Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 35 (2.9.1927)
- Date
- 1927-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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?Nr. 35 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seit- 5 September beging die Firma hriges Bestehen. Weite Kreise im-!tldiger Anteil an der Feier, da sich s in immer regem Oemeinsinn und Förderung unserer (iemeindeintern in ihr so erfolgreich angelegen an dieser Stelle der Firma weitere dürftige judische Frauen und M.idohcn. — Leitung: Frau Amanda Ehrmann, König-Johann-Str. Ib. Malbtagskolonie für 100 Kinder während der Sommerferien. Kinderheim der Leipzig-Loge Im Kinderheim sind zur/eit einige Stellen für schulpflichtige Knaben zu besetzen. Meldungen sind zu richten an den Leiter des Kinderheims, Herrn Weil!, Poniatowskistr, 12. Personalnadirichtcn Oes c h;i f t|s j u h i I ä u m. Am S. Hodes. Neumarkt 1, ihr 40jä serer Gemeinde nehmen um so frt der Seniorchef des (icschüftshausi außerordentlicher Rührigkeit die essen und /ahlreicher Institution« sein läßt. So wünschen wir auch erfreuliche Entwicklung. Oeschiftsjubilium. Das bekannte Leipziger Bettfederngeschäft N. L. Rieß, Ranstiidter Steinweg 33, konnte am 1. September auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Dem Inhaber der Firma seien auch an dieser Stelle herzliche Wünsche ausgesprochen. Neue Bücher Die Juden in 1'raR. Bilder aus ihrer tausendjährigen Geschichte. Festgabe der Loge Praga des Ordens B'nai b'rith zum Gedenktage ihres 25 jährigen Bestandes. Prag WH. Viele Hunderte von Juden besuchen alljährlich die Alt-Neuschul in Prag, die man die älteste Synagoge in Europa nennt, das jüdische Museum mit seiner wertvollen jüdischen Sammlung, und schreiten in ehrfurchtsvollem Staunen durch die Wege des alten Friedhofs mit seinen Tausenden von alten Denksteinen. Hier ist Geschichte zu sehen, scheint Altes zu leben. Um so bedauerlicher ist es, daß eine umfassende Geschichte der Prager Juden noch nicht geschrieben ist. Die Prager Loge hat sich mit der Herausgabe des vorliegenden Werkes ein großes Verdienst erworben; sie hat damit begonnen, die Lücke auszufüllen In diesen fünf wissenschaftlich ernsten Beiträgen sind vorerst nur Ausschnitte zur Darstellung gekommen. Aber ihre Wahl ist so geschiekt getroffen, daß sie-interessante Einblicke gew'äliren. Wir erfahren, daß die Ansichten, die von einem Aufenthalt der Juden schon in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten sprechen, ins Reich der Sage zu verweisen sind, solange keine untrüglichen Beweise entdeckt worden sind; nachzuweisen sind Juden in Böhmen erst im O.Jahrhundert. Ober das innere Leben der Gemeinde tu Ausgang des " Mittelalters, über die geistige Verfassung, wie sie sich im Verhältnis zum Buche bekundet, über die wirtschaftlichen und persönlichen Vorgänge im OhettO zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und über die Ausweisung der Juden i. J. 1711 \vrdcn wir unterrichtet, zum Teil durch Bildbeigaben, immer gefesselt durch die ebenso tiefgründige wie gut verständliche Darstellung. Es wäre zu begrüßen, wenn diese verheißungsvollen Anfänge bald weitergeführt würden. c- Chajim Bloch, Lebenserinnerungen des Kabbalisten Vital. Leipzig 1027. (Verlag der Asia Major). Der Kabbaiist Chajim Vital darf in Verbindung mit R. Jizchak Lurja Aschkenasi (ARJ), dessen nur mündlich verbreitete Lehren er aufgezeichnet und weiter ausgebaut hat, als Wegebahner für den Chassidismus bezeichnet werden. Auf sie geht die „praktische Kabbalah*4 zurück, die, im Gegensatz zu der im 13. Jahrhundert zur Blüte gebrachten „spekulativen Kabbalah", in die Tiefen des religiösen Gefühlslebens einzudringen suchte, um der religiösen Tat neue Wege zu .weisen. Bloch, ein ausgezeichneter Kenner der kabbalistischen und chassidistischen Literatur hat uns in seinen „Kabbalistischen Sagen" vor einigen Jahren Leben und Gedanken des ARJ nahegebracht; es ist nur folgerichtig, daß er nunmehr auch mit Lurjas Künder Vital vertraut machen will, indem er dessen selhstbiographische Aufzeichnungen übersetzt und erläutert herausgibt. Bei allem phantastisch-mystischen Beiwerk bleibt für diese Geschichten der Glaube an eine vorwiegend auf I lebung der sittlichen Zustände gerichtete Sendung kennzeichnend. Vital wird nicht müde, in verschiedensten Gleichnissen von der Teschuba, der Buße, zu sprechen, die vorangehen müsse, wenn die Hoffnung auf Erlösung sich verwirklichen solle. Der Ernst, mit dem er seine sittliche Aufgabe pflegt, söhnt denn auch ein wenig mit seiner menschlich befremdenden Selbstgewißheit aus. Besondere Beachtung verdienen diese Erinnerungen wegen der persönlichen Züge, die Einblick in die Gedankenwelt Vitais geben. Bloch gibt zudem eine Reihe sehr instruktiver Anmerkungen über die kabbalah im allgemeinen itnd zu den einzelnen Persönlichkeiten und Begriffen im besonderen. Da auch Ausstattung und Druck sehr lobenswert sind, dürfte eine weite Verbreitung dem Buche sicher sein. vn. Jüdifcher Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Am Mittwoch, 7. Sept., 20,30 Uhr im Feurichsaal, Schulstraße Referat des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann über: .Mädchenhandel und Frauenschutz" >*j Eintritt frei! Für Männer und Frauen Eintritt frei! Hotelpension Parkhaus Bad Harzburg: ^m-* Fernsprecher 71 50 Zimmer Fließendes Wasser / Bäder in jeder Eta je / Zentralheizung Eigene Synagoge Volle Pension von M 8 50 an mit berühmter Verpflegung Hohe luftige Speise- und Gesellschaftssäle Halberstadter Kabbinatsaufsidit Wunderbare Lage an Wald und Promenade, sowie Kasino undStadtpark rytrümpfc: ALSELA Reichsstraße 4-6 Micco —,75 Seidenflor 1,50 Waschseide 2,25 nur I. Wahl