Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 GEMEINDE BLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE, LEIPZIG Abteilung, und Dr. Deucl, Facharzt für innert- Krankheiten, an die innere Abteilung. Sie verbürgen mit mehreren geschulten Assistenzärzten Und ausgewähltem Schwesternpersonal eine erfolgreiche Führung des Krankenhauses. Das Werk verwirklicht den lange gehegten Wunsch der Leipziger Juden nach einem eigenen Krankenhaus großen Stils. Dali es zustande kam, i>t der hochherzigen Aufopferung der tatkräftigen Stifter zu danken. Herr Chajim Litingon, dessen groBzÜgiege Hilfsbereitschaft schon so manches Mal judischen Einrichtungen wie solchen, die für die leipziger Gesamtheit bestimmt sind, ungemeine Förderung gebracht, ja sie bisweilen übeihaupt erst ermöglicht hat, hat die Initiative ergriffen und zielbewußt seine Pläne verwirklieht, rastloSU nterstfltzt von seiner Gattin, Frau Alexandra Eitingon, die ihm bei der Ausführung und Ueberwachung der Arbeiten mit hingebungsvoller L'nermüdlichkeit zur Seite stand, und vor allem von Herrn Motty Eitingon, dem es zu danken ist, daß die von ihm gestiftete Inneneinrichtung in so wahrhaft großzügiger Weise medizinische Einrichtungen von größter Vollendung aufweist. Darüber hinaus haben die Stifter in vorausschauendem Weitblick Vorsorge getroffen, daß das Haus nach Bedarf jederzeit durch Anbauten erweitert werden kann. t \ Die überragende soziale und medizinische Bedeutung, die der Anstalt für die Leipziger Juden wie für das gesamte Krankenhauswesen unserer Stadt zukommt, berechtigt zu der allseitigen Hoffnung, daß es nie an Menschen fehlen wird, die an 'dem Gedeihen der Instiutiton, ihrer Erhaltung und ihrer Förderimg inneren und tatkräftigen Anteil nehmen werden. Sie wird immer ein leuchtendes Vorbild größter Menschenliebe sein, den Stiftern ein unvergängliches Denkmal. 1 ( C. Bericht über die Gemeindesitzung vom 7. Mai 1928 (Vorläufige amtliche Niederschrift) Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt der Vorsitzende mit, daß gegen die in der vorigen Sitzung zugesagte Zusendung der Protokollentwürfe an die Fraktionsvorsitzenden sich Bedenken erhoben haben, da nicht die Fraktionen, sondern die einzelnen Redner das Interesse und das Recht an richtiger Niederschrift haben. Es bleibe daher nichts weiter übrig, als die Protokollentwurfe im Gemeindeamt zur Einsicht für die Redner auszulegen. Dies findet die einhellige Zustimmung der Versammlung. Das Protokoll über die Wahlversammlung vom 26. April ll)28 wird verlesen. Herr Seiinger bemerkt dazu, er sei in seinen Ausführungen über das Wahlrecht vom Vorsitzenden unterbrochen worden, worauf der Vorsitzende und der Schriftführer erwidern, daß dies im Protokoll zum Ausdruck kommt. Das Protokoll wird genehmigt und unterzeichnet. Herr Gott lieb spricht für das ihm durch seine Wiederwahl zum Vorstand erwiesene Vertrauen seinen Dank aus. Das Protokoll der öffentlichen Oemeindesitizung vom 20. April 1Q2S wird verlesen, genehmigt und unterzeichnet. Im Anschluß daran spricht Herr Joske dem Vorstand und dem Bauausschuß den Dank für die Mühewaltung bei der Errichtung des neuen Friedhofes und die Anerkennung für die würdige Einweihung** feier aus. Der Vorsitzende dankt für die freundlichen Worte und gedenkt insbesondere der hervorragenden Leistung des Herrn Awn. tekten Haller.; Hierauf wurde zur Tagesordnung geschritten. 1. Wahlen. Herr Gutmann berichtet für den Aeltestenausschuß. a) Finan zausschult. Der Aeltestenausschuß schlägt vor: Breslatier, Vorsitzender, Eitingon, Outmann, Grosz. Emil Joske, Stein, Dr. Pictrkowski, Tumpowsky, Pelz. Herr Seiinger betont, daß ihm als Vertreter von 600 W.dllern ebenfalls ein Sitz im Finanzausschuß gebühre. Herr Gutmanu erwidert, der Aeltestenausschuß habe lediglich nach praktischen Rücksichten seine Vorschläge gemacht. Herr Breslauer erklirt, der Finanzausschuß habe nur beratende Stellung. Herr Seiinger erwidert, es müsse trotzdem jede Richtung vertreten sein, da ilie Beschlüsse der Ausschüsse maßgebliche Bedeutung hätten. Herr Rosenfelder erklärtes für nicht richtig, daß jemand sich selbst zur Wahl vorschlägt. Qer Antrag Seiinger .Huf seine Wahl in den Finanzausschuß wird gegen eine Stimme abgelehnt. Die Vorschläge des Aeltestenaus- •ChUSSes werden gegen eine Stimme angenommen.' b) Unterrichts« und Er zieh u n g s Auss chu B. Der Aeltestenausschuß schlägt vor: llodes Vorsitzender, Badt, Isidor Felsenstein, Oelberg, Graf. Stdlv. Jaffe, Emil J'»skc, Goldrci, Kaufmann. Dr. Kohn. JR. Dr. Löwenstein, Neumann, Pelz; Tumpowsky, Dr. Woskin, Frau Rosenthal, Trau Alma Schindler, Dr. Ludwig Lehrfreund, Dr. Srolowitsch. Herr Hodes hat Bedenken gegen die Wahl von Dr. Srolowitsch, die jedoch von Herrn Seiinger empfohlen wird. Herr Cioldrei bittet, von seiner Wahl abzusehen und dafür Herrn Josef Wolf zu wilden. Herr Stein unterstützt dies. Die Vorschläge des Aeltestenausschusses werden angenommen mit der Aenderung, daß anstatt Herrn Goldrci Herr Wolf gewählt wird. c) Zur Wahl der noch 7U ernennenden 2 Synagogen-Kommissare steht der Vorschlag noch aus. d) Ka sehr us-Kommission. Der Aeltestenausschuß schlügt vor: Neumann, Vorsitzender, J. Felsenstein, Gelbcrg, Leib Merkin. Goldrei, Sachs, Strauß, Badt, Stein. Diese Vorschläge werden einstimmig angenommen. e) Fürsorge-Ausschu ß. Der Aeltestenausschuß schlägt vor: Gottlieb, Vorsitzender, Alfred Cahn, Rabbiner Cohn, Frau Rabbiner Cohn, W. Dubiner, Engländer; Rabbiner Dr. Goldmann, Max Joske, Marcus, Seiinger, Czacz1<es, Tager, Frau Helene Felsenstein, M. Pfefferblüth, Leo Unger, Morks, Benno Haas, Frau Mathias. Herr Gottlieb teilt mit, daß Herr Rabbiner Dr. Carlebach gebeten habe, von seiner Wiederwahl abzusehen. Herr Rosenfelder'wünscht im Fürsorgeausschuß größere Strenge, wogegen Herr Dubiner den Hauptwert auf die produktive Fürsorge legt. Herr Gottlieb erwidert, daß auch bisher alle Fälle eingehend geprüft worden seien, und daß es doch außer der produktiven Tätigkeit auch noch andere wichtige Aufgaben gäbe. Zu großen Zwecken fehle es allerdings an Mitteln. Herr Dubiner bemerkt, daß er keinen Vorwurf gegen den Ausschuß habe erheben wollen, sondern nur Wünsche für die Zukunft habe aussprechen wollen. Die Vorschläge des Aeltestenausschusses werden einstimmig angenommen. Der Vorsitzende erklärt noch, daß man von der Wahl der Frau Pfefferblüth dieses Mal abgesehen habe, weil sie als üemeindeverordnete ohnedies an den Arbeiten teilnehme. f) Steuerberuf u ngs-Ausschuß. Der Aeltestenausschuß schlägt vor: W. Dubiner, Dr. Kroch, üoldstauh, Dr. Wohrizek, Adolf Meyer. Herr Seiinger bemerkt, es sei notwendig, daß ein Lohnempfänger im Stcuerbcrufungs-Ausschuß sitze, wogegen der Vorsitzende erwidert, daß gerade Lohnempfänger bei der Stelierberufung nicht in Betracht kommen, übrigens dieser Ausschuß noch nie zusammengetreten sei. Die Vorschläge des Aeltestenausschusses werden gegen eine Stimme angenommen. > i \ > g) Ausschuß für das Gemeindeblatt. Die Vorschläge des Aeltestenausschusses: Rabbiner Cohn, JR. Lebrecht, Emil Joske, Stellv. Aronstein, Tumpowsky, Stdlv. Jacob Blauner, werden einstimmig angenommen. h) A u s sch u ß zur Verwaltung der Da rlehntk a s s c. Der Aeltestenausschuß schlägt vor: Gottlieb, Vorsitzender, Dubiner, Engländer, Max Joske, Marcus. , Herr Sclinger wünscht anstellte von Marcus gewählt zu werden. Herr Stein hat den Wunsch, daß der Ausschuß vergrößert wird, wogegen Herr Gottlieb erklärt, daß die Zahl satzungsgemäß festgelegt sei,. Herr Dubiner legt Wert darauf, daß die Verwaltung der Kasse stabil bleiben soll. Vorläufig solle man den Ausschuß so lassen. Der Antrag Sclinger wird gegen eine Stimme abgelehnt, der Vorschlag des Aeltestenausschusses einstimmig angenommen. i) Vertretung im Ausschuß des Sächsischen israelitischen Gemeinde Verbandes. Herr Dubiner spricht den Wim ich aus, daß künftig auch im Sächsischen israelitischen Gemeindeverband die Vertreter nach dem allgemeinen und direkten Wahlrecht gewählt werden möchten. Der Aeltestenausschuß schlägt folgende Vertreter vor: a) Aus schuß-Mitglieder. Carl Goldschmidt, Hodcs, Breslauer, Tumpowsky. b) Stellvertreter. Dr. Halbrrstam, Emil Joske, JR. Löwenstein, Dr. Wohrizek. Herr Seiinger beantragt, ihn zu wählen. Dieser Antrag wird gegen eine Stimme abgelehnt. Die Vorschläge des Aeltestenausschusses werden gegen eine Stimme angenommen. 2a. Antrag zur Aenderung der Geschäftsordnung." Herr Gutmann berichtet, daß der Aeltestenausschuß folgenden Antrag auf Aenderung der Geschäftsordnung der Gcmeindesitz.ung vorschlägt: „Anträge auf Aufhebung oder Abänderung eines gefaßten Beschlusses dürfen innerhalb von 6 Monaten nach der Beschlußfassung nur dann auf die Tagesordnung einer Gemeindesitzung gesetzt wer-