Eine ganz besondere Stellung nimmt Amerika ein. Dort beherrscht die Idee des Weltfriedens alles Tun und Streben der jüdischen Frauen, ihre Arbeit ist z. B. besser ausgebaut als in den andern Ländern, z. B. die Berufsumschichtung und die Mädchen- und Frauenschutzarbeit. Der Dank der Versammlung an die Begründerin und Präsidentin des neubegründeten Frauenweltbundes, Frau Rebekka K o h u t (New York), wurde von der Leiterin, Frau Paula Ollendorf!, zum Ausdruck gebracht. Frau Dr. Eschelbacher, die Seniorin des J, F. B., schloß die große Versammlung, die den interessanten Reden mit größter Aufmerksamkeit folgte, mit der Feststellung, daß in allen Ländern die .luden eine Schicksalsgemeinschaft und darum die Pflichten die gleichen sind, die in dem Gedanken des Weltfriedens gipfeln. Jüdische Verbände und Gemeinden Tagung der jüdischen Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. Die ZeiltralwohlfahrtSStelle der deutschen Juden veranstaltete, gemeinsam mit dein Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in II ssen und Hessen-Nassau und der jüdischen Wohlfahrtspflege in Prankhirt a. M., am 12. und 13. Mai 1920 in den Räumen der Frankfurt-Loge eine Bezirkstagung für West- und Suddeutschland. Die unter Leitung der Herren Rabbiner Dr. Horowitz und Bloch (Frankfurt) geführten Il.mptVerhandlungen des ersten Tages galten dem I ema „Planwirtschaft in der Wohlfahrtsarbcit". Die einzelnen Sach- K< biete waren auf folgende Referate verteilt: Justizrai Dr. Straus (München): Zur Planwirtschaft in der Mittelbescliaffung und Mittelv rwendung. Frieda Weinreich (Berlin): Zur Planwirtschaft Im An- 51 iltswescn und in der Erholungsfürsorge. Dir. Dr. Rothschild (Dinslaken): Zur Planwirtschaft im Anstaltsbetriebe. In den Referaten wie in der Aussprache am zweiten Tage wurde C imfltlg und nachdrücklich hervorgehoben, daß die planmäßige Qe- S dtung der Wohlfahrtsarbelt eine dringende Forderung sei. Dazu d tilgt auf der einen Seite die Knappheit der Mittel, anderseits das . wirtschaftliche Prinzip", zu dessen Anwendung die Träger der \ olilfahrtspflcgc nicht mir aus wirtschaftlichen, sondern mehr noch . is sozial-ethischen Gründen verpflichtet seien. Die Versammlung i Ute EntSChlleBnngen, welche den Rahmen abstecken für die Arbeit, i e die Zentral Wohlfahrtsstelle in Gemeinsamkeit mit allen übrigen Stellen auf dem Gebiete der Planwirtschaft der jüdischen Wohlfahrtspflege in der nächsten Zeit zu leisten haben wird. Die öffentliche Versammlung, die am ersten Abend stattfand, gab den Ausführungen von Herrn Dr. Baeck (Berlin), Frau Bettina Brenner (Leipzig), Herr Dr. Straus (München) und Herrn Dr. Horowitz (Frankfurt a. M.) einen starken Widerhall. Sic war eine Kundgebung im Sinne einmütiger Verpflichtung der jüdischen Gesamtheit zur jüdischen Arbeit. Von allgemeiner Bedeutung war auch die Aussprache des „Sozialen Ausschusses des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes" über das Thema: „Rabbiner und Jugend". (Rabb. Dr. Prinz [Berlin] und Dr. Franz Wolf [Frankfurt a. M.| über: Rabbiner und Jugendbewegung: Rabb. Dr. Max Grünwald |Mannheim] und Dr. Georg Lublnskl |Berlin| über: Rabbiner und Jugendpflege.) Eine Sondcrbesprechung galt der brennenden Frage des Nachwuchses jüdischer Krankenschwestern. Die günstig begonnenen Verhandlungen über diesen Gegenstand werden demnächst fortgeführt werden. Im Rahmen der Tagung fanden ferner unter Vorsitz von Dr. Baeck (Berlin) eine Sitzung des Gcsamtvorstaiides der Zentralwohlfahrtsstelle, — in der vor allem der Tätigkeits- und Kassenbericht entgegengenommen wurde , sowie eine Besprechung der aktiven Mitarbeiter der jüdischen WohlfahrtSStellen statt. Beide Sitzungen gaben, wie überhaupt die gesamte Tagung, eine Fülle neuer Anregungen und wiesen der Zentralwolilfahrtsstelle Wege zu neuen Lösungen ihrer Aufgaben. Ungemein lehrreich und anregend waren die Besichtigungen des Westendhelms in Frankfurt a. M. (Direktor Verleger) und des Heinis des Jüdischen Frauenbundes in Neu- Isenburg. aCentral -Theater ■BETRIEBE LEIPZIG Anton Schneider / Dittrichring 19 CT-KAFFEE - RESTAURANT Tanase Codolban, rumänisch. 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