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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-10-28 · 43 (28.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
43 (28.10.1927)
Date
1927-10-28
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 3. Jahrgang In dem Pruzzen" Bichl et dieses eigentümlich kochende Blut, das so unheimlich unselige Schicktale werden lallt. Diese Menschen quälen einander, verwunden einander, nicht etwa aus einem bewußt werdenden Haß, sondern weil etwas Dämonisches QewaH über sie übt, dem sie blindlings folgen müssen, l» all diesem inneren Ungestüm >tiiit der Jude gleichsam das Clement der Ruhe; der Geborgenheit dar. Her Held des Buches, ein „pruzzischer" (irai mit eh« ausgesprochenen Abneigung gegen die Juden, hat einmal im Zus ande dir rrunkenheit mit seiner Peitsche blindwütig auf ein Kni/i i< eingehauen. Ein Jude, Hindier, der es mit ansah, riel dun enIse-t zu: ,,Herrl Herr!" „Im Namen deines Gottes!" Her (ira la n is sich nicht verzeihen, daß der Jude ihn schwach gesehen hat, und fügte ihm bei einer späteren Begegnung eine fürchterliche Mißhandlung zu; diK'h wird gerade die ungeheuerliche Entsteilung des Juden tut den Grafen zum Anlaß einer Läuterung, die ihn immer mehr zum jüdischen Lebenskreise hindrängt Hier mündet die Darstellung ins Mystische. Geheimnisvoll waltet das Schicksal: alles Sinnengetriebene geht unter, während das nach Reinem Strebende aufsteigt zum H< hen __Per Rhythmus de- Lebens wird von iimst packe.id auch in der Sprache gemalt. Sind's auch vielfach keineswegs die anziehenden Seiten dieser lebendigen Bewegtheit: die Reinheit des Lei t u söhnt mit dem Sumpfe des Vorangegangenen aus. C i u r das J a Ii i ")<>$$. konnte 4n dieser Stelle Jüdischer Kai c n d e r Vor mehreren Wochen konnte u)n dieser Stelle aui den ausgezeichneten Kunstkalender ..Das Jahr des jüdischen Frauenbundes. Kunstkalender 5688" hingewiesen werden. „I i.' Kunde vom jüdischen Leben - seinem Glauben, seinem Geeist und seinen Tätigkeiten in der Vergangenheil und Gegenwart zu verbreiten", hat sieh ein anderer „Kunstkaieuder für das Jahr äf^S" um Verlag bei S. Müller, Heidelberg, Klingenteichstr. J). für de.i neben dem verdienstvollen Pädagogen Herrn Lehrer Müller, Heid Iberg der Wiener Kunsthistoriker Prof. Dr. Eisler als Herausgebe zeichnet, nun Ziel gesetzt Dieses Ziel s(,|| durch das Mittel der Kunst verwirklicht werden. Ein wohldurchdachter Arbeitsplan u II ledem Jahreskai endet einen besonderen Charakter geben; der vorliegende läßt drei Gruppen hervortreten: das Land Israel, die Ku ist des Botticelli und Rembtandt, und endlich den Gobelin. Mehl aU Iihi vortreffliche Reproduktionen von Bildwerken bibiisefa n Stoffes, meist geschickt in Beziehung zu dem Taue gebracht, an dem sie gezeigt werden, regen zur Beschäftigung mit altem rcligi is.'n <iutc im. 1 ib abei nicht doch det Kalender des | rauenbundes den wirksameren Weg gewährt hat, auch jüdisches Qeistesgut durch Weishd gsprücheaus Bibel, Midrasch und Talmud, durch Beispiele alterer und jüngerer indischer Dichtung nahezubringen? in der Form des Ahuanachs er- -cheint ZUm 21. Male „H i C k 1*9 Illustrierter jüdischer Volkskniender für das Jahr v>ss - 1927/28". Herausgegeben und redigiert \<>n Chefredakteur Hugo Ooid. Jüdischer Buch- und Kunst- 1 Juwelen, G«ld- und Silberwaren in bekannter Preiswürdigkeit Oscaiir Riclhtteir0 Gegründet 1872 Fernspreeher 13474 l'etersstuüe 15 Hohmanns Hof Neumarkt 16 fc'—-- ) verlnn, Brünn.) Wie alle seine Vorgänger bringt er neben einem sorgfältig bearbeiteten Kalendarium eine abwechslungsreiche Fülle von Abhandlungen, Gedichten und Erzählungen, hebst einer Reihe von Illustrationen Geschichtliche Bilder werden entrollt; literarische, pädagogische, philosophische und politische Fragen werden erörtert. Wenn auch nicht alle Beiträge von gleichem W erte sind, so enthalten sie doch ein reiches Mali an anregendem Inhalt und Untersuchungen von bleibendem Werte. I ine besondere Art indischen Kalenders stellt der von dem Frankfurter Rabbiner i>i Salzberger für die Gesellschaft für jüdische Volksbildung Frankfurt a. M. bearbeitete Luach dar. Die zahlreichen Juden, die des Hebräischen nicht mehr in dem Malle kundig sind, um den l nach, wie er im allgemeinen zur Ausgabe kommt. ZU verstehen, aber doch den Wunsch haben, sieh Über Aufbau und Angaben des judischen Kalenders /u unterrichten, erhalten hier einen ausgezeichneten Führer durch das indische Jahr. In seiner liin- Idtung werden die Grundlagen und Regeln des jüdischen Kalenders beschrieben, Namen und Bedeutung von Sabbath, Festtagen und freudigen wie traurigen Gedenktagen kurz erläutert. Im Kalendarium selber kommen zu den jeweils hervortretenden Tagen in knapper Zu* sammcnstellung Angaben über: Bedeutung Thoravorlesüng, Prophetenabschnitt, Gebetordnung und bemerkenswerte Ausdrucke, alles in der Umschreibung des Hebräischen durch lateinische Schrift und in deutscher Uebertragung. Die gebräuchlichen Worte, die vielen fremd geworden sind, können dadurch wieder l eben und Verständnis finden; denen, die sich so oft solcher Unwissenheit schämten, wird der Weg gewiesen, sich dieses bedruckenden (icfuhls zu ccntledigcn. —o— Dr. N. M. Gelber, Zut Vorgeschichte des Zionismus. Judenstaats« Projekte in den Jahren l(><)5 ISi'i. Herausgegeben im Auftrage der I xekutiveder Zionistischen Weltorganisation. London \{)'l~t, (Phaidon-Verlag, Wien). Trotz 10-jährigcn Pestchens der Zionistischen Bewegung ist ihre Vorgeschichte insofern noch wenig deutlich, als über die Judenstaatsbestrebungen früherer Jahrhunderte nur dürftige Forschungen dtarchgeführt wurden. Pläne /ur Wiedererlangung staatlicher Selbständigkeit sind immer wieder, seit dem Beginne der Zerstreuung, erdacht und ihre Verwirklichung versucht worden. Die vorliegende Schrift behandelt auf Orund neuer arcbivalischer Materialien unbekannte Kapitel aus den der Entstehung des Zionismus vorangehenden Jahrhunderten, im Ausgang des 17. Jahrhunderts lichtete der Däne Öliger Pauli eine Denkschrift au den damaligen englischen König Wilhelm III. Unter dem l infhill seiner Schriften entsteht in den Jahren 1(>'>"> bis 1711 eine regelrechte Judenstaatsbewegung, die es sich /ur Aufgabe stellt, die damaligen europäischen Herrscher von der Notwendigkeit der Ruckkehr der Juden nach Palästina ZU überzeugen. In den weiteren Abschnitten lies Buches werden Judciistaatsprojekte aus der Zeit Moses Mendehtohns, sodann die Verhandlungen der Juden von LivoniO (I7S1) mit einem türkischen Pascha wegen des % i ■r J.C. Hamich, Leipzig Grimmaiche Str.29 und Hauptbahnhof Westhalle Gegründet 1836 / Fernspr. Nr. 20016, 21173 Ii Frische Blumen zu jeder Gelegenheit üMMi»» ^mm< 3üt>ifd>er ^rauenbunb Ortsgruppe üetpvp, Montag, ben 31. ©ftober 1927, i6.30 0It)r im $>otQ\ £>auffc Olm niiti!'t!inS<"> tSrioVinon loicb gebeten. (Säjte tBtKlotuntcn. 1. Diskussionsnachmittag •Hcfcrot: Frl. Hannall Karminski, Berlin Die Seele bee jungen, jübijdjen <>21cnfd>cn ■£>a bas Xbema über iinjeren ^raucnPreis binau* ^ntorcjjo jinben u>irb, borten reir, baß aud) fiele Herren unb bic 3ua,enb an bat veranjniituna. teilnehmen »erben.

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