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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Ii |anuar CKMI-INDlillLATT DI-K ISRARUTISCIIHN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite s Neue Bücher Ol Khi tuper: Seit /u J Sur; KCl. WCl für i s I Li s s st u c r, Das Weib dos .lephta. I Irama in Akten. Berlin n (Oesterheld & Co.). „Vergangene Qegcnwnrt" Ist Ernst Lissauers Dr.mi.i „Das Weib des tha". Ein iraltes uad doch ewig-neues Menschheitsproblent ist in ein;hei Qcwaad gekleidet. Schon wil Uneltcn bewegt die Menschheit die Dürfen Eltern, welche die natürlichen Betchltiei dei Kindel sein dieses Ihren eigenen Idealen tum Opfer bringen? Die getarnte indische ntohtiüdischc Geschichte bis In die IQngstc Qegenwarti den Weltkrieg. , kü'I uns Beispiele, wie Eltern »in eines IOtiten Qatea willen« wie ien< Vaterland) l.lir«.-. Treue. Heldenmut! selbst vor dem schwersten . der Hingabe des Lebens ihrer Kinder nicht zurückschreckten. Jcphta. dem Richter über Israel, der. einem QelObde zufolge, sein der Qesamtheit opfert, und seinem Weihe stellt Lrnst l.issauer SWel pole auf. Jcphtai der Mann, opfert seinem Qotl und seinem Volk sein lliches (ilüek, erkauft den Sie« für sein Volk mit dem Tnd seines Kindes. clb dagegen übrigens eine Phantasiegestalt des l Heiners , die Iiis harten Prüfung eine Pührerin in Israel war. voll Qottergebenheit, voll und Liebe um ihr Volk, voll PflichthewuBtsein und Verantwortung?- ist vnii dem Moment au. da es um das Leben ihres Kindes Kellt, nur \ elb, nur noch Mutter. Alle Ideale versinken in ein Niehls. Iis nibt keinen Qott, kein Volk, keine Pflicht, keine Ehre mehr. Die Liebe tum \\ wird tum Halt, das (iiitivertraiieu /ur wilden Auflehnung) die Vericil mit dem Volke, als wäre sie nie gewesen. Mit wilder Leidenschaft -ie um ihr Kind, flüchtet mit ihm in die höchsten Qipfel des Gebirges, und darbt, rillet mit Qotl und Menschen die Szene, in der beide li.iiii i um das Kind kämpfen, ist von höchste! dramatischer Wirkung und k.nm is duch nicht retten. Aus der Tiefe ihres Sehmer/es erhebt sie sieh vi -11r einstigen QrttBc. Her Sehnten weilet ihr den BÜCK für das Leid der anderen. Ihr Schmerz wird min SS einer wilden Anklage gegen den Krieg, ich ihr. unsanligcn Menschen das Qlück zerstört hat. Es erwlchsl aus dem Drama die Erkenntnis, dal in dem groBen Weltgeschehen leisten Endes i r Mensch doch nur sein ureigenstes, kleines Menschenschicksal lebt, i sich das WcItKcschchcu aus un/ählik'en hin/clschicksalcn zusammensetzt, wird deich immer wieder das Ehltelerlebnis /um Menschheit scrlcbnis. \iich unsere allen Erklärer haben mit dem Problem, das |etxt Ernst i r behandelt, gerungen. Auch sie lehnen gleich dem modernen Dichter du Tal des balbheidnischen Jcphta ab. Liu Midrasch legt der Tochter des l. die anklagenden Worte in den Mund: ..Oer Erzvater Jakiib hatte doch ii lelobt: .Von allem, was I Iii mir gibst, will ich Mir den Zehnten neben'. I i doch aber keines seitler \2 Kinder geopfert. Befiehlt denn die Schrift, dal ein Mensch seine Kinder darxubrfngCU hat? El hcilit vielmehr: .Wenn ein Mensch ein Opfer darbringen will, so bringe er es vom Vieh, von Kindern miii Schafen, aber nimmermehr von Menschenkindern.'" Oder ein anderer irer sagt: ..Jcphta opferte seine Tochter, weil er tchriftunkandig war. in aber konnte Ptachas. der Hohepriester, das Unheil nicht verhüten? Plnehas hochmütig war. I!r sprach: .Ich bin ein Molierpriesier und Sohn Hohenpriesters, Sollte ich mich gering machen und mit einem ge- Maune reden?' lephla. der Richter, war aber ebenfalls vidi Hochmut. i.kIi: .Ich bin das HaUpl der Stamme Israels, das Haupt der Fürsten, ich da Von meiner Wurde herabsteigen und SU eitlem Bürger Kellen?' II Uli sündigen Hochmut dir beiden muütC die l'nulilcklichc ums Leben ki neu. sie sind schuld an dem vergossenen Blut." Die Bibel ist reich an dramatischen Stellen; immer wieder schupfen mc Dichter ihre Stoffe aus ihr und beweisen damit, wie zeitlos und r Ewigkeitswerte die biblische Darstellung ist. I'.. C .. n. Das Maatie-liuch. ..Allerlei Geschichten", ki druckt in Amsterdam im 1723, ist von Hertha Pappoheim übertragen worden und erscheint \ rti nächsten Jahres, Es ist eine Sammlung von 290 Geschichten, Legen- Volkserslhlnngen. die neue Einblicke in das allgemein kulturelle l eben damaligen /eil und in den indischen Sagcnschatl vermitteln: in sprach- Sichtlicher Hinsicht ist es besonders interessant. Der Jüdische I raueni hat die Herausgabe des Baches übernommen und erbittet Subskriptioaslungen 'das Buch kostet 6. KM. pro smiki an seine Qeschüftsstelle. iin N M. Monbiioupl.it/ in. v rein zur Kürileninj; ritueller Speisehiiuser. XXVIII. Lilir«.. Nr. I7t>. Rechtzeitig für die Zeit der Winterreisen veröffentlicht der rührige Verein Förderung ritueller Spcisehünser eine neue Ausgabe (Deiembcr 1928) CI /um unentbehrlichen Reisebegleiter für alle rituell lebenden luden Kell Wai Wei Kr Geben I. u. II. HypOitheken zu besten heii i n a u ii ni n Hausverwaltungen Kredite Wechseldiskont Linzue; von l'<irdcrunnen Kaufmann «&> Frasleer. Moan.-fles. Ilankücschäft / Leipzig, Blttcherstr. 19 wordenen Verzeichnisses der Speisehluser, die als rituell ZU empfehlen sind. Neue Eintragungen sind in Chemnitz, Erfurt, Köln a. Rh., Brünn und Stockholm verzeichnet. Allen denen, die auf ihren Reisen rituelle Verpflegung suchen, kann die Erwerbung der Mitgliedschall nur aufs wärmste empfohlen »erden; nicht minder wertvoll sind Vorderer, die durch ihre Mitgliedschaft dazu beitragen. daB das Netz ritueller Qaststlttcn initiier umfassender gestaltet wird (Hamburg 1. Dornbusch 41. Unsere Gemeinde Warnung! Iis wird hierdurch wiederhol! darauf aufmerksam gemacht, daß I lerr Max R u hin, Leipzig. Yorkstr. 8, n ich! i> e r e c Ii - t i k t ist. Für die I.e i i> / i :sre r Studentenhilfe Gelder zu sammeln. Sollte er es versuchen, so wird gebeten, sofort Herrn Rabbiner Dr. Qoldmann, Leipzig C 1, König- Johann-Str. 17 (Fernspr. 21667), telephonisch in Kenntnis zu setzen. Kassierer des Y e r eins ist zur Zeil lediglich der um einem gültigen Ausweis versehene Herr M a \ M e v e r. Leipzig- Lindenau. TaRunjr. der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände Am Sonntag, dein I.'. ds. Mts. tagen die Vertreter der Landesverbände, die sieh zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, in Leipzig. Die Beratungen finden in den RSumcn der Leipzig- Loge statt, die zu diesem /wecke zur Verfügung gestellt wurden sind. Aufführung des Hirns: Frühling in Palästina Die Aufführung des neuen großen Kulturfilms „Frühling in Pal Ist Ina" findet Sonntag, den 20. Januar, vormittags ll-'i I hr. im K ö 11 i g. s p a v i 11 on, PromenadenstraBe, statt. Der Film ist von Wilhelm Prager, dem bekannten Ufa-Regisseur von „Wege zu Kraft und Schönheit", bearbeitet und besitzt eigene ortentallsch~]üdische Musik, von Kapellmeister Lampel-Jerusalem zusammengestellt. Näheres stehe Im Inserat der vorliegenden Nummer. Kleiderstelle Humboldtstraße 13 In zahlreichen Haushaltungen liegen in Schränken oder .1111 dem Hoden nicht nielir benutzte Kleider, Mantel. Schuhe, Wäsche. Anzüge, Ueberzieher und dergleichen für Männer, Frauen und Kinder. Die Kleiderstelle Humboldtstraße 13, die bekanntlich zu außerordentlich mäßigen Preisen an die bedürftige iüdische Bevölkerung Leipzig Kleidungsstücke aller Art, Wasche usw. abgibt, spricht die Bitte ans. dall ihr zur Ergänzung ihrer gerade ietzi besonders stark in Anspruch genommenen Bestände gebrauchte, aber noch gul erhaltene Qcgenstände der genannten An überlassen werden. Bei entsprechender Mitteilung an Frau Alma Cerf, Pfaffendorfer Straße is (Fernruf 23734), werden die Qegcnständc auch abgeholt. CT. Central - Theater Betriebe Anton Schneider C.T.-COSlnO das eleganteste Tanz-Cabarett Der große Erfolg! Künstlerische Leitung : Direktor Kurt Kaiser

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