Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 35 (31.8.1928)
- Date
- 1928-08-31
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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GEMEINDEBLATT DL R ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 4 tat ist eine direkte Folge der Lüge und V e r g e w a 11 i - g u n g, die mit solcher Spannkraft und Beharrlich« kcit von der russischen Regierung geübt wird. Das Verhältnis der Regierung zu diesem Ereignis ist nur ein neuer Beweis Ihres groben I goisutUS, der vor keiner Grausamkeit zurückschreckt, wenn es sieb um die Unterdrückung einer ihr gel ihrlich scheinenden Bewegung bandelt und ihrer völligen Gleichgültigkeit (ähnlich der Gleichgültigkeit der türkischen Regir rung gegenüber den armenischen Metzeleien) gegenüber den schreck liehen Greueltaten, falls diese ihre Interessen nicht berühren. Das ist alles, was ich anlälllich des Kischinewer Massakres sagen könnte, aber all dies habe ich schon längst gesagt! Jassanaja Poljana, 27. April 1003. Ihr Leo Tolstoi. jnsere Gemoind« Feiertagsabende für Einsame Von geschätzter Seite geben uns folgende Zeilen zu, denen wir gern in unseren l leuieindeblatt Raum gewähren. Wir sind gern bereit, zur Förderung des hier vorgeschlagenen Planes beizutragen und bitten solche, die sich au gemeinsamen Feiertagsabenden beteiligen wollen, ihre Bereitwilligkeit uns zur Kenntnis zu geben. Die Schriftleitung. „Nahen die I eiertage, dann ist mein Merz bei jenen, die aus irgendeinem AnlaS ohne Familie sind, denen kein Feiertagstisch gedeckt ist. kein Feiertagslicht leuchtet. Ich möchte meine Hände ausstrecken um sie alle, alle zu vereinen. Einer soll dem anderen das Fest verschönen, einet soll mit dem anderen in gehobener Stimmung zum Gottesdienst gehen und soll darnach eine St ilte wissen, an der seine l insamkeit Überbrückl wird. Auch jener gedenke ich, die mit ihrer Familie in eine fremde Stadl gek<.....neu sind, aber noch keinen Anschluli an (ilaubcnsgenossen gefunden haben, auch in ihnen bestellt der Wunsch nach Gemeinschaft Wäre es nicht angebracht, einen "Zusammenschluß zu schaffen, der solchen Einsamen, nach Anschluli Suchenden, (letegenheit gibt.sieh mit Glaubensgenossen in festlichen Stunden zu finden?" Schulaktus in der „Höheren Israelitischen Schule" Da der Verfassungstag, der II. August, im Freistaat Sachsen in die Schulferien Hei, hatte du Ministerium in einer Verordnung die Schulleitungen angewiesen, die \ 'erfassungsfeiern am Montag, 27. August, nachzuholen. So versammelten sich an diesem Tage auch Lehrerkollegium und Schülerschaft unserer hiesigen „Höheren ltraetitischen Schule" im Konferenzzimmer dieser Ans alt zu einer recht «eindrucksvoll verlaufenen Feier. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein eingehendes Referat des Studienass --Ts Herrn Dr. Michael über Inhalt und Bedeutung de: Weimarer Verfassung. Mit der Verfassungsfeier verbunden wurde die Geburtstagsfeier für den dienstältesten Lehrer der Schule, Herrn Dr. I'. J. Kohn, der in diesen Tagen seinen 50. Oeburtstag beging. Im Namen der Schulleitung und de- Lchruk illegiums uhci reichte mit besonders herzlichen \X orten Herr Direkt.>r Rabb. Dr. Carlebach dem Gefeierten eine silberne Esr igbUchse, Herr Dr. Cariebach wies in seiner Ansprache auf die langjährige Tätigkeit des Herrn Dr. K'ohn hin. die gerade in der Diszip.iu lies Religionsunterrichts nicht immer ,ii dankbare Würdigung erfahre, die ihr als einem der wichtigsten I aktoren in der I rziehung zukomme, wie aber gerade Dr. Kohn trotz all» in mit unverdr wsenem Eifer -einen Aufgaben nachginge und! (durch Achtung und Dankbarkeit in allen Kreisen, insbesondere d> r Schulleitung erw orben habe. I in Ausdruck dieser Schätzung des Jubilar- -ei die überreichte I h res gäbe. Auch im Namen der Schülerschaft übergab ein älterer Schüler Herrn Dr. Kohn ein wcrtvolb opo'd Lyssow Stick er-Pa sage, Tel. 2<)183 Spezial-Geschält feins er in- und ausländischer Schokoladen V. Hamann - Rumpelmayer Lindt und Kohler K o n f e k t e J les Geschenk, Von offensichtlicher Rührung ergriffen, dankte Herr Dr. Kohn für die ihm zuteilgewordene Ehrung und gelobte im An schluli au ein Talmudwort, das nur die dem Lernen gewidmeten Tage als wirklieh gelebt ansehen wolle, weiter alle seine Kräfte Schule und Beruf zu widmen. Herr Dr. Kohn, der nun über 20 Jahre innerhalb unserer Ciemeindc tätig ist, ist, in Ungarn gebürtig, Schüler des berühmten PrcISburgcr Rabbiners, des iqid dem Sohne des "IBIO 3riD in dessen Jcschiwah er mehrere Jahre hindurch den Grund für sein umfassendes Wissen gelegt hat. Auch der zu den ungarisch Großen zu rechnende Moses Grünwald s. A., Verfasser des Responsenwerkes nny und Leiter der berühmten Jeschiwa zu I lust, gehört zu den Männern, denen der Gefeierte seine tiefgründige jüdische Ausbildung verdankt, die ihn zu einem der bedeutendsten jüdischen Gelehrten unserer Stadt gemacht hat. Nach abgeschlossenen Universitätsstudien in Bern und Hasel folgte Dr. K., der auch im Besitze der Rabbiner-Autorisation ist, in noch jungen Jahren einem Rufe des Rabbiners Dr. Carlebach, um an der neu begründeten ReligionSSChule des Talmud-Torah-Vereins als Religionslehrer tätig zu sein. In dieser Eigenschaft als religiöser Jugcndbildncr hat er auch einer in früheren Jahren bestehenden Lehranstalt des hiesigen gesetzestreuen Verbandes, der später gegründeten Institution des Vereins Ahavas Torah, vor allem aber der seit 1912 bestehenden „Höheren Israelitischen Schule" und seit der offiziellen Uehernahme des orthodoxen Religionsunterrichtes durch die hiesige Religionsgemeinde der Religionsschule II treue Dienste geleistet, die von all' denen, die mit den Schwierigkeiten und Hemmungen, denen gerade der Religionsunterricht in unseren Tagen ausgesetzt ist. sKts volle Anerkennung gefunden haben. Trotz seiner umfangreichen öffentlichen und privaten l ehrtätigkeit hat Dr. K. immer Zeil gefunden, sich jüdischliterarischen Aulgaben zu widmen, die ihm, dun Besitzer einer der wertvollsten und reichhaltigsten Privatbibliotheken, inneres Herzensbedürfnis nd. Zeuge dessen -lud seine zahlreichen Artikel ■Ii jüdischen Zeitungen, seine Abhandlung über „rabbinischen Humor", vor allem aber ist in jüngster Zeit sein Name in der jüdischwissenschaftlichen Welt off genannt worden bei der durch ihn mit großer Liebe und Sorgfall besorgten Herausgabe des such in diesem Blatte bereits gewürdigten Werkes „Chasaka Raba", das den gelehrten Rabbi J I . Kr eh s. A. nun Verfasser hat und dessen erster Band bereits erschienen i-t und den ungeteilten Beifall aller Sachkenner gefunden hat. So wünschen wir dem noch immer jugendlichen Gelehrten, dem die Herzen all derer gehören, die ihn näher zu kennen das Glück haben, der besonders im Kreis, seiner Kollegen -einer hilfsbereiten und freundschaftlichen Gesinnung wegen Liebe und Hochachtung -ich m erringen wußte, auch für sein ferneres Leben n 99 rüstige Kraft und Gesundheit zum Heile seines verantwortungst illen Amtes, zum Heile unser« Gemeinde und ihrer Kinder! .Inns; Jüdischer Club Der erste Vortragsabend, für den, wie bereits angekündigt, Herr Dr. Mauritius Kahn -ich liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt hatte, kann in jeder Hinsieht als erfolgreich bezeichnet werden. Dir Reierent beie::-.h'.e'.e da, umfassende Thema „'PersSuHchkeit Poe^sdi-Kaffee1 rg I erhielt den •eis Detaiiverkaul: Hainstr. 16 18 — Königsplati 13 — Grimm. Steinweg 20