Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 48 (2.12.1927)
- Date
- 1927-12-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 Seile 3 Und sie ist vor allem darauf angewiesen, ihren verhältnismäßig kleinen räumlichen Bezirk restlos und vollkommen durchzuorganisieren. Was innerhalb Deutschlands die Einordnung der Länderfürsorge in die Reichsarbeitsfürsorge, was international die Einordnung der Reichsfürsorge in duinternationale Arbeitspolitik ist, das ist auf unserem Gebiete der Ausbau und die Organisation der Wanderfürsortfc Jeder Volkswirt wall, dalt die Konjunkturen nicht nur nach Oewerbezweigen verschieden sind, sondern auch nach Lokalmärktcn. Deutschland etwa ist durchaus kein ganz gleichförmiges und einheitliches Wirtschaftsgebiet. Jeder Volkswirt und jeder Praktiker weilt es, dali sehr wohl in Hamburg Arbeitermangel, in München Arbeiterüberschuß sein kann, daß bei sehr geringen räumlichen 1 ntfernungen die Konjunkturen auf den Arbeitsmärkten so verschieden sein können, daß man bei geschickter Ausnutzung der ortliehen Kou- {unkturdifferenzen jeweils eine ziemlich große Anzahl Arbeitsloser unterbringen kann. Aber allerdings gehört da/u eme vollkommen ausgebildete, reibungslos funktionierende Organisation der Wander- Hkrsorge. Freilich kann es eine Unmöglichkeit sein, auch nur 20 Arbeitslose unterzubringen, wenn eine ortliehe Fürsorgeorganisation ihre Tätigkeit nur auf den Ort ihres Sit/es beschränkt. Und es bleibt noch dann eine Unmöglichkeit, wenn sie tlem Erwerbslosen einfach eine Fahrkarte in die Hand drückt, ohne zu wiesen, ob nicht am Sammlung im .Mai dieses Jahres aufgestellten Thesen: I. Das Net/ von jüdischen Arbeitsnachweisen in Deutschland ist wieder neu auf- und auszubauen. Die etwa Iii bis 50 Arbeitsnachweise, die die Großloge 111 ihrem Verbände itir jüdische Arbeitsnachweise seit dem Jahre ism begründet hatte, die durch Oesetze, Verordnungen, wirtschaftliche Depression und last not least durch den Krieg zu Grunde gegangen sind, sind neu zu errichten, zu vermehren und vor allem in ständiger engster Verbindung miteinandei zu halten. 2. Es sind internationale Verbindungen herzustellen, In allen Kulturlandein iniisseii jüdische Vertrauenspersonen gefunden werden, die für Auskunfts-, Beratungs- und Vermittlungszwecke zur Verfügung stehen. J. Die Beziehungen unserer freien Arbeitsnachweise zu den öffentlichen Arbeitsnachweisen sind teils auszubauen, teils zu begründen. Jede Zurückweisung, jede Benachteiligung jüdischer Arbeitnehmer durch öffentliche, jedermann zugängliche Stellen ist energisch zurückzuweisen. Jüdische Arbeitgeber, die jüdischen Bewerbern ihre Ilauser versperren, sind mit allen Mitteln zur Aufgabe dieser Haltung veranlassen. Schlimmstenfalls müssen sie öffentlich gebrandmarkl werden. 4. Die Mitarbeit der maßgebenden jüdischen Organisationen muß gewonnen werden; zur Aufklärung und Belehrung der jüdischen Kreise in Handel, Gewerbe, Industrie und Handwerk eine Aufgabe besonders für den Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und iiir ilie gesamte jüdische Presse und zur Produktivierung aller brachliegenden Arbeitskräfte, was insbesondere der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zu leisten hat, Dali auch der Verband der jüdischen Handwerkervereine 'ii Deutschland bei der Erfüllung dieser Aufgaben und Ziele nicht abseits stehen darf, ist selbstverständlich. Wir aber von der Hauptstelle imjüdische Wanderfürsorge und von der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise haben an diesen Zielen und Methoden, soweit ean Uns liegt, mit eiserner Konsequenz festzuhalten, und für sie müssen «ir in der jüdischen Oeffentliehkeit werben. I's winl nicht an I insichten aus den Kreisen der Wirtschaft fehlen, die dieses Werk unterstützen werden. Und so wird da-. Problem der Arbeitsfürsorge gelöst werden können. »Jüdische Verbände u. Gemeinden Kadimah und Jngendgemeincle Mannheim In der Erkenntnis, daß die Einheitsfront der gesamten i>"siuvjüdischeu Jugend eine Notwendigkeit bedeutet, ist /wischen der J ngend gern ei nd e Manu he im und dem Kail im ah . Ring Indischer Wander- und Pfadfinderbünde, eine Vereinbarung getroffen worden, nach welcher beide Organisationen unter Wahrung ihrer Selbständigkeif eine Arbeitsgemeinschaft bilden. Dies, wird im wesentlichen Austausch von l rfahrungen, Besprechungen der Führer, genieiiisame jüdische Kulturarbeit, auch innerhalb der Gemeinden, und Treffshrten enthalten. An dem demnächst stattfindenden Führerlager des Kadimah wirtl diese Arbeitsgemeinschaft durch die aktive Teilnahme der Jugendgemeindc Mannheim ihren sichtbaren Ausdruck Kaden. Unter anderem wird der Leiter der Mannheimer Jugend gemcitule, Herr Rabbiner Dr. M. Grünewald, eines der Referate /lir Jüdischen I rziehung halten. Unsere Gemeinde Ausstellung im Hilfsverein Wie in jedem Jahre veranstaltet der Vorstand des I lilfsvei eins israelitischer (icwerbctrcibciiiler auch in diesem Jahre eine Ausstellung der BekIeid u n!,r s g e gen• < ä n de zur K i ud e r besch en k u u g. Die Ausstellung finde, am Sonntag, den 4. und Montag, den 5. Dezember in der Geschäftsstelle des Hilfsvereins, Brühl 24, statt. Alle Mitglieder, Freunde und Gönner des Hilfsvereins sind zur Besichtigung her/liehst geladen. Die Verteilung der Kleidungsstücke beginnl in den nächsten Tauen. Die (iesuchstelh i werden mittels!» ostkarte benachrichtigt Die Ausstellung der jüdischen Jugend Die jüdischen Jugendverbände Leipzigs werden auf der Ausstellung „Das Junge Deutschland", die vom 8. Januar bis Ende Februar 102$ im I einziger Ringmeßhaus stattfindet, eine eigene Koje besitzen. Die Vorbereitungen der Bunde sind in vollem Gange. Auf der taretten Zusammenkunft der Vertreter an 1<> II. 27 wurden bereits alle Einzdheitn besprochen, /. B. wurden statistische Erhebungen über AHcrsschichtungen, Art der Schule, Beruf sowie eine interessante Bücherrundfrage aufgegeben und vieles andere zur Beibringung von Ausstellungsmaterial aus der jüdischen Jugend heraus festgesetzt Zwei unserer Freunde aus dem Dessauer Bauhaus werden den künstlerischen Aufbau unseres Raumes übernehmen. Zu den ausstellenden Hunden gehören nunmehr: Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba, Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft, Esra-Gruppen, Hechaluz, |ung-jüdischer Wanderbund, Kadimah. Kameraden, Mlsrachl-Jugend. Im leitenden Ausschuß sind: Elfriede Strauß, Philipp llojda, Hans Oesterreicher. Zum Erfolge und zur wirksamn Demonstration jüdischer Jugendarbeit und Eigenarbeit brauchen wir auch Hilfe von außerhalb. Wir bitten alle diejenigen, die über Bilder jüdischer Künstler, jüdische Literatur vorläufig im weitesten Sinne, Photographien und anderes verfügen, uns dieselben freundlichst anzugeben, falls Sic uns diese dann für die genannte Zeit leihweise überlassen können. Die genaue Auswahl wird im Laufe des Dezember getroffen, sobald der endgültige ideale Rahmen der Ausstellung gegeben sein wird. Der Ausschuß i. A. Philipp llojda. Leipzig S 19, Körnerstr. 17 Kleiderstelle des Schwesternbundes der Leipzig-Loge Der Schwesternbund der I Bekanntgabe der folgenden Hüte: lInsere Kleiderstelle, Humb bemittelte gegen geringes Entgeld dringend Material. Mit Einsetzen dt ms-TV- I i|i IIa .eipzig-Loge bittet uns um oldstr. Ii, die an jüdische Un- Kleidungsstücke abgibt, braucht r Kalte ist der Bedarf an Sachen nvi'. ,»•?; .i'Jil.:__*ESÄ , S&S^ifi- ■-^Ij.'iTr _ ^WX^-T^o, , 3M&Q '<Js-^ -?« COCLSO KON9aTC;^J3 KAFFEEHAU/ Bcstc:liii gen für feine MHitoreiurti unter Tel. £Q»StÄ oder im Laden AiiKusiusplatz erbeten. Inb : Ernst Fischer tiühcr lar.^ahrintr »'ach ler der Konditorei ,.Fii st Re chskaniler"