Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-12-21 · 51 (21.12.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
51 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4876568-5968788-5969068--2183-4879795
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

«zember 1928 Seile 3 Gemeindesitzung: vom 17. Dezember 1928 Amtliche Niederschrift Der Vorsitzend« crtclll dem Finanzdczcrncntcn Herrn Brcsii c r das \\'ort zu der aul der Tagesordnung stehenden Festsetzung Steuersatzes, Dieser nimmt Bezug aul eine den Mitgliedern der elndevertrctung zugegangene Vorlage und teilt mit, daB der mzausschuB einmütig dazu gekommen Ist, der Qcmcindcsitzung! rhebung einer Qemclndcanlagc von l-'".. der Reichscinkommcni /ii empfehlen, Herr Tumpowskj erklärt, daB er sieh diesem Vorschlage il ohne weiteres anschließen kann. Die Gemeinde müsse ebenso eine «rotte Zahl anderer Qcmcinden zu einem niedrigeren Satz men, Er wendet sich gegen eine Begrenzung der Steuer der ehstbesteuerten nach oben und schlagt dagegen vor, den Satz tctncln aul In"., zu ermäßigen. Herr Brcslauer trSgl vor. wie sich . Höchstgrenze der Steuer von des Einkommens auswirkt Herr Tumpowskj hofft, daB die Sparkommission zu einer istung des Haushaltes kommen werde, und hält es insbesondere möglich, die großen Ausgaben für die Fürsorge auf anderem .ils .ms Steuern aufzubringen. Die Finanzlage der Gemeinde ,ht so schlecht wie sie dargestellt sei. Neben der anderweiten ringung eines Teiles der Mittel für die Fürsorgcausgabcn, wozu rdings die Gewinnung der Sympathien aller Kreise der Gemeinde uilier der Verwaltung unbedingt die Voraussetzung sei. müsse Ersparnis In eleu Verwaltungsausgaben erzielt werden, Herr Brcslauer erwidert, daB alle die Bedenken des Vorers in der FiuanzausschuBsitzuiig eingehend erörtert worden .il Man müsse unbedingt Rücksicht auf die großen Steuerzahler .innen, die sieh weigern, unbegrenzte Steuern zu zahlen. Zwei Steuerzahler seien in letzter Zeil wegen der Höhe der Stenern dein ludentum ausgetreten. Mine Herabsetzung der Steuer auf wirke sieb bei der großen Masse der Steuerzahler nur unhedeuaus und Könne infolgedessen auch kaum dazu beitragen, der leindc Sympathien zu erringen. Dagegen bringe die Ermäßigung nhne Begrenzung der Steuer den großen Steuerzahlern eine noch re Belastung .ds bisher, was sieh aus einer in Umlauf gesetzten!■ iiistik ergibt. Herr Gut manu schließt sieb den Ausführungen des Herrn slaucr an und warnt, obwohl er ursprünglich eine Festsetzung ■ Steuer auf 10% im Finanzausschuß angeregt habe, vor diesem iz. Er nimmt ebenfalls Bezug auf die Statistik, die deutlich zeige, I auf die wenigen großen Steuerzahler, die den größten Teil der lern aufbringen, Rücksicht genommen werden müsse. IKrr Hr. Goldschmidl wünscht Vorlage der Statistik, wie Steuern \i>n Reichsdeutschen und Nlchtrcichsdcutschcn aufgelebt werden. Herr Seiinger vv anseht Schonung der Arbeitnehmer darch, daB diese nur 10% zahlen sollen. Herr Gott lieh weist auf die besonderen Leipziger Verhältnisse und empfiehlt den Vorschlag des Finanzausschusses, Frühcrc Beirut Ilgen, freiwillige Beiträge tur die Fürsorge zu erlangen, seien vollkommen mißlungen, und eine Änderung des Wahlrechtes werde keinen bessereu Erfolg zeitigen ,ds früher, Herr I umpowsky Wünscht Vorlesung der Stilistik über die Verteilung der steuern n.ich der Staatsangehörigkeit In nichtöffentlicher Sitzung, Herr Ste n tritt trotz schwerer Bedenken ebenfalls für 12% ein: er bemängelt die Abstriche bei den orthodoxen Belangen bei Aufstellung des Haushaltplancs, Hie letzte Acnderung des Wahlrechtes sei nicht geeignet gewesen, die Gcmclndcmitglicdcr zufriedenzustellen. Im nächsten Jahre solle man auf in"" heruntergehen. Tin Antr.ig des Herrn Dr, Halhcrstam aul Schluß der Aussprache wird angenommen. Es spricht noch Herr Tumpowsky, der sich vorher /um Wort gemeldet hatte. Ein weiteres Entgegenkommen in bezug;uii das Wahlrecht werde di r Gemeinde erhebliche Irciwillige Leistungen bringen. Nicht aul die grölten Steuerzahler brauche man Rücksicht /u nehmen, sondern aul die M.isse der Gcmcindemitglicdcr, die i;i außerhalb des Haushaltes gewaltige Leistungen darbringen, Herr Vorsitzender weist gegenüber einem Tadel des Herrn Tumpowsky darauf hin. daB die späte Einladung zur Finanzausschuß- Sitzung darauf zurückzuführen ist, daB die Unterlagen für die Steuerfestsetzung außerordentlich spät eingegangen sind, und die Steuerfestsetzung noch vor Schluß des Jahres erfolgen sollte. Herr Dr. Goldschmidt wünscht, daB die Statistik aber die Verteilung der Steuern nach der Staatsangehörigkeit durch die Presse unparteiisch veröffentlicht wird. Herr Du bin er erklärt, daß aus der Statistik nur in beschränk lein Malle Schlüsse gezogen werden können. Herr Sclingcr wünscht Verlesung der Statistik und spricht sich für das allgemeine gleiche Wahlrecht ans. Die jetzigen Reichsdeutschen seien ZU 30% frühere Ausiiiuder. Herr Tumpowsky glaubt. daB die Statistik aul die gegenwärtige Frage keinen Bezug habe. Herr Dr, Wohrizck weist daraui hin, dal! die Statistik keine Schlüsse auf die Siellerwilligkeit zulasse. Es sei aber mit Rücksicht .tut die voll Herrn Tumpowsky gewünschte Aufbringung der Mittel iiir die Fürsorge lehrreich, die Statistik zu hören. Seine Gesinnungsgenossen werden aus der Statistik keine Folgerungen ziehen, Heu Tumpowsky zieht seinen Antrag auf Verlesung in nichtöffentlicher Sitzung zurück. Die Statistik wird verlesen. Herr Tumpowsky wünscht eine Aussprache liber die Statistik. Herr Tu m po W s k > ändert seinen Antr.ig dahin, den Steuersatz auf Ii"., festzusetzen. Dieser Antrag wird gegen 5 Stimmen abgelehnt. Der Antrag des Vorstandes und Finanzausschusses auf Festsetzung auf I.'".. unter Begrenzung auf 3% des Einkommens wird angenommen. Es tritt eine PaUSC ein. Her Bericht über den zweiten Teil der Sitzung folgt. Unsere Gemeinde rklärunK. In Nr. 2 der „Leipziger Jüdischen Wochenschau' wird in uer Erklärung unter der Ueberschrift „Nochmals das Qeleindeblatt" der Versuch gemacht, die Verantwortung für die vi der Druckerei Teiclier gerügten Manuel bezüglich der liertellung und Versendung des Gemeindebiattes auf die Schrifti'itung abzuwälzen.;>er Unterzeichnete im in der Lage, die nrichtigkeil der von Herrn Teicher aufgestellten Itehauptunen l'inikt für Punkt zu erweisen. Kr will jedoch die Rerech- KUllg für die nutet seiner Mitwirkung zustande gekommene 1 mgestaltung für sich selber sprechen lassen lind lehnt es datier ab. auf die bisherigen, die Tatsachen in falsches Licht rückenden Behauptungen, w ie auch auf eventuelle künftige Angriffe zu erw idern. Rabbiner Ousta> Cohn. „Sonre für die Zukunft deiner Kinder, du sorgst damit auch für die Kinder der Armen" E i u e b evölkcrungspolitis c h c M ■ B n ■> h m c d e s I ii d i s c Ii e n F r a II e u b Ii n d e s. In einer Veranstaltung des Jüdischen Frauenbundes. Ortsgruppe Leipzig, die am 5, Hezember stattfand, sprach Frau Johanna Meyer. Herlin. über ..Hcvölkcruiigspolitisehc Fragen". In ihrem außerordentlich Interessanten, durch literarische Einschaltungen belebten Referat inline sie folgende praktische Gedanken aus-. Iii einem Artikel, der im Juli 1928 in der Zcdakah erschien und ietzl als Einzeldruck durch den Jüdischen Frauenbund erhältlich ist. gibt Hannah Karminski aus ihrer Erfahrung heraus in Sachlichkeit und Wärme einen Überblick über die soziale Arbeil im letzten Jahrzehnt: Tuberkulosefürsorge, Mädchenschutz, Bahnhofshilfe, Mädchenwohnheim, Studentinnenheim, Altersheim. Isenburg als Heim lar Mutter und Säuglinge. Eheberatungsstelle, das sind einige der grölten Aufgaben, die der Hund sich gestellt und gelöst hat. Hurch diesen Aufgabciikrcb isi die Qarantic gegeben. daB die neue Arbeit auf der gleichen Höhe mit den bereits erreichten Zielen Steht. Im

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.