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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-02-24 · 8 (24.2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
8 (24.2.1928)
Date
1928-02-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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GtMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE, LEIPZIG Seit« 3 I)« Weiteren sollten diejenigen Geschäfte, welche am Sahbalh geschlossen halten, von allen unterstützt werden, auch von den freier gesonnenen Elementen, die wenigstens auf diese immerhin billige Art ihre Solidarität mit der Gesamtheit ausdrücken können. Diese Betriebe müssen jedoch auch ihrerseits, soweit angängig, frommen jüdischen Menschen Arbeit und Brot geben, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wogegen aber leider so viel gesündigt wird. Soweit die betreffenden Betriebe unter Aufsicht stehen, können und müssen die zuständigen jüdischen Stellen ihren dahingehende maflgebenden Einfluß ausüben. Das Zusammenhalten bedingt ferner das Meiden solcher Geschäfte, wo wir als Juden scheel angesehen werden. Dies versteht sich zwar von selbst, muH aber ausgesprochen werden, angesichts der beschämenden Tatsache, daß manche unserer Glaubensgenossen diese Selbstzucht vermissen lassen. Ein bewährtes Hilfsmittel weitsichtiger Wirtschaftsgebahrung ist, nur in solchen Geschäften sein Geld auszugeben, die durch Anstellung jüdischen Personals oder Zuteilung von Arbeit an jüdische Kräfte für uns etwas übrig haben. Zu den dringlichen Erfordernissen dieser Art gehört ferner die Unterstützung des jüdischen Handwerkers und kleinen Geschäftsmannes durch Zuteilung von Arbeit und Berücksichtigung bei Einkäufen. Nach dieser Richtung wird leider bei uns noch viel gefehlt. Wenn auch zugegeben sei, dali es meistens unbewußt geschieht, so hat es doch für die davon Betroffenen nicht weniger traurige Folgen, wodurch die ■Proletarisierung dieser wichtigen Mittelschicht rapid fortschreitet. Unser Augenmerk gelte aber ganz besonders der schulentwachsenen Jugend beiderlei Geschlechts. Es kann den jüdischen Eltern nicht warm genug ans Her/ gelegt werden, ihre Kinder nicht zu „I.uftmensehen" zu erziehen, sondern sie ein bestimmtes Fach erlernen zu lassen. Der jüdische l.ehrherr sei sich der moralischen Verantwortung bewußt, dem ihm anvertrauten Zögling tüchtige Branchekenntnisse beizubringen und ihn nicht nur etwa zu Kontorhilfsdiensten zu verwenden, oder allein m nur manuellen Arbeiten; er darf nichts unterlassen, was geeignet ist, das fachliche Wissen anzubahnen, damit der l ernende es später zur möglichsten Vollendung bringen kann. Gründliche Fachkenntnisse und reichliches Wisse» innerhalb des Tätigkeitsgebiete s sind un ab weis bare Forderungen für den schweren Daseinskampf und darum sollen Wamm zählt bei der Wahl zur jüdischen Gemeinde die Stimme des ■ ■ reichsangehörigen «Juden 6 9 nichtreichsangehörigen Juden 1 ■ Hinweg mit diesem Wahlunrechl! In der Jüdischen gemeinde muß jeder Jude gleichberechtigt sein! HlÖhlt Jüdische Volkspartei! Wählt Liste Tumpowsky! Die Jüdische VolRspartei fordert: Gleiches Wahlrecht für alle Juden. Gleichstellung des orthodoxen mit dem liberalen Kultus- Abschaffung der verhetzenden Unterscheidung zwischen Ost und West- Förderung jüdischer Erziehung durch weitgehendste Unterstützung der Hebräischen Sprachschule, Höheren Israelitischen Schuie. Ausbau der Bibliothek und Lesehalle Reorganisierung des gesamten Fürsorgewesens durch Schaffung produktiver Hilfe an Stelle der Züchtung von Almosenempfängern. Ausbau der Darlehnskasse. Unterstützung der Jugend bei ihrer beruflichen Umschichtung. Förderung der jüdischen Sport- und Turnvereine durch die Gemeinde. Darum wählt am 26. Februar die Kandidaten der Jüdifdicn Uolfespartei! 1. Louis Tumpowsky 2. Regina pfefferbIQth 3. Dr. Arthur pietrkowsky 4. Joseph Benjamin Sachs 5. Dr Nathan Körber 6. Elias Hersch Bromberg 7- Michael Hoflmann 8. Dr. fritz Loebenstein 9. Dr. Hans Abelsohn 10. Berthold Zülzer

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