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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-10-03 · 39/40 (3.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
39/40 (3.10.1927)
Date
1927-10-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Solle 4 3. janrgang endlich mußte man auch daran denken, dem Seminar in Krakau ein würdiges Heim zu »chatten. Etwa 70 Seminaristinnen werden dort in religiösen und profanen Fächern gründlich ausgebildet und zu ihrem Lehr- und Erziehungsamt ebenso ernstlich ausgerüstet wie an jedem anderen Seminar. Selbstverständlich erfordert die Qründung und Erhaltung so vieler Schulen und die Schaffung erträglicher Lebensbedingungen für die Seminaristinnen im Internat selbst bei größtem Idealismus der Lehrkräfte Geldmittel, die aus den beteiligten Kreisen allein nicht aufgebracht «erden können, und schon seit mehreren Jahren wird das Bes-Jaakauw-Schulwerk auch vom Ausland unterstützt. Auch hier in Leipzig besteht seit ca. 2'/2 Jahren ein Bes-Jaakauw-Comite, das schon manchen Beitrag ZU dem guten Werk absenden konnte. A« dieser Stelle sei einmal den vielen Spendern herzlich für ihre Mithilfe Dank gesagt. Cierade hier am Ort aber, wo viele Familien enge Beziehungen nach Polen haben und die geistige Not der dortigen jüdischen Madehen und ihre traurigen Folgen aus eigener Anschauung kennen, darf das Bes-Jaakauw-Schulwerk wohl in weiteren Kreisen) auf besonders liebevolles Interesse und daher auch auf besonders offene Hände rechnen. Sowohl regelmäßige Monats bei trige als auch einmalige Spenden (als Erwerb eines ,,Bausteines" am neugegründeten Heim) werden durch unsere Inkassentin gern abgeholt. B. J. C Unsere Gemeinde Der neue 1horavorhang für die Gemeindesynagoge Ms das erste Heiligtum der Kinder Israel in dei Wüste errichtet wurde, erging an die Israeliten die Weisung, dal! jeder, den sein Herz da/n treibe, eine Spende /um Schmuck des Heiligtums bringen möge. I"ausendi von Jahren sind verflossen, aber noch heute regt sich altjüdische < >pferbereitschaft, wenn der Ruf, zum Schmuck des Qotteshauses beizutragen, erklingt. Das erwit sich von neuen!, als v«r etwa Jahresfrist ein Ruf an die liberalen Frauen erging, zur Stiftung eines neuen Vorhangs für die Gemeindesynagoge (Qottschedstr.) beizutragen. Trotz S hwere der Zeil gingen so zahlreiche Spenden ein. daß der Vorhang, der nunmehr fertiggestellt ist. aus bestem Material und in sorgfältigster Ausführung hergestellt werden konnte. Vorhang. Ueberwnrf und Decken sind aus blauem Sammet in zwei verschiedenen Farbtönen, die reiche Stickerei aus echtem Silber. Der Entwurf zu dem neuen Vorhang i-t von Herrn Architekten II aller, die technische Ausführung von der Firma M. W. Kaufmann, Leipzig. Die Zeich- , ■ in« glückliche Verbindung altjüdischer Symbolik mit moderner Linienführung dar. Mittelpunkt des Vorhanges bildet ein gotischer Baum, den Baum des Lebens darstellend. Seine Würzt In ragen aus dem Thoraworti .,Fin Baum des Lehens ist sie (die Thora) denen, die an ihr festhalten" heraus. 2 grobe Säulen an den Seiten des Vorhangs erinnern an die beiden Tempelsäulen. Der Ueherwurf trägl Schmuck das altjüdische Symbol, die Mcnorah. sowie zwei ( herubimftögel, die an die Cherubim, die auf dem Stiitszelt lagerten, erinnern sollen. Dtr \ rhan kommt am Montag,den 10. Oktober, am ersten Abend des Sukk'othf est es zum ersten Male in Benutzung. Es wird im Gottesdienste auf diese Stiftung Bezug genommen weiden. Feiertagsruhe 1 s wir,! von allen maligebenden Seiten besonderer Wert darauf gelegt, daß an den hohen I eiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshiusern unterbleiben, damit nicht radauhistige Personen in Versuchung geführt werden, die Ruhe zu sturen. Auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung werden die Mitglieder des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten und dis Bundes jud. Frontsoldaten der ehem. österr.- ui Vrmee vor den Gotteshäusern für Ruhe und Ordnung sorgen. Frauenverein „Rnth" Der Frauenverein, ,Ruth" macht alle jungen Mütter darauf aufmerksam daß seine Säuglingsschwester ic.ler judischen Frau bei der Pflege ihres >;uigling^ gern mit Rat und I .n beisteht Wohl auf keinem Gebiete weiblicher Tätigkeit haben sich d.e Ansichten über da-., was gut nnd heilsam >ci. in den letzten Jahrzehnten so geändert, wie auf dun Oebiete der Kleinkinderpflege. Hatten unsere Großmütter und Mütter noch das Wohl de^ Kindeam besten zu Förden geglaubt, indem . vor jede I üft hen schützten und es wohl verpackt im ge» schlössen«] /immer hielten, so lehrt die moderne Hygiene, dall Luft, Licht und eine vernünftige Abhärtung für das Wohlbefinden des Säuglingunentbehrlich sind. Auch in bezug auf die beste Eraihnutg des Kleinkindes hat die Wissenschaft mit manchem alten Zopf aufgeräumt. Der Rat einer mit den Vorschriften der modernen Hygiene vertrauten Schwester kann jungen Frauen also nur zum Segen gereichen. Die Mütterberatungsstelle des Frauenverein „Ruth" hat für einige Wochen ihre Pforten geschlossen, wird aber, sobald der Arzt es für ratsam hält, ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Außer der Säuglingspflege wendet der Verein seiner ersten und Hauptaufgabe: der Versorgung von Wöchnerinnen die größte Aufmerksamkeit zu. Die vielfachen Aufgaben des Vereins erfordern größere Mittel und so erlaubt sich der Vorstand des Frauenvereins Ruth die Oönner und Freunde seiner Arbeit zu bitten, ihn wie in früheren Jahren mit Jiskor- und anderen Spenden zu bedenken. Studentenhilfe Am 1". September fand eine Sitzung des Vorstandes der Studentes» Mite siatt,i n der über das abgelaufene Geschäftsjahr (I. Oktober 1926 bis 30. Sept. 1927) berichtet und über den neuen Haushaltplan beraten wurde Den Bericht erstattete der Vorsitzende, Herr tiemeinderabbiner Dr. Ooldmann. In der Berichtzeit sind lur Bedürfnisse uej- Studierenden (Kolleggelder, Prüfungsgebühren und Stipendien) insgesamt M 6293,10 verausgabt worden. — Die Arbeit der „Studentenhilfe" hat im Laufe der Zeit eine Wandlung erfahren; sie wurde begonnen, um den au den hiesigen I lochschulen studierenden Ausländern, die schon den gröberen Teil ihres Studiums durchgeführt hatten, den Abschluß zu ermöglichen. Inzwischen haben auch wieder reiclisangehörige Studenten das Studium hier aufgenommen, ihnen muß die Studentenhilfe um so mehr zur Seite stehen, da die früher für diese /.wecke vorhandenen reichen Stiftungen infolge ihrer Fntwertung weggefallen sind. Damit die „Studentenhilfe" ihre Aufgabe voll erfüllen kann, müssen weitere Kreise sie fördern; es soll deshalb eine regere Werbetätigkeit entfaltet werden, bei dt r auch das übrige Sachsen herangezogen werden soll. — Der Vorstand der „Studentcuhilfe" gibt weiter lolgeendes bekannt: Seitens der „Studentenhilfe" können Studierende der Leipziger Hochschulen auch für das Wintersemester BJ27-2S Studienbeihilfen nach Mallgabe der vorhandenen .Wittel erhalten. EA-SCHUTZ hcrvorroqendo Quöliläfsmobel rtus efqnnw faorisv Leipzig Körncrstr. 54-5U

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