Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 38 (23.9.1927)
- Date
- 1927-09-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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"Seite 4 der Mandatarmacht sowie der öffentlichen Meinung der Welt bewiesen, daß das jüdische Volk tälüg und entschlossen ist, der ihm durch da- Mandat auferlegten schweren Verantwortung gerecht zu werden. Die Mandatarmachl hal sieh während dieser Anfangsperiode im wesentlichen auf die Einrichtung einer ordnungsmättig arbeitenden Verwaltung und die Wahrung der öffentlichen Sicherheit beschränkt und damit zwei der fundamentalen Vorbedingungen für die gesunde Entwicklung Palästinas geschaffen. Dei Kongreß hält es jedoch für nötig zu betonen, daß die rätigkeit der Palästina-Verwaltung in ihrem passiven Verhalten zunt .1 iscIiuw und zu den Lei sinn cen des jüdischen Volkes weder dem (leiste noch d e n beso n d e ren Be s i i m m ung e n d e s M andats ent« spricht. Pen großen Wen des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina, das dem ganzen 1 ande in -einer wirtschaftlichen und kulturellen! ntwicklung zum Vorteil dient, w ird diesem Verhalten keineswegs in genügendem Maße gerecht. Die Mandatsregierung hat weder der Siedlungsarbeil muh dem Kulturwerk der Juden genügend Hilfe geleistet. I lementare staatsbürgerliche Bedürfnisse (Volksbildung, Gesundheitspflege usw.) des jüdischen Jischuw werden von ihr nicht ,u gleichem Maße befriedigt, wie gegenüber den anderen Feilen der Landesbevölkerung. Mit Anerkennung stellt der Kongreß fest, daß die Palästinaregierung in der letzten Zeil sieh für die Angelegenheiten mehreren Fällen Hilfe geleistet hat. Der Kongreß sieht sieh jedoch gemehreren Fällen Hilf egeleistet hat. Her Kongreß sieht sich jedoch gezwungen, gleichzeitig mit Bedauern festzustellen, daß in all diesem noch keine grundlegende Veränderung des Systems der Mandatarmacht im Sinne einer aktiven Unterstüzung des Aufbaues der nationalen Heimstätte /u finden ist. Dies beweisen verschiedene Maßnahmen und Verordnungen der letzten Zeit, die die Entwicklung des lischtm n\ stören geeignet sind. Mit tiefem Bedauern konstatiere der Kon«rell Fälle der Verwaltungspraxis der letzten Zeit, durch « eiche 0r u ndrechte . L e benslnteressen und sogar die Wurde des Jischuw verletzt worden sind. (Di< Angelegenheit des Grenzkorps, das Verhalten der Mandatsregierung in bezug auf die Heilige Stätte der Juden.) Di« Entwicklung des gesamten Aufbauwerkes des jüdischen Volkes in Palästina verlangt aktive Unterstützung und Beteiligung der palästinensischen Regierung im (leiste des Mandats durch Schaffung von besonderen Bedingungen und Erleichterungen für die Siedler in der ersten Periode der Aufbauarbeit. Dil in dei Frage der „Jewish Agency" mit 99 gegen 1«> Stimmen ingenommene Resolution lautet: Gemäß den Beschlüssen des XIV. Kongresses über die Erweiterung der |ewish \gency zwecks einer wirksamen Zusammenarbeit aller |uden am Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palastina im Qeistc der Balfour-Deklaration und des Mandates beschließt dei XV. Kongreß, daß die prinzipiellen Bestimmungen, die; Wand arfürsorge In der Mitgliederversammlung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge am 8. und 9. Mai d. J. in Herlin war der größte Teil der Verhandlungen der Beratung über die Schaffung einer landwirtschaftlichen Siedlung gewidmet, die dazu dienen soll, Arbeit und Unterkunft für jüdische Wanderer zu schaffen, Diesen Verhandlungen V.ij. eine Ausarbeitung des Oüterdirektors S. Dyk, Berlin zugrunde, die noch durch Pastor Dr. Braune, den Geschäftsführer des (Untschen Herbergiverebll und den Leiter des Wanderarbeiterheims Hoffmannsthal. ergänzt wurden. In der Aussprache wurde von mehreren Personen empfohlen, auch an die Schaffung von Anstatten zu denken, in (leiten jüdische Wanderer gewerblich beschäftigt werden können. Schließlich wurde der Vorstand der I laiiptstellc für jüdische Wanderfürsorge beauftragt, die vorgelegten Pläne der landwirtschaftlichen und gewerblichen Produktivierung weiter 'zu prüfen. Am Sonnti - dem 18. September trat der Qesamtvorstand der Hauptstelle für jüdische Wanderffirsorge, der sich aus Vertretern der einzelnen I ande- und Provinzialkatsen zusammensetzt, auf Einladung der 1 eipziger Gemeinde in Leipzig in den Räumen der peipzig-Loge zu einer Sitzung zusammen. Die Versammlung wurde namens des Gemeindevorstandes durch Herrn S. Qottlieb begrüßt, der die Vertretung des leider durch Krankheit verhinderten Gemeindevorstehers Herrn Carl Ooldschmidt übernommen hatte. Den Vorsitz führte Herr Fugen Caspary, Berlin. 3. Jahrgang vom.XIV. Kongreß als unabänderliche Grundlagen festgesetzt wurden, nämlich dauernde Verstärkung der Alijah, Auslosung des Bodens als Volksbesitz, landwirtschaftliche Kolonisation auf (irund der jüdischen Arbeit, hebräische Sprache und Kultur, in der Konstitution der erweiterten Jewish Agenzy verankert werde. Ebenso muß in der Konstitution der erweiterten Jewish Agency, festgelegt werden, daß der Präsident der Zionistischen Organisation in jedem Falle Präsident der Jewish A g c n c y, ist. Die Mitglieder der verschiedenen Organe der Jewish Agency können in ihrer Abwesenheit nur durch ständige Ersatzmitglieder vertreten werden. Gemäß den früheren Beschlüssen erwarte» der Kongreß mit Bestimmtheit, daß die Jewish Agency die hauptsächlichsten jüdischen Gemeinschaften der Welt auf demokratischer Grundlage repräsentiert und Vertreter der organisierten jüdischen Arbeiterschaft enthalten wird. Der Kongreß fordert die Exekutive auf, die Verhandlungen mit den indischen Gemeinschaften der verschiedenen Länder energisch fortzusetzen. Die unter den Parteien bestandenen Meinungsverschiedenheiten über die Zusammensetzung der Exekutive, insbesondere über die Wahl jener Persönlichkeiten, denen die Arbeit in Palästina anvertraut werden soll, bewirkte es, daß der Kongreß nicht, wie im Programm vorgesehen, schon am Freitag, den *). September, zu Ende gehen konnte. Es war notwendig geworden, für Sonnabend eine Nachsitzung für die Wahl der Leitung anzusetzen und erst am Sonntagabend die Schlußsitzung des Kongresses abzuhalten. Nach sehr bewegten Auseinandersetzungen, die die Nacht von Sonnabend zu Sonntag andauerten, w urde Sonntag gegen 6 Uhr morgen» zu den Wahlen geschritten, die das folgende Resultat ergaben: Dr. Chaim Weizmann wurde zum Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Nahum Sokolow zum Präsidenten der Weltexekutive wiedergewählt. Für sie stimmten IL), gegen sie 54 Delegierte. Die l ondoner politische Exekutive ist ferner repräsentiert durch Dr. Eder, Louis Lipsky und Dr. Felix Rosenblüth, die schon der bisherigen Exekutive angehört haben. Die Leitung des Aufbauwerkes in Palästina ist einem Direktorium anvertraut, dem der Oberst v. Kiseh, Miß Henriette Szold, Leiterin des Gesundheitswesens der Frauenorganisation Hadassah, und der Jerusalemer Anwalt Dr. Sacket angehören. Der erste Vizepräsident des Kongresse-, I eo Motzkiu, hielt die Schlußansprache, in der er ausführte, der Kongreß sei der beste, ernsteste und bedeutungsvollste seit dem Kriege, man dürfe hoffnungsvoll in die Zukunft schauen I r erklärte den XV. Zionisteukongreß, den Kongreß des Jubiläums der zionistischen Bewegung, für geschlossen. Die Delegierten und Gäste stimmten die I latikwah-Hymne an. ' f -" Leopold Lyssow Steckner Passage, Tel. 29183 Spez.iai-Geschäft feinster Schokoladen Heller — Kühler Hamann Ru mpelmayer neu aufgenommen k___.-d Herrens Hüte Das Beste in allen Preislagen Reise*, Sport-, Yacht-, Schüler- und Kinder- Mützen Julius Müller, Leipzig, Petersstr. 30 und Gohlis, Hallische Straße 87-89 In (johlis auch Wäsche, Oavatten und 1 lerrenartikel GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG