Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 14 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RLLIGIONSGEMlilNDE ZU LEIPZIG Nlllll; r 14 ÄeoNS€KSß&orL\ Grabstein aus Viguia Randanini Mit Genehmigung des Kaiser Friedrich-Museums (Berlin) wir mit unserem Tempelleuchter zusammen zu bringen versuchten. Zerubabels Tempel (der zweite) enthielt nur einen Leuchter, wie Sirach XXVI 22 ausdrücklich feststellt. Antioelius F.piphanes hat diesen Leuchter 169 v. d. Z. weggenommen und zerbrochen (I Makkab. \!22), lehudah Makkabl stellte Ihn drei Jahre später wieder her (IV/49), — Zur Erinnerung an diese Neuweihe des Hauses feiern wir noch heute das (hannukkafest und zum Gedächtnis des ölwunders bei der Wiederentzündung; des Leuchters entzünden wir unsere (hanukkamenorah acht Tage lang. — Den Leuchter der Makkabäerzeit sah Pompejus mich im Heiligtum, wie ...losephus" in seinen „Jüdischen Altertümern" XIV 4, Jj 4 berichtet Daß sich der Leuchter noch im Heiligtum des Herodianischen Tempelkomplexes (des dritten) vorfand, bezeugt „.losephus" in seinem Werk über „den Jüdischen Krieg" V 5, S 5. Line Abbildung des siebenarmigen Leuchters befindet sich auf dem bekannten Triumphbogen, den Titus nach seinem Sieg über Jerusalem (im Jahre 70) errichtete. Auf einem der Reliefs ist die Einbringung der Tempelgeräte im Triumphzug dargestellt, und unter diesen befindet sich auch ein siebenarmiger Leuchter. Soweit die Rekonstruktion dieser schlecht erhaltenen Darstellung überhaupt ein sicheres Urteil gestattet, ist an diesem Werk das Bemerkenswerteste, daß es in seinem allgemeinen Aufbau noch ganz der biblischen Beschreibung entspricht. Von einem Unterbau wird ein Mittelschaft getragen, vom dem nach zwei Seiten je drei Anne ausgehen, die alle mit blütenartigen Verzierungen geschmückt sind. Dagegen zeigen die Dekorationen des S< und des Knaufes, zwischen dem Sockel und den unterste; tenarmen, durchaus den Stil der römischen Kaiserzeit. 1 ders die Adler und die drachenartigen Tiere an den S reliefs sind der jüdischen Anschauung der Makkabäer/. fremd, daß ihre Anbringung an einem Tempelgerät nicht Widerspruch in der Literatur hätten bleiben können. < sich also wirklich um den Leuchter des Jehudah Makkah vielleicht um denjenigen, der von Herodes bei seiner Ei rung des Heiligtums an die Stelle des tnakkabäischen Leu gesetzt wurde, handelt, wäre zu erwägen. Von Herodes \ wir auch aus der Literatur, daß er sich nicht scheute zun setzen seiner Untertanen heidnische Embleme am Temp zubringen, und seine Prunksucht hätte auch zu einer n ren Verzierung des heiligen Leuchters Anlaß geben kt Ks kann sich bei dem fraglichen Bildsclunuck auch um freie Zutat des römischen Bildhauers handeln, zumal ü Triumphzug mitgeführten Juden, wenig jüdische Chai ristika zeigen. Hat man doch auch an anderen Triumph die unterjochten Völker nicht naturalistisch, sondern i siert dargestellt, so daß alle Abbildungen am Trojans! keine sichere Unterlage für eine Beurteilung geben, andere antike Darstellung des siebenarmigen Leuchters be sich auf der Münze des Antigonus Mattathias (Katalog British-Muscums von Hill Nr. 56), das kleine Stück zeigt im allgemeinen Aufbau nach biblischem Bericht, läßt aber Linzel heiten der Verzierungen erkennen. Auf anderen Ml kann man nicht einmal deutlich zwischen einem Baum einem Leuchter unterscheiden, so daß die Münzen kein g netes Vergleichsmaterial für die exakte Beschreibung de; norah des Tempels abgeben. Der letzte Leuchter des Tempels ist untergegangen, \ auch die Sage daß ihn die bösen Vandalen bei der Zersti Roms vernichtet hätten, noch der Begründung bedürfte aus den vorhandenen Abbildungen und Beschreibungen W« wir kein klares Bild von seiner Gestalt erhalten. Bekam war es verboten diesen siebenarmigen Leuchter für rii Zwecke zu kopieren, nur 5, 6 oder Sarmigc Leuchter durfte;m seiner Stelle gefertigt werden; ein Verbot (Men. 28b), das ich übrigens auch auf alle anderen Ceräte des Stiftszelts und Jer Tempel bezieht. Line Kopie dürfte sich also auch nicht n finden, daß der Leuchter aber die Phantasie des jüdischen kes immer wieder beschäftigte, beweisen neben den literaris Uucllcn zahlreiche Darstellungen aus der Zeit nach der nichtung der politischen Selbständigkeit und nach der Kp des Tcmpelkultus. Zahlreiche Bilder siebenarmiger Leuchter zeigen die ( Kläscr und Flaschen, die in jüdischen Gräbern, hauptsäc' in Rom gefunden wurden, (iarucci hat sie zuerst in seiner schichte der christlichen Kunst ausführlich beschrieben und anderen jüdischen Dekorationen verglichen; unterdessen noch weitere Stücke aufgetaucht. Da der Verfasser dieses keh Seisonkelt so fine > es ■der e Otters ^H'll Eatan- .lielen, eine im ktewn i >aligen :inc idet des den eine zen und dg Mt oim i (IHK illü len ich ■lle Fragment einer Synagogenschranke aus Asdod (nach Aufnahme von Thicrsch) >. 291 «us „19. Veröffentlichung der deutschen Orient-Ciesellschaft: Kohl, Watzinger, Antike Synagoge in Galiläa".