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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-06-07 · 23 (7.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
23 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GLMLINDLBLATl DFR ISRAELITISCIIKN RFLIGIONSGHM LINDL ZU LEIPZIG Nummer 2 Jüdische Verbände und Gemeinden Kundgebung des Reichsbunües für jüdische Siedlung in Deutschland Der Bezirk Süd der Ortsgruppe Berlin des „Reichsbundes indischer Frontsoldaten" hatte In Gemeinschaft mit der Berliner zionistischen Vereinigung, dem C, V., dem Liberalen Verelli für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Gesellschaft „ORT" und dem Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes zu einer Kundgebung für den „Reichsbund für lüdische Siedlung in Deutschland" (RIS) nach den Citysälen eingeladen. Nach Begrüßung der Anwesenden, ganz besonders der Vertreter der Organisationen, erteilte der Versammlungsleiter Herr Silberstein, Vorsitzender des Bezirks Süd der Ortsgruppe des R j. F., dem Referenten Rittergutsbesitzer Rudi Ii S. Mosse-St a n g e n Ii a gen, einem der Geschäftsführer der „Jüdischen Landarbeit G.m.b.H." das Wort. In seinen Ausführungen wies der Redner auf die außerordentlich bedrohte wirtschaftliche Lage des jüdischen Mittelstandes hin, die eine Berufsumstellung als unbedingt notwendig erscheinen läßt. Line der Maßnahmen ist die \nsiedlung von .luden als Hauern oder Garnier. Da gutes Material ausgebildeter Hauern und Gärtner vorhanden ist. bedarf es nur der Herbeischaffung und Bereitstellung von Mitteln, um die Seßhaftmachung dtire.li Ankauf von Grund und Hoden zu bewerkstelligen. Den Eltern muH geraten werden, bei der Berufswahl ihrer Kinder auch den landwirtschaftlichen Beruf in Erwägung zu ziehen. Die Erfolge der jüdischen Siedler In Rußland, Argentinien, Palästina und Kanada sind der beste Beweis für die Eignung der .luden für die Landwirtschaft. Um Ansiedlungsmöglichkeiten zu beschaffen, bat der R. i. 1". die Jüdische Landarbeit G. m. b. H. gegründet, die jetzt im Frühjahr die ersten Gärtner ansiedeln wird, und die in Herrn Güterdirektor Dyk einen der besten Sachkenner, einen wertvollen Mitarbeiter und Geschäftsführer, besitzt. Als Vertreter des C. V. gibt Herr Pr. Levy In seinen Frklärungen die vollste Zustimmung der von Ihm vertretenen Organisation. Auch er weist aul das Eindringen judengegnerischer Bestrebungen in Handel und Industrie hin und erwähnt besonders die Verhältnisse bei der A. E. G. Für den Liberalen Verein für die Angelegenhelten der jüdischen Gemeinde begrüßt Herr Hr. Mayer die Siedlungsbestrebungen, die den bedrängten Glaubensgenossen die Möglichkeil geben, aus ihrer M>hängigkel1 und ihrer schweren wirtschaftlichen Not herauszukommen und freie Menschen auf eigenem Grund und Hoden zu werden. I »er Vertreter der Gesellschaft..! IRT", Herr Dr.Tra n b, bezeichnete die Idee der Ansiedlniik Ifldlscher Hauern auf der Scholle als das Mittel, aus Luftmenschen produktive Menschen zu machen. Fr legt an interessanten Beispielen aus Rullland dar. wie vortrefflich indische Hauern dort arbeiten. Durch ständige Vorträge jüdischer Agronomen werden die jüdischen Hauern in Rußland während des Winters über moderne Bearbeitung und Ausnutzung des Bodens unterrichtet, so daß die russische Regierung angeordnet hat. Kinder auf die jüdischen Güter zu führen, um ihnen die vortreffliche Arbeitsweise der jüdischen Güter zu zeigen. Frau laretzki vom Jüdischen Frauenbund sieht in den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Berufen ein segensreiches Arbeltsgebiet für die lüdische Frau und wünscht beiden Organisationen alles Gute für die Zukunft. Zum Schlult dankt Dr. Lfiwenstein als Vorsitzender des R. i. F., des RIS und der ..Jüdischen Landarbeit G. m. b. H." für die Bereitwilligkeit, mit der sich die Verbände auch am heutigen Tage zur tatkräftigen Mitarbeit zusammengefunden haben. Er freut sich, festzustellen zu können, dali es dem R. i. I". auf Grund seiner neu- Herren-Hille Das Beste in allen Preislagen Reue-, Sport-, Yadil, Sdioleran« Kinder Pliiizen JUllnS Müller, Peterssir 30 und Gohlis, Hallische Str. 87—89 In Gohlil auch Wäicht, Krauautn und Htmnartiktl traten Einstellung gelungen ist, einmal alle jüdischen Verbände zu gemeinsamen Arbeit zu vereinen. In diesem Sinne bittet er alle An wesenden, in ihrem Kreise für die Weiterverbreitung dieser Idee /• sorgen. (ITA.) Weltkonferenz jüdischer Frauen in Hamburg Der Jüdische Frauenbund von Deutschland schreibt uns: Zu d( vom 3, bis b. Juni In Hamburg stattfindenden, von Frau Rebeka Kohut, New York, einberufenen Weltkonferenz Jüdischer Frauen habe sich zahlreiche Delegierte aus 14 Ländern angemeldet. Das genau. Programm der Tagung enthält folgende Themen: 1. Die jüdischen Heirais- und Scheidungsgesetze, Gegensätze zr dem Zivilrecht. 2. Erziehungsfragen: a) Bevölkerungspolltische Aufgaben der Jüdischen Frau (Erhaltung der Familie, Konflikte der Generationen). b) Settlementsarbeit, Jugendpflege und Jugendbewegung. - c) Berufsberatung und Berufsumschichtung. Soziale und Gemeindefragen: a) Die Frau in Handel und Industrie, b) Gleichberechtigung und Mitarbeit der Frau in der jüdischen Gemeinde. c) Soziale Frauenarbeit in den verschiedenen Ländern. 4. a) Die Bedeutung des Völkerbundes für den Frauen- und Mädchenschutz. b) Die Bedeutung der Kulturarbeit in Palästina für die Frauen. c) Notwendigkeit und Aufgaben eines Internationalen jüdischen Frauenbundes. In Hamburg wird die Weltkonferenz Jüdischer Frauen U. a. von Senat und der Jüdischen Gemeinde empfangen werden. Unsere Gemeinde Betrifft Zustellung des Gemeindeblattes Zu unserem Bedauern gelangte die letzte Nummer unseres Blattes verspätet in die Hände unserer Leser, trotzdem sie beim Dostami In der Zeit aufgeliefert war, für die uns früher in einem ähnlichen Falle die pünktliche Zustellung zugesagt war. Auf unsere Beschwerde hat uns das Postamt folgendes Schreiben gesandt: Postamt 10. VI. Herrn Aug. Pries, Leipzig. C 10. den 3. Juni 192*. Leipzig C I. ISrüdcrstr. 59. ' Die von Ihnen am 30. 5. 13 Uhr hier aufgelieferte Zeitschrift „Gcmeindeblatt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig" hat leider neben anderen Zeitschriften wegen betriebstechnischen Schwierigkeiten erst am 31. 5. vormittags versandt werden können. Wir bitten diese unliebsame Verzögerung zu entschuldigen. Wir werden Vorsorge treffen, dal! in Zukunft Ihre Zeitung rechtzeitig zur Abseniliiiig gelangt. j v (Unterschrift.) Sächsische israelitische LehrervereinigunK Die in Leipzig am Dienstag, 21. Mai 1929, abgehaltene Jahresversammlung war von 2n Mitgliedern und 5 Gästen besucht. Herr Vorsteher Carl Goldschmidt begrüßte sie namens der israelitischen Religionsgemeinde Leipzig und des Sächsischen israelitischen (iemeindeverbandes. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden Herrn Prediger Heini a n 11 (Plauen) sei hervorgehoben: Auf Vorschlag des Herrn Rabbiner Dr. Goldman 11 (Leipzig), Mitglied der Penslonskommissiou des Sächsischen israelitischen Gc- Höchste Verzinsung von Einlagegeldern Kontokorrent um schechuerhehr Kredite Wechseldiskont KAUFMANN & FREIER Bankgeschäft ■ LEIPZIG C 1 Blücherstr. 19

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