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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
5 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Numn Hngsausfall in den Jahren 1930 \9M für eine iüdisehe Herufspolitik auszunutzen. Hierfür sei die Schulung und Bereitstellung besonders qualifizierter Berufsberater fflr Qroßgemeinden und Bezirke notwendlg. Zu den brauen der jüdischen geschlossenen rürsorge schilderte Dr. Hanna Eisfelder auf Qrund eigenen Er« lebens bzw. eigener Mitarbeit In lüdlschen Anstalten die Not des lüdischen Anstaltskindes, Mine Auflehnung und Ablehnung gegen eine Erziehungsform, die die Individualität des Kindes unterdrücken und es unkontrolliert der Willkür nicht innner qualifizierter Erzieher preisgeben. Hr. Paula Kronhelmer sprach Ober die Schwierigkelter der lüdischen Fürsorgeerziehungsanstalten und die Maßnahmen, ihnen zu begegnen. Die Anwesenden betonten sehr stark den fragwürdigen Charakter der Fürsorgeerziehung überhaupt, forderten weit- ... de Ersetzung der Fürsorgeerziehung durch freie Unterbringung in Familien, Waisenhäusern und Landhelmen und sprachen sieh Im übrigen für eine Unterstützung und stärkste Beschleunigung der im Qange befindlichen Reformmaßnahmen aus. An Hand langjähriger praktischer Erfahrungen berichtete Hilde Hochv» a I d über E r n e uerungsbestr e bungen in der i ii d i s c Ii e n h a I b o f f e n e n P ü r s o r g e. Sie forderte u. a. eine enge Verbundenheit der Mitarbeiter dieser Institutionen mit den Eltern und eine genaue persönliche Kenntnis des Milieus, dem die Kinder entstammen, Sie beklaute den Manuel ausreichender Einrichtungen für das indische Kleinkind, insbesondere von Tagesheimen für Säuglinge und Laufkinder. Nach weiteren Verhandlungen über Jugendpflegearbeit an der bisher unorganisierten Jugend, über Ansatzpunkte der ehrenamtlichen Mitarbeit von Jugendlichen In Wohlfahrtskommissionen sprach .ibsjilultend Martin Sobotker über Tatsachen aus dem leben der indisch e n QroBstadtfUgend : er wies auf die schwierigen Probleme der Berufsumschichtung und Berufsberatung hin. Die Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästinas \m 2'<. und 30. Dezember 1928 fand In Merlin im Bürgersaal des Rathauses die Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästinas statt, die von einein vorbereitenden Komitee einberufen war, um alle Kreise Innerhalb des organisierten Zionismus und die Kreise der lüdischen Sozialisten in Deutschland, die sieh um das Werk der palästinensischen Arbeiterschaft gruppieren, zu vereinigen. Die Konferenz war von Delegierten aus allen Teilen Deutschlands stark besucht. Inabesondere aus den Kreisen der zionistischen Sozialisten und der allgenen sozialistischen indischen Jugend. Her Eröffnungssitzung am abend wohnten mehr als 7IMI Teilnehmer und Uäste bei.! >r. Martin Ii u b e r - Heppenheim sprach über das Thema: W r - 11 m m u I! der zionistische Aufbau Palästinas sozialistisch sein? Her Referent setzte sieh in seinen Ausführungen eingehend mit den Problemen der Verwirklichung sozialistischen - auseinander und stellte die Polle Palästinas im Rahmen der historischen Begebenhelten der Qegenwart dar. i Naoht a11• Berlin stellte die soziaI is11sche Wirtschaftspolitik in Palästina dar und setzte sich unter dem Gesichtspunkte der tatsächlichen Verwirklichung mit den einzelnen Schritten des konstruktiven Arbeiterwerkes In Palästina auseinander. Hieraul sprach David Remez (Palästina) über den Stand der kolonisatorischen Tätigkeit der Arbeiterschaft in Pal äs t i n a. Er wies insbesondere die Anuriiic zurück, die von seiten der nichtzionistischen Kreise im Zionismus gegen das Arbeiterwerk erhoben werden. Nach Abschluß; der Aussprache referierte S.dm.in RU baSC ho W-Palästina über die W e 11 k o Ii f e r e n z für das arbeitende Palästina und die Arbeit in Deutschland. Er begründete die Notwendigkeit einer Weltföderation für das arbeitende Palästina, die auf einem hierfür einzuberufenden Weltkongreß gescl Ren werden soll. Die Aufgaben der in Deutachland zu gründenden Organisation sollen sein: Zusammenfassung det das Werk der palästinensischen Arbeiterschaft gruppierten Kl Information über die tatsächlichen Qegebcnheiten des Landes Paläs m und des Arbeiterwerkes, politische und moralische Hilfe füt , palästinensische Arbeiterschaft und finanzielle Unterstützung Aktionen. In einer einstimmig angenommenen Entschließung heißt es u Her Aufbau in Palästina ist nicht nur eine allgemeine indische |. gäbe, sondern auch eine Aufgabe von allgemein sozialistische! deutung . . . Es «ilt, das Heispiel einer nationalen kolonisatoris Arbeit ZU «eben, die sich freihält von der Ausbeutung und l drückung der Bevölkerung anderer Nationalität, es «ilt. Innerhalb neuen lüdischen Heimstätte die Kräfte der Arbeiterschaft neuen andersgerichteten sozialen Kräften zu unterstützen. Der Bundestag des Zeire-Misrachi in Hamburg Obwohl der zweitägige offizielle Bundestag erst am Ibens s. dem 25. Dezember \. J. begann, waren doch schon am Sonntag 200 auswärtige Teilnehmer in Hamburg. Früh und abends in Synagogen erweckten besonders die Leipziger mit ihrer Klint besondere Interesse der Hamburger geselzestreucn Judcnhcit. 1 s l asten dauerte noch länger als anderswo, da abends das Essen i rechtzeitig fertig war. Dafür wurden aber die Chawerim bei r öffentlichen Kundgebung entschädigt. Eine so würdevoll und feierli i Veranstaltung erlebt man selten bei Organisationen lüngerer M sehen. Neben den Gemeinde- und zionistischen Körperschaften hal n alle Richtungen und Parteien von der Agudah bis zu den Logen Tagung durch Ansprachen begrüßt. In all diesen Ansprachen diu. sich die tiefe Achtung vor der ernsten Arbeit des Hundes im Diel von „Thorali wa'Awodah" aus. Hie Tagung selbst stand im Zeichen einer der lebenswichtig* Fragen der gesetzestreuen Jugend: die Ansprache über „Thor und Sozialismus" sollte stattfinden. Ein kurzes, aber äußi gründliches Referat von Hr. S. Schlesinger (Köln) leitete sehr lebhafte Diskussion ein. Wenn man auch einen einzelnen erw. - neu muH (Schercschcwsky [KönlgsbergD, der sich gegen den Sozi.i iiius aussprach, so stand der größte Teil der Redner wie der I nehmer auf dem Standpunkt, daß der Grundsatz Thorah wa'Awodi Thorah und Sozialismus bedeutet. Nur ist ihr Ausgangspunkt nicht i historische Materialismus, sondern gerade im Gegenteil die ethis halachlschen Polgerungen aus der Thorah. der Glaube an die göttlii Verpflichtung der Gebote. Wie einer der Chawerim sauic: Unsi innerste religiöse Uebcrzeugung fordert den Kamin' für eine klass, lose Gesellschaftsordnung, um die Verwirklichung der Thorah Hak' scha zu ermöglichen. Einige Redner sprachen sich gegen das \\ Soziallsmus aus, damit man uns nicht mit marxistischen Parteien einen Topf werfe. Dies sollte uns ein Beweis mehr iür die verheeret Wirkung der feststehenden Begriffe sein. Durch die stärkere BetOIIU des Grundsatzes ..Thorali wa'Awodah" m der Verfassung fand dii Aussprache ihren Niederschlag. Eine zweite wichtige Präge war die der neuen Jüiigeren-Arb im Hunde (in den sogenannten Brlth-Hanoar-Oruppcn). Eine lebhai Auseinandersetzung mit der Ideologie der „Esra", wurde von d zahlreichen Chawerin. die auch im „Esra" tätig sind, hcrvorgerufi Unter den Resolutionen sind einige, die besonderes Interesse \ dienen, z. B. die Verpflichtung für Kereu Kaiemeth-Arbeit. die Hervi hebung des Hebräisch-Lernen. Fast einstimmig wurde die Rcsoluti für die Beibehaltung der heutigen Form der Zionistischen Vereinigt! dir Deutschland angenommen. Alles in allem zwei herrliche Taue I die Chawerim. Aber selbst die sonstigen Führer indischer <>rua satIonen waren außerordentlich mit der Arbeit zufrieden. Neben d Führern der Hamburger Judenheil wohnten der Tagung: Raw Mei Herlin. Präsident des Wellmisrachi. Chawer M. Sehapiro vom Hai" Hamisrachi, Alexander Adler. Präsiden! des deutschen Misrachi. I Kanowltz von der Z. V. f. D. und andere mehr bei. Mittwoch, den 16. Januar ■ JÜDISCHER FRAUENBUND / ORTSGRUPPE LEIPZIG 1630 Uhr pünktlich B * — g M m m m m HOTEL HAUFFE ■ DiSKUSSIOtlStlCtCtltTIittCtg 1 io in «reiten Krcim bekannten Referat: ..Das Buch der jüdischen Frau" Frau Dr. Bertha Badt-Strauß,'Berlin I. erarischen Veröffentlichungen der Rednerin lassen einen besonders interessanten Vortrag erwarten. Hl wird deshalb auf recht zahlreichen Besuch nicchäet.

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