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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-12-16 · 50 (16.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
50 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mr. 50 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Gericht Uber die Gemeinde- Sitzung v. 12. Dezember 1927 <Aottl1die Niedersdirift) Nach Eröffnung der Sitzung teilte der Vorsitzende mit, daß ein Eie- «pruch gegen die Wahl vom '27. November eingegangen sei; nach •4er Entscheidung des Wahlprüfungsgerichts werde hierüber weitere Mitteilung gemacht werden. Zur Tagesordnung übergehend stellt der Vorsitzende zunächst den 3. Punkt Festsetzung des Steuersatzes zur Beratung. Herr Breslau er berichtet namens des Vorstandes und des Finanzausschusses über die Finanzlage der (iemeinde und schlagt im Einarcrstfndnis mit dem Finanzausschuh die Frhebung von 12". o der fteicheeinkommensteuer für das Rechnungsjahr 1027-28 vor. Herr Tumpowsky beantragt, die Beratung und Beschlullfassung heute auszusetzen und die Unterlagen zunächst allen Cieineinde- «erordneten z.ugehen zu lassen. Dem Antrag wird von den Herren (iottlieb, Breslauer; Orosz, Lustig mit Rücksicht auf die Obliegenheiten des Finanzausschusses •Widersprochen. Herr Tumpowsky beschränkt seinen Antrag darauf, dall künftig die ziffermälligcn Unterlagen den (lemeiikk verordneten vor der Sitzung rechtzeitig zugesandt werden. Herr Dr. Wohrizek legt gleichfalls Widerspruch gegen die Ausführungen des Herrn Tumpowsky ein im Hinblick auf die Wir- Jmng, die diese Ausführungen auf die Steuerzahler ausüben können. Herr Tumpowsky erinnert in seiner Erwiderung an frühere zuweilen von Parteiwünschen beeinflußte Bewilligungen. Her Vorsitzende sagt zu, dait der Vorstand künftig nach der Beschlußfassung des Finanzausschusses eine Darlegung über die Finanzlage der Oesneinde den (iemeindevertretern zusenden werde. Damit erklärt Herr Tumpowsky seinen Antrag für erledigt. In der Beratung über den Steuersatz schlügt Herr Tumpowsky vor anstatt 12"u nur 10".. festzusetzen; er wendet sich Insbesondere gegen die Höhe des sogenannten Ausgleichfonds. Herr Breslauer erwidert, daß dieser Fonds bisher unentbehrlich gewesen sei; der Vorschlag von 12".. sei aus eingehenden Verhandlungen des Finanzausschusses hervorgegangen. Herr Tumpowsky bemängelt, daß die Schuldentilgung nicht auf mehrere Jahre verteilt, sondern auf den Haushalt eines Jahres eingestellt worden sei. Herr Vorsitzender und Herr Breslauer erwidern, dall tatsächlich die Tilgung auf mehrere Jahre verteilt gewesen, die betreffende Rücklage aber seitdem aufgebraucht worden ist; es handelt sich um Verpflichtungen, die pünktlich erfüllt werden müssen. Herr Stein bestätigt, daß der Steuersatz von 12".. auf reiflicher Erwägung des Finanzausschusses beruhe. Der Antrag des Herrn Tumpowsk. wird gegen 4 Stimmen abgelehnt, der Antrag des Vorstandes auf I rhebimg von l'2",i mit großer Mehrheit angenommen. Herr Tumpowsky regt au, der Vorstand möge in Erwägung ziehen, die kurzfristige Schuld von 100000 M in eine langfristige Anleihe umzuwandeln. Dies wird vom Vorstand zugesagt Herr Breslauer beantragt auf Orund eines Beschlusses des I inanzausschusses für die Verbesserung der Wählerliste ein Berech- «ungsgeld von 2000 Mk. zu bewilligen; ein etwa nicht verbrauchter Teil davon soll auf das nächste Rechnungsjahr vorgetragen werden; an den nächstjährigen Haiishaltplan ist ein gleicher Betrag einzusetzen. Herr Tumpowsky erklärt sich gegen den Antrag, da die Arbeit von den vorhandenen Kräften geleiistet weiden könne. Herr Vorsteher erwidert, daß dies nicht möglich sei; übrigens werde voraussichtlich lie Fürsorge durch die Anstellung der Hilfskräfte entlastet werden. Herr Dr. Ooldschmidt bittet Herrn Tumpowsky, seinen I inwand «äher zu begründen und bemerkt, daß die Wählerliste auch für die Steuererhebung wichtig ist. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Der Antrag des Vorstandes auf BewtiDJgung des Berechnungsgeldes von 2000 Mk. mit dem Vorbehalt, einen etwa nicht verbrauchten Teil davon auf das nächste Rechnungsjahr vorzutragen, wird angenommen. Herr Schick bemerkt noch, daß früher bereits ein Ausschul, zur Herbeiführung von Ersparnissen in der Verwaltung gewählt worden ■st, der «ber keine nennenswerten Sparmaßnahmen habe vorschlagen können. IHinkt 1 der Tagesordnung: Antrag Kestenbaum auf Wiederverhandlung über Orwahrung eines Beitrages zur Ahawas Thora. Hierzu ist ein Antrag von acht Mitgmhin der Versammlung eingegangen, die Sache schleunig zu verhandeln. Herr Rechtsanwalt Dr. Ooldschmidt beantragt, Über den Antrag! Kestenbaum zur Tagesordnung überzugehen. Die Herren Stein, Sachs, Kestenbaum und Q o I d r e i widersprechen dem Antrag, wogegen Herren Dr. Wohrizek' den Antraft unterstützt. Ein Antrag Cirosz auf Schiuli der Debatte wird angenommen. Herr Tumpowsky bittet mit Rücksicht auf die Stimmung in der Oemeiinde, in die Debatte über die Sache selbst einzutreten. Herr Schick ist dafür, dall die Debatte über die Sache eröffnet wird, um dieselbe endlich zu klären. Herr Stein spricht sich noch gegen den Antrag Dr Ooldschmidt aus. Der Antrag des Herrn Dr. (ioldschmidt wird mit l() gegen I i Stimmen angenommen. Vor der Beratung dieses Punktes hatte Herr Kodes eine persönliche Erklärung folgenden Inhalts abgegeben: dall ihn Herr Rabb Dr. Carlebach öfters gebeten habe, seine Stellungnahme zur Aliawa« Thora zu revidieren, daß er aber diesem Wunsche aus dm der Ver- , Sammlung bekannten Oründen nicht habe entsprechen können. Punkt 2 der Tagesordnung: Einrichtung eines besonderen Feldes; auf dem neuen Friedhof nach orthodoxen Anschauungen. Der Vorsitzende berichtet, dall die eingesetzte Kommission ein Qut- 1 achtelt des orthodoxen Rabbinerverbandes beigezogen und folgen- I den Vorschlag beschlossen hat: Auf beiden Seiten wird eine Dreiteilung vorgenommen: In der I einen Abteilung ist die Bestattung von Andersgläubigen und von Aschenresten nicht gestattet. In der 2. Abteilung ist alles wie auf de«, bisherigen Friedhof zugelassen. In der 3. Abteilung hat auch (iräberi schmuck zu unterbleiben. Herr Hodes begründet diesen Vorschlag, durch den ein Gegensatz. : von Frommen und Unfrommen vermieden und zugleich ein berechtigter Wunsch der Orthodoxie befriedigt wird. Herr Rosenfeld er und Herr S t r a u II schließen sich diesen Ausführungen an. Auf Anfrage des Herrn Dr. Wohrize k erklärt Herr Vorsitzender dall der Vorstand zu dem Vorschlag der Kommission keine Stellung genommen habe, daß er persönlich aber in diesem Vorschlag keine! Verbesserung erblicken könne Die liberalen Mitglieder des Vorstandes hätten sich für den Fall der Ablehnung auf eine Zweitei-! hing geeinigt, so daß auf jeder Seite in einer Abteilung die Beisetzung von Andersgläubigen und Aschenresten gestattet sei. in der anj deren nicht, lieber Blumenschmuck werde nichts ausdrücklich bestimmt. Das Qutachtcn des orthodoxen k'.ibbinei Verbandes wird verlesen. Herr Schick und Herr Tumpowsky erklären sich gegen den 3_ EA.SCHÜTZ hervorrctfiiTufo Quolfiötsmobel Otts eigener Fabrik. Leipzig Körnerstr. 54*56

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