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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-12-16 · 50 (16.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
50 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sslte 4 GEMtlNDKBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3 Konimissionsvorschlag. Herr l>r. Qoldschmidt schließl (ich dem Vorschlag der liberalen Vorstandsmitglieder a n. Herr Du bin er erklärt sich f in die Zweiteilung; Herr StrauH htt tur Zweiteilung mit ausdrücklicher Unterscheidung der Qestattung tthit Nichtgestattung von Blumen schmuck. Der Antrag der Kommission wird gegen 2 Stimmen abgelehnt. Der Antrag Strauß wird gegen l Stimmen abgelehnt; der An- Mttrag der liberalen Vorstandsmitglieder wird gegen I Stimme angvnommen Herr Vorsitzender gibt Kenntnis davon, daß sich vielleicht Cielegenheit biete, Gelände ZU einer Erweiterung des neuen Friedhofsvon der Stadt zu erwerben; weiteres könne erst nach Feststellung; des endgültigen Bebauungsplans gesagt werden. Man erklärt sich einhellig damit einverstanden, daß der Vorstand die Sache weiter verfolgt. Weiter teilt Herr Vorsitzender mit, daß der Vorstand beschlösse* hat, die bei der Gemeinde bestehenden Stiftungen gebührenfrei zu verwalten. Es folgt eine nichtölfentliche Sitzung. Vom jüdischen Sport (Anläßlich des Bar Kochba-Schauturnens am 17. Dezember.) E~ gibt immer noch Menschen, und zu ihnen gehört ein erheblicher Teil dei älteren jüdischen Generation, die für alles, was mit Spurt zusammenhängt, nur ein miteidiges l achein haben. .Meschugas" tönt es von vielen, denen der ('heder das Ideal einer jüdischen Jugenderziehung bedeutet, und „Ueberhandnehmen des verflachenden Sports" von manchen Intellektuellen, denen die Ideoeiner Bewegung alles, die Jugend, die sie tragen soll, ihre Heing in der Wirklichkeit, nichts bedeutet. Beide sind Spielarten d< »selben geistig überzüchteteen jüdischen Typus, wie ihn die Welt bisher gekannt und karikiert hat. Dem stillen wir bewußt den an Krirper und Geis) harmonisch ausgeglichenen Menschen gegenübet, wie ihn die jüdische Sportbewegung hervorbringt. Spurt, insbesondere jüdischer Sport, ist keine Zufalls-, keine Modeerscheinung, wie manche oberflächlichen Beobachter meinen, sondern eine Notwendigkeit, die tief in den Eigenheiten unserer Eopche begründet ist Deren Entwicklung geht dahin, die menschliche Kraft und mehi auszuschalten und sie durch Dampf und Elektrizität zu ersetzen In dem Maße, in dem das geschieht, in dem die Mechanisierung und Rationalisierung unseres gesamten Produktions- und Verkehrsapparates fortschreitet, in eben dem Maße breitet sich auch dei Sport aus I r ist di< natürliche Reaktion gegen die drohende physische Verkümcrung des Menschen. Diese Gefahr i-t lür uns Juden, die wir an dem schweren Erbe eines jahrhundertelangen Ghetto-Lebens zu tragen haben, und die auch jetzt noch mehr als du anderen von jeder manuellen Arbeit »gelöst undin Städten zusammengeballt sind, größer als für die uns umgebende Bevölkerung. Dem entspricht aber die Ausbreitung des Sports untei den Juden keineswegs Es gibf /war jud sehe S|x>rtsleute, Mi-ar recht gute, aller verhältnismäßig Sind es doch recht well'' Meli einem regelmäßigen sportlichen Training unterziehen. Ms der Verfasser diesei /eilen im Jahre l')iu für die Aufnahme des Leipzigei Bar Kochba in den Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine plädiert) da entkräftete er die /ahlreichen Proteste, indem er auf das Mißverhältnis zwischen der Notwendigkeil und der tatsächlichen Ausbreitung des Sports gerade unter den Juden hinwies. Die Vertreter der nichrtjüdischen Vereine billigten daraufhin die Gründung lies Bar Kochba, der einstimmig in den Verband aufgenommen wurde. F.s wäre nunmehr an der Zeit, daß auch unter den Juden selbst die Erkenntnis von der Notwendigkeil jüdischen Sports ebenso allgemein würde. Wer sich davon Überzeugen will, wie systematisch und wie erfolgreich der Leipziger JTV Bar Kochba an der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend auch während der Wintermonate arbeitet, dem ist Gelegenheit da/u gegeben: Sonnabend, deii II« Dezember findet im großen Saale des Centrai-Theaters ein Saalsportfest statt, bei dem sämtliche Bar Kochba-Abteilungen Ausschnitte ihrer Winterarbeit zeigen. Iis wäre aber verfehlt, zu glauben, daß die Ertüchtigung dei Jugend durch den Sport nur eine Kräftigung der Muskeln und Sehnen bedeutet. Kraft allein genügt nicht, um auf sportlichem (iebiete Lrfolge zu erringen. Dazu gehört ein eiserner Wille, im Durchhalten beim Training und erst recht beim Kampf um den Sieg. Daran fehlt es dem Anfinget zumeist, der es erst allmählich lernt, seine Kräfte zu konzentrieren und sie im gegebenen Zeitpunkt mit äußerster Willensanstrengung zusammenzureißen. Das wird dem versländlich, der z. R. Zeuge eines gut besetzten 150t) Met er-Wert lauf es war und beobachtet hat, wie die Läufer Kunde um Runde unter Aufbietung all ihrer Kräfte zurücklegen und daflln, zum letzten Spurt ansetzend, kaum noch von den sie verlassenden Kräften, als vielmehr von ihren Willen vorwärts und durchs Ziel getrieben werden. Ausschlaggebend ist bei solchem packenden Endkämpfen nicht die Kraft oder die (icschicklichkeit, sondern der stärkere Wille. Diese Willenskonzentration, zu der der Sport beteiligt, wirkt sich naturlich auch im beruflichen und sonstigen Leben in günstiger Weise aus. Ebenso wie ein anderer Zug, der dem Sportsmsnn eigentümlich ist Dessen Geltung hängt nicht von irgendwelchen auller seiner Person liegenden Umständen ab, nicht davon, ob er arm oder reich ist, sondern einzig und allein von seiner persönlichen Leistung; und die ist allen offensichtlich. Das hat zur Folge, daß im sportlichen Leben eine Atmosphäre der Sachlichkeit, Gerechtigkeit, ja Ritterlichkeit herrscht, die anderen Lebensgebieten, insbesondere unserem Erwerbsleben, völlig fremd ist. Das sprichwortlieh gewordene „fair plav" ist der beste Ausdruck hierfür und die Richtschnur jedes rechten Sportsmanncs. Zu diesen psychischen Einwirkungen des Sports, seinem wohltuende« Viele Freude macht allen unsere große Weihnacht saus Stellung Paradiesbetten Kinderbetten Daunendecken Steppdecken In Frisiertoiletten Schränken Waschkommoden Nachttischen M. Steiner 4 Sohn A.-G. Rathausring 13 Bettwäsche Federbetten Füllkissen Puppenbetten

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