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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-10-03 · 39/40 (3.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
39/40 (3.10.1927)
Date
1927-10-03
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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*Jr. 39 40 Seite 5 Vorbedingungist,daß Qetuche um Stipendiin unter allen Umständen bis spätestens zum 1. November bei Herrn üemeinderabbiner Dr. Qoldmann, Leipzig, Konig-Johann-StraBe 17 schriftlich eingereicht werden. Die Verteilung geschieht dann in einer Sitzung, welche in den ersten Tagen des November stattfindet. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß nur solche Gesuche berücksichtigt werden können, welche bis?um 1. November schriftlieh eingereicht werden. Der Kundfunk im Dienste der Aufklärung Am Sonntag, 2. Oktober, hielt Prof. Dr. St ü b c - L e i p z i einen fünften abschließenden Rundfunk-Vortrag über: Das Alte Testament und der i" a! m u d in ihrer kulturgeschichtlichen 15ede utung. (Jeher die Veranstaltung darf mit schönster Oenugtuung gesprochen weiden. Sie war ein erfreuliches Zeichen für das dauernd wachsende Verlangen der nichtjiidischen Umwelt, über die Bedeutung des Judentums unterrichtet zu werden. Der Gelehrte hat aus einer ganzen Reihe von Zuschriften feststellen können, mit wie reger Teilnahme seine Darlegungen verfolgt wurden. Nicht minder erfreulich war aber, daß die wissenschaftliche Darstellung sich auf beachtenswerter Höhe bewegte und deshalb zur Aufklärung über das Judentum in seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung wertvollste Dienste beigetragen haben dürfte. Der nichtjüdische Redner erwies sich als ein vorzüglicher Kenner des alten jüdischen Schrifttums, der in sachlicher Würdigung über die Entstehung unserer heiligen Bücher und der talmudischen Schriften (Midrasch, Mischnah und Talmud) sowie über die Kabbalah sprach, tinter jeweiliger Betonung der kulturellen Werte, die mit und in diesen Werken geschaffen wurden. — Der Leitung des mitteldeutschen Senders sei für den Mut zu dieser Veranstaltung unser Dank ausgesprochen, und es soll damit der Wunsch verbunden werden, daß der Rundfunk auch fürderhin sich sachliche Aufklärung nie versagen möge. Neue Bücher Die Sagen der Juden. Gesammelt von Micha Josef bin Gorion: Juda und Israel. Jüdische Sagen und Mythen. Uebersetzt und herausgegeben von Rahel und Emanuel bin Qorion. Frankfurt a. M. 1027 (Rütten und Löning). in unserem indischen Sagen- und Legendenschati liegen unmeßbare Reichtümer. Die l iebe eines Volkes fiir seine Helden, seine Fürsten und Lehrer findet in dem, was die dichtende Stimmung aus ihrem Le- Schöne Geschenke in hochwertigem modernen Kristall von Fahle im L&ubengang des al>en Rathauses 53?»fn v ^rosR3W*w*-; -;v »•'- -*« i-;.d?V ~* w---- ' —•- *—- . j ->j anaav^sm** v^uiajjaatv^' \_.--^u -^^^-^fs^s^^n JoG Hanifch, Leipzig | ben herausliest, gemütstiefen, innigen Ausdruck. Sage und Legende ■werden zum Spiegel, der die seelischen Auswirkungen geschichtlichen Erlebens, der Höhen wie dpr Niederungen, auffängt und zurückwirft. Darum kommt es bei Sage und Legende auf die Seele an, die aus ihr spricht: es ist ja die Seele des Volkes, die sie bildet. So wirf! uns jüdische Sage und Legende ein ungemein wertvolles Mittel, nachzufühlen, wie e inst jüdische Seele fühlte. Hin Gorion hat sich ein bleibendes Verdienst erworben, indem er durch seine systematische!» Sammlungen und Uebersetzungen unserer alten Sagen und Legendes! die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt und sie allen zugänglich gemacht hat. Mit dem vorliegenden fünften Bande ist dieses großangelegte Werk: Sagen der Juden zum Abschluß gekommen. Vielleicht noch deutlicher als die vorangegangenen zeigt dieser Band die Besonderheit Jüdischer Sagenwelt. Wie ganz .Inders als andere Völker sah Israel seine Helden. Weit mehr als von kriegerischer Größe, Herrschermacht und Herrentum erzählt es von Weisheit und Gerechtigkeit, von Milü> und Güte, von heiligem Wollen und ernstem Streben nach allem Edlen und Wabren; und wenn es seinen Tadel aussprechen muß, dann gilt er dem sittlichen Versagen, dem Mangel an innerer Stärke, an seelischer Widerstandskraft. Jüdische Sage und Legende kennt nur das höhere Heldentum des Glaubens an das Gute und so wird sie dem besinnlichen Leser außerordentlich viel über jüdische I cbenswertung sagen. Dem Buche wie dem ganzen Werke können wir deshalb nur recht viele Leser wünschen. O. C. f. C. Weiskopf, Umsteigen ins 21. Jahrhundert. Episoden aus einer Reise durch'« die Sowjetunion. (Berlin. Malik-Verlag). Bolschewismus und Sowjetunion sind uns genau so wenig klare Erscheinungen, wie wir uns von dem einstigen Rußland zuverlässige Vorstellungen machen konnten. Wir hören dies und lesen das; aber das eine steht dem anderen diametral gegenüber, die einen loben, die anderen klagen. Weiskopf lobt. Er machte eine Reise von drei Monaten über Minsk durch Weißrußland nach Moskau, von dort durch die Ukraine nach dem Kaukasus, die grusinische Heer- Straße entlang in! Auto nach hereits asiatischen Gebieten, nach Georgien, Adsharistan, Aserbeidschan, dann zu Schiff längs der Küste des Schwarzen Meeres über die polnisch-russische Grenzstation Njegoreloje in die Tschechoslowakei. — Sein Umsteigen in den Zug mit der russischen Spurweite empfindet er als ein Symbol für die Zukunft, für das 21. Jahrhundert. Vieles, was er an Nes> Leopold Lyssow Steckner Passage, Tel. 29183 Spezial-Geschäft feinster Schokoladen Heller — Kohler Hamann Rumpeimayer neu abgenommen reinigt und!ärbt schnei! und preiswert Teppiche, Portieren Teleph-n Nr. 24333 Herrenu. Bamengafd. 12137 Nächste Filiale Salzträflchen Nr 6 sc Grimmaiche Str 29 und Hauptbahnhof Westhalle jg SB Gegründet 1836 / Pernspr. Nr. 2U016, 21173 V II Frische Blumen zu jeder Gelegenheit U I ALSE LA Ü m %m Rßidisstraßc 4-6 ^trUmpJ^ M.icco —.75 Seidenllor 1.50 WasdiseiJe s,15 f/j nur I.'Wah! X

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