Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ot:Mf JDEBLATT DER ISRAELITISCHEN P^LlClCNSOt.V..'.!' - DE, LEIPZIG Satt 5 des Heimgegangenen; es war ihm aber leider nicht mehr vergönnt, die Ausführung dieser lang gehegten Absicht zu erleb ti. Nun set- MR die Enkel dem Ahnherrn ihres Hauses mit der Herausgabe seines Nachlasses ein unvergängliches'' I )enkmal. Jakob Leib Kroch ist im Jahre 18'M im Alter Von fast 7») Jahren gestorben. Er hat in seiner Jugend zu den Füllen der grollen Kabbinen von Breslau, Dyrenfurth und Ravitsch, jener Toragrötten, die in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts die talmudbeflissene Welt Bit ihrem Ruhme erfüllten, gesessen. In Breslau wissen noch heute die Arten von der Anerkennung und Bewunderung zu berichten, die die Sachverständigen dem großen rabbinischen Können des damaU noch jugendlichen Kroch zollten. Nach seiner Heirat lieB rr «ich als Kaufmann in Leipzig nieder. Kur/ nach Vollendung seuici 4t). Lebensjahres aber zog er sich von allen (ieschäften zurück und lebte fortan in vollendeter Zurückj;ezogenneit nur dem Studium der Thor». In Berlin auf dem Friedhol der Adali. Jisroel-üemeinde hat er seine letzte Ruhestätte gefunden; die Inschrift auf seinem Grabsteine künitet seine Größe als überragenden Gelehrten^ Um die Sichtung des Stoffes, um die Anordnung und Zusammenstellung der schwierigen Materie hat sich der Herausgeber, Herr Dr. P. J. Kohn in Leipzig unvcrgnäglicnc Verdienste erworben. Untara Q«m«lnd« Reditsnot and Jadentnm Die Ortsgruppe Leipzig des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens veranstaltete am Montag, den 6. Februar eine Versammhmg von Gemeindemitgliedern, sowie christlichen Juristen, in der Herr Rechtsanwalt Förder, Breslau, Mitglied des Haupt- Vorstandes der Zentrale in Berlin zu dem Thema: „Rechtsnot und Judentum in der deutschen Rechtssprechung der Gegenwart" sprach. Der Referent führte folgendes aus: Unsere deutsche Justitia gehört nicht zu jenen tugendsamen Frauen, voa denen man nicht spricht. Gerade in den letzten Tagen haben sich die \Reichtagssitzungen mit ihr eingehend beschäftigt. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Haas, sicher ein Mann, den man nicht zu den Radikalen zählen darf, hat eindringliche Kritik geübt. In dem heute oft vernommenen Schlagwort „Klassenjustiz'* liegt der Vorwurf bewußter Rechtsbeugung, der schwerste Vorwurf, den man Richtern machen kann. Anderen bedeutet sie das Unvermögen, sich in die Denkweise bestimmter sozialer Klassen hineinzuversetzen. Man kennt auch das Wort von der Vertrauenskrise. Zwei Reichsjustizminister haben sie vorbehaltlos bejaht. Hergt allerdings, der jetzige, hat ihre Existenz bestritten und hat erklärt, er wünsche überhaupt nicht, daß davon gesprochen wird. Wir Juden müssen uns die Frage vorlegen, ob wir, abgesehen von der allgemeinen Vertrauenskrise, noch eine spezielle Vertrauenskrise für uns feststellen müssen. Dabei wird sich mancher wertvolle Einblick in die juristiche Werkstätte unseres -Vereins ergeben. Rechts schütz ist ja unsere grundlegende Tätigkeit: der Verein hat den Kampf um das Recht der Juden auf seine Fahne geschrieben. Jeder JuXie, ohne Unterschied, ob Deutscher oder nicht Deutscher, soll daran mithelfen; denn der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens tritt in gleicher Weise für den deutschen und den nic,htdeutschen Juden ein und verteidigt ihn ohne Unterschied mit seiner ganzen Kraft Wir'haben uns vor allem mit dem Straf recht zu belassen; liegen doch die Konflikte, in die wir zwangsweise mit unserer Umwelt geraten, gerade auf strafrechtlichem Gebiet. Da handelt es sich zunächst um die Beleidigung. Es ist bezeichnend, daß schon durch die Bezeichnung „Jude" einem Juden eine Beleidigung zugefügt werden kann. Für uns ist diese Bezeichnung selbstverständlich eis Ehrenname. Es ist aber der Ton, der die Musik macht. Bei einer; Klage flrümpfi Beste Qualität Bemberg- Waschseide 2.95 Bemberg- Wasdiseide 3.95 stets grollt Auswahl in Ja II «am Prcirtg» ALSELA Rcichsstrtlc 44 Wählt die Mannntr der Tat! Hört nicht auf leere Versprechungen! U)er arbeitet für die Talmud Thora? die Orthodoxie! U)er fordert die jüdische Volksschule? die Orthodoxie! Wer tritt für den Mittelstand ein? die Orthodoxie! Itter stützt den jüdischen Handwerker? die Orthodoxie! Wer kämpft für das gleiche Wahl recht? die Orthodoxie! U)er sorgt für Haschruth in Leipzig? die Orthodoxie | Wihlt die Mlnner. die für das Wohl aller Gemeindeniltglleder bereits gearbeitet haben. Wähl! öle Einheitsliste der Orthodoxie! fioldrel - Kestenbaum - Stauf - nattiansen - Dr. Dzialouiskv - Liste t