Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 17 (25.4.1929)
- Date
- 1929-04-25
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 GEMEINDEBLATT PER ISRAELITISCHEN KEEICIONSGEMEINPE ZU LEIPZIG Nummei jüdischen Geschichte klar erkannt hat, und in seiner Grundeinstellung von .seinem großen Vorgänger Graetz abweicht. In dieser Feststellung liest keine Herabsetzung der ungeheuren Leistung, die Graetz vollbracht hat. Mau muß Im Gegenteil gerade bei einer Vergleichung der beiden großangelegten ~-ww^'*\,r~r i^*Wi pnjt^tor* no«** mmGm^&xzm, IMSä;4r?cnt2?nWi^5^VJ5v V** <v:v> \ n^v^wj 4'M i.-.1 ' I i \ \ ■ tpn r PHi, ^„;3 rH jm,, w. \ Aaron und Mose nach einer illuminierten Pessach-Haggada (13.—14. Jht.). British Museum, Or. 1404. üben: Begegnung Aarons mit Mose, unten: Verwandlung des Stabes in eine Schlange. — Aus der lincyciopadia Judaica, Hand I, 17, 18. (Mit Cicnehmigung des Rimon-Verlages, Berlin, London.; Werke diesem Meister der jüdischen Geschichtsschreibung restlose Bewunderung zollen für die erstaunliche Erfassung des von Ihm zum ersten Male in diesem Ausmaße zusammengebrachten, schier unübersehbaren Stoffes und man man seine Stellung zu einzelnen Fragen und Perioden, seine Urteile über einzelne Personen und geschichtliche Gruppen der Judenheit ablehnen — es sei beispielsweise der völlige Mangel an Verständnis für den Chassidismus und die jüdische Mys < herausgegriffen —, noch lange wird die Graetzsche ( . schichte unentbehrlich bleiben wegen der grundlegenden I - tersuchungen und Quellenforschungen) ohne die eine Di - Stellung der jüdischen Geschichte nicht denkbar ist. Aber n n _ wird mit nicht geringerer Bewundert g vor dem gewaltigen Werke Dubno s stehen, der mit genialem Mick ein 11 architektonisch gegliederten Grun< | der jüdischen Geschichte entwoi i und dabei die innere Einheit, den schlossenen Zusammenhang, bei all 1 l ulle der örtlichen und zeitlichen scheinungen deutlich gemacht hat. ui d der dabei vor allem den Nachweis bringt, daß die Juden keineswegs als Objekte im geschichtlichen Wen i zu verstellen sind, daß sie kultun le Leistungen aufzuweisen haben, i it denen sie, auch über das Gcistvg-k' giöse hinaus, inmitten der Völker u recht ihren Platz verteidigt haben. Von jenem Augenblick an, da e Juden ihre nationale Selbständig! it und im Gefolge dessen ihre nation le Geschlossenheit verloren hatten, g It ihnen als wesentlicher, ja als einzi. r Gemeinschaftsbesitz das Judentum, ihre religiöse Lehre. „Nichts ist uns geblieben als nur unsere Thora." Daher k It dem Chronisten meist das Schaffen i bürgerlichen Leben als bedeutungslos Lrst der modernen Forschung bh b es vorbehalten, die Bedeutung auch d ser Seite jüdischen Lebens zu erkennen. Iis war mühevolle Arbeit zu leisten. Jüdische Quellen boten nur wenig Auischlüsse, und meist an den entlegens: Stellen: als nebensächliche Bemerkt - gen verstreut in den religiösen Anfrag (sch'eloth ut'schuboth) oder in den \ i - reden zu rabbinischen Schriften od r hie und da i n solchen Schriften. Mi noch in den Aufzeichnungen! die \ i nlchtjfldischer Seite gemacht Word 1 waren, die zum großen Teil in den A - chiven der Städte und Länder bewa! I werden, und deren Erschließung oft k - nug auf ungeheure Schwierigkeiten stk II (ungewöhnlich wertvolle Ergebnis wird die Durcharbeitung der spanisch« Archive bringen, die schon jetzt ein stattlichen Band von Urkunden aus de Leben der spanischen Juden gezeiti hat). Doch schon jetzt zeigt sich, w mannigfaltig die Teilnahme der Jude am kulturellen Leben ihrer Umwelt g' wesen ist. Die weitverbreitete Auffa sung, daß die Juden im Ghetto la völlig abgeschlossen von aller Kult gelebt haben, wird immer gründlicher berichtigt werdt müssen. Und es wird erkannt werden müssen, daß so mal eher kulturelle Fortschritt der Umwelt auf den Einfluß v< Juden zurückgeht. Diese wenn auch noch recht unzulänglichen Kenntnisse in da rechte Licht gerückt zu haben, ist einer der bedeutsamste Vorzüge der Dubnowschen Geschichte. Sie stellt die Jude wrm >js gm 53 rw <goy«, . ,r —— * > 1 — ' j