Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 19 (11.5.1928)
- Date
- 1928-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrgang, Nr. 19 11. Mai 1928 nrn Wer Jsr&eUtischen Am-Mchzs Nachrichten bis V*r GenieiMdeverw*ltHii tiz l Iqiongqz mundz \u &ntyiq (iKtAl r\ ./«« J<«c. Jeblatt « scheint wSchentiich am Freitag. De* v"' )!"il-r-. der Religimsgemeinde wird es un •itg« tltch doreh die Post zugestellt. Bezugspreis Idt Nlchhnitjlieder monatlich 60 Plennige. Anzeigenannahme: 'V Toteher, G'ockenr.traße Ii. Telephon 14449. Schriltleitunu: u< tneind« a-o. i a* i^o .eipz g, lohrstr. 10. Teleiho- 2*41. a Druck und Vtrlsg: W. Teicher, Leipzig. Glockemtr. II, TalfShOB i4wv. Anzemenprece, Uli 4 ne.palten« mm-Zciie 20 Pfg. Fatnifien und kleine Anzeigen 10 Pfg, Um Schlagseiten und Tei'inseiate nach b*amd. Tarif. - Für den Inseratenteil : J, Kühne, Bauhofstr. 9 (Telephon 14449). Die Schriftleitung übernimmt für die unter dem N«rr>eo dea Verfassers erscheinenden Beitrage und d e Vereinsnaciinchten nur die preBgeseuliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genenm q nj des Verfassers gestattet. Das Israelitische Krankenhaus Leipzig EitinKun- Stiftung Ein neues Werk der Familie Eitingon ist, wohl einzig in seiner Art, vollendet und wird in dieser Woche seiner Bestimmung iihergeben werden: das Israelitische Krankenliaus Leipzig, Wer die nordwestliche Stadt durchstreift und aus den Walduntren des Rosentals in das Gebiet der alten Elster tritt, macht alsbald ivor einem schmucken und stattlichen Gebäude halt, das, umgeben von herrlichen Baumgruppcn, in den letzten zwei Jahren hier erstanden ist. fn einer Länge von fast fünfzig Metern untl mit drei Stockwerken erstreckt es sich in einer der hestgelcgencn Leipziger ücuendeu von Süden nach Norden, mit seiner Front den weiten l'lan der Frankfurter Wiesen überschauend und im Klicken gedeckt durch ein 11500 qm gltxSet Parkgeläiule. Das AeuBere ist in schlichten, doch ansprechenden Formen gehalten, wie man sie sonst nur bei Sanatorien findet, und macht mit d en beiden, von groBeu Rundbogen umrahmten Loggien einen äußerst großzügigen Eindruck. Der Beschauer sieht sofort, daß hier für die Genesung und Erholung der Kranken, «ei «?s in den von der Sonne bestrahlten Loggien, oder im Schatten der Bäume, treffliche Bedingungen gegeben sind. Da/u ist die Lage vollkommen ruhig und trocken. Nicht unwesentlich ist aucl), daß das Haus in einein von überallher leicht erreichbaren Stadtviertel gelegen ist. Die Anstalt ist ein sogen. Stubenkrankenhaus — der grollte Saal ist mit nur sieben Betten belegt — wodurch der Sanatoriumscharakter gewahrt wird. Es umfallt mit zunächst 79 Betten eine chirurgische und eine innere Abteilung, wobei jedoch nur solche Patienten Aufnahme finden können, die rasch besserungsfähig sind und zeitlich nur beschränkten Aufenthalt nehmen, also keine chronischen Kranken und keine Siechen. Auch eine kleine Abteilung für Lungenkranke ist angegliedert. Das Krankenhaus steht gleich allen jüdischen Krankenhäusern Patienten aller Konfessionen offen; die Verpflegung wird jedoch streng rituell geführt. Die Krankenzimmer entsprechen den modernsten hygienischen Erfordernissen. Sie sind sonnig, luftig, geräumig und enthalten in der dritten Klasse 44, in der zweiten 27, und in der fersten S Betten. Durch das in Kunststein aufgeführte Eingangsportal, über dem der Name des Stifters prangt, gelangt man an dem Aufnahmeraum vorbei in den Korridor des Erdgeschosses, zu dessen beiden Seiten die Warte- und Untersuchungszimmer für innere Krankheiten, die Röntgen- und Bestrahlungsanlagen mit dazugehörigen Ausklcideräumen und zwei Laboratorien, einige Krankenzimmer und die Wohnung für den Mausmeister angelegt sind. 1 1 , Das sehr bemerkenswerte Röntgeninstitut, besitzt wohl die leistungsfähigsten Apparate der Gegenwart. Der Apparat für Röntgendiagnostik verdient besondere Beachtimg, da er auf einem gänzlich neuen Prinzip beruhend, Ergebnisse zeitigt, die über das bislang «für möglich Gehaltene weit hinausgehen. Das Krankenhaus karm sich neben wenigen Universitätskliniken rühmen, ein Exemplar dieser seltenen Apparatur sein eigen zu nennen. Im Zusammenhang hiermit sei auf die Abteilung für physikalische Behandlung hingewiesen. Ein großer Diathermienapparat und zwei Jessioueklampen für Strahlenbehandlung haben hier neben zahlreichen anderen Uchttherapeutisehen Apparaten Aufstellung gefunden. Auch die Laboratorien können denen der ersten Krankenhäuser a n die Seite gestellt werden. Die Haupttreppe führt zu den Obergeschossen, die die Krankenzimmer sämtlicher Klassen mit Nebenräumen, Tagesräume für Männer und Eraucn und Schwesternräumc enthalten. Im ersten Stock ist außerdem der geschmackvoll gehaltene Konferenzsaal untergebracht. Der Tagesraum für Frauen befindet sich im zweiten Obergeschoß, das wie die übrigen Etagen tlirekte Ausfahrten zu den Liegehallen besitzt. Dadurch können die Patienten auch in ihren Betten ins Freie gefahren werden. Das zw eite Obergeschoß birgt auf der Gartenseite den bedeutenden O p e ra t i o 11 s t r a k t: einen grollen, mit den allerneustcn Errungenschaften ausgestatteten aseptischen und den kleineren septischen Saal. Zwischen beiden eingeschaltet liegt ein die gesamte Steril.s.irionsanlage umfassender Vorbereitungsraum, der gleichzeitig zur Einleitung der Narkosen dient. Die ganze Anlage stellt .Unstet leistungen der ersten europäischen Finnen auf diesen Gebieten dar und findet nur in den allergrößten Krankenanstalten ein Gegenstück. Im Kellergeschoß endlich werden wir mit den wiart Schaft Ii« chen ii nd maschinentechnischen Eiurichtun gt n des Hauses bekannt. Hier befinden sieh sämtliche Küchenetablissements, die Wirtschaftskeller mit automatischer Kühlvorrichtung, die Wäscherei und Plättanlage. Die Anrichte der Kßchenanlage ist durch Autzüge mit den vier separaten Etagenküchen verbunden. Weiter finden wir im Kellergeschoß den Desinfektionsraum mit Wäscheschacht, der aus sämtlichen Stockwerken die schmutzige Wäsche zubringt. Der Röntgenmaschincnrauin birgt die erst in letzter Zeit spruchreif gewordene Hochspannungsanlage mit einem Drehstrom- Oeltransformator. . Im vorderen Teil tles Kellergeschosses sind untergebracht: die Zentralheizung mit Warmwaistrbereltung sowie eine Nebenheizung, die für Desinfektion. Wasch- und Kochküche und Sterilisation den erforderlichen Dampfdruck erzeugt und im Sommer auch die Warmwasserhereitung mit in Betrieb setzt, so daß die große Heizung stillgelegt werden kann. 1 \ Daß das Haus der übrigen neuzeitlichen Einrichtungen wie gediegener Wohnräume für das Personal, Bäder und anderer sanitärer Erfordernisse nicht entbehrt, braucht kaum erwähnt zu werden. Dieser kurze Streifzug durch das neue Krankenhaus, das von dem bekannten Architekten Stadtrat Pflaume und seinem Mitarbeiter Architekt Naumann mit viel Liebe und Geschmack errichtet wurde, demonstriert eine Institution, wie sie komfortabler und lückenloser nicht gedacht werden kann, ihre Vollendung wird gekrönt durch dt» Berufung der beiden über Leipzig«; Grenzen hinaus bekannten Aerzte: Dr. E ranken thal, Facharzt für Chirurgie, an die chirurgisch!