Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 21 (25.5.1928)
- Date
- 1928-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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OEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 Erziehungsanstalt seine Unterstützung zugesagt hat. So wünschen wir Jen Unternehmen ein volles Gelingen. Das „Israelitische Erziehungsheim" für schwer erziehbare Kinder in Marburg a. L soll am 1. Juli dieses Jahres eröffnet werden. Für die Aufnahme kommen in erster Reihe Knaben im Alter von 6 bis 14 jähren in Betracht. Aufnahmegesuche sind schon jetzt an den Vorabenden, Herrn Provinzialrahbiner Dr. Cohn, Marburg a. L. Schwanatiee 15, zu richten. Henriette May geworben In Berlin verstarb im Alter von üb Jahren nach schwerem Leiden priin Henriette May, eine Mitbegründeriu der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland und eine der ältesten Mitkämpferinnen der deutschen Frauenbewegung. Jahrzehntelang war sie Schriftführerin um llauptvorstandsmitglied .des von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenbundes. Sie war auch Mitbegründerin des Vereins für Ethische Kultur, des Vereins iur Gesundheitspflege und für I lauspflege. In der jüdischen sozialen Fürssorge war sie hervorragend tätig, bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden war sie Gutacliicrin für Bekämpfung des Mädchenhandels. Sie war das eiste weibliche Mitglied des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdisch' .Ii Glaubens, der sie zu seinem Ehrenmitglied gewählt hat. Sie war Mitglied des üeschäftsführenden Ausschusses und des Zentralkomitees des Hilfsvereins der deutschen Juden. Sie betätigte sich auch in der allgemeinen Politik und war Vorstanusmitglied des demokratischen Frauenbundes. Ihr Tod hat eine grolle, schwer zu schließende Lücke in den Reihen der in freier Liehestätigkeit arbeiten.!cn und führenden Frauen gerissen. — Die Beisetzung fand Sonütag vormittag von der Alten Halle des Friedhofes in Wcißensce statt. - Henriette May hat auch wiederholt hier in Leipzig gesprochen. M_" " Unsere Gemeinde Ehrungen für Chaim Eitingon Im Sabbatgottesdienst vom 19. Mai wurde Herr Chaim Eitingon in der Ez Chaim-Synagoge Gegenstand groller Ehrung. Die hebräische Urkunde, kraft deren dem grollen Wohltäter anläßlich der Einweihung des Krankenhauses der Chower-Titel verliehen worden war, wurde feierlich verlesen, als er zum ersten Male mit diesem Titel zur Thora gerufen wurde. Zu seiner Ehrung wurden mehrere lausend Mark für edle Zwecke gespendet. — I lerr und Frau Chaim Eitingon wurden anläßlich der Krankcnhaus-Veihet n das goldene Buch des Kcren Kajemeth eingetragen. Ehreaabend für Staatsrat Jacob Teitel in Leipzig Die Leipziger Judenschaft bereitete dem hier weilenden Vorsitzenden des Verbandes russischer Juden in Deutsehland, Staatsrat Jacob Teitel, einen herzlichen Empfang. Unter dem Vorsitz des Gern, inderabbiners Dr. Felix Gold mann fand im Hotel Fürstenbol zu Ehren des Gastes ein Bankett statt, an welchem die Mitglieder des Gemeindevorstandes und zahlreiche prominente Vertreter der Leipziger Judenschaft teilnahmen. Dr. Goldmann feierte den Gast als die Verkörperung einet Stückes Zeitgeschichte. Die wichti -ten Ereignisse im Leben der russischen Juden in den letzten Jahrzehnten seien mit dem Namen Jacob Teitel verknüpft. Dr. 0 'Idmann richtete an die Leipziger Judenschafl den Appell, das von Staatsrat Teitel geleitete Hilfswerk tatkräftig zu unterstützen. Der Ii [lvertretende Gemeindevorsitzende Hodcs begrüßte den Gast ii Namend er {jcmeindc. Rabbiner Ci. (John würdigte die nie ruhende soziale Arbeit Teitcls, die ihn, den Greis, stets jung erhalten. F. sprachen noch die Herren J. Landau und S. L. Fuchs. Staatsrai Teitel dankte in bewegten Worten und schilderte die Lage der r m sehen jüdischen Flüchtlinge, deren grolle Not durch die Mit- » :kung des gesamten Judentums gelindert werden kann. Der Syn- (! us des Verbandes russischer Juden, Dr. Gokienweiter, setzte die ti gewisse rechtliche Lage der Flüchtlinge auseinander und schildcrt1 die Arbeit des Verbandes auf dem Gebiete des Rechtsschutzes. — 1 wurde ein Komitee zur Förderung der Aktion des Verbandes begründet, dem Rabb. Dr. Qoldmann, H. Gotdberg, J. Landau, H. Cornberg, N. Silbcrkweit, S. L. Fuchs und A. Kirschner angehören. Studienkonzert des Pianisten Siegfried Weinberger am 19. Mai 1928 Den Schüler-Konzerten dieses Leipziger jüdischen Klavierlehrers, die djeh auch unter dem Gesichtspunkt veranstaltet werden, die musiki .deherische Leistung des Pianisten der Kritik darzubieten, darf man immer wieder nachrühmen, daß sie mit absoluter Ehrlichkeit veranstaltet werden. Da gibt es keine ausgesuchten „Kanonen" und keine Bravourmusik; hochbegabte und weniger begabte Schüler zeigen sich an gediegener .V.usik, die gründlich und fleißig erarbeitet worden ist. Gerade die mit geringerer Tiefe und mäßigerem Temperament von der Natur ausgestatteten Schüler lassen in der Sauberkeit und Geläufigkeit ihres Spiels und in vielen Einzelheiten die erfolgreiche Arbeit ihres Lehrers deutlich erkennen, während die Vortragsweise der Begabten eine Erziehung zur musikalischen Ausdeutung ihrer Stücke verraten, die stark an den ehemaligen Leipziger Meister Pembauer erinnert. Zwei besonders fortgeschrittene Und über den Durchschnitt weit hinausragende Schüler, die wir nennen wollen, Isolde Leuckart und Josef Schleifstein dürfen ihrem Führer in der Musik wirklich dankbar sein. Am« dem Gemeindeamt Kalendarfum '*?8 Mai S.wan 5M8 Freitag 25. 6. Schwuos (1. Tag) Sonnabend 26. 7. (2. Tag) Sonntag 27. 8. Montag 28. 9. Dienstag 29. 10. Mittwoch 30. 11. Donneratag 31. 12. Freitag 1. 13. Sonnabend 2. 14 Sabbath Nosso Gottesdienste Gemeindesynagfoge Wochenfestgottesdienst: Donnerstag, 24. Mai Abendgebet 20 Uhr, Freitag, 25. Mai, Morgengebet 9 Uhr.Thoravorlesung 9,45 Uhr Pre- FPT~ oieljül ##]|>r 1 Flo'-ei« md yei'H. Oep-GeoTjcA: Kleidsamer KlndertiLrt HUT BFNU1ZEN SiE B'TTE IN iMREM EIGENEN iNTER „ tSSE.iUM E'NKAeiF Dif VORAAITTAG^-STUNDEn |l hjj! {U' KT>d«r JOSEF ZIEGE B R U H L 18