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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-07-13 · 28 (13.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
28 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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OEM ■LATT Herr Ho des: Gegen den Gottüeb'schen Vorschlag hat sich 4a« Rabbinat ausgesprochen. Wenn aber das Rabbinat die Verantwortung nicht übernehmen könne, so sei ein Beschluß der Gemeindesitzung ein Schlag ins Wasser. Wenn man den Öberaufseher nur für ein Jahr probeweise anstelle, so besteh« eine Sicherheit für den Fall, daß diese Probe versagt, denn die Gemeinde könne den Oberaufseher in diesem Falle unbedingt entlassen. Es sei äußerst wertvoll, daß das Rabbinat zugestanden habe, daß der Aufseher *ont Fleischer angestellt sein k»nn. Herr Qrosz beantragt Schluß der Debatte. Der Antrag wird Unterstützt und angenommen; zugleich wird beschlossen, die angemeldeten Redner noch zu hören. Herr Seiinger erklärt sich für den Vorschlag Oottlieb, wogegen Herr Tumpowsky sich Herrn Hodes anschließt. Es müsse versucht werden, so viel zu ersparen, daß das Kaschrus sich selbst deckt. Herr Gottlieb ist der Meinung, das Fleisch müsse jedenfalls verbilligt werden. Dies geschehe aber bei dem Vorschlag der Kaschruskommission nicht. Herr Mark endo rt meint, man könne nicht wissen, o bdas Rabbinat seine Ansicht, die es gegen früher geändert habe, künftig aufrechterhalte. b. Aufnahme eines Darlehens. Herr Breslauer führt aus, im FlniniailSSrhllfl sei angeregt worden, einen Ausgabenbetrag von 140000 Mark in einen außerordentlichen Haushaltplan anzustellen und dadurch de« ordentlich*«] Haushaltplan 2« entlasten. Diese Ausgaben betreffen: RM 30000.— flu Reparaturarbeiten an der Synagoge, RM 15000.- erste Zahlung für die Erweiterung de* Friedhof* geländes, RM 35000.— Schlußbedarf für die Friedhof.anlage, RM 60000.— Darlehnskasse. Für die Deckung seien vorhanden: RM 20000.— Baurücklage, wozu noch ein Darlehen von RM 120000.-- von Herrn David Biedermann, welches die* ser freundlicherweise zugesagt hat, aufgenommen werden kann» Nach kurzer Aussprache wird die Aufnahme des Darlehns ml dem Ausdruck des herzlichsten Dankes für den Darlehnsgeber genehmigt. 6. Die Wahl eines Synagogenkommissars wird zurückgestellt. 7. Aufwertung der Julius Ariowitsch-Stiftung. Herr Max Ariowitsch und Herr Dr. Hermann N alberst a.m haben, wie. der Vorsitzende mitteilt, '3000 Mark zur Aufwertung der Julius Ariowitsch-Stiftung der Gemeinde zugewendet. I Wovon mit Dank Kenntnis genommen wird. Die Sitzung wird geschlossen. Sächsischen Israelitischen Gemeindeverband«« am Sonntag, d. 10. Juni 1988 Fortsetzung und Schluß. 4. Festsetzung des Haushaltplans für das Jahr 1928 a) des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes, b) der Landeswohlfahrtsstelle, Punkt 8 der Tagesordnung: „Festsetzung der Beiträge" a) zur Zentralwohl fahrt stelle der deutschen Juden, b) zur Hauptstellc für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise, c) zur jüdischen Tuberkulosenfiirsorge in Berlin, und Punkt 9: „Erörterung der Frage der Ruhegehalts- und Hinterbliebenenversorgung der üemeindebeamten" werden mit der Beratung des Haushaltplans verbunden. Die Zcntrahvohlfahrtsstclle der deutschen Juden in Berlin hat in einer Eingabe gebeten, den Mitgliedsbeitrag zur Zcntralwohlfahrtsstcllc der deutschen Juden einheitlich so festzusetzen, daß 10 Pfg .auf den Kopf der jüdischen Bevölkerung entfallen. Der Beitrag der sächsischen (iemeinden beträgt hiernach rund 2300 M. Der Betrag wird wie im vorigen Jahre nicht im F.tat aufgeführt, sondern ist von den einzelnen (jenieinden zu errechnen und besonders an die Zentralwohlfahrtsstelle abzuführen. Dem Ersuchen wird entsprochen. Herr Prediger Hcimann. Plauen, bringt einen Antrag ein. der die | Ruhestandsversorgung der zwei ältesten judischen Lehrer von Sachsen zum (iegenstand hat. Nach eingehender Aussprache, wobei der Ausschult mit großem Interesse davon Kenntnis nimmt, daß , die Gemeinde Plauen die Ruhegehalts- und I linterhliehenenfürsorgung ihrer Beamten durch Beitritt zum Landespensionsverband Sächsischer (iemeinden in Dresden, Wiener Straße 28, in vorbildlicher Weise sichergestellt hat, wird beschlossen: Es wird eine Kommission eingesetzt, bestehend aus den Herren Dr. Levy, Dresden, Rabbiner Dr. Goldmaun, Leipzig, und Paul Katz, Zwickau, die die erforderlichen Unterlagen herbeiziehen und dem Verbandsausschuß spätestens bis zu seinem nächsten Zusammentritt detaillierte Vorschiige für die Ruhegehalts- und Hinterbliebenenversorgung der | Gemeindebeamten machen soll. Der Antrag des Herrn Rabbiner Dr. ' Goldmaun, Leipzig, in den Etat de* (ienuindeverhandes für das Jahr 1928 die rimune von 2500 M zum Zwecke der Pensions- und Reliktenversorgung für Beamte kleiner Verbandsgemeinden einzustellen, wird einstimmig angenommen. Der erst am 8. Juni 192S eingegangene Antrag der I lauptsteJle für jüdische Waudcrfürsorgc und Arbcitsnach- | weise in Berlin um Bewilligung einer Subvention von 50IH) M zur Errichtung einer jüdischen Arheiterkolonic und um l lebet nähme einer Sicherungsgarantie von 3000 M für das der HauptsteUe aus Reichsmitteln gewährte Darlehen bedarf noch eingebender Vor- | bereitung und wird deshalb zunächst zurückgestellt. Es wird foli ger.de Resolution des Herrn Rechtsanwalts Dr. Lappe, Chemnitz, angenommen: Wenn der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft der Lau- ' Oes verbände (Punkt 7 a der Tagesordnung) in der heutigen Sitzung bestätigt wird, und wenn diese Arbeitsgemeinschaft im lau- I fenden Jahre noch Mittel anfordert, so sollen diese nach Möglichkeit bewilligt und nach dem Reichseinkommensteuersoll auf die Verbandsgemeinden besonders umgelegt werden. Die eingegangenen Suhventionsgesuehe werden — ausgenommen das der Sächsischen Israelitischen Lehrervereinigung — für erledigt erklärt. Die Sächsische Israelitische Lehrervereinigung erhält wie im Jahre 1927 eine Subvention von 150 M, die aus dem Verfügungsgeld des Vorsitzenden zu bezahlen ist. Der Beitrag der (.iemeinden wird auf 21 °/oo des Reichseinkommensteuersollbetrags und der Etat für das Kalenderjahr 1928, der diesem Protokoll beigefügt ist, hierauf in Einnahme und Ausgabe gleichlautend zur Summe von 18000 M festgesetzt. Hei der Etatsberatung bemängelte Herr Tumpr*vsky, Leipzig, die Ungleichheit des Stimmenverhältnisses der Gemeinde Leipzig im Verbandsausschuß gegenüber dem Beitrage der Leipziger Gemeinde. Auf Antrag des Herrn Kahn, Chemnitz soll der Entwurf des Etats im nächsten Jahre den Verbandsgemeinden einige Wochen vor der Ausschußsitzung zugestellt werden. 5. Neuwahl des Verbands vor stand es — § 16 der Satzung - In den Verbandsausscliull werden für die Jahre 1928 und 1929 einstimmig gewählt: Herr Rechtsanwalt Paul Salinger in Dresden als Vorsitzender. Herr Siegfried Pionkowski in Dresden als stellvertretender Vorsitzender, Herr Karl Gold Schmidt in Leipzig als Beisitzer. Herr Rabbiner Dr. (ioldmann präsentiert für die Vereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen wiederum Herrn Rabbiner Professor Dr. Winter in Dresden, der dem Vorstand mit beratender Stimme anegehört. Als dessen Stellvertreter amtiert im Behinderungsfalle Herr Rabbiner Dr. Albert WolHA Dresden. Die anwesenden Herren erklären die Annahme der Wahl. 6. Herr Prediger II ei mann. Plauen, begründet den Antrag der Sächsischen Israelitischen Lehrervereini* gung, ihr „neben dem im Vorjahre eingeräumten qualifizierten Sitze im Ausschusse des Sächsischen Israelitischen (iemeiudeverbandes auch einen Sitz ohne Stimmrecht in dessen Vorstand zuzugestehen". Herr Rabbiner Dr. Goldmaun befürwortet den Antrag. Die Abstimmung ergibt 8 Stimmen für, 8 Stimmen gegen den Antrag. Die Annahme des Antrages würde eine Satzungsänderung bedeuten. Zu einer Satzungsänderung ist aber nach £ 11 eine Mehrheit von Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen erforderlich. Der Antrag ist also abgelehnt. 7. a) Bestätigung des Beitritts des Sächsischen Israelitischen Q em e i n d ev e r b a u d e S zur Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände, b) Bericht über die Sitzung der Vertreter dieser Landesverbände am 3. Juni in Köln und c) Bericht Ober den Stand der Verhandlungen, die Gründung eines Rcichsverhaudcs der deutschen Juden betreffend, d) Aussprache hierüber. Zu diesem Punkte übernimmt Herr Pionkowski den Vorsitz Herr Rechtsanwalt Sämiger berichtet über den Fortgang der Verhandlungen zur Gründung des Reichsverbandes der deutschen Juden, Insbesondere über die erste Sitzung der neugegrflndeten Reicb*.- arbeitsgcmeiuschatl, die am 3. Juni 1928 in Köln stattgefun len hat. An dieser Sitzung hat, auller ihm, dem Vorsitzenden, Hen Karl Goldschmidt, Leipzig, teilgenommen. Herr Siegfried Pionkowski hatte esine Teilnahme zugesagt, mußte aber wegen einer

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