Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 4 (27.1.1928)
- Date
- 1928-01-27
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 2 lenden Pässen der Ort, wohin sie zu reiten gedenken, ausdrücklich mit zu bemerken ist Oleichwohl ist am letzten Kilians-Jaht markte EU Oeltnltz ein Mandelsjude aus Orätz im Herzogthum Warschau Nahmena Sander Byk mit dem im Original1) beyliegenden von euch ausgestellten P3ssen betroffen worden. Wir begehren daher an euch, Uni wollet ihr, wie 'ihr auch die Erteilung dieses Passes überhaupt und die darinnen wahrzunehmende Vernachlässigung der vorhandenen gesetzlichen Vorschriften /i! verantworten getrauet, des (ördersamsten mittelst Berichts gehorsamst anzeigen. Daran geschieht Unsere Meinung." Datum Dresden am ll. August 1810. v Der arme Pallschrcibet halte schwere Tage /.u besteh 'H. Am 25. August des Jahres isu» reichte er /u seiner Rechtfertigung dem Pate einen umfangreichen Bericht ein, den der Rat mit emem unterwürfigen Entschuldigungsschreiben an den Konig weitergab. Vt'ir entnehmen ihm folgendes: „Bereits am 11 Januar diese* Jahre* suchte der Handeisjudc Sander Byk um Erteilung eines Reisepasses nach und produzierte dabey einen vom Rath« in Dippoldiswalde untern 22. Sept. ISO') nach Leipzig und weiter /um llaidel ausgestellten Reisepaß, bi$ her sey es dem PaBexpcdienten vom Rate immer gestattet gewe- ') Siehe Photographie! (Original im Besitze des RatsarcMves.) Die Jud *r». In cle-r* Kunst Von Dr. Karl Schwarz. Kustos der KunStsanunhing der indischen Gemeinde Berlin. Die Juden in der Kunsi bilden ein viel umstrittenes Kapitel. In einseitiger Kenntnis ihrer wirklichen Leistungen werden oft Behauptungen aufgestellt, die, auf die eine oder andere Erscheinung passend, ZU allgemein gültigen kegeln erhoben werden. Da es eine zusammenfassende Darstellung judischer Kunstbetätigung noch nicht gibt, das Material, weit verstreut, oft noch unbekannt M und die wenigsten auch das bereits vorhandene so weit kennnen, als dal' einabachtießendes Urteil erlaubt wäre, so begegnet man häutig Aeuftenmgea, die bei näherer Prüfung durchaus uiiht stichhaltig sind. seil, Leuten, welche sich durch richtige Pässe legitimieren konnten, zum Weiterreisen einen neuen Pah auszufertigen." Meyerhehn tat also nur das, was der Rat wünschte. Er berief fleh aber noch darauf, dall ihm die angezogenen Mandate bei seiner Verpflichtung vom Rate nicht bekannt gemacht worden seien, daß er aber in seinem Amte gar kei le Zell hab \ seh noch »um jweiteres zu kümmern, auch , sey er der Rechte und der Landesverfassung weiter nicht kundig". * < Der König antwortete am 26, März 1811. Ls heißt indem Reskript, dall „da* Ausstellen von derartigen P issen auf lange Frist nur veranlasse zu ungebührlechetn Vagabundieren und verbotswidrigem Hausieren auf dem laude.... Wir begehren daher, daß sich die den Juden zu crtheilcnden Reisepässe lediglich auf einen von ihnen als das nächste Ziel ihrer Reise angegebenen Ort richten und solche auf die Zeit, die zur Reise dahin erforderlich ist, beschranken, Immafien sie sodann bey der dortigen < Irtsobrigkcfl um I rteilung eines neuen Passes zur Fortsetzung ihrer Reise oder zum Ri ckwege nachzusuchen haben. Und gescMehel daran Unsen Meinung Dein Rat w ar es also nur erlaubt, Pisse für die'Reise von Leipzig nach dem nichsten Reiseziele auszustellen. Pässe auf längere Frist und für die Reise durch das Königreich Sachsen wurden vom Geheimen Finanzcabinett des Königs ausgestellt. In den letzten Jahren ist es mehrfach gelungen, ganz neue Punkte aufzuhellen. Olaubte man z B., dall das jüdische Volk zu den Zeiten seiner Selbständigkeit absolut kunstfeindlich gesinnt gewesen sei, so zeigen di Nu*;r»bun i i in Palästina daß das Verbot der Bilddaritelhing sieh nur auf die menschliche Qestalt, nicht aber auf Ornamentik bezog. In späteren Jahrhunderten bietet die Buchillustration manche interessanten Gesichtspunkte. Niehl nur nachahmend waren die Illustratoren der liaggaiiolh und Machsorim tätig, sondern — wenn auch in bescheidenem Rahmen auch selbstschöpferisch und erfinderisch. Die KunstiuBeHingen des (Kims Mreisefl originelle Züge in den verschiedensten Formen, /. B. in der Bemalung der Synagogen und in der OrabmaJIrunst auf. Als Medailleure und Edelsteinschneider haben Juden Bedeutsames geleistet und sind vielfach von Fürsten beschäftigt worden. Einer der hervorragendsten Künstler dieses Faches S fKBir SSärgcrmciftct * 9toft) t« aaM&ipsfä Iqrtjni |fnwrlt. N allbl.r, «ort frsfrafl rttet wir grfrntt Satf/untwtfrtjÄtn on(tttfmt«ti ÄtanrtyitainlAt« }u frtirai ftp. «ann bann SBoruiacr f Htftt t SaWiSt/UrCy -/*■'•••- '»lyrait, —'-<fP« f£~/ •-^c ^yi- .......... : '.i:..^.r\.... ,.-.A^?»..--v-<^y*»l.v.. s-'.'/. .'..• ^.•;to.//.../V-.- , ' '_' ' _ * ' ^> %t twrtan alle ut* irtt, hmti Nrfrr $<r? wfommen motfce, not ©onfe* frfflrtmma fltutmatö .rftofrt, Ntnicttflt würwnmrnai ©lauben brnunrnfirn, unb srnttlbrtfli ' / ' e t yxz'/idkf' aürnt{ülb>it un^^ffltn^frt pafilrcn, unb WtjW imf/rt 3tuj}nnjrt amltfftn ju taffm, n*l*d In »crsi«ö>«i gülicn <8ir ui trwicNrn frWti» finb. UrfunMio) fxtfxti ®ir unfer gm>*biill*«* flmuirrr truefrn fafiett; gnftn/tn ju WM brnV.., .ytty Ui jKJnwt* DitTTp im Jafcr na$ QrlpiICkjatt <E!ntaufot6.^r]rttntl^ mib'Vt^/f. (f^ ' 25 tt^rttinucitWAUl.