Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 27 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSQEMEINDE, LEIPZIG Seite 4 2 Der S.I.L. außei dem Sitz im Ausschuß einen solchen ohne Stimmrecht im Vorstand zu gewahren. Beide Anträge wurden In den Sitzungen des Qemeindevcrbandes vom Berichterstatter persönlich energsch und lachgemiB vertrete*. Doch hatten si«. nicht gleichmäßigen Erfolg. Zum Antrag I wurde auf Ann gun der Herren Dr. Goldmann-Leip ig i nd Dr. Lappe- Chemniti ein Betrag von 2300— M in den Etat eingesetzt. Ferner wurde eine Kommission gewählt, die die t rage dr Pensioniert"" der beiden Beamten weiter bearbeiten soll. Iii' Antrige Heimana* Plauen, die beiden Beamten in Anlehnung an die staatlichen S.it/e zu pensionieren, verfielen, ebenso wie Antrag 2. der Ablehnung. Der Antrag 2 cil.mgt. nur e ue einlache, j die 1 u cht de erforderliche /.wi:di.ttilmeh.heit. Der Bericht erwähnte noch, call I lerr Dr. < g-Plauen die Ablehnung rat tiefem BeJauern in dem S.I.G Fcsts Ute und seine Wiedereinbringung ankündigte, Der Jahresbericht hl B um der Mitteilung, dali d r Berichterstatter zusammen inil Herrn Dr. Goldmann in der B.I.O. für einen Antrag der Jüdischen Yiük>partci g. st'mmt habe, nach welchem die Vertreter für den zu schaffenden Reichs«erband der deutschen Juden aus Urwahlen hervorgehen sollen. Nach einer sehr le haften Aussprache über den Jahresbericht vu.de dim Vorsitzenden wärmster Dan!, für se'ne überaus e frige, zi.....ußte und treffsichere Arbeit nungesprochen, seine Stellungnahme in der Frage der Vertreter zum Reichs verbind der deut c en Jaden gebilligt und fclgcnde R< Solution an die Adress n der lsr. R - Ii) tsgemeinde Plauen, der Rabbinervereinigung in Sachsen und U.; jüdischen Vi.li, p rtei in Sachsen einst in . ig a genommen: „Die S.I.L. hat mit hoher Befried'gung davon Kenntnis genommen, daß sie in ihrem Kampfe um e'ne der Bedeutung ihres Standes angemessene Vertretung in dem S.I.G. von ... i.i d<r verständnisvollsten und warmherzigsten Vi'eisc unterstützt worden ist. Sc preht hierfür ihren herzlichen Dank aus und bittet de .., ihr auch fernerhin bis zur i [Teichting des angestrebten Zieles hilfreich zur Seite zu stehen." Lebhutt diskutiert wurde eine Anregung des Vorsitzenden, aus der Mitte der S.I.L. eine K< inmis^i n ZU schaffen, die sich m t den Arbeiten zur Schaffung eines Landesleh-p'aas für de.i jüd sehen Religionsunterricht befassen and der Kommission des S.I.G. gleichsam Fachmännisch zur Seite stehen SofL Von der orthodoxen Seite wurde auf die Schwierigkeiten einer solchen Arbeit vom rel'giösweftantchauBcfaen Standpunkt aus hingewiesen und die Versammlung lehnte einen diesbezüglichen Antrag des Vorsitzenden ab. Im weiteren Teil der Tagung hielt Herr Dr. 11 allem an n- Leipzig ein ausgezeichnetes Referat Uber das Thema: „Die Stellung des Hebräischen im jüdischen Religionsunterricht'', in dem er etwa folgendes ausführte: „Die Formulierung des Themas, das eine Fragest liung vermeide, beweist die große Wandlung der I eh er chaft in ihrer Einstellung nun hebräischen Sprachunterricht. Das Referat hat n cht zum Gegenstand, ob das Hebräische, sondern wie es dem Rfgonsunterricht einzugliedern sei; es hat auch mit einem al gemeinen jüdischen Kulturunterricht hier nichts /u tun. Im Rel giousrntrterrieht kommt dem Hebräischen die Stelle eines seiner wesentlichsten Hilfsmittel ZU. Nur dann, wenn der Zögling mit d u Gesetzen der hebräischen Sprache sn vertraut wird, dal er selbständig an die hebräischen Originaltexte der biblischen und rab« binischen Literatur hcranzugeh n vermag, kann der Unterricht auch über die Schulzeit hinaus seine Wirkungen zd Igen, indem auch der Erw achsene sieh erschöpfend Lehre und Antwort aus de i Qaeflen holen kann. Ein wirkliches Bekanntmachen mit der hebräischen Sprache erhöht auch das Ansehen dir Teftllah und der i e bei dem Schüler, der bei der mechanischen Uebersetzungrfmethod« leicht den Eindruck wirren Durcheinanders bekommt Die Wertschätzung des Unterrichts und des 1 ehrers ist aber a i chlaggebender Faktor für den Erfolg. Allerdings b'eibt Erziehung /uu üdischen Menschen Hauptsache d s Rcligionsunterrchts d h r darf er anderseits nicht zum alleinigen Sprachunterriehl ausarten Niehl die philologische Texterklärung, sondern die sachliche inhaltliche Erfassung bleibt, unbeschadet einer intensiveren sprachlichen Methode, Ziel im Rel'g'onsunterricht, soweit er seh der Itktüre hebräischer Texte zuwendet. Die L hrerschaft mul den R ligionsunterricht gerade im Hinblick auf seine letzten Ziele di ch t rkere Hingabe an das Hebräische Fördern uu I di/u natüri'ch eine Agitation für Vermehrung der Unterricht z i: einleit n, die fälschlicherweise allgemein für ausreichend g halten Wird.'' Das Referat regte eine sehr eingehende Ans prache an, in welcher den Thesen des Referenten einhellig zugestimmt wu de. Es '.wird, beschlossen, auf der nächsten Tagung die Methodik des Hebräischen zur Diskussion ZU stellen. Bei einem gemeinsamen Mahl nahm die Tagung am späten Nachmittag ihr linde.; i»• v--: r-■ 5 Gers? .', .T.Clf» Jacob Hlias gestorben Soeben erreicht uns die Trauerbotschaft, dal! Herr Jacob Elias m Bad Kudowa, wo er Erholung suchte, dahingeschieden ist. Vor etwa einem jalue wurden dem jetzt so plätz.iich abberufenen! hrcmnitgllicd der Chewra kaditcha anlälllich seines 70. Geburtstages von allen Seilen herzlichste Wunsehe entgegengebracht Es WS dun nicht hcschicdcnu, seinen Lebensabend so lange und freudig ZU genießen, wie es ihm von weitesten Kreisen der Gemeinde suis innigste gewünscht worden war. Verden auf sein uneigennütziges und hingebungsvolles Wirken im Dienste ddster Liebestat nochmals zurückkommen. Die iler7l-Ciedenkfv!ter der Zionistischen Vereinigung, auf die bereits in letzter Nummer hingewiesen wurde, (indet am Sonntag, den 8. Juli, vorm. II Uhr, in drn Kammermusikälsen des Zentraltheaters, rZingang Dittrichring, statt Durch Dr Nahum Goldmann-Bcrlin, der die Gedenkrede halten wird, w ird die Feier eindrucksvoll gl staltet werden. Programm: 1. Einleitende musikalische Vorträge, 2. Gedenkrede von Dr. Nahum Gold mann-Berlin, 3. El mulej Rachamim vorgetragen von Oberkantor Wilkomirski. Näheres siehe Inserat Alle Hrholunjsudicnden sollten daran denken, dali es so \iele jüdische Grobstadtkinder gibt, die selbst die Ferien in engen Stuben oder staubigen zubringen müsse«. I>ie Halbtagsferienkolonie des Jüdischen Frauenhundes führt täglich mit Sonderwagen der Straßenbahn 130 Kinder nach d*- I linapark, wo sie Milch und einen Imbif) erhalten und unter Aufsicht geschulter Kräfte spielen. Es haben sich fast 200 Kinder gemeldet. Aus Mangel an Mitteln muH leider vielen Kindern selbst diese bescheidene Erholungsmöglichkeit versagt bleiben. Alle, die bereit sind, dazu beizutragen, daß möglichst viel unbeaufsichtigte Kinder den Gefahren der Großstadtstraßen entzogen werden, wollen frdlst. ihre Spenden au die Halbtagsferienkolonie des Jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe Leipzig z. II. von I ran Rosi Krause, Lange Straße 32b richten. Moaus Chiltim Der Moaus-Chittim-Ausschuß (die Herren Isidor Felsenstein, Mehr Tager, I.B. Sachs, A. Schnmer, Dr. Nobel, B. Silbeistrom) berichtet über die diesjährige Sammlung und Verteilung: Einnahme: Sammlung durch den Ausschult M 11268/30, von der Israelitischen Rcl.- Gem. M 820, , Defizit 11.70, /us. 12130.—; Ausgabe: Verteilung durch den Ausschult M 8840, Fur In In Mahlzeiten bei 2 Restaur. M 3200. , zus. M 12130.—.