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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-05-11 · 19 (11.5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
19 (11.5.1928)
Date
1928-05-11
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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gemeindeblatt der israelitischen Religionsgemeinde, Leipzig den, wenn sie die Unterschrift von 11 Qemdndev er ordneten oder •ämtlicher Vorstandsmitglieder trauen." Herr Seiinger erklärt sieh gegen den Antrag und Herr Stein bemerkt, die Frist von i> Monaten enthalte eine bedeutende Härte. Herr Qoldrei macht darauf aufmerksam, daß bei einem Beschluß ein Irrtum möglich sei, der jedoch nicht (> Monate lang bestehen könne. Herr JK. Dr. Löwenstein bemerkt, der Vorschlag sei notwendig (ur die Würde il er Versammlung. 'Man solle es bei der Anzahl von ll Unterschriften belassen, doch sei die Frist von f> Moniten zu lang. Er beantragt, statt dessen 3 Monate zu setzen, Herr Selinger erklärt den Vorschlag für nicht demokratisch, well tatsächlich die mVbt liberale Seite der Versammlung nicht zu demselben Rechte gelangen könne wie die liberale. Herr Gottlieb erwidert, es bandele sieh nicht um eine Parteifrage, da der Fall beide Parteien treffen könne. Der Vorsitzende bemerkt, daß auch im Parlament eine wiederholte Aeudcrung von gefaßten Beschlüssen nicht {möglich sei. Herr Dr. Wohtizek: Die Zahl 11 sei einer Vorprüfung gleich zu achten und verhindere nutzlose Debatten. Herr Seiinger erwidert, daß er keine Geheimpolitik, sondern Mitarbeit wolle. Herr Dr. Halbers tarn beantragt Schluß der Debatte. Die Rednerliste ist ohnedies erschöpft. Der Antrag des Aeltestenausschusses wird gegen 11 Stimmen angenommen, wodurch sich der Antrag Dr. Löwensteins erledigt. 3. Steuerordnung für 1928-29. Der Vorsitzende bemerkt, daß der Wortlaut mit der bisherigen Steuerordnung unter Aenderung der Jahreszahlen übereinstimmt. Nach einem von Herrn Selinger zu § 13 geäußerten Bedenken, das er jedoch zurückzieht, wird der vorliegende Entwurf der Stcucrord« nimg einstimmig angenommen. 4. Stiftungen und Vinn Seht niste. a) Herr Wilhelm Breslauer hat 300 RM /ur Vermehrung des Stammkapitals der Flora und Bernhard B r es 1 a u e r-Stiftung geschenkt b) Herr Max Keller hat im Auftrage von Frau Eran/.iska Salm sooo RM zur Errichtung einer Ferdinand Sa Im-Stiftung übersandi Die Zinsen sollen zur freien Verwendung ZU wohltätigen Zwecke« der Gemeinde stehen. Es ist der Wunsch angeknüpft, den Namen des Verstorbenen bei den Seelenfei.ru an den hohen Festtagen M nennen. c) Herr Julius Lustig überwies 1000 Mark als Margot Kaufmaun- I ustig-Stiiiung mit der Bitte, die Zinsen alljährlich nach Ermessen zu wohltätigen Zwc. ken der I iemeia le/il verwenden. d) Herr Jacob Hamid in schenkte zugleich Im Namen seiner Schwester, Frau Elisabeth Harmelin, /ur Aufwertung der bereits vorhandenen Stiftungen 2000 RM, wovon 1 *M»:» RM auf d e Joachim und Blume Hannelin-Stiftung und 1000 RM. auf die Manus HarnMtÜl-StiftUng entfallen sollen. Diese Zuwendungen, für die der Dank der Gemeinde den Stifter« | bereits ausgesprochen worden ist, werden zur Kenntnis genommen, j e) Auf Grund des Testamentes dei Frau Fanny Oppenheimer sind der Gemeinde 1000 RM als Vermächtnis zugefallen mit der Auflage, die Zinsen zur Erhaltung und Pflege des Oppenheimer'schesj Erbbegräbnisses auf dem israelitischen Friedhof in Leipzig, Berliner Stralte, zu verwenden, solange diese Familiengruft besteht. Ein i twa nicht aufgebrauchter Rest der Zinsen ist zu mildtätigen Zwecken zu verwenden. Dieses Vermächtnis wird mit dem Ausdruck des Dankes gegen die Erblasserin einstimmig a ngenommcii. /u Ehren der Verstorbenen erheben sich die- Versammelten von ihren Sitzen. 5. Ba uliche Vc i ä nde rungen iin Gemeind eh aus. Der Vorsitzende berichtet, daß im 3. Stockwerk des Hauses sich der Einbau einer Klosett- und Lichtanlage notwendig mache Der Vorstand beantragt, dafür ein Berechnungsgeld von 200 («RM ju bestimmen, was einstimmig genehmigt wird. Die Sitzung wird geschlossen. Unsere Gemeinde Besichtigungszeiten für den neuen Friedhof Da-. Innere des neuen Friedhofes kann bis auf weiteres Sonntags von Kl 2 Uhr besichtigt werden.. Sprechstunde des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann Bis auf weitere-; findet die Sprechstunde des Gemeinderabbiners Dr. Goldmann nur am Sonntag, Mittwoch und Freitag vormittag von 9,30 11 Uhr in seiner Wohnung statt. Außerhalb dieser Zeit ist Herr Dr. Ooldmann nur in dringenden Fallen nach vorheriger telefonischer Verständigung zu sprechen (Telefon- Nr. 21007).; Mäddunkonfirmation Am Sonntag, 20. Mai 102S, findet vormittags 10 Uhr in der Gemeindesynagoge, Oottschedstraße 23, die Konfirmation der Mädchen statt. Einweihung des isr. Krankenhauses (liitinm-n-S'iftunß) Die Einweihung des Israelitischen Krankenhauses, zu der persönliche Einladungen mit Eintrittskarten erfolgen, findet am Donnerstag, den 17. Mai vormittags 10,30 Uhr statt. Im Anschluß daran erfolgt eine Führung für die Behörden. Von 3—I Uhr nachmittags für die Aerztcschaft. Ab \ Uhr stellt das Haus dem Publikum zur Besichtigung offen. Die Zeit, zu der die einzelnen Gruppen geführt werden, ist auf den Einladungskarten vermerkt, wodurch eine möglichst glatte Abwicklung der Besichtigung gewährleistet wird. Der Einlaß kann nur gegen Eintrittskarten erfolgen, da der Raum beschränkt ist. t v\ Jugendlicher Lebensretter Eine schöne Tat vollbrachte tai-m Dienstag, den 24. April der fünfzehnjährige Schüler Bernhard Freudenreich (Mitglied des Bundes jüdischer Pfadlinder „Kadimah" Feipzig). Er rettete unter eigener Lebensgefahr einem des Schwimmens unkundigen Schirikameraden, der beim Rudern verunglückt war, das l eben. .. & Gründung eines jüdischen Chors 1 MMI ■' Seit langem schon ist das Fehlen eines [Üdischeit I hors in I fip/ig bemängelt worden. Wie auf jjllen Gebieten jüdischen Lebens ist jetzt auch auf dem der jüdischen Musik und besonders des jüdischen Gesanges ein stärkeres Interesse ZU verzeichnen. Dem soll nun Rechh nimg getragen werden! Die Gründung eines Gemischten ( hors ist geplant, der sich hauptsächlich der Pflege des hebräischen und jüdischen Fiedes widmen soll. Ein fähiger, mit der Materie besten« vertrauter ( hordirgent ist bereits gewonnen und damit die Oew ihr für erfolgreiche Arbeit gegeben. Damen und Herren (auch Jugendliche voi< 10 Jahren an), die Stimuli begabt sind oder auch sonst Interesse an dieser Gründung haben, die sicherlich zur Belebung und Verschönerung des jüdischen Lebens in Leipzig beitragen wird, werden gebeten, ihre Adressen unter dei Anschrift: Jüdischer C hör, Sekretariat Keilstr. 4, II, bekannt zu gebe». Enweihung des neuen Friedhofes Am Sonntag, den 0. Mai 1928, fand, w ie angekündigt, die Einweihung lies neuen Friedhofes statt. Eine zahlreiche Versammlung hatte sich in der prächtigen, grollen Halle zusammengefunden, unter ihnen Vertreter der städtischen ilnd staatlichen Behörden, des Verbandes Sächsischer Religionsgemeinden, sowie einzelner sächsischer und anderer Nachbargemeinden. Eingeleitet wurde die Feier durch Gesang des Knabenchors der Ez-Chaini-Synagoge unter Leitung des Herrn Gonski mit ihrem Oberkantor, Herrn Wilkomirski. Aus der Hand des Architekten, Herrn Ha Her, übernahm Herr Gemeindevorsteher Carl Goldschmidt den Schlüssel des Baues. Nach Worten warmen Danke« an alle, die an dem Zustandekommen der Anlage mitgdwrkt haben, und einer herzlichen Begrüßung der erschienenen Vertreter staa*- (gtnoang aller $orhfo tntnei> Neuheiten Sücher — Srhals ^ofepjrine <Sd>mibf Damenr)üfe Sei. 25917 2l)oma$rird>l)c>f 13-14 — gegenüber b- 6cb.-S>ad>-'i>enPmal — Sei. 25917 Sehr bcriidtüriitiiit tft auch •er große .v>ut Tafdifn, ^eljfdjmudt

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