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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-12-30 · 52 (30.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
52 (30.12.1927)
Date
1927-12-30
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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vir. 52 Jüdische Verbands» u. »«rr-iein^e« Vom Preuliischcn Landesverband I. Das Siedlungswerk il>■ R. j. F. X i -~ .* Unter dem Vorsitz des Herrn Prof, Dr. Türk-Berlin fand die Wintertagung des Wohlfahrtsausschusses des Preußischen I andesverbandes jüdischer (iemeinden statt, Als Punkt I der Tagesordnung wurde da* Siedlungsunternehmen des Reichsbundes jfidischei Frontsoldaten eingehend bi pro h ■ \ I inladung des Ausschusses war das Mitglied der l andi i\ rsai nlung, Herr R.-A. Dr. Elkelea, vom Siedlungs-AusschuH des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten anwesend, um das Qesuch wegen Beteiligung de- Landesverbandes an dem Siedlungswerk des R.j.F, persönlich ausführlich zu begründen. Die Pläne des Reichsbundes, einen jüdischen landwirtschaftlichen Sicdlerstand in Deutschland und ü mit ein Qegengewkhl gegen die einseitige Berufsschichtung der Juden zu schaffen, fanden wie überall das volle Verständnis der Mitglieder des Wohlfahrts-Ausschusses, Alan verkannte reilich di< großen Schwierigkeiten der Sache nicht. So wurde darauf hingewiesen, daß es /war in Deutschland mir n<>.'!i iüie schi kleine Zahl jüdischer Bauern gäbe, die meisten in der Landwirtschaft tätigen Juden seien in gleichem Malle auch Viehhändler, weil sie sich \• >:t ihrem landwirtschaftlichen Besitz allein nicht ernähren könnten. Die Landflucht in jüdischen Kreisen sei größer als in irgendwelchen anderen Schichten, da das kulturelle und wirtschaftliche Vorwärtskommen den Juden auf dem lande außerordentlich erschwert sei, und viele schon deshalb in die Städte zögen, um ihren Kindern eine b s erc Bil angeddheu zu lassen, i in jüdisches Gemeinschaftsleben könne sich auf dem Lande wegen der nur vereinzelt wohnenden Glaubensgenossen schwer entwickeln. Zum jüdischen Bauern gehöre auch die jüdische Bäuerin; solange es die nicht gäbe, könne mit der Siedlung nicht begonnen \\ i rden Demgegenüber wurde aber auch betont, daß trotz allei belebenden Hemmnisse das große Werk doch aussichtsreich genug ers Leine, /war »lenke niemand an eine „Berufsumschichtung" in dei Weite, daß plötzlich aus einem großstädtischen Handlung gehilf n ein Landwirt gemacht werden solle. Wold aber könne das Interesse der Jugend schon früh für diese Dinge geweckt werdi '.. es ge, die Absiedlung auf genossenschaftlicher Grundlage zu scha fen, so sei der Qefahr der Vereinzelung vorgeh ugt. Voraussetzung abei für die Durchführung *ci die genügende finanzielle Sicherung. Solange diese nicht feststehe, dürfe nichl l>c onnen werden. Als Ergebnis der Aussprache wurde einstimmig dei Beschluß gefaßt, den Rat zu ersuchen, In den Hauthaltplan 1928 (U> Landesverbandes einen erheblichen Betrag lür die Propaganda des Siedlun swerks einzusetzen I i wurde nn besonderer Unterausschuß gebildet, >l r mit dem Siedlungsausschufl des R.J.F. in ständiger i ühlung bleiben wird. 1. Das grollst ädt isehe Wohnu ngsproblem und sc in I iniliiIi auf die jüdische Bevölkerung. Unter dem Vorsitz der Frau Sidd) Wronsky-Berlin tagte dei bevölkerungspolitische Ausschuß des Preußischen Landesverbände jüdischer Qcmeinden, Die Wirkung des an die gesamte jüdische r ie vor einiger Zeil ergangenen Auirufes, der sich untei eindringlichei Schilderung iler bevölkerungspolitischen Verhältnisse nute, den deutschen Juden an die jüdische Öffentlichkeit richtete, wurde iiigehend besprochen. Es wurde festgestellt, daß der Aufruf bis aul wenige Ausnahmen von allen jüdischen Zeitungen abgedruckt worden sei. Damit ist die öffentliche Meinung aul dieses hochwi hl Pi ■'•>- fem wiederum aufmerksam gemacht. Der Ausschuß nahm davon Ki nntnis, dar! sich die Berufsverbände d r Rabbiner und Lehret .'. ein. Jugendverbände und der Judische Frauenbund bereit erklärt haben, die ihnen nahestehenden Kreise im Sinne des erwähnten Aufrufs zu beeinflussen. Von den übrigen auf der Tagesordnung stehenden ^ngelegenheiten wurde sodann die I rage der Frühehe erörtert und angeregt, *U deren Förderung eine Ka>se durch Stiftungen vorerst in den Oroß eini'iidvii zu errichten. Dei erschreckend! allgemein! >•> ohnungt man gel und die damit zusammenhängenden sozialhygienischen, wi schädlichen und sittlichen Note machen stich in den Reihen scheu Gemeinden umfassendere Reformversuche zu einer unabweislieben Pflkht. Auf einen Antra;! von Berta Pappenheim-I rankfurt a. M. sollen ilie vom jüdischen Frauenbund bisher bearbeiteten Stftmmbaumformulare unter dem Gesichtspunkt untersucht und vervollständigt werden, daii aus ihnen wichtige geschichtliche und soziologische Zusammenhänge innerhalb des deutschen Judentums aulgezeigt werden können. /um Schluß der Verhandlun;en wurde die frühere Anregung, ein bevdIkerungspolitisch0 9 Preisa u ss ehreibe n zu et .assen, aufgenommen. Man einigte sich auf das Thema: Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüd Zwei Preise, einer von Mark 1000, und einer von Mark 500.— sind in Aussicht genommen. Die näheren Bedingungen sollen noch festgestellt werden. ,Da8 grottstädtische sehe Bevölkerung". Uri.iöPA» Gonrif>lnd*B Anssstelluni; „Das junge Deufsdiland* Der Ausschuß der jüdischen Jugendverbände I eipzigs, unterstützt vom Reichsausschuß dir jii.'i chc.n Jugendverbände, hat erkämpft, daß der jüdischen Jugend auf der Ausstellun [ „Das junge Deutschland" ein größerer Raum zur Verfügung gestellt wurde, als dies m Berlin der Tai! war. Aus einer kleinen I cke, in der kaum die (primitivsten, symi/olischen Darstellungen jüdischen Jugendlebens Platz fanden, ist eine vier Meter breite Wandfläche geworden, auf deren Räume unter Anwendung alier Beschränkungskunst in Anbetracht des vielen Materials unsere Selbstdarstellung erscheint — Was haben die jüdischen Jugendbünde der deutschen Oeffentlichkett zu zeigen? Zuerst und vor allen Dingen, daß sie da ist; daß sie innerhalb einer großen Anzahl Bünde .in inicu.^.cs lnn<nlcheii führt, daii sie zahlenmäßig einen sehr großen Prozentsatz der jüdischen Jugend umfaßt, und in welcher Weise ■'. tätig ist. Eine genaue Statistik der Leipziger Bünde wird gezeigt, ein diagonaler Ausschnitt der kulturllen Arbeit der Gruppen, photographische Aufnahmen von Fahrten und Heimen, eine Auswahl sämtlicher Bundeszeitschriften, Bücher usw. usw. Das Prinzip einer Selbstdarstellung in diesem Rahmen heißt stets: Wirkt,ii.;. Klar und deutlich mu I werden, > liier auf einen engen Raum vom lebendigen Leben vieler juu er Menschen projiziert werden kann. Wenige Worte haben .:; zu sagen, wenige Symbole viel /u bedeuten, wenige Bilder viel zu beweisen. i alles sagen dem Beschauer auf einmal dies« viei ...«. er Wand ren Fläche wir damit zu beleben haben, und hierzu haben die u Bünde all ihr Material zusammengetragen, der Vusschuö hat es geordnet und gesiebt, und drei Fachleute haben sich zut immer c ig und ea zur Darstellung gebracht: Eduard Einschlag, Leipzig, für .t.is Bildliche; Eugen Mittelmann, Leipzig, für d e Photographic; Philipp Tol/iner, De>sau, dir den Gesamteutwurf. —;• * _*i y. HÜTZ hl>r^'^>r^^»^J«•n«ll• QuöIüniSmöbcI oit«; eigener Fnbrfk Leipzig — * i» Körnerdn Lmiffe jVI WMWTi I

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