Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 43 (28.10.1927)
- Date
- 1927-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 Seite 3 JUdlsche Verbünde u. Gemeinden Bundestag der Agudas-Jisroel Jugendorganisation Deutschlands In den Tagen vom 25.-27. Dezember ll>_>7 vom Samstag abend bis Montag — findet in Frankfurt a. Main ein Bundestag der in Deutschland innerhalb der Agudas jisroel organisierten Jugend statt. Nach dem vorliegenden Programm werden sich die Referate vornehmlich mit ü(er geistigen Aufgabe der Aguda-Jugend befassen. Nur ein schmaler Raum soll den rein geschäftlichen Dingen eingeräumt werden. Die genaue Tagesordnung wird in Kürze veröffentlicht werden. Agudisten Deutschlands und des Auslandes, die an dei Tagung teilzunehmen beabsichtigen, werden bereits heute gebeten, wegen Fahrpreisermäßigung, Quartier etc. sieh mit der Leitung der Agudas- Jisroel Jugendorganisation in Frankfurt a. Main, Lange Str. IS in Verbindung zu setzen. Ausstellung: „Samson Raphael Hirsch und seine Zeit" Unter der Devise „Samson Raphael I lirseli und seine Zeit1 veranstaltet die Agudas Jisroel Jugendgruppc Frankfurt a. Main im Dezember dieses Jahres anläßlich des Bundestages der Agudas-Jisroel Jugendorganisation eine Ausstellung. Die Leitung der Ausstellung liegt in den Händen des Herrn Verlagsbuchhändlers Josef Sänger in Firma Sänger u. Friedberg. Sammler von Hirschs Schriften usw., die bereit sind, einzelne Stücke für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen, werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. Die Plauener Oberrealschul-Primaner in der Synagoge Plauen. Nach vorheriger Verständigung besuchten die beiden Oberprimen der hiesigen Oberrealschule mit ihren Herren Re'.igionslehrern unseren Schemini azeres-Abendgottesdienst. N;ich dessen Beendigung erklärte ihnen Prediger Em. Heimann das Wesen des jüdischen Gottesdienstes, sprach über Schema, Adon olam, Alcnu und Kaddisch, zeigte den Otiten eine Thorarolle und sprach sodann in einem anschlierlenden Vortrage über die kultischen Einrichtungen der Synagoge. Die Teilnehmer bekundeten für die Belhrungen größtes Interesse und äußerten am Schluß ihre lebafte Dankbarkeit. Die ganze Veranstaltung darf als eine wohlgelungene bezeichnet werden und verdient Nachahmung Unsere Gemeinde Personalnachricht Dem Hauptkantor an der (ieineiudesyuagoge, Herrn Lampel, ist die Amtsbezeichnung Oberkantor verliehen worden. Mütterberatungsstelle Die Sprechstunden der Mütterberatungsstelle des Frauenvereins „Ruth" werden vom 2. November ab wieder regelmäßig in der Heiheren isr. Schule (Gustav-Adolfstr. 7) nachmittags 4,10 5.3(1 Uhr durch Herrn Dr. Löbenstein und Schwester Mascha abgehalten. 20 Jahre Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu Isenburg Die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes bittet uns um Bekanntgabe des folgenden Hinweises: Das Heim des Jüdischen Frauenbundes begeht in diesem Jahre die 20. Wiederkehr seiner Gründung. Bei diesem Anlasse sei erinnert an zwei Jahrzehnte mühevoller Lrziehungs- und treuer Pflegearbcil an gefährdeten Jugendliehen, an Schwangeren und Müttern, an Säuglingen, Kleinkindern und Schulkindern. El ist dringend erforderlieh, das Heim seinen Zwecken entsprechend auszubauen und endlich einen längst notwendig gewordenen Erweiterungsbau für die Säuglings- Station ausführen zu köiyien. Deshalb wird die herzliehe Bitte an alle jüdischen Frauen und Männer gerichtet, zur Jubiläumsfeier Bausteine beizutragen. Jeder einzelne Baustein (RM 1,—) hilft den Ausbau des Heims fördern. Das Heim in Neu-Isenburg ist das einzige judische Heim seiner Art und wird von allen Gemeinden, auch von der unseren des öfteren in Anspruch genommen. Es ist daher selbstverständliche Rflicht aller sozial interessierten Menschen, dieses Heim, das die schwerste und undankbarste soziale Aufgabe übernommen hat, zu fördern. Zahlungen weiden auf das Postscheckkonto des Jüdischen Frauenbundes (Postscheekamt Leipzig Nr. 53688) erbeten. Hin Jahr Deutsch-Jüdische Jugendgemeinschaft in Leipzig Mit Rücksicht auf einige sinnstörende Druckfehler veröffentlichen wir den Bericht der 1 >.J.J.< i. nochmals. Vor einem Jahr unternahmen wir es, auch in Leipzig eine Ortsgruppe der Dj.j.ti. zu gründen. Unsere bisherige Arbeit ist von Frfolg begleitet gewesen. Wesen und Aufgabe unserer Gemeinschaft ist ilie Erziehung junger Menschen im Sinne jugendlicher Lebensform auf der Grundlage der Gedankenwelt des deutsehen Judentums. Die Probleme, ilie dem jungnen deutsch-jüdischen Menschen auf« gegeben sind, vermag das Elternhaus allein in der Jetztzeit nicht zu lösen. Der verschärfte Kampf um die materielle Existenzgrundlage der Familie fordert daher die Ergänzung der Bildung des jugendlichen Menschen durch die wechselseitige, im Austausch geistiger Interessen vieler liegende Erziehung. So erwuchs in unserer Gruppenarbeit nichts dem Elternhause Entgegengesetztes, vielmehr ersah die Elternschaft alsbald, daß die Erziehung durch das Gemeinschaftsleben der jungen t icneratiou zum Vorteil diente Das der Deutsch-Jüdischen Jugendgemeinschaft Eigentümliche ist die innige Verbindung der gesunden Lebensformen unserer deutschen Jugendbewegung mit den positiven Werten eines auf seine Geschichte stolzen und sich der hieraus für die Zukunft ergebenden Verpflichtung bewußten Judentums Alle, die für die besonderen Wunsche, für die Fragestellungen des Nachwuchses und für die Erhaltung des geistigen Zusammenhanges der deutschen Kultur und der jüdischen (ieisteswelt Sinn und Verständnis besitzen, dürfen die Gewißheit haben, daß die Deutsch- Jüdische Jugendgemeinschaft auf ihrem bewährten Wege fortschreiten wird. Paul Ebstein, Ortsgruppenleiter der D.J.J.O. Neue Bücher Alfred Brust, Die verlorene Erde. Roman. Berlin 1926 (Hören- Verlag). Wesen und Eigenart seiner dramatischen Dichtungen zeigt Hrust auch in diesem seinein ersten Roman: rätselhaftes Nebeneinander brutalster Sinnlichkeit und zartester Reinheit; diesen dunklen Kampf zwischen stürmischer Triebhaftigkeit und ganz natürlichei Selbstbez.wungcnheit; Tier und Mensch im Mensehen, Sinne und Seele, in ihrem unaufhörlichen Ringen. Brust ist Heimatdichter. •TAGLICH ÜBER 100000 AUFLAGE* CD fteucJkt'w'ger Jeitung BBZUOSPREIS 2.30 MONATLICH M POSTBEZUG 142 WSOiL. BESTELLGELD a> »täglich Ober iooooö aufläge«