Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 51 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4876568-5968785-5968999--1508-4879168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 GEMHINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. jamteanff sität. Ei « ar »ein sehnlichster Wunsch, als (.ehrer in dieser Universität standig zu wirken, allein mannigfache Hindernisse stellten sich »einein Wunsche in den Weg. in der jüdischen Kriegs« und Nachkriegsfürsorge betätigte sieh Dr. Chajes führend. Neben Leo Motzkin bemühte er sich um das Zustankommen der jüdischen Welthilfskonferenz und des Komitees der jüdischen Delegationen. Er war Vorsitzender der jüdischen «Völkerbundliga in Oesterreich Wann immer jüdische I hre, jüdische Rechte und jüdisches I eben angetastet wurden, erhöh Prof. Chajes seine gewich« lige Stimme, die stets Widerhall gefunden hat. Die wissenschaftlichen Studien von Zwi Perei Chajes waren sehr mannigfaltig, Hervorzuheben sind seine wissenschaftlichen Kommentare /ii den Psalmen und zu Imos Er betitigte sich auch als Forscher aul dem Qebiete der jüdischen Geschichte, Lr veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften und gab W erke älterei Autoren heraus.Cr stand an der Spitre dej Wiener Jüdischen Pädagogiums, — — Die Bestattung des so plötzlich Verstorbenen geschah unter ungeheurer Beteiligung der Wiener Judenheit und ausländischer jüdischer Delegationen. Die Zeremonien naimen fünf Stunden in Anspruch, i * war das imposanteste jüdische Begräbnis seit der Grablegung dor Herzig, rausende und Abertausende Personen schritten hinter dem Sarge. Oroße Massen der jüdischen Jugend bildeten auf dem ganzen Weg« Spalier, In allen Straßen, die der Kondukt passierte brannten die I aternen. Alle jüdischen Geschäfte Wiens waren eine halbe Stunde lang geschlossen. Die irdische Hülle des verblichenen geistlichen Oberhauptes der Wiener Judenheit wurde im ffaupttcinpe! der Wiener Kultusgemein.de in der Scitenstüdtcngasse aufgebahrt. Dort fanden sich der Präsident der österreichischen Bundesrepublik Dr. Hainisch, der Polizeipräsident von Wien Dr. Schober, der Minister Schmitz, der Vizebürgermeister von Wien Dr. Emmer 1 i n g, zahlreiche Vertreter der Behörden, Vertreter des Bundeskanzler Seipel, mehrerer Ministerien, sowie der alt katholischen Kirchengcmeinde^ Abordnungen jüdischer Gemeinden aus Oesterreich, aus den INachfolgerstaaten und aus dem Deutsehen Reiche, Abordnungen 'jüdischer Zentralorganisationen aus zahlreichen Ländern, viele Universitätsprofessoren und mehrere Chassidim-Rahhis ein. Der Rektor des Rabbiner-Seminars Professor Schwarz hielt Im Tempel eine tiefempfundene Gedenkrede, in derer die große Persönlichkeit des Verblichenen würdigte und eine Uebersicht über sein gelehrtes Schaffen gab. Am offenen Grabe »wurden fünfzehn Traurredcn von Vertretern der Wiener und der ausländischen Judenheit gehalten. Dr. Leo Motzkin sprach im Namen der Zionistische» Executive und des Aktions-Komitees. Oberrahbiner Chajes erhielt ein Ehrengrab in der Nähe des Grabes des jüdischen Freiheitskämpfers vom Jahre 1818, Fischhof. Der Bundeskanzler Dr. Seipel sandte an die Isr. Kultusgemeinde; 1 Wien ein Beileidstelegramm, in welchem er seiner Trauer Ausdruck j gibt und schreibt, er sei durch den Verlust eines so bedeutenden Mannes tief gebeugt. Jüdische Verbände u. Gemeinden Jubiläum der Gesellschaft zur Förderung, der Wissenschaft des Judentums \m 16, November 6 l tu abends begann im Festsaal des Logenhauses Kleiststraße 10 die Leier des 25-jährigen Jubiläums der Gesellschaft /in Förderung dei Wissenschaft des Judentums. Die jüdischen lehrten Merlinwaren fast vollzählig erschienen. Außerdem sah man mehrere jüdische Gelehrte aus dem übrigen Deutschland. Auch 1 großen jüdischen Organisationen hatten Vertreter entsandt. Der Präsiden! der jubilierenden Gesellschaft, Herr Prof. Dr. M. Sobernheim, hieß die Mitgliedei und Oäste herzlich willkommen und führaus, das zahlreicht I rscheinen der jüdischen Gelehrten und Vertreter der verschiedensten Richtungen beweise, daß das Streben der Oesellschaft, alle jüdischen Wissensgebiete und Forschungsmethoden in ihren Kreis /ii riehen, fruchtbar gewesen ist. Li begrüßte insbesondere die Vertreter der Landesverbände, der Oemeinden, der Qroßlogen und der Rabbinerseminare und verlas ein Schreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg, der der Gesellschaft seine herzlichen Gluckwün- £ui Feiet ausspricht und für die ihm übermittelte Ehrengabe, •ine 1 uxusausgabe des Werkes „Jacob Abraham und Abraham Abrain- >on 55 Jahre Berliner Medaillenkunsl I7i5 ISUf• von Dr. Tassilo Hoffmann her/lieh dankt Ein /weites Exemplar der Luxusausgabe wurde dem Schützer der Wissenschaft, dem preußischen Kultusmini- : Prol Dr Becker, der als Orientalist der Gesellschaft verbunden ist, überreicht Dr. Becker erwiderte durch ein herzliches Schreiben, in welchem er die Oesellscaft, deren Leistungen eine wertvolle Bereicherung der allgemeinen Wissenschaft bedeuten, seine besten Wün- - he für die Zukunft -endet. Das dritte Exemplar uberreichte Prof. Sobernheim unter lebhaftem Beifall der Versammelten an Pioftnaot en, der die Gesellschaft am meisten gefördert hat und der wisaenschaftlichen Organisation derselben die festeste Stütze war. Der Vorsitzende verlas Begrüßungstelegramme des Bayerischen Landesverbandes isr. Kultusgemeinden, des Institutum Judaicum der Berliner Universität, der Isr.-theolog. Lehranstalt in Wien, des Budapester Rabbinerseminars, des Londoner Instituts für jüdische Wissenschaft, der New Yorker Hochschule (ge& Cyrus Adler), der Akademie tur die Wissenschaft de- Judentums, des Detrtsch-lsr. Gemeinde- Bunde- und nhlreicher Provinzinstitute. Lr begrüßte Rabbiner Dr. W isse und Prof. Baneth, die seit 25 Jahren dem Vorstande angehören, lind gedl hte wahrend sieh die Versammelten von den Sitzen erhöhen des verstorbenen Begründers der Gesellschaft, Rabb. Dr. Lucas, des Professors Martin Philippson, Karpetes, Rabb. Blochs und Hermann Cohens 1 r kam dann wieder auf die Lebenden zu sprechen und rühmte die Mitarbeit \on Prot. Eibogen, Dr. L Bntck,!-'«.if. Mittwoch, Prol Weil und Prof. Karger. Er gedachte auch der amerikanischen wissenschaftlichen Nothilfe, die es der Gesellschaft ermöglicht hnbe, in Zeiten der Not die Arbeit fortzusetzen, und schloß mit einer Aufzahlung der wissenschaftlichen Publikationen der (iesellschaft und einer Charakterisierung ihres zukünftigen Aufgabengebietes. Namens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde sprach Herr Kammer- SINGER Nähmaschinen in alibewährter Oute cV/<? i vh to rtc (Zahlungsbedingungen SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT SINGER NAHMASCHINLN MUSIK WITICNBfcRCil HL/ POISDW* Petersstraße 14 (Singerhaus) Markgrafenstraße 8 (gegenüber dem Ratskeller) PL, Zsdiudiersche Str. 24 Neusdi., Eisenbahnstr. 48 Üo., Hallische Str. 97