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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-05-25 · 21 (25.5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
21 (25.5.1928)
Date
1928-05-25
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN KELIOIONSOEMEINDE, LEIPZIG Seite 4 Arbeit durch Subvention de« Preußischen Landesverbände! gefördert wird. In einer kürzlich stattgefundenen Vorstandssitzung wurde von neuem die Forderung erhoben: Schaffung jüdischei Pflege« stehlen und 1 rmittlung aller jüdischen Kinder, die sich noch in «hristlichen Pflegen befinden. Der Gedanke, daß ein jüdisches Kind in eine jüdische Pflege und Erziehung gehört, muß eine Selbstverständlichkeit werden. Die Lösung dieser Frage ist für unsere Leipziger Verhaltnisse eine dringende. Ob eine der bestehenden Leipziger Organisationen sie zu ihrer Aufgabe macht oder ob sieh private Wohltäter ihrer annehmen, bleibt sich gleich. Wesentlich wäre nur, , daß sich das jüdische Verantwortungsbewußtsein regt und von irgendeiner Seite Hilfe kommt. Else Cohn •Jüdische Verbände u. Gemeinden Zentralknmitcesitzung des deutschen Misrachi Am 22. April fand in Herlin die diesjährige Sitzung des Zentralkomiteeder „Misrachi-Foderation" für Deutschland statt. Anwesend waren die Mitglieder des Komitees: Alexander Adler, Dr. Wolfsberg, Dr. Arnold Harth, Dr. Lazarus Harth, Dozent Dr. Grünberg, Max FXober aus Herlin; Rabb. Dr. I loffiuanii-Frankfurt, Dozent Dr. Rabin- Breslau, Prof. Dr. Fränkel-Marburgi Dr. Michaelis-Hambuig, Csricl Carlebach-Leipzig, Schnelling-Köln, Dr. Silberbcrg-Hamburg, Weißkopf-C hetnnit/, lsmar Fellner-Hcrlin. — Zu Beginn der Tagesordnung erstattete der Generalsekretär Adler Berieht über die Tätigkeit der Organisation in der vergangenen Geschäftsperiode. Es konnte festgestellt werden, daß die Institutionen des rhöratreuen Palästina- •ufbaucs im Gallith und in Ercz-Israel weitgehendste Förderung erfahren haben, daß das Schulwerk und die Lehrerseminarien wie auch das Lehrgut des Misrachi in Deutschland, Rodges, mit Hilfe inisrachistischer Menschen und Gelder Erfolge zeitigen konnten, die alle Hoffnungen übertrafen. Das Budget des deutschen Misrachi und die Verteilungsari der Beitrage für es auf die Ortsgruppen wurde vorgelegt und besprochen. Es folgte ein Bericht Cohn-Frankfurt über die Lage im misrachistischen Lehrgut, insbesondere nach den letzten Unwetterschäden. Eine Aussprache über die einzuschlagenden Wege bei der Heranziehung von < halu/im und die Art der Unterbringung der Lehrguts-Absorventen schloß sich an. Ein Bericht Dr. Michaelis- Hamburg gab von der t )rganisierungsarbeit der Jugend Kunde und bewies die Lxistenztähigkcit der Zeirej-Misraclü Organisation, die erst vor kurzer Zeit als Landesbund gegründet wurde. Es folgte eine Aussprache über gemeindepolitische Themen, an der sich hervorragend Dozent Dr. Rabin und Rabb. Dr. Hoffmann-Frankfurt beteiligten, und in der es zum Ausdruck kam, daß die Stellung des Misrachi vielfach von den groiigemeindlichen Volksparteien dazu ausgenutzt werde, den Misrachi, dessen Aufgabenkreis in der jüdischen Gemeinde ein um vieles größerer ist, unter die B >tsmäßigkcit der Zlotlisten zu bringen. Eine Entschließung definitiv deklarierender Art mußte aber dem Delegiertentag vorbehalten bleiben. Es kamen dann innerpalästinensische Angelegenheiten zur Sprache, sowie die praktische Regelung und Ausführung des in Amerika zwischen Weizmann und dem Misrachi geschlossenen Abkommens. Auf Anregung Carlebach-Leipzig wurde dann über kulturelle Probleme, insbesondere über die Aufstellung eines Bibliographie-Planes zum Zwecke der Einwirkung auf die Unterrichtsanstalten in misrachistischem Sinne ausfuhrlich verhandelt und in der fraktionellen Besprechung der Zcirej Misrachi zum Arbeitsplan für eine Kulturkommission verdichtet. — , Im weiteren Verlauf der Tagung präzi>ierien Max Kober und Dr. Arnold Barth-Berlin die Stellung des Misrachi zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland derart, daß in der hierauf folgenden Debal*" Richtlinien für das Verhalten der Föderation beim kommenden Öclegiertentag aufgestellt werden konnten. Es kamen noch Fragen der misrachistischen Presse zur eingehenden Erörterung, an der sich die Herren Dr. Oskar Wolfsberg und Dr. Lazarus Barth informierend beteiligten. ( Es konnte dann zur Wahl des neuen Präsidenten, die durch den Rücktritt von Dr. O. Wolfsberg nötig geworden war, geschritten werden. Diese fiel, nachdem die Fraktion der Zeirej-Misraclü durch Carlebach-I.eipzig ihre Stellungnahme hatte zum Ausdruck bringen lassen, auf den bisherigen Generalsekretär, Herrn Alexander Adler. Dei Tagung schloß "ich am Abend «ne überaus stark besuchte Volksversammlung an, in der Rabb. Dr. Hoffmann-I rankfurt und Ministerialrat Dr. Goslar Berlin bei einer großen Menge Gesinnungsgenossen begeistertes Echo für ihren Appell zur Arbeit an misrachistischen Aufgaben fanden. ( Die von den Zeirej-Misraclü in der Nacht und am folgenden Tage gepflogenen Verhandlungen führten zu einer genauen Umreißung der Position und des Aufgabenkreises dieser Fraktion für die nächste Zukunft. Es steht zu erwarten, daß die eindrucksvolle Tagung die Tätigkeit der Ortsgruppen bedeutend intensivieren wird. — Fürsorge für schwer erziehbare Kinder Am 11. März d. J. tagte zu Marburg a. L. unter dem Vorsitz des dortigen Provinzialrahbiners Dr. Cohn das vorbereitende Comite für die Gründung eines israelitischen Erziehungsheimes für schwer erziehbare Kinder. Zu der Sitzung waren außer dem Vorstände und einigen Kuratoren des bisherigen Israelitischen Schüler- und Lehr- Ungsheimcs zu Marburg a. L. Vertreter von Landesverbänden der israelitischen Gemeinden, des Hessischen Logenverbandes und der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden erschienen. Der Vorsitzende verlas die eingegangenen Begrüßungsschreiben und konnte feststellen, daß die Landesverbände der Synagogengemeinden sämtlicher deutschen Länder sowie die Wohlfahrtsverbände die beabsichtigte Neugründung erfreut begrüßen und sich mit namhaften Beträgen an den Kosten beteiligen wollen. Das Kuratorium des Schüler- und Lehrlingsheimes, das einst von den Herren Provinzialrabbiner Dr. Leo'Münk s. A. und Geheimrat Professor Dr. Hermann Cohen s. A. sowie Bankier Hermann Eichelberg begründet worden ist, will sein Haus, das infolge der inzwischen erfolgten Gründung von höheren Schulen an vielen kleinen Plätzen für seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr gebraucht wird, für das neue Erziehungsheim zur Verfügung stellen. Der Vorsitzende dankt allen denen, die sich schon vor dem genannten Tage um die Sache bemüht hatten und unter ihnen ganz besonders Herrn Rabbiner Dr. Horoviitz in Frankfurt a. M., der die Gründung eines solchen I leimes schon seit vielen Jahren anstrebt und mit Eifer verfolgt. Ihm war es in erster Linie gelungen, den Preußischen Landesverband judischer Gemeinden in Berlin für die Sache zu interessieren und zur Bewilligung von 10000 RM zu den Kosten des Umbaues und 5000 RM für den Haushalt des ersten Jahres zu bestimmen. Inzwischen haben auch der Preußische Landesverband gesetzestreuer Synagogcngemeinden in Halberstadt Und andere Landesverbände größere Summen bewilligt, so daß die Versammlung der Ansicht ist, daß die Anstalt nunmehr gesichert ist ü nd mit dem Umbau alsbald nach den Feiertagen begonnen werden kann, zumal nicht daran zu zweifeln ist, daß die Anstalt, mit deren Gründung eine seit langem schwer empfundene Lücke in der Reihe der jüdischen sozialen Einrichtungen der deutschen Juden ausgefüllt werden wird, sehr bald eine große Zahl von Gönnern auch aus den Kreisen unserer privaten oft bewährten Wohltäter finden wird. Endlich sei noch erwähnt, daß auch der Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik dem Plane seine volle Sympathie entgegenbringt und der neu zu gründenden Zur Aufklärung I Die Verbreiter der Uber mein früheres Restaura'ionsunteinehmen, Nikolaistraße, im Umlauf befindlichen Gerüchte sind von mir zur Verantwortung gezogen und verurteilt worden Das Urteil Ist in der .Leipziger Volkszeitung" vom 7. April 1028 (Nr. Bit) verölfentlicht Die Gerüchte betr. Entziehung der Konzession entbehren a'so jeder Grundlage. Vielmehr habe ich meinen Betrieb wegen Unrentabilität vorläufig autgegeben Ich ubernehme jedoch nach wie vor, einem vielfachen Verlangen meiner früheren geeinten Kundschaft nachkommend, die Ausführung von Festlichkeiten, wie Hochzeiten, usw. außer dem Hau<e, zu mäßigen Preisen. Es wird wie bisher mein eitrigstes Bestreben sein, meine werte Kundschaft bestens zu bedienen und in jeder Weise zufriedenzustellen. Ich bitte bei Bedarf um gütigen Zuspruch. A. Gottlieb und Frau (Früher Restaurant Schweizerhaus, Nikolaistraße) Nordstraße 49, Telephon Nr. 13372

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