Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 14 (5.4.1929)
- Date
- 1929-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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$emeiti6eblatt D&R ISRAELITISCHEN REUGIONSGfrM&INDE- ZU I CJD7ifL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT Lib I ■ 1^7 DER GEMEINDEVERWALTUNG! |i (.ciiu'liuU'blalt irsdulnl |rden 1 rclta« und wird A MltgHrdt'rn da Rrll|ilons|irint»lndc unrntKoltlldi dt I) die Post /u^rsullt — Schrlftlcttuiig: .indcrabbliUT (Justav Cohn, Leipzig Löhrstrafic lO NUMMER 14 / JAHRGANG $ FREITAG S. APRIL 1920 AmeisenYcrwftltunf iml Drink: Bucbdnidccfd tumM Mdi Leipilf, Itrüdi iüir. SO - Fcrnrul 70006 - rat- Scheck Leipzig 5.V<2" - Nachdruck nur mit Quellenangäbe unil mit (icnehmlguni, des \ III flMt I■ gcstutlct DIE MENORAH DES TEMPELS Die Mcnorah dos Tümpels wird In der Bibel öfter beschrieben, trotzdem ist es nicht möglich, eine genaue Anschauung ihrer Gestalt und ihrer Benutzung zu er ten. Im Tempel zu „Siloh" ist eine Lampe, kein Leuchter gemeint, die scheinbar nach I. Sam. HI/3 nur nachts brannte. Im I. Buch der Könige V11 '49 werden zehn goldene Leuchter erwähnt, von denen fünf rechts und fünf links des ,.lu ir" standen. In Jer.____ III 19 sind die Leuchter ebenfalls zu finden, dagegen fehlen sie in der Parallelstelle II. Könige XX\ 14. - Über die Benutzung der Leuchter im Salomonischen Tempel haben wir leider keinen genauen Bericht, aber die überlieferte Au zahl — zehn beruht in eifelhaft auf alter Ti dition. Hatte Salomo auch keine goldenen Lc chter, so hatte er v rsebeinlich solche au- Bronze, die von Iii r. i aiiKefcrtiKt waren. Der siebenarmige b chter des Stiftszelts iv im Kxodus XXV 31 ii XXXVII/17 beschrie b(; diese Stellen wer i von den BilxMkriti ii allerdings in nach ische Zeit verlegt, *'-+>; .•—-». - V? 0m . "' nr* ^rfM .»< i tl. l*$A\ •"■ nk <>J.J3 Beute aus (.'cm Tempel in Jerusalem — Relief am Titusbogen Aus Srringer. Handbuch der Kunstgeschichte. H«nd I, 12. Auflage. Alfred Kroncr. Vertag, Lcip/ic il sich die Beschreibung auf den Leuchter des zweiten Tems beziehen soll. Jedenfalls handelt es sich nur um einen ichter, der aus reinem Golde bestand und deshalb „mcnorah >ra" genannt wurde. Von einem Fußgestell, das nicht näher ichrieben wird, «hin der Stamm aufwärts, von diesem zwei« die Arme in drei Punkten senkrecht (?) nach oben ab. Der imm wird als vierkantig und jeder der Arme als dreikantig zeichnet, alles war reich mit Blumenkelchen verziert. Diese lebe hatten die Gestalt von Mandelblüten, denn dieser Naturin entspräche etwa die Bezeichnung Knollen mit offenen lOSpen. Auf den Annen standen sieben besonders gearbeitete mpen, die zur täglichen Reinigung und Auffüllung entfernt werden konnten. Da die Lampen augenscheinlich Schnauzen hatten, aus denen die Dochte herauskamen, wandte sich das Licht hauptsächlich nach einer Seite; die Lampen wurden so gedreht, dali die lichtspendenden Öffnungen nordwärts zeigten. — Dieser Leuchter scheint im ganzen mit dein zuerst in Zech. IV 1 beschriebenen Uberein zu stimmen, doch findet sich eine Verschiedenheit. Der letztere hatte sieben Arme, während der zuerst im Kxodus erwähnte nur sechs Arme besaß, w ährend das siebente Licht in der Mittelachse befestigt war. Beide stellten einen Baum mit sechs bzw. sieben Armen dar, was durch die Tatsache unterstützt wird, daß der im Kxodus beschriebene Leuchter mit Mandelbluten geschmückt war. Die Annahme, dali dieser siebenarmige Leuchter symbolische Bedeutung hatte, wird durch die Stelle bei Ze charjah befestigt. Die sieben Lampen können als die Vertreter der sieben Planeten, die die Augen Gottes darstellen, angesehen werden. Das Licht im Mittelpunkt, das besonders hervorgehoben wird, würde dann Sonne den bedeutendsten Planeten bezeichnet. Ls ist } die möglich, dali damit die mystische Vorstellung eines himmlischen Banners verbunden war. dessen Ausdehnung bis zum Himmelsgewölbe reichte und dessen Früchte die Planeten darstellten. Wie die Zusammenhänge mit dem Mandelbaum entstanden, ist unbekannt, aber es ist möglich, dali die Vorstellung der Sterne durch die Mandeln erweckt werden sollten. Übrigens ist auch der grünende Stab Aarons in der biblischen Erzählung eines Mandelbaums Zweig. Der Symbolismus des sieben armigen Leuchters war wohl durch fremden KiniltilJ entstanden: es sei daran erinnert, dal.i z. B. die sieben Hauptgötter der babylonischen Religion eben die sieben Planeten sind, die