Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 10 (9.3.1928)
- Date
- 1928-03-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4876568-5968788-5969017--1652-4879305- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
OEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE, LfcIPZHJ Seite S Eine Kürschner f achschule in Leipzij Es dürfte für zahlreiche Leser besonderer Beachtung wert sein, daß in Leipzig vor kurzem eine Höhere Kürschner-Fachschule begründet worden ist, die bestimmt ist, Gesellen und Meistern, also solchen Berufsangehörigen, die im Handwerk schon praktisch tätig gewesen sind, die letzte Ausbildung zu ermöglichen. Von den wirtschaftlichen Organisationen wird immer mehr erkannt, von wie hohem Werte gerade angesichts der wirtschaftlichen Not unserer Zeit eine vertiefte Berufsausbildung ist. Wer in seinem Fache vorwärts kommen will, muß unablässig bemüht sein, das Wissensniveau zu heben. Für das Kürschner-Gewerbe soll die neue Fachschule hierzu die Möglichkeit bieten. Neben dem reinen Fachwissen, für das als Lehrkräfte erste Fachleute tätig sind, werden .auch theoretische Kenntnisse der Volkswirtschaft, des Propaganda« Wesens, der Rechtskunde, der Mode usw. vermittelt. Der Ausbitdungsgang ist so gedacht, daß jährlich 20 2b Schüler in zwei Halbaemestern aufgenommen werden sollen. Die Besuchszeit ist so gelegt, daß auf die Saison Rücksicht genommen wird. In ihrem weiteren Ausbau sollen sich der Kürschner-Fachschule auch Klassen für Zurichter, Färber hinzugesellen; sie soll schließlich eine Bildungsstätte für alle Zweige des Rauchwarengewerbes werden. Ntue Bücher -MicHrel Schlesinger, Satzlehre der aramäischen Sprache des babylonischen Talmuds [Veröffentlichungen der Alexander Kohut- Stiftung1 Band I]. Leipzig 1028 (Verlag der Asia Major). Wer mit den älteren jüdischen Kommentatoren des religiösen Schrifttums, Thora und Talmud, vertraut ist, weiß, mit wie feinem Sprachgefühl sie ihre Forschungen angestellt haben. In den letzten Jahrhunderten ist das anders geworden. Bei der Bevorzugung des Inhalts wurde die sprachliche Form vernachlässigt. Durch eifriges Studium gewann man eine solche Vertrautheit mit dem Texte, daß man die Sprache wie eine lebendige beherrschte, ohne immer ein volles Bewußtsein ihrer Gesetze und Regeln zu erlangen. Heute abar macht sich nicht nur bei den stetig sich mehrenden nichtjüdischen Gelehrten das Bedürfnis geltend, durch das Wissen um den sprachlichen Aufbau den Weg zum Inhalt zu erleichtern; auch der jüdische Talmudbeflissepe. hat vielfach den Wunsch, mit einer neuen Methode an den Stoff heranzukommen. Sie wollen bezw. müssen das jahrelange Einlesen in die Sprache ersetzen durch ihr systematisches Erlernen. Diesem Zwecke dient in ausgezeichneter Weise das vorliegende Werk, das zum ersten Male in eingehender Darstellung die Satzlehre behandelt. Von dem tiefen Eindringen in den Geist und. die Form des im babylonischen Talmud in so großem Umfange verwendeten Aramäisch zeugt schon rein äußerlich die Tatsache, daß die von dem gelehrten Verfasser gewonnenen Regeln durch etwa 2000 Zitate belegt sind. Es muß den fachwissenschaftlichen Organen überlassen bleiben, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu beleuchten. Daß es sich um ein Werk von eminenter Bedeutung handelt, darf unumwunden auch an dieser Stelle ausgesprochen werden. Allein die große Fülle an stereotypen Wendungen der talmudischen Dialektik, die hier mit ihrer Uebersetzung gegeben und erklärt und in einem nach Traktaten geordneten Verzeichnis nochmals übersichtlich zusammcngestellt sind, machen das Buch geradem zu einem Handbuch für jeden, der in moderner Methode den Talmud zu „lernen" bemüht ist. — Auch die äußere Ausstattung verdient vollste Anerkennung. Halacha-Tabelle. Herausgegeben im Auftrage des Morkas Hachinuch des Kercn Hatorah von Bernhard S. Jacobson-Hamburg. (Verlag Hermon, Frankfurt a .M.) Eine Liebersicht über die rabbinischen Größen, die an der Entwicklung der religionsgesetzlichen Ueberlieferung mitgewirkt haben, ist ein begrüßenswertes Unternehmen, weil sie Zeit und Land der einzelnen bedeutenden Männer und den Namen ihres großen Werkes mit Leichtigkeit feststellen läßt. Und es ist für das Verständnis der Entwicklung im ganzen und für die Erklärung mancher Schwierigkeiten im einzelnen oft notwendig, die Werke in ihrem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang zu betrachten. — Neben anderen bemerkenswerten Beobachtungen, zu denen die Tabelle anregt, macht sie den großen Anteil deutlich, den Rabbinen in Deutschland an der religionsgesetzlichen Literatur gehabt haben. Bis zum Jahre 1000 haben nur die Gaonen, die Lehrer des Orients, zur Festigung und Erklärung der Tradition beigetragen. Von da an haben die verschiedenen Lander mit wechselnder Intensität daran mitgewirkt (am wc- Großer Purim-Ball s Keran Kajemeth Lefisrael (jöd. flaronalfonds) c V. llllllllllllllltllllllllltlUlllltlHHIIIIIIIIIIIIIIIIfllUlIHllllllllllllllll^ Mittwoch M. Marz jj grosser Festsaal des 5 Centrai-Thealers M1TW IRKENDE: ) Pa'ästinensische Künstlertruppe Tel-Aviv Meir TEOMI Jehudit PERKAL Ralael KLATZKI.M) Bobby LENTSCHNER, Leip'ig (Klavier) Rahel KAUFMANN. B rl-n (Jüdisdie Volkslieder ) (Eingang Oottsdtedstraße) |§ Tanz-Sport-Kapelle Merpy Berry Band Beginn 8.30 Uhr abends Große Überraschungen! Karten & 3. Wik. erhältlich; Buchhandlung Kaufmann, Brühl 8 - Gebr. Feiber. Brühl 54 - Preittmann, Niko'aistrasse MeBtmt, Markt Th Althoff - CA. Klemm. Neumarkt, un 1 im Setrettrat K<-iistr«ße 4, Tel. 102t 1 I ffum Schuf? ^ror Ansteckung und bei Erkältungsgefahr rörmamini Vitlttustndfadt von den Ärzten sntrkanntts Sthutxt und Dtsim fektionsmittti füt Mund u. Rachen. ■A o i e r r fr i Strilmpß Beste Qualitai Bemberg Waschseide 2.95 Bemberg- Wasdhseide 3! stet* große Auswahl in allen Preislagen ALSELA Reichsstraß« 4-6