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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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OEMEiNDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELKMONSGEME1NDE, LEIPZIO Seit« 3 iedanke wollend falsch ausgelegt werden. Das war die Frucht des Judenhasses. Es dürfte vielen neu und nicht uninteressant sein zu erfahren, laß gerade Jean Jacques Rousseau es war, der zum erstenmal mf diese Folgen des Judenhasses hinwies.. In dem „Glaubensbekenntnis eines savoyischen Vikars", das dem vierten Buch des „Emile" angefügt ist, kommt er darauf ZU sprechen. Natürlich .Minulet sich das Urteil RousseatU auf die Stimmungen seiner Zeit und auf die Verhältnisse, wie sie im achtzehnten Jahrhundert vorherrschend waren. Seine Ausführungen sind indes kulturhistorisch noch heute von Interesse. Line sehr markante Stelle im „Emile" lautet: „Die Tyrannei, welche man gegen die Juden ausübt, macht sie furchtsam, sie wissen, wie schnell die christliche Liehe zu Mitteln der Ungerechtigkeit und Grausamkeit ihre Zuflucht nimmt" Rousseau hebt hervor, daß es auch für den Nichtjuden ein Wagestück sei, offen für das Judentum einzutreten. Rousseau erinnert hei dieser Gelegenheit an den „berühmten und gelehrten Reuen» line" der im l<>. Jahrh. gegen katholischen Theologen, die die „Bücher der Juden" /um leuer verurteilte, energisch und mit Erfolg auftrat und sich dadurch heftige Verfolgungen zuzog. Bemerkenswert aber ist folgender PassUS, „Ich werde mir nie," schreibt Rousseau, „eine vollständige Kenntnis der Anschauungen der Juden zutrauen, solange sie nicht einen freien Staat und ihre eigenen Schulen und Universitäten haben." Rousseau würde heute, auch ohne den jüdischen Staat usw. hinreichende Möglichkeit gefunden haben, sich eine „vollständige Kenntnis der Anschauungen der juden" im verschaffen. Landeskasse Sachsen für jüdische Wanderfürsorge Niederschrift über die Sitzung am Montag, dem 11. Juni 1028, im israelitischen Gemeindeamt, Dresden, /eughausstr. 2 A u w e send: (Ihanange-Annaberg, Slonlüt/ki-Annaberg, Blum-Bautzen, Benjamin-Chemnitz, Kahn-Chemnitz, Steinberg-( hemnitz, FrL Heile Fischl-Dresden, Rechtsanwalt Salinger-Dresden, Schwab-Dresden, Frl. Waitzfelder-Dresden, Rabbiner Dr. Wolf-Dresden, Frau Flora Cahn-Leipzig, Verwaltungsdirektor Katzenstein-Leipzig, Frl. Hanna Pollak-Leipzig, Heymann-Plauen, Prediger Bellak-Zittaut Rabbiner Dr. Gärtner-Zwickau, Dr. Kreut/berger von der Hauptstellc für judische Wanderfürsorge. Herr Kahn, Chemnitz, leitet die Sitzung. Fr bittet zunächst die Ortskassen, sich über ihre Tätigkeit im letzten Jahr zu äußern und etwaige Wunsche vorzutragen. Die Vertreter der Ortskassen berichten über ihre Tätigkeit und geben verschiedene Anregungen technischer Art hinsichtlich der Beförderung der Wanderer. Ein Vertreter von Leipzig erklärt, dall die Landeskasse mit der Abwicklung der Qeschäfte im allgemeinen zufrieden war. Im Laufe der weiteren Beratung nimmt Herr Dr. Kreutzberger als Vertreter der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge zu den verschiedenen Anregungen Stellung und macht insbesondere auf die von der Hauptstellc herausgegebene Zeitschrift „Jüdische Arbeits- und Wanderfürsoige" aufmerksam, die den einzelnen Gemeinden viellache Anregung und praktische Winke gibt. Zusammensetzung des \ erwaltungsausschusses Bisher haben noch nicht alle Gemeinden die in den SS 5 ""d 0 der Satzung der Landeskasse vorgesehenen Wahlen /um VcrwaltungtautSChuQ vorgenommen. Dies ist nachzuholen. Für das Jahr 1928 sind die Gemeinden Bautzen und Zittau durch Zittau, die Gemeinden Annaberg und Zwickau durch Zwickau /u vertreten. Die Wahlen sind sobald wie möglich der Geschäftsleitung der Landeskasse anzuzeigen. Abrechnung für die Zeil vom 1. Juni L925 bis III. Dez.. UFJ7 Herr Direktor Katzensteiii erstattet den Kassenbericht und gibt zu der vorliegenden Abrechnung Erläuterungen. In der sich anschlielienden Aussprache wird allgemein die Höhe der Ausgaben der Zwickauer Ortskasse beanstandet. Deren Vertreter gibt ZU, daß die Ortskasse in vielen Fällen Über das in den Richtlinien vorgesehene Mali der Unterstützungen hinausgegangen ist, und rechtfertigt dies mit den besonderen örtlichen Verhältnissen. Die Gemeinde erhebe aber auch nicht den Anspruch auf volle Rückerstattung ihrer Ausgaben, sondern begnüge sich mit einer Teilrückvergütung, behalte sich aber ein gewisses Mitbestimmungsrecht hinsichtlich des dadurch freiwerdenden Betrages vor. Hiernach wird die Abrechnung einstimmig genehmigt. Ls verbleibt ein Bestand von etwa 5(100 Mark, über dessen Verwendung später beraten wird. Die Rechnungsprüfung wurde den Herren Chanangc-Annaberg und Hey mann-Plauen übertragen. Diese nahmen im Laufe der weiteren Tagung die Prüfung der Bücher vor und bestätigen deren vollständige Richtigkeit. Geldbeschaffung für «las laufende Geschäftsjahr Als Beitrag ZUt Landeskasse für das abgelaufene Geschäftsjahr, welches nui* 9 'Monate umfallt hat, sind 2,'J vom Tausend des Reichscinkommensteuersolls notwendig gewesen. Obwohl das laufende Geschäftsjahr 12 Monate umfallt, hotft man doch wieder mit der gleichen Beitragshöhe auszukommen, wenn ein Teil der bisherigen Ortskassen wegfällt. Auflösung der kleinen Kassen Herr K a h u - (".hemnitz bittet um Aeußerung, welche der kleinen Ortskassen freiwillig zurückzutreten geneigt sind. Dr. Kreutzberger erklärt die kleinen Kassen als Wurzel allen Hebels. Fr erwähnt, dall es außer Sachsen kein Land gibt, in dem jede Gemeinde zugleich Ortskasse ist, und hält diesen Zustand für unhaltbar. Nach Vorschlag von Hey mann-Plauen soll außer Leipzig noch Dresden bestehen bleiben. Die Vertreter von Chemnitz erklären, dall ihre Ortskasse unter allen Umständen bestehen bleiben müsse. Man erklärt sich einverstanden, vorläufig auf 1 Jahr die i Kassen Leipzig, Dresden und Chemnitz bestehen zu lassen. Auf einen F.in- WUrf des Herrn B e 11 a k - Zittau wird festgestellt, daß es zur Auflösung von bisherigen Kassen einer Satzungsänderung nicht bedarf. Herr Rechtsanwalt Salinger, Dresden, der während der Erörterung dieser Frage erschienen ist, unterstützt den Antrag, die kleinen Kassen versuchsweise auf ein Jahr aufzulösen. Zuständig für die endgültige Klärung der Angelegenheit sei die heutige Versammlung nicht, da sie nur ein Unterausschuß des Verbandes ist. und diesem die Entschließung obliege. Es sei aber durchaus nicht daran zu zweifeln, dall der Verbandsausschuß der Auflösung zustimmen würde. Beförderung und Verrechnung mit Prag Zu der Frage liegt ein Antrag von Prag vor, der verlesen wir J. Diese Stelle fordert, dall nur Durum anderer tschechoslovakischer Staatsbürgerschaft durchgängig nach Prag betoniert « erden, während andere Staatsangehörige nicht in diese Beförderung eingeschlossen werden sollen. Fs wird beschlossen, die Klärung dieser Frage einer unmittelbaren Auseinandersetzung zwischen der Jüdischen Fürsorgezentrale Prag und der I lauptstelle für jüdische Wandcrfürsorgc in Berlin zu überlassen. Zeitschrift Die Leipziger Oeschäftsleitung fragt an, ob ilie Zeitschrift ..Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge" den an der Wanderfürsorge beteiligten Personen regelmäßig zugeht, und bittet, Wünsche auf Uebcrmittulng weiterer Stücke unmittelbar schriftlich vorzubringen. Bei dieser Gelegenheit wird der Zeitschrift von allen Seiten Lob gezollt, t ■IMIIIIIltMlllltllllllllllltlllllllltllllllll......IM1M1III111II1.....III.....MllltlllllllllllltlllllilllllllllllMllllllllllll Auto-Reifen & höchsten Rabatt Deutsche u. ausl. Fabrikate in allen Größen lieferbar! Gebr. Rosenblüth Qutrsfrasst 2« 28 — Tel. 22067 ■■ittiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiitiiitiäiituiiiiiiiitttitiHiiMiriwttwfffrf»

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