Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 51 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 5 UfcMElNDLhLAiT DER ISRAELITISCHEN RLLIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3 phr^n- * ■< 3»erichtsrat Wolff der jubilierenden Gesellschaft die wärmsten Glückqpünsche iui und gab der Hoffnung Ausdruck, dal! sie auf ihren hiskerigcn Wegen erfolgreich fortschreitet. Prof. Heinrich l.oewe sprach im Namen der Repräsentatenvcrsammlung der Berliner Jüdischen <iemeinde und rühmte die (iesellschaft als ein Institut VOraUSSCtzungSloser Forschung, die bei aller Freiheit der Kritik doch nicht den Hoden der Pietät für das Judentum verlällt. Prof. Outtmanu sprach im Namen der Hochschule und der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Fr charakterisierte die Ziele und dal Werk dieser beiden Institute, die an der (iesellschaft für die Wissenschaft des Judentums engsten Anteil nehmen. Dr. Qrünberg sprach im Namen des Berliner Rabbinersetninar, Dr. Heinemann, Dozent am Breslauer Rabbinersemiliar und Redakteur der Monatsschrift der (iesellschaft für die Wissenschaft des Judentums, überbrachte die Grüße des Breslauer Seminars, das mit der jubilierenden (iesellschaft in dem Ziele verbunden ist, die ewigen Werte des Judentums in die jüdischen Häuser zu bringen. Hierauf hielt Professor Elbogen ein großangelegtes Referat über „Ziel und Leistung der (iesellschaft zur Förderung der Wissenschaft yitt Judentums". Er ging die ganze arbeitsreiche Geschichte der Gesellschaft durch, verweilte bei den schweren Kriegs- und Nachkricgsjahren und stellte fest, dall jetzt die Mitgliederzahl der (iesellschaft wieder die Vorkriegshöhe erreicht hat. Die (iesellschaft nah der regen geistigen Bewegung im Judentum Ziel und Inhalt. Systematische Arbeit und Arbeit an der Systematik des Judentums, das Entdecken vergessener Quellen, die < Ordnung in der Forschung, die Zusammenfassung des Stoffes und seine Durchdringung mit Geist, das alles ist ihr Feld. Nicht alle Versprechungen wurden erfüllt, aber die (iesellschaft arbeitet weiter an ihren grollen Aufgaben und erbittet -die Hilfe der Mitglieder und den Segen und Beistand des Allmächtigen Fs folgte dann ein Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Tassilo lloff- Miann über sein Werk „Jacob Abraham und Abraham Abramson — Berliner Medaillcnkunst 1755 -1811)". Der Verfasser, ein Niehtjude, bat sieh in die künstlerische Persönlichkeit des Juden Jacob Abraham, der sieh aus kümmerlichsten Verbidtnissen zu dem Medailleur von Hof und (iesellschaft der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts emporgerungen, und seines in künstlerichei Völlendung ihm überlegeneu Sohnes Abraham Abramson, des Medailleurs der führenden Köpfe dieser Epoche, eingefühlt. Fr erzählte den bislang kaum bekannten Lebenslauf der beiden Medailleure, sowie ihre Wertung innerhalb des Kunst- •lebens der Zeit und bot so ein Stück Geschichte jüdischen Fmanzipationsstrebens in der Epoche Moses Mendelssohn. Abraham Abramson wurde als erster Jude zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt. Er modellierte Mendelssohn und (ioethe, und Goethe selbst scheute sieh nicht, Abramson eine Visierung für die Wieland-Medaille zu zeichnen, Abramson begann seine Medaillcnsuitc „auf die besten Köpfe Deutschlands", ein Vorhaben, das er durch frühen Tod nicht mehr zum Abschluß brachte. Reicher Beifall wurde dem Vortragenden zuteil. Zum Schluß vereinen ein zwangloses geselliges Beisammensein die Mitglieder und Oiste dei jubilierenden Gesellschaft. Kadimah. Jüdischer Pfadfinderbund, Leipzig Der I ii.i;ungswillc ,der weite Kreise der in unzählige Bünde zersplitterten judischen Jugend beherrscht, hat zu einem positiven Erfolg geführt. Ueberzeugt von der Notwendigkeit, die Kräfte in der jüdischen Jugendbewegung nach Möglichkeit zusammenzufassen, haben der ,,Kadimah, Ring jüdischer Wander- und Pfadfindcrhünde" und der „Bund jüdischer Pfadfinder" sich zum „Kadimah, Bund jüdischer Pfadfin_-. vereinigt. Durch die Fusion dieser beiden Bünde, dicals erste den Gedanken jüdischen Pfadfindertums in die jüdische Jugend Deutschlands getra- J.C Hanifch, Leipzig Grimmaiche Sir.« und Hauptbahntof Westh alle Gegründet 1836 / Fernspr. Nr. 20016, 21173 Frische Blumen zu jeder Gelegenheit l^^ÄIÄÄ^I» 1 gen haben, ist der jüdische Pfadfinderblind geschaffen, der berufen ist, auf Grund seiner Entwicklung und seiner heutigen, auch zahlenmäßigen Stärke, die repräsentative jüdische Pfadfimlcrschaft Deutschlands zu bilden. Der so geschaffene Bund wird eine seiner'ersten Aufgaben darin sehen, weiter auf eine enge Zusammenarbeit mit den Teilen der jüdischen Jugend hinzuwirken, die ihm ideelisch nahestehen. Er glaubt, daß eine Belebung der jüdischen Jugendbewegung nur erfolgen kann, wenn der Weg zur Einigung fortgesetzt wird. Der .„Kadimah" wird hierbei die Mitarbeit Einzelner sowie ganzer Gruppen stets aufrichtig begrüßen. Einbruch in die Dresdner Synagoge In die Dresdner Synagoge wurde abermals ein Einbruch veriibt, nachdem bereits drei Wochen zuvor das gleiche Verbrechen zur Ausführung gekommen war. Der Spit/huhe, der sich vermutlich hat einschließen lassen, erbeutete lediglich den Inhalt eines Sammelbeckens, das sich im Vorraum der Synagoge befand. Im Rahbincrzimer und im Betsaal wurden die Behältnisse teilweise erbrochen, ohne daß der Täter dabei etwas verlangt hätte. Andere Wertsachen blieben unberührt. Dem unbekannten Täter ist es offenbar'nur auf Geld angekommen. Wieviel Bargeld in dem erbrochenen und ausgeraubte« Sammelbecken enthalten war, ist nicht bekannt, doch dürfte die Beute nicht allzu erheblich gewesen sein. Ob in beiden Fällen derselbe Spitzbube in Betracht kommt, dürften die polizeiliche« Ermittelungen ergeben. Unsere Gemeinde Ausstellung „Das junge Deutschland" im Ring-Meßhaus vorn H. Januar bis 5. Februar 1928 Wie zweimal bereits an dieser Stelle geschrieben wurde, wird die jüdische Jugend, vereinigt im Ausschuß der Jüdischen Jugendverbände Leipzigs, auf der Ausstellung „Das junge Deutschland" in eine« eigenen Räume vertreten sein. Die Gliederung mi Ausstellung geschieht unter dem Gesichtspunkt der „Gestaltung der Freizeit" der deutschen Jugend und im gleiche« Sinne erfolgt unsere Beteiligung. Als Haupt-Glieder des Ausstellungs- Werkes gelten folgende Faktoren: (iestaltung der Freizeit 1. durch Veranstaltungen auf dem Gebiete der allgemeinen Bildung, 2. durch Musik in der Freizeit, Herren-Hüte Das Beste in allen Preislagen Heise-, Sport-, Yacht-, Schüler- und Kinder- Mützen JuliUS Müller, Leipzig, Petersstr.30 und Gohlis, Hallische Straße 87-89 In Gohlis auch Wäsche, Cravalten und Herrenartikel « Große Auswahl in Winterneuheiten Reine Wolle Wolle mit Seide Retchsstraße 4-6 i-Vfr -. . u ij ■ ■. . %> . ■ J •» .....^ ■>. •y'.f.