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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-09-23 · 38 (23.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Mr. 38 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Sdte 5 Den Hauptteil der Verhandlungen nahmen wiederum die Beratung über das Dyk'schc Projekt ein. Sie wurden durcli einen Bericht des Herrn Dr. Kreutiberger, Berlin, eingeleitet, dur noch einmal die wesentlichsten Teile der Dyk'gcherl Ausarbeitungen! Erinnerung brachte. Die im Verfolg des Beschlusses der Mitgliederversammlung angestellten Erörterungen des geschifUfÜhrenden Vorstandes der Hauptstelle haben durchweg die Richtigkeit der Dyk'schen Berechnungen ergeben. Dieser rechnet bei einer landwirtschaftlichen Siedlung von etwa 2(100 Morgen mit einem Kapitalaufwand von rund 700000 Mark und bei einem Sat/. von <>".i mit einerjährtichen Zinsenlast von 42000 Mark, die unter normalen Verhältnissen heraus/uwirtschaften sein würden. Allerdings muH man bei der besonderen Art der Siedlung, wie sie hier in Frage kommt, und wobei tozialpidagogische Ziele im Vordergrund stehen, mit einer darüber ■hinausgehenden Belastung von etwa 15 li>lK)ll Mark im Jahre rechnen. Von dem Kapital würden zunächst nur etwa 200000 Mark Mitzubringen sein, während der Rest durch Hypotheken und Darlehen beschafft werden könnte. An der Aussprache beteiligten sich alle Anwesenden in lebhafter Weise, und es fehlte nicht an Bedenken mancherlei Art. Namentlich wurde gewünscht, daB man zunächst bestrebt sein solle, vorhandene Ansai/e von Einrichtungen zu gewerblicher Beschäftigung von Wanderern in verschiedenen Oemeinden weiter auszubauen. Ueberhaupt hielten es verschiedene Redner für leichter, Wanderer gewerblicher Arbeit zuzuführen als landwirtschaftlicher. Demgegenüber aber wurde einleuchtend nachgewiesen, daß eine gewerbliche Beschäftigung immer nur in ganz verschwindendem Malle in Frage kommen kann. Die wesentlichen < kründe, die derselben entgegenstehen, sind die folgenden: 1. können in einem gewerblichen Betriebe ungelernte Arbeiter so gut wie gar nicht beschäftigt werden: 2. wehren sich die einheimischen I landwerker und Gewerbetreibenden mit Recht gegen die Schädigung ihrer Geschäfte durch Einrichtungen, die mit Hilfe von öffentlichen Mitteln geschaffen und unterhalten werden; 3. sind meist die in Betracht kommenden Menschen körperlicher schwerer Arbeit nicht gewachsen, wie sich in mehreren Oemeinden bei Bauarbeiten gezeigt hat; 1. können die wenigen gewerblichen Betriebe, die wirklich in Frage kommen, nur einer ganz kleinen Zahl von Menschen Beschäftigung gewähren. Dagegen sprechen für die landwirtschaftliche Beschäftigung nach den Erfahrungen, die die Innere Mission mit ihren grollen, durch Bodelschwingh begründeten Anstalten gemacht hat, wesentliche Gründe. 1. In der I andwirtschaft können neben einer verhältnismäßig kleinen Zahl von vorgebildeten Arbeitern eine große Zahl von itagelernten Arbeitern beschäftigt werden, 2. die Beschäftigung in der I andwirtschaft und in der damit in Ver- HotelD'nsion Parklos Bad Harzburg; Fernsprecher 71 5(1 Zimmer 103 Fließendes Wasser / Bäder in jeder Fta »e Zentralheizung AltberUhmtea Haus I Range* Geöffnet bis 20/10. er. Eigene Synagoge und prachtvolle Sukko An hohen Feiertagen Gottesdienst u. Exira Fest-Verpfleg Volle Pension von M « 50 an Hohe luftige Speise- und Gesellsdiaftssäle, auch passend zu Hoch weiten und Gesellschaften. Massige IVeise. 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Wenn auch der erforderliche Geldbetrag außerordentlich hoch ist, so darf nicht vergessen werden, daß es sich um die Anlegung in einem Sachwert handelt, der nicht nur als unbedingt sicher gelten kann, sondern noch dazu eine Wertsteigerung verspricht und daher, falls die daran geknüpften Hoffnungen sich nicht erfüllen sollten, ■keinen Verlust befürchten läßt. All diesen Gründen, die von Herrn Adler-Rudel. Berlin, zusammengefaßt besonders einleuchtend dargelegt wurden, konnten sich die Venammelten nicht verschließen, andererseits schien indessen die Frage doch noch nicht spruchreif, und es wurden daher folgende Entschließungen angenommen: 1. Der Hauptvorstand beauftragt den engeren Vorstand, das Projekt der Schaffung einer landwirtschaftlichen Arbeitsstätte zur produktiven Beschäftigung jüdischer I Hirchwandcrer der Verwirklichung zuzuführen. Zu diesem Zwecke soll im Zusammenwirken mit geeigneten Sachverständigen ein konkreter Vorschlag ausgearbeitet und der nächsten Sitzung des Hauptvorstandes zur Beratung und Beschlußfassung unterbreitet werden. Es soll ferner die Aufbringung der Mittel zur finanziellen Durchführung des Projekts im Wege der freiwilligen Beiträge von Einzelnen, den Gemeinden, Landesverbänden und Wohlfahrtsorganisationen sowie durch Aufnahme von Krediten sofort in die Wege geleitet werden. Die Mitglieder des Hauptvorstandes werden in ihren Gemeinden und Verbänden sich nachdrücklichst für die Forderung des Verbandes einsetzen. 2. Der Hauptvorstand ersucht den engeren V orstand, die Frage der Produktivierung der Durchwanderer in dezentralisierten Arbeitsstätten einer eingehenden Prüfung /n unterziehen, die Erfahrungen, die in verschiedenen Oemeinden gemacht wurden, zu sammeln, auf Grund derselben Richtlinien für die Schaffung, den Betrieb und die Finanzierung solcher Einrichtungen fiir örtliche oder provinzial begrenzte Gebiete aufzustellen und für deren Verwirklichung durch die Zeitschrift der Hauptstelle, die sonstige Telephon \r. 24H33 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche, Portleren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale; Salzg-äßchen Nr 6nun ALSELA Reichsstraße 4-6 IVI ICCÜ —,/j Seidenflor 1,50 WasdiseiJe ^,25 mir 1. Wahl

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