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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-03-01 · 9 (1.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
9 (1.3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ßrairinö cbktt D&R ISRAELITISCHEN RELIGIONSGE-M&INDE-ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! |), t.rmeindehlalt erscheint jeden I'reitag und wird ,|, Mitgliedern der Rrllglonsgemelndr unentgeltlich durch die Post zugestellt — S <- h r i I t I e I t u n g : Gel riuderabblncr (»ustav Cohn, Leipzig, Löhrstraße IO NUMMER 9 / JAHRGANG $ FREITAG 1» MARZ 1020 Anzelgenventaltung und Unuk: lUidulruikerei August Pries, Leipzig, Hrudcrstr. SO - Iernrut 7tM)tX» - Postscheck Leipzig 5.VJXO — Nadidrudc nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestaltet LEIPZIGER MESSGASTE cL W ©cimmifif)>$l)oc. %tul cJq/fr, stMtf <& /. ©lernt ZÄ< / 6 J$. / £ afyt- > ftjs, rornnton fc^Vv^ /P-W, ton A'179* W XJ&4,"¥* * , mrlfcrt M an um #U&r, -4« ««/. am fyot> Wuf fid) mit birfrm pcttrl, ben wr, in bfr3ubfn-Or6nung^. 4. unfc5.gr« jrtjtfn (Straft txrtr 20.?(»(af innrrr>dlb 24-Jgtunbcn guerjt auf fc« Sl«««/, um> fbtarm tan btnm ©tabtfymdjtra amwlbcn. / Die Qeschichte der .luden in Leipzig zeigt eine Besonderheit auch darin, daß sie nicht erst, wie die Geschichte der .luden anderer Städte, mit der Seßhaftwerdung von Jüdin in Leipzig beginnt; sie umfallt in der schon etwa zwei Jahrhunderte zuvor einsetzenden regelmäßigen Teilnahme von Juden aller Teile Deutschlands und außerhalb seiner Grenzen an den Leipziger Messen ein ungemein packendes Kapitel. Dieses Stück jüdischer Qeschichte hat seinen eigenen Reiz einerseits darin, daß es einen äußerst klaren Einblick in die Stellung gewährt, die gegenüber den Juden von den Behörden in keineswegs freundlichen Maßnahmen und Ven rdnungen bekundet wurde. (Diese Blätter hallen darüber eine Reibe v< 11 Studien veröffentlicht.) Nicht minder anziehend wird die Betrachtung dieser Verhältnisse diu! ich, daß sie aus dem jüd dien Leben dieser Jahrhunderte Milder von im wöhnlicher Mannigfal keit und farbiger Lein igkeit aufweist; die Mi sestadt war ja Mittcl- I»!! eines Netzes, in dem Ni l aden aus so zahlrei hen jüdischen Gern Jen vereinigten; die I i irrung dieser Beziehungen läßt so manche kulturelle und wi schaftsgeschichtliche Linie verfolgen, die zu äußerst bellt ' sanier Bereicherung der aus anderen Quellen gewonnenen Ki müsse leitet. Wie ungewöhnlich vielgestaltig diese Beziehungen gewesen xi wird aus der neuesten Veröffentlichung deutlich, die sich »1 die „Leipziger Meßgäste" bezieht1). Schon 1668 hatte der Ri versucht, zum Zwecke einer genauen Zollkontrolle die ) hr. M.i\ Preadeataal (Rabbaaci in Nlrabergk Leipziger Metafstc. Mischca Bcsacacr der Lclpiiier Mestn in den Jahren I6TS I7<>4. Mari a. M. (J. Kaafmaaa Verlag). (Scbriftca der Qcselltchafi zur errai dir Witseatchafl des ledentanu Nr. •?<».) Vh. M 3tiDen»3rttri im 11 fjfäut*: t Zf'A fok S < \ ■' 14*. ' 7/777 ' c '■ * f Torzettel vom Jahre 1790 namentliche Meldung aller jüdischen MeBbesucher durchzuführen. Doch erst seit der Neujahrsmesse 1675 gelang es mit Hilfe strenger Anordnungen, diesen Plan auszuführen. Jeder jüdische MeBbesucher hatte am Tore einen Torzettel zu lösen und diesen binnen vierundzwanzig Stunden auf der Wage gegen einen Abgabezettel und auf der Gerichtsstube gegen einen Schutzgeldzettel umzutauschen. So gelangten die Meßbehörden zu genauen Übersichten über die die Messe besuchenden Juden, soweit sie die den Juden auferlegten besonderen Abgaben zu tragen hatten. Die Listen, die darüber aufgestellt wurden, sind glücklicherweise in den Archiven noch aufbewahrt: sie sind nun in äußerst sorgsamer Bearbeitung in der Reihe der „Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" allgemein zugänglich gemacht worden. Vom Standpunkte des (ieschichtsforschers mag man den Behörden dafür Dank wissen, dall sie diese Übersichten aufgestellt und uns damit die Möglichkeit gegeben hüben, noch heute die Namen von 81 937 luden zu keimen, die in den Jahren 1675 17M während der drei Leipziger Messen hier weilten. Wer die Listen zu lesen verstellt, wird in ihnen aber weit mehr als bloß Namen erkennen. Der gelehrte Herausgeber, Dr. Max Freudenthal, weist in seiner knappen Einleitung auf die vielfachen Möglichkeiten wissenschaftlicher Auswertung dieser wichtigen Qeschichtsquelle hin denn nur als solche gibt er sie wieder : aber schon diese Andeutungen zeigen, wie interessante Tatsachen diese Mcßlistcn erkennen lassen. Naheliegend sind statistische Betrachtungen über die Zahl der MeBbesucher, die das Anwachsen und Sinken deutlich machen. Ostern 1675 sind 329 Meßbesucher verzeichnet; ziemlich lebhaft, wenn auch mit Schwankungen, steigt die /•»» «V» f & / Jtt S

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